DHV Jahresrückblick 2016 - Was war los bei Cannabis? Mit Video

  • Veröffentlicht am: 23. Dezember 2016 - 16:18
  • Von: Florian Rister

Jahresrückblick 2016 - Cannabispolitik im Wandel

Die Legalisierungswelle rollt weltweit und auch Deutschland wird immer stärker erfasst. Das Jahr war vollgepackt mit interessanten Nachrichten und Meldungen rund um Cannabis. Mit dem DHV-Jahresrückblick 2016 bieten wir euch einen Überblick über die aus unserer Sicht wichtigsten Ereignisse des Jahres. Auf Grund der Fülle an verschiedenen Themen können wir hier natürlich nicht jedes Ereigniss oder jede Aktion erwähnen.

Januar: Cannabis als Medizin Gesetzentwurf wird öffentlich

Anfang des Jahres wurde der Gesetzentwurf zum geplanten Cannabis als Medizin Gesetz veröffentlicht. Damit wurde schwarz auf weiß klargestellt: Die Kosten für eine Behandlung mit Cannabisblüten sollen in bestimmten Fällen von der Kasse bezahlt werden, der Anbau in Deutschland soll möglich werden. Das Thema wurde für uns beim DHV zum Dauerbrenner des Jahres und erzeugte hunderte Anrufe und E-Mails mit Nachfragen von Patienten und Unternehmern.

In Spanien gerieten unterdessen die Cannabis Social Clubs in Gefahr. Nachdem das oberste Gericht im Dezember mehrere Mitarbeiter eines der ältesten CSCs aus Bilbao zu Haftstrafen verurteilt hatte, ging die Angst um. Einer der vom Gericht genannten Gründe für die Strafbarkeit des Handelns war die Anzahl der Mitglieder in dem Club. Manche andere Clubs operieren dennoch bis heute ungestört weiter unter dem schwebenden Damoklesschwert, auch deutlich größere.

Eine neue Rechtsverordnung trat Anfang Januar in Österreich in Kraft. Bis zu einer Menge von 5 Gramm soll der Besitz von Cannabis nicht mehr als Straftat, sondern als gesundheitliches Problem verfolgt werden. In der Praxis sind die Auswirkungen umstritten. Bis heute wird in Österreich regional sehr unterschiedlich mit Cannabiskonsumenten umgegangen.

In Bayern wurde das Volksbegehren für eine vollständige Legalisierung von Cannabis vor dem Landesverwaltungsgericht abgelehnt. Eine enttäuschende Nachricht, die aber von vielen Beobachtern erwartet wurde.

Jonas verließ das DHV-Team und wir schrieben eine neue Stelle für Video- und Grafikproduktion aus. Seit April gestaltet jetzt Tobi die News und arbeitet sich durch die DHV-Grafikpalette, um unsere Corporate Identity zu vereinheitlichen.

Die DHV-Weihnachtsspendenkampagne endete mit einem Rekordergebnis. 29.068€ wurden von 793 einzelnen Spendern bereitgestellt. Damit konnten wir unsere Aktivitäten weiter ausbauen.

Februar: Kein Cannabis-Modellprojekt in Friedrichshain / Kreuzberg

Lieferschwierigkeiten bei Medizinalcannabis aus der Apotheke waren bereits seit Jahren Alltag für viele Patienten. Auch im Februar ging es damit noch weiter und eine Lösung schien nicht in Sicht.

Im bayrischen Burghausen wurde das Verfahren gegen den Polizisten eingestellt, der den vermeintlichen Cannabishändler André B. aus wenigen Metern Entfernung von hinten erschossen hatte. Der Beamte durfte wieder seinen regulären Dienst antreten.

Ein kanadisches Gericht kippte derweil das durch die ehemalige und sehr konservative Harper-Regierung beschlossene Verbot des Anbaus für Cannabispatienten. Dies und die Ende 2015 stattgefundene Wahl der Liberalen rund um Justin Trudeau, führte zu einer erneuten Liberalisierungswelle in dem sowieso schon sehr hanffreundlichen Land.

Nachdem das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte den Antrag des Berliner Bezirks Friedrichshain/Kreuzberg abgelehnt hatte, beschloss dieser, nicht gegen die Ablehnung zu klagen. Grund waren fehlende Finanzmittel. Damit stand fest: Den Coffeeshop am Görlitzer Park wird es vorerst nicht geben, der illegale Handel geht gezwungenermaßen weiter.

Nur vier Monate nach der Verkündung der Pläne für ein solches Gesetz beschloss das australische Parlament Ende Februar die Legalisierung von Cannabis als Medizin. Lizenzen zur Produktion im Inland sollen an Unternehmen vergeben werden.

März: Bremen beschließt weitreichende Entkriminalisierung

Der 2015 bekannt gewordene Entwurf der Grünen für ein Cannabiskontrollgesetz wurde nach langer Wartezeit bei einer Anhörung im Bundestag behandelt. DHV-Geschäftsführer Georg Wurth war mit vor Ort und warb als Sachverständiger für die Legalisierung. Mit einer Zustimmung des Parlaments ist nicht zu rechnen.

Die Bürgerschaft in Bremen beschloss derweil weitgehende Maßnahmen zur Entkriminalisierung von Cannabiskonsumenten. Auch das Thema Führerschein und die Beantragung eines Modellprojekts wurden dabei beachtet, zu unserer großen Freude.

Eine traurige Nachricht erreichte uns aus Belgien: Unser langjähriger Mitstreiter und Vorsitzender unseres europäischen Dachverbands ENCOD, Joep Oomen, verstarb leider im Alter von 54 Jahren.

April: Wegweisendes Urteil: Eigenanbau von Cannabismedizin muss erlaubt werden!

Die langsame Entwicklung bei dem geplanten Gesetz für Cannabis als Medizin und die laufenden Gerichtsverfahren rund um den Eigenanbau zu medizinischen Zwecken erfordern begleitenden Druck. Daher rief die Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin die Genehmigungsinhaber in Deutschland auf, Anträge zum bis dato komplett verbotenen Eigenanbau zu stellen. Weit über einhundert neue Anträge auf Eigenanbau gingen bei der zuständigen Behörde BfArM ein.

Kurz danach wurde das lange erwartete Urteil des Bundesverwaltungsgerichts Leipzig bekannt. Das höchste Verwaltungsgericht verpflichtet darin das BfArM, einem MS-kranken Mann eine Genehmigung zum Eigenanbau zu erteilen. Ein Meilenstein nach einem jahrelangen Verfahren! Bis zur Erteilung der Genehmigung sollten jedoch noch weitere Monate vergehen.

Bei der Sondersitzung der Generalversammlung der UN zum Weltdrogenproblem (UNGASS) kam es zu keinem Beschluss. Viele Beobachter hatten auf eine richtungsweisende Entscheidung für eine weltweite Liberalisierung gehofft.

Der DHV veröffentlichte Ende April einen ausführlichen Video-Reisebericht zu der in Urlaubszeit durchgeführten Reise von Jonas, Jakob und Flo durch Colorado. Mit mehr als drei Stunden wurde es eine riesige Doku, die die real existierende Legalisierung durch die Augen von drei echten Hanfenthusiasten zeigt.

Mai: Über 10.000 beim Global Marijuana March in Deutschland

Der Global Marijuana March fand von Anfang bis Ende Mai in 36 deutschen Städten statt. Über 10.000 Teilnehmer beteiligten sich nach unseren Erhebungen unter dem Motto "Zeiten ändern sich!" an den einzelnen Veranstaltungen. Die Presse berichtete vielfach. Der DHV konnte mit Unterstützung von Sensi Seeds vielen Organisatoren mit einem Plakat-Layout, zentraler Werbung, Beratung & Vernetzung und finanzieller Unterstützung zur Seite stehen.

Mit der MaryJane Berlin gab es zum ersten Mal seit langer Zeit eine erfolgreiche Hanfmesse in Deutschland. Mehr als zehntausend Besucher strömten laut Veranstalterangaben durch die Hallen und stauten sich zeitweise vor dem Stand des DHV. Das Interesse an unserer Arbeit war in jedem Fall erheblich größer als bei vergleichbaren Messen im Ausland.

Bei aller Begeisterung über die wachsende Legalisierungsbewegung gibt es auch negative Nachrichten. Die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2015 zeigte klar und deutlich: Die Zahl der Anzeigen wegen einfachen Konsumentendelikten mit Cannabis ist auf Rekordniveau. Nie zuvor war der Verfolgungsdruck für Cannabiskonsumenten in Deutschland größer! Auch Wohnungseinbrüche nahmen laut Statistik zu, hier sank jedoch die Aufklärungsquote. Ein Schelm, wer böses dabei denkt...

Juni: Cannabis gegen Parkinson in der Lindenstraße

Deutschlands traditionsreichste Seifenoper, die Lindenstraße, griff im Juni plötzlich das Thema Cannabis als Medizin auf. Der bekannte Charakter Hans Beimer entdeckt in der Serie, das Cannabis ihm gegen sein Parkinson hilft. Daraufhin baut er selbst einige Pflanzen an, da sein Arzt es ihm nicht beschaffen möchte. Der Handlungsstrang erinnert in Teilen an die DHV-Kinospots, die Anfang 2015 erschienen waren.

Im alternativen Drogen- und Suchtbericht, der das dritte Jahr in Folge erschien, waren wieder zwei Berichte von DHV-Mitarbeitern enthalten. Georg Wurth und Florian Rister äußerten sich darin zu aktuellen Umfragewerten in Deutschland und zur Situation der Legalisierungsbewegung in den USA.

Im bayrischen Schwenningen kam es zu einem Showdown der besonderen Art. Nachdem sich die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler seit Jahren der Diskussion mit Legalisierungsbefürwortern entzogen hatte, traf sie bei einer Podiumsdiskussion auf den Sprecher der DHV-Ortsgruppe München, Micha Greif. Eine relativ offene Diskussion entstand, wie wir sie uns viel öfter wünschen würden.

Juli: Erste Importgenehmigung für Cannabis aus Kanada

Eine typische Sommerlochmeldung eroberte im Juli die Headlines von Nachrichten und TV-Sendern auf der ganzen Welt: In Colorado ist THC im Trinkwasser! Logisch, wo Cannabis legal ist, kann halt auch mal THC im Wasser auftauchen. In Wirklichkeit hatte eine Behörde einfach nur einen normalen Urintest verwendet, die - wie deutsche Autofahrer häufig leidvoll lernen müssen - eine hohe Fehlerquote aufweisen. Die Richtigstellung, das in Colorado KEIN THC im Trinkwasser ist, wurde dann natürlich von deutlich weniger Medien aufgegriffen.

Medial weniger beachtet, aber deutlich interessanter, war die Meldung über die erste Importgenehmigung für medizinisches Cannabis aus Kanada. Seitdem sind die Versorgungsengpässe bei Hanfmedizin Vergangenheit. Ein globaler Markt rund um Cannabis entsteht. Gleichzeitig müssen deutsche Unternehmen, die für 2017 ihren Einstieg in den kommerziellen Anbau von medizinischem Cannabis planen, mit  großer Konkurrenz aus Kanada rechnen.

August: 12.000 bei der Hanfparade - Drogenkrieg auf den Philippinen

Die DEA beriet über die Umstufung von Cannabis zu einer Droge mit anerkanntem medizinischem Nutzen. Die Drogenverfolgungsbehörder der USA entschied sich dagegen und enttäuschte damit viele Beobachter,  die sich noch unter Obamas Amtszeit einen solchen Schritt erhofft hatten.

In Berlin demonstrierten mehr als 12.000 Menschen bei der 20. Hanfparade unter dem Motto “Legalisierung liegt in der Luft”. Dank toller Redner, bekannter Musiker, einer recht zurückhaltend auftretenden Polizei und einem fleißigen Orga-Team konnte der Tag zu einem wahren Hanf-Fest werden. Der DHV war dieses Jahr mit einem großen Wagen, zwei Reden und einem Infotisch auf der Hanfparade vertreten, unsere Mitarbeiterin Mariana Pinzon moderierte die Abschlusskundgebung.

Auf den Philippinen wurde klar sichtbar, wohin der Krieg gegen die Drogen führt, wenn man ihn auf die Spitze treibt... Der dortige Präsident Duterte startete im Juli eine Kampagne, der bis Ende August bereits mehr als tausend Menschen zum Opfer fielen. Polizei und bewaffnete Bürgermilizen ermorden bis heute offen und ohne dafür strafrechtlich verfolgt zu werden Menschen, die sie des Drogenbesitzes verdächtigen. Die internationale Kritik blieb verhalten. Im Land selbst hat Duterte für seine Politik viele Unterstützer.

September: Wahlen in Berlin - Es droht die Legalisierung von Cannabis

Bei den Senatswahlen in Berlin wurde Cannabis zu einem durchaus bedeutenden Wahlkampfthema. Nach eineinhalb Jahren Null-Toleranz-Zone im Görlitzer Park und zehntausenden dort verschwendeten Polizeieinsatzstunden war dies durchaus naheliegend. Die Grünen zogen mit der Forderung nach Modellprojekten zur Cannabisabgabe in den Wahlkampf. Die CDU dagegen warnte vor Rot-Rot-Grün unter anderem mit der Feststellung: “ Es droht die Legalisierung von Cannabis.”

Bei der Wahl wurde die CDU heftig abgestraft, der Anti-Cannabis Hardliner und ehemalige Innensenator Henkel zog sich zurück. Koalitionsverhandlungen zwischen SPD, Grünen und Linkspartei begannen. Der DHV rief alle Unterstützer zu E-Mails an die Verhandlungsführer auf, um zu verhindern, dass das Thema Cannabis wieder in der Versenkung verschwindet. Tatsächlich einigten sich die Koalitionäre dann auf einen positiven Beschluss zum Ende der Null-Toleranz-Zone und zur Beantragung eines Berliner Modellprojekts für die Cannabisabgabe.

Nach 14 Jahren passte der DHV im September erstmals sein Konzept zum Sponsoring durch Firmen an. Über eine klassischen Einteilung in Bronze, Silber, Gold und Diamant sind die Leistungen der Firmensponsoren damit erstmals öffentlich sichtbar und durch abgestufte Werbeleistungen untermauert. Nach Veröffentlichung des Konzepts traten bereits mehrere neue Firmensponsoren dem DHV bei.

Im letzten Jahr fuhr beim Oktoberfest in München, der wohl größten Drogenparty der Welt, eine DHV-Fahrradrikscha Werbung für die Legalisierung von Cannabis. In diesem Jahr verteilte stattdessen die DHV-Ortsgruppe München echte Hopfenblüten und Infomaterial zu Cannabis an einem Stand und informierten damit viele Besucher auch über die enge Verwandtschaft der Pflanzen Hanf und Hopfen. Sowohl vor Ort als auch im Internet gab es starke Reaktionen.

Am 21. September fand dann im Gesundheitsausschuss des Bundestags die lange erwartete Anhörung zum neuen Gesetz für Cannabis als Medizin statt. Die DHV-Mitarbeiter Georg Wurth und Maximilian Plenert waren als Sachverständige vor Ort geladen und gaben ihre fachlichen Stellungnahmen ab.

Oktober: Erste Anbaugenehmigung Deutschlands erteilt - Rückzug der Polizei im Görli

Am ersten Oktober kam eine der besten Meldungen des Jahres: Die erste Genehmigung zum privaten Anbau von medizinischem Cannabis in Deutschland wurde erteilt! Nachdem das Bundesverwaltungsgericht Leipzig im April ein eindeutiges entsprechendes Gerichtsurteil gefällt hatte, ließ sich das zuständige BfArM also “nur” 6 Monate Zeit, um eine Genehmigung auszustellen.

Am gleichen Tag wurde einer der Aufreger dieses Jahres bekannt. Cannabidiol (CBD) wurde in die Anlage 1 der Arzneimittelverschreibungsverordnung aufgenommen. Viele deutsche Händler stellten daraufhin den Verkauf von CBD-Produkten ein, andere verkaufen weiterhin ihre Produkte. Bis zum Jahresende gab es keine staatsanwaltschaftlichen Verfahren gegen Händler, die CBD ohne Hinweis auf eine medizinische Wirkung verkauft haben. Der DHV ruft zum Unterzeichnen eines Positionspapiers des Europäischen Industriehanfverbands (EIHA) auf.

Bei der Einführung der Null-Toleranz-Zone im Görlitzer Park in Berlin hatte die CDU-Regierung Ende 2014 eine halbe Million Euro für Präventionsmaßnahmen versprochen. Dieses Geld kam dann im Oktober 2016 in Form der aus vielen Richtungen kritisierten und lächerlich gemachten Kampagne “Zu Breit”.

Wenig später wurde bekannt: Die Berliner Polizei hat ihre Einsätze im Görlitzer Park zum Oktober massiv reduziert. Ein nennenswerter Verdrängungseffekt sei trotz extremer Polizeipräsenz allenfalls zeitweise erzielt worden. Berliner Zeitungen titeln: “Kapitulation der Polizei im Görli”.

In Hamburg und Berlin fanden kurz hintereinander zwei bedeutende Konferenzen zur Legalisierungsfrage statt. Bei beiden waren DHV-Vertreter mit Vorträgen präsent, beim Berliner Akzept-Kongress gab es sogar ein eigenes DHV-Symposium. In Hamburg wurden die Vorträge von Maximilian Plenert und Georg Wurth auch gefilmt.

November: Trump und Cannabis-Legalisierung siegen in den USA

Die für die Zukunft der weltweiten Legalisierungsbewegung bedeutendste Entscheidung des Jahres fiel am 09.11. in den USA. Der DHV berichtete die ganze Nacht mit einem Live-Ticker über die gleichzeitig zur Präsidentschaftswahl stattfindenden Volksabstimmungen zu Cannabis. Vier weitere Bundesstaaten legalisierten Cannabis als Genussmittel, darunter mit Kalifornien einer der größten und wirtschaftlich bedeutendsten Bundesstaaten der USA.

Die frohe Botschaft wurde aber getrübt durch die Mehrheit für Donald Trump. Viele Vertreter der US-Cannabisindustrie fürchten jetzt spürbare Einschränkungen und Hemnisse für die aufkeimende Branche. Die Nominierung des bekannten Cannabis-Gegners Jeff Sessions für den Posten des Justizministers schürte diese Sorgen weiter.

Das DHV-Team ist zum 01. November gewachsen. Wir haben Mariana Pinzon zur weiteren Koordinierung der Ortsgruppen und für die Planung einer großen Kampagne zur Führerscheinproblematik fest ins Team aufgenommen.

Auf ihrem Bundesparteitag beschlossen die Grünen einen Aufruf an ihre Landesverbände. Diese sollen sich für eine Bundesratsinitiative zur Legalisierung von Cannabis stark machen. Damit nimmt die Partei ihre Landesverbände in die Pflicht, die sich in der Cannabis-Frage bisher sehr unterschiedlich verhalten.
Niederlande: Konservative Regierungspartei für Legalisierung.

Mit über 80 Prozent der Stimmen beschloss die VVD, die Partei des niederländischen Regierungschefs Mark Rutte, am 23.11. eine "intelligentere Regelung für den Verkauf weicher Drogen." Bislang hatte sich die seit der letzten Wahl stärkste Partei der Niederlande immer wieder einer Lösung der so genannten "Backdoor-Problematik" widersetzt. In den Niederlanden ist der Verkauf von Cannabisprodukten in staatlich kontrollierten Coffeeshops zwar geduldet, aber nicht legal. Die Läden dürfen offiziell Gras verkaufen, aber nicht in großen Mengen einkaufen oder produzieren.

Dezember: Verzögerung bei Cannabis als Medizin - Stellenausschreibungen beim DHV

Das Gesetz für Cannabis als Medizin wurde ohne Begründung von der Tagesordnung der letzten Sitzung des Bundestags im Jahre 2016 genommen. Wie lange die Beschließung und Umsetzung des Gesetzs noch dauern wird, ist damit unklar. Unzählige Patienten leiden unter der ungewissen Situation, gleichzeitig bietet die Verschiebung auch eine Chance für weitere Verbesserungen an dem Entwurf.

Gleich zwei neue Stellen wurden im Dezember beim DHV ausgeschrieben. Neben Kommunikations- und Medienmanagement gibt es auch für Eventmanagement eine offene Stelle. Damit will der DHV seine Pressearbeit optimieren und eine eigene Konferenz zur Legalisierungsfrage organisieren.

Wie im Dezember 2015 führen wir auch aktuell wieder die DHV-Weihnachtsspendenkampagne. Das Ziel ist wie immer der Wert aus dem Vorjahr: 29.068 €. Durch die Hilfe vieler kleiner und größerer Spender werden wir dieses Ziel knacken und eine gute Grundlage für ein erfolgreiches Legalize-Jahr 2017 legen. Mit einem eigenen Video rufen euch Georg und Florian auf, euch daran zu beteiligen.

Der DHV 2016 in Zahlen

Nicht jede Arbeit des DHV lässt sich in Zahlen fassen. Insbesondere Hintergrundgespräche mit Politikern und Journalisten können oft nicht öffentlich genannt werden. Dennoch gibt es einige klare Kennziffern, mit der wir euch zeigen können, das wir tagtäglich aktiv an der Legalisierung arbeiten.

So konnten wir in diesem Jahr über 250 Termine rund um das Thema Hanf bewerben. Neben vielen Telefonaten beantworteten wir auch etwa 2.500 E-Mails von außerhalb über unser Kontaktformular und kontakt (at) hanfverband.de. 678 Bestellungen über unseren Webshop sowie etwa 200 zusätzliche Pakete wurden bearbeitet.

Auf YouTube haben uns mittlerweile 37.000 Menschen abonniert, 13.000 mehr als im vergangenen Jahr. Die Zahl unserer Facebook-Likes stieg von 130.000 auf 157.000, stagniert allerdings seit Mitte August auf diesem Niveau. Bitte teilt und liked unsere Beiträge, dann können wir diese Zahl wieder steigen lassen!

In etwa 120 Presseberichten wurde der DHV erwähnt oder zitiert, weniger als im Vorjahr. Vor allem die medial viel beachteten Kinospots des DHV von Januar 2015 sind entscheidend für diesen Unterschied.

Im Jahresverlauf hatten wir ganze fünf Praktikanten bei uns im Team, drei davon zeitgleich. Marc blieb sogar sechs Monate Vollzeit bei uns! Dies und die bis Oktober ehrenamtliche, seitdem bezahlte Tätigkeit von Mariana als sechste feste Person in unserem Team ermöglichte uns viele Arbeitsberge abzubauen und neue Projekte wie unsere Mitgliederverwaltung oder unsere Corporate Identity anzugehen.

In mittlerweile 16 festen DHV-Ortsgruppen sind Menschen aktiv für die Legalisierung von Cannabis und es werden mehr! Über 20 Infostände und viele andere Aktionen wurden dabei durchgeführt.

Ausblick für 2017 - Es geht immer weiter!

Das nächste Jahr könnte für die Legalisierung von Cannabis noch bedeutender sein, als 2016 sowieso schon war. Die Präsidentschaft von Donald Trump in den USA wird die Entwicklung dort nicht vollkommen aufhalten, sie aber womöglich erheblich verlangsamen. In Kanada plant die liberale Regierung unter Premierminister Trudeau die vollständige Legalisierung, während vor allem im Westen des Landes erste Verkaufsgeschäfte jetzt schon einfach öffnen.

Hierzulande hat die Regierung klar angekündigt, dass das Gesetz zu Cannabis als Medizin 2017 in Kraft treten soll. Wenn wie geplant der kommerzielle Anbau und die Kostenübernahme für Patienten möglich werden, könnte Deutschland zu einem der international meist beachteten Länder in der Legalisierungsdebatte werden.

Im April wird in Berlin erstmals ein deutscher Ableger der International Cannabis Business Konferenz stattfinden. Prominente Referenten und Vertreter der Cannabisindustrie aus vielen Ländern werden zusammenkommen, um die Situation in Deutschland zu besprechen.

Neben den Landtagswahlen in NRW, Saarland und Schleswig-Holstein stehen auch Bundestagswahlen an. Große Veränderungen wären also möglich. Es liegt an uns allen, die richtigen Politiker zu wählen und Druck für einen anderen Umgang mit Hanf zu entfalten. Der DHV wird in der neuen Legislaturperiode daher erneut eine offizielle Petition an den Deutschen Bundestag einreichen.

Außerdem werden wir eine größere Kampagne zum Thema Führerscheinrecht machen, da hier dringender Handlungsbedarf besteht und dieser Wunsch seit Jahren von unseren Mitgliedern und Unterstützern an uns herangetragen wird. Nebenbei planen wir in der zweiten Jahreshälfte einen eigenen Kongress zur Legalisierungsfrage, bei dem Aktivisten, Fachleute und Politiker aufeinandertreffen sollen.

Auch direkte Lobbyarbeit im Gespräch mit Politikern werden wir weiter ausbauen. Dafür wird Georg im nächsten Jahr mehr Zeit aufwenden können, wenn er durch unsere aktuellen Ausschreibungen Entlastung in anderen Arbeitsbereichen bekommt.

Um all diese Pläne für das nächste Jahr wirklich erfolgreich umsetzen zu können, brauchen wir eure Hilfe! Beteiligt euch an unserer Weihnachtsspendenaktion und macht uns stark für die wichtigen Auseinandersetzungen, die nächstes Jahr anstehen. Gemeinsam sind wir stark!

Viele von euch unterstützen uns bereits regelmäßig. Wir danken allen privaten Fördermitgliedern und Firmensponsoren des DHV. Ein ganz besonderer Dank gebührt unseren Silber- und Goldsponsoren:

1A Cannabis | CannaTrade.ch AG | Chillhouse | Cultiva | Flowery Field | Gärtnereibedarf Kortmann GmbH | Hanf AG | Hemp Five / mushroom magazine | Highway Magazin | ICBC | Mary Jane Berlin | Nachtschatten Verlag | Storz & Bickel GmbH & Co. KG | THCene | Asklepios Seeds.de | Azarius | Buschmann Shop | Canna Deutschland | Cannapreneur Consulting | Chalice Herford | CleanU | Cosmic 5 | Der Acker | Der Hänfling | Drehandel GmbH | easy cann med | Flower Power | Flying Dutchmen | Galerie Eicher | Gras Grün | Green Buzz Liquids | Green Galaxy | Green Heaven | Green Paradise | Greenhope | Greenlight-Shop | Grow Bonn | grow in AG | Grow! Magazin | Grower.ch | Hanf Journal | Hanf Universum | Hanf- Zeit | Hanf-Magazin | Hanfbörse | HanfHaus Reutlingen | Heaven Hanau | hempy´s shop | Holzkopf | Hy-Pro | Ivory Stuttgart | Jelly Joker | Kaya Foundation | Magic Hanf & Head Shop | Megorei Software | Mr. Nice Shop | Near Dark | Planet Blunt | Pro Grow | Rauchbombe Stuttgart | RooR | s'Gwächshaus | Samenwahl | Sensi Seeds | smoketown.de | Sun Seed Bank | Udopea GmbH | Udopea Hamburg | ULLa Versandhandel Köln | Unicomundo | Vaposhop | Vapowelt | Vapstore | verdampftnochmal | Weed Seed Shop

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