Welche Erfolge hatte der DHV bisher?

Sicherlich kann der DHV bei seiner aktuell noch recht geringen Größe nicht immer auf ganz großer Ebene mitspielen, aber in Anbetracht der geringen zur Verfügung stehenden Mittel, haben wir schon vieles erreicht. Einen kurzen Überblick findet man auch auf Wikipedia.

Ein wichtiger Teil unserer alltäglichen Arbeit ist die Pressearbeit. Durch tägliche Erreichbarkeit, persönliche Kontakte und Pressemitteilungen bringen wir hier Argumente für die Legalisierung ein. Viele Journalisten freuen sich, auch andere Positionen als die von Politik, Polizei und Drogenberatungsstellen erwähnen zu können. Auf unserer Website veröffentlichen wir ein Presseecho, in dem Presseberichte gelistet sind, in denen wir erwähnt oder zitiert werden.

Über unseren Streckmittelmelder konnten wir Hanffreunde und Öffentlichkeit für die Problematik von gestrecktem Cannabis sensibiliseren. Auf Grund des hohen Arbeitsaufwands und der immer weiter steigenden Anzahl der Beiträge musste dieser leider 2012 abgeschaltet werden.

Mit regelmäßigen Wahlanalysen zu Landtags- und Bundestagswahlen informieren wir Hanffreunde und Legalisierungsbefürworter über die drogenpolitischen Inhalte der jeweiligen Parteien.

Ein erster Meilenstein in unserer Entwicklung war die Cannabis-Petition 2010 an den Bundestag, mit über 30.000 Unterzeichnern die größte offizielle Petition für die Legalisierung die es jemals in Deutschland gab. Nachdem diese Petition lange Zeit scheinbar unberührt in irgendwelchen Schubladen lag, wurde sie letztendlich dank Unterstützung von Linkspartei und Grünen im Bundestagsausschuss beraten.

Etwas später kam dann das Video mit Angela Merkel, wegen dem viele neue Menschen angefangen haben sich überhaupt mit Cannabislegalisierung zu beschäftigen. Es entstand nur, weil der DHV dank seiner vielen Unterstützer bei einer YouTube Aktion von Merkel den ersten Platz gewonnen hatte. Die ganze Sache ging damals auch durch einige Mainstream-Medien.

Einige Zeit danach dann der groß angekündigte aber technisch mangelhaft durchgeführte Online-Zukunftsdialog von Merkel, bei dem wir den zweiten Platz erzielten und als Resultat das Gespräch von unserem Geschäftsführer Georg Wurth mit der Kanzlerin zustandekam.

Die Kanzlerin versprach damals, sich noch einmal von echten Experten beraten zu lassen. Und - man höre und staune - das hat sie getan! Im März waren einige Experten aus Medizin, Betäubungsmittelregulierung und -Prävention zum Meinungsaustausch ins Kanzleramt geladen, darunter Dr. Franjo Grotenhermen, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (ACM). Das Gespräch war laut Aussage mehrerer Teilnehmer  sehr offen und sachlich, Details sind allerdings geheim. Natürlich kommt dadurch nicht sofort die Legalisierung, aber konstruktive Gespräche sind ein wichtiger Anfang um die Dinge in die richtige Richtung zu lenken.

Viel unserer Arbeit läuft generell im Hintergrund ab. Die unzähligen Gespräche und Email-Kontakte mit Journalisten und Politikern, bei denen am Ende nicht immer etwas konkretes vorzuweisen ist, sind trotzdem wichtig und helfen mit, ganz gezielt an den Schaltstellen unserer Gesellschaft Informationen zu verbreiten. Oftmals wissen wir  im Vorraus gar nicht genau, was aus einem Gespräch entstehen kann und dann steht plötzlich ein guter Artikel in einer Zeitung, und man erinnert sich an ein Telefongespräch mit dem schreibenden Journalisten oder den handelnden Politikern.

Neben diesen Kontakten haben wir natürlich auch täglich viele Emails und Facebook-Nachrichten mit Fragen rund um Repressionsprobleme, Cannabis als Medizin und Hanfaktivismus. Wir geben uns beste Mühe diese Anfragen zu beantworten, auch wenn das wegen der Fülle an Zuschriften und anderer Aufgaben nicht immer zeitnah möglich ist.

Über das Webforum hat der DHV nicht nur vielen Hanfaktivisten einen Ort zum gegenseitigen Austausch und Debattieren gegeben; sondern auch mit dazu beigetragen, dass es in vielen Gegenden Deutschlands kleine Gruppen gibt, die Aktionen für die Legalisierung durchführen. So kann hoffentlich die Kraft und Energie vieler Hanfaktivisten genutzt und fokussiert werden. Hier bietet sich für jeden die Möglichkeit, aktiv zu werden für die Legalisierung. Und DHV-Sponsoren werden auf Anfrage für den internen Bereich freigeschaltet, wo Projekte und interne Treffen fernab der Öffentlichkeit besprochen werden können.

Mit unserem Webshop bieten wir der ganzen deutschen Hanfszene einen Pool an Infomaterialien für kleine und große Aktionen, und das meist zu Druckkostenpreisen. Das ist sehr arbeitsintensiv und insgesamt eher ein Minusgeschäft. Aber es macht Sinn, da dadurch viele Aktivisten die Möglichkeit haben Infostände zu gestalten und Flyer zu verteilen, und so auch Menschen erreicht werden, die sich sonst nicht von sich aus mit Hanf und den politischen Zuständen beschäftigen würden.

Auf unserer Versammlung zum 10 jährigen Bestehen des DHV hat Georg Wurth einen Vortrag über die Geschichte des DHV gehalten, die ihr hier als Video ansehen könnt. Der Ton ist leider eher schlecht, aber inhaltlich ist das Video sehr informativ für alle, die den DHV noch nicht so lange kennen.

Seit 2012 sind wir auch auf Musik-Festivals mit DHV Infoständen präsent, und werden auch versuchen das auszubauen. Solche Projekte müssen langfristig angelegt sein, und lassen sich ohne eine offizielle Verbandsstruktur nur schwer umsetzen. Für die Festival-Infostände sammeln wir auch freiwillige Helfer im Forum.

Am 25. Januar 2014 gewann unser Geschäftsführer Georg Wurth die Millionärswahl von Pro7/Sat1. Seitdem erleben wir einen unglaublichen Aufschwung bei Sponsoren, Shopbestellungen und Facebook-Likes. Der Laden brummt und mit dem Gewinn können wir zumindestens im Jahr 2014 auch vieles möglich machen. Langfristig benötigen wir natürlich weitere Einnahmen, um die gewachsene Struktur zu erhalten und unsere Arbeit weiter auszubauen.

Im September 2014 unterstützten wir die Petition für Cannabis als Medizin von Franjo Grotenhermen. Leider wurde das Quorum von 50.000 Stimmen in 4 Wochen verfehlt, aber immerhin konnten 36.000 Menschen in kürzester Zeit mobilisiert werden, um ihre Stimme abzugeben. Und: Die Petition wird trotzdem im Bundestag beraten.

Ende 2014 veröffentlichten wir die ersten professionellen Werbespots für die Cannabislegalisierung in Deutschland, und sendeten diese in vielen hundert Kinos bundesweit. Dafür haben wir knapp eine halbe Million Euro ausgegeben.

2013 und 2014 halfen wir den vielen Organisatoren von Aktionen zum Global Marijuana March in Deutschland mit Rat und Tat: Es gab ein frei verwendbares, gemeinsames Plakat und einen Flyer, die wir den Gruppen jeweils individuell angepasst haben. Außerdem zentrale Werbung, Vermittlung von Pressekontakten und im Jahr 2014 dank der gewonnen Millionärswahl auch mit finanzieller Unterstützung. Auf unserer Sonderseite zum GMM sammeln wir alle Infos. Dadurch konnte die Zahl der Städte in Deutschland, die sich am GMM beteiligen, von 4 im Jahr 2012 auf elf im Jahr 2013 und schließlich 16 im Jahr 2014. Auch für die Zukunft wollen wir diese Bewegung unterstüzen.

Bei unserer Kampagne für Cannabis-Modellprojekte in deutschen Städten riefen wir viele Aktivisten in Deutschland auf, unsere diesbezügliche Musterpetition einzureichen.

Bei dem seit 2013 geplanten und vieldiskutierten Modellprojekt für einen Coffeeshop am Görlitzer Park in Berlin sind wir direkt involviert. Eine Veranstaltung des Bezirks wurde sogar finanziell durch uns unterstützt. Wir werden das Projekt weiter intensiv begleiten.

Seit Jahren beraten wir Cannabispatienten telefonisch, per Facebook und per Email über Möglichkeiten zum Erhalt einer Ausnahmegenehmigung und zur Verwendung von medizinischem Cannabis. 2015 haben wir diese Informationen in einem handlichen Patientenratgeber zusammengefasst und angefangen, regelmäßige Treffen für Betroffene in unserem Büro anzubieten.

Insgesamt braucht die Hanf-Szene einfach eine große, bundesweite Organisationen, die stark auf Wachstum und ein "Mehr" in der Zukunft ausgerichtet ist. Die Legalisierung wird nicht morgen plötzlich vor der Haustür stehen, wir müssen uns langfristig organisieren und Strukturen aufbauen, um Schlagkraft in der Debatte zu entwickeln. Die USA haben vorgemacht wie man professionelle Legalisierungsarbeit gestaltet. Und das geht nur mit professionellen Organisationen und guten Arbeitskräften, die nicht jeden Tag einer anderen Tätigkeit für ihren Broterwerb nachgehen müssen. Wenn man nebenbei ein Geschäft oder einen regulären Job hat, fällt es sehr schwer, sich jeden Tag Zeit für den Verbandsbetrieb zu nehmen. Wir freuen uns immer über ehrenamtliche Beiträge und Unterstützung von außen, aber wir wissen aus Erfahrung das Ehrenamtler niemals das Leistungs- und Wissenspensum eines richtigen Mitarbeiters haben. Und man kann es auch nicht von ihnen verlangen, zu Recht.

Natürlich ist der DHV nicht die einzige sinnvolle Organisation in Deutschland, die sich der Legalisierung widmet, und wir unterstützen jeden, der sich engagiert auf anderen Wegen einsetzt. Aber wir bieten mit unserem Verband jedem Legalisierungsbefürworter in Deutschland die Möglichkeit, sich als Privatsponsor zu engagieren, und das vergleichsweise einfach, günstig und 100%ig sicher, auch ohne mit dem eigenen Namen in die Öffentlichkeit zu treten. Wir danken den vielen tausend Menschen, die so oder durch Einzelspenden unseren Erfolg in den letzten Jahren ermöglicht haben.