Neue Studie: Kosten der Cannabis-Prohibition in Deutschland - Wachsende Zustimmung für Legalisierung in Deutschland

Pressemitteilung vom 16.11.2018

Berlin, 16.11.2018 - In diesen Minuten stellt Prof. Dr. Justus Haucap auf der “Cannabis Normal!”, der Legalisierungskonferenz des Deutschen Hanfverbands, die mit Spannung erwartete Studie zu den Kosten des Cannabisverbots in Deutschland vor. Im Fall einer Legalisierung von Cannabis würden jährlich über 2,66 Milliarden Euro in die Staatskassen fließen.

Allein bei der Polizei würden durch die wegfallende Strafverfolgung über eine Milliarde Euro jährlich eingespart und mit einer Steuer auf Cannabisprodukte jährlich 650 Millionen Euro in die Staatskassen gespült werden. Eine weitere Milliarde pro Jahr kommt durch diverse weitere Steuerarten zusammen.

“Es existieren weitere Einsparmöglichkeiten, zum Beispiel bei der Justiz, die derzeit nicht bezifferbar sind. Außerdem könnten ca. 20.000 Arbeitsplätze geschaffen werden”, so Haucap auf der “Cannabis Normal!”.

“Die Prohibition bleibt jeden Nachweis einer positiven Wirkung schuldig. Jetzt wissen wir endlich, was diese gescheiterte und ungerechte Politik kostet. Das Verbot von Cannabis hat ein mieses Preis-/Leistungsverhältnis, ein Fall für den Bundesrechnungshof”, so Hanfverband-Geschäftsführer Georg Wurth.

Ebenfalls Thema auf der “Cannabis Normal!” ist die Präsentation einer aktuellen Infratest-Dimap Umfrage, welche der Hanfverband seit Jahren regelmäßig in Auftrag gibt. Mit 59 Prozent ist eine deutliche Mehrheit der Deutschen dafür, den Besitz geringer Mengen Cannabis nicht mehr strafrechtlich zu verfolgen. Darüber hinaus stieg die Zustimmung bei der Frage nach einer Legalisierung um sieben Prozent auf einen Rekordwert von 46 Prozent.

Die zweitägige Konferenz bietet mit ihren knapp 30 Vorträgen und Diskussionsrunde ein breites Themenspektrum. Von Cannabis als Medizin, politischen Diskussionsrunden mit den drogenpolitischen Sprechern der Bundestagsfraktionen bis hin zu rechtlichen Vorträgen bietet die “Cannabis Normal!” einen Überblick über Aktivismus, Wissenschaft, Politik und den Stand der Legalisierungsdebatte in Deutschland.

 

Im Anhang finden ihr die vollständige Studie zu den Kosten der Cannabisprohibition von Prof. Dr. Justus Haucap sowie die vollständige Datei der Umfrage von Infratest-Dimap,  die beide heute auf der "Cannabis Normal!" vorgestellt werden.

 

Kommentare

Die Annahmen zu den Konsummengen sind aber etwas merkwürdig. Den Intensivnutzern mit beinahe täglichem Konsum zu unterstellen 1,3 bis 1,9 g am Tag zu rauchen, ist schon etwas viel.
Auch der angenommene Verkaufspreis von 10€ pro Gramm liegt in der Regel über dem was man aktuell zählt, damit kommt der Schwarzmarkt nicht komplett zum erliegen.
Die resultierenden Zahlen sind für mich daher eher ein grober Anhaltspunkt als ein belastbarer Wert.

also in trier bezahlt man 10€ für nasses, verunreinigtes, gestrecktes, stengel und reste beinhaltendes gramm,
von daher 10€ fickt den Schwarzmarkt so krass !

Für mich als Physiker erscheinen alle Zahlen dieser Studie (und damit die gesamte Studie) als völlig wertlos, da nirgends die Ursache und Größe der Ungenauigkeit angegeben wurde.

Als Student der Biologie und Chemie kann ich deine Kritik nachvollziehen, da die Studie in der Tat nicht naturwissenschaftlichen Standards entspricht. Man muss aber eine klare Unterscheidung zwischen Naturwissenschaftlichen Untersuchungen und Studien in den Kulturwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften treffen.
Studiendesign ist anders und kann nicht direkt verglichen werden. Ich möchte Prof. Dr. Justus Haucap genug Vertrauen gegenüber aussprechen, dass er als Ökonom weiss, wie man eine anständige Studie im Bereich der Ökonomie durchführt.

Cannabis für Erwachsenen Menschen zu verbieten es ist ein krimineller
Handlung,und Geld Ausbeutung mehr kann mann nicht dazu sagen.Den Gesundheits reform in Deutschland ist im Vergleich zu 80 Jahren ist voll für Ar... - es geht nur noch um das Volk ab zu zocken. Jeder Mensch ist für seine Gesundheit selbst verantwortlich,und das kann keine ändern.

Ich finde es schon sehr realistisch mit 1.3-1.9g anzugeben. Sehe ich ja bei mir und in meinem Umfeld ebenso. Der Preis stimmt auch zu 100% hier im Rhein-Main Gebiet... gut der eine bekommt es für 8€ der andere für 12€ also ist es schon richtig mit den 10€ den zahle ich zb.hier..
Vg Andrej

Ich vermisse in dieser Studie den wirtschaftlichen Schaden, den (auch gelegentliche) Konsumenten durch die Führerscheinproblematik erfahren. Wieviele der festgestellten Cannabisdelikte die eingestellt werden haben einen im "Ersatzstrafrecht" wirtschaftlichen Schaden durch Führerscheinentzug, Verlust des Arbeitsplatzes usw.? Ein Thema, das hier nicht ausreichend Berücksichtigung findet und für das der Hanfverband auch mehr einstehen sollte. Da fast jeder Erwachsene Deutsche einen Führerschein hat, nützt die Liberalisierung im Strafrecht doch recht wenig, wenn ich auch 14 Tage nach einem Cannabiskonsum immer noch meinen Führerschein verlieren kann.

59 % sind gegen eine straftrechtliche Verfolgung. Die Bundesregierung möge bitte auch mal Politik für die Mehrheit machen und die unsinnige Strafverfolgung von erwachsenen Kleinkonsumenten vollständig einstellen! Das wäre ein Fortschritt, der niemandem wehtut und der zahlreiche Gelegenheitskonsumenten entkriminalisiert.

Schön, dass Ihr diese Veranstaltung organisiert habt. Ich war vor ca. 2-3 Jahren beim "Kölner Grasgeflüster", einer öffentlichen Veranstaltung in einem Museum. Es gab unter anderem eine Podiumsdiskussion dazu, welche Auswirkungen eine potentielle Legalisierung auf Jugendliche haben würde. Zu Gast war der Besitzer des Therapieladens aus Berlin, ein Facharzt aus einer psychiatrischen Klinik, und weitere. Das Interesse war riesig; etwa 300 Besucher. Auch aus dem Publikum gab es Wortmeldungen. Natürlich konnten manche Themen nur angerissen werden und diverse Vorurteile hielten sich natürlich auch dort sehr hartnäckig. Ich denke aber, jeder öffentliche Diskurs ist sinnvoll, einfach, um Sichtweisen auszutauschen und über den eigenen Tellerrand zu blicken. Danke für Euer Engagement.

...könnten auf DE zukommen wenn internationale (Sport-)Großveranstaltungen hier stattfinden.
Noch sind einige Länder und einzelne Bundesstaaten der USA, aber die USA-weite Legalisierung soll Berichten zufolge noch zur aktuellen Amtszeit des Hr.Trump umgesetzt werden.
Was die praktische Ausführung betrifft, hat man auf Seiten der Sicherheitsbehörden hinreichende Erfahrungen in der Trennung von Menschenmassen in Unbehelligte und Denjenigen, denen eine Sonderbehandlung zuteil wird. Abgesehen von der erforderlichen und noch zu designenden mehrsprachigen Beschilderung steckt doch das höhere Kostenpotenzial in der Bereitstellung der nötigen umzäunten Flächen, um Schwerpunktkontrollmaßnahmen der Personen aus cannabisliberalen Ländern durchzuführen. Bildungsmaßnahmen der JVA-Beschäftigten werden nötig sein, um die eingebuchteten undeutschen Cannabis-Verbrecher Rehabilitierungsmaßnahmen angedeihen zu lassen.
mfG fE

Was gibt eigentlich dem Staat das Recht, sich in meine Gesundheit einzumischen? Als würden sich unsere Politiker dafür interessieren. Man brauch mir auch nichts von Kultur und Tradition erzählen, wenn man die Todeszahlen von den legalen Drogen, wie Alkohol und Zigaretten mit denen von ausschliesslich Cannabis vergleicht. Ich bin ebenfalls davon überzeugt, dass unsere Politik die Strafverfolgung als sicheres Nebeneinkommen zu den Steuern betrachtet und sich damit auch noch rübt, wie vernünftig sie doch sind.Irgendwie müssen die Gelder wieder schnellstmöglich eingespielt werden, die unsere Politiker zum Fenster rauswerfen. Diese Zahlen sind bekannt.
Unsere Richter sollten gleich mit einer Kasse, statt mit Urteilshammer am Pult sitzen. Nur darum geht es. Den Krieg gegen die Drogen haben sie sowieso verloren und das wissen sie auch. Darüber sind sich alle im Klaren.
Ich halte von Alkohol und Zigaretten gar nichts, möchte mich aber auch ab und zu in einen Rausch versetzen. Ein Vorbot für Kinder ist nachvollziehbar. Trotzdem sieht man täglich Jugendliche rauchen und trinken. Ich bin absolut für die Legalisierung. Dann kann ich auch die Pseudomoral unserer Gesetzesgeber hinnehmen, die sie sonst noch praktizieren und in Frieden leben. Immerhin schädige ich niemanden damit, ausser vielleicht mir selbst. Aber das möchte ich doch bitte selber entscheiden dürfen. Von daher, Prävention, statt Verbot.
Führerscheinentzug, MPU, Idotentest usw, weil ich vor drei Wochen gekifft habe? Es gibt auch noch genug andere Möglichkeiten, die Fahrtauglichkeit eines Fahrzeugführers von Polizisten überprüfen zu lassen. (Vielleicht mobile Reaktionstests, die bestimmte Werte nicht unterschreiten dürfen etc).
Ich fühle mich jedenfalls in meiner Freiheit durch u.a. dieses Verbot stark eingegrenzt. Mutter Erde wird sich schon etwas bei dieser Pflanze gedacht haben.

Lebt in Frieden und Harmonie, Leute. Das Leben ist zu kurz für Krieg.

Sehr schön geschrieben. Volle Zustimmung!

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