Neuland für Patienten, Ärzte, Apotheker | DHV-Video-News #116

  • Veröffentlicht am: 17. März 2017 - 14:51
  • Von: Georg Wurth

Neuland für Patienten, Ärzte, Apotheker | DHV News #116

Die Hanfverband-Videonews vom 17.03.2017

• Erste Woche Medizin-Gesetz
• Landtagswahl im Saarland: DHV-Wahlanalyse
• Global Marijuana March 2017 - Informationen für Organisatoren
• Bürger für die Legalisierung in Stuttgart und Templin
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Kommentare

Dann möchte ich einmal meine Erfahrungen der letzten Tage schildern. Fangen wir erst einmal mit meinem Krankheitsbild an. Ich leide seit 16 Jahren an einer schlimmen generalisierten Angststörung und wurde von einer Reha in die nächste und eine Wiedereingliederung in die nächste geschoben. Als meine Nervenerkrankung dann schlimmer wurde, bekam ich noch eine Neuralgie und leide seither auch an chronischen Schmerzen. Von Opioid zu Morphium um die Schmerzen in den Griff zu bekommen (habe wirklich alle Medikamente durch, auch Psychopharmaka halfen garnicht) bin ich die ersten Jahre sehr gut klargekommen. Das Morphium ist nun nach 16 Jahren nicht mehr Wirksam genug, Meine Organe sind durch das Morphium stark angeschlagen und ich habe vor einigen Jahren noch privat eine Cannabis Therapie angefangen (sehr teuer für mich und bekomme oft nur Schund) und diese Präparate wirken in Kombination Wunder für mich. Ich kann wieder laufen, ich kann wieder Essen, mein Darm funktioniert auch besser und auch meine Angststörungen sind wenn ich die richtige Sorte bekomme einfach wie weggeblasen. Mein Arzt weiß auch, dass ich konsumiere, behauptet aber nun, keiner seiner Patienten käme für die Therapie in Frage und schmetterte mich damit ab. Ich habe nicht einmal mit ihm persönlich reden können, er hat es mir über die Helferin ausrichten lassen und mir mein Oxycodon wie üblich aufgeschrieben (Da ich gerade auch noch einen Renten Antrag stelle, kann ich den Arzt natürlich nicht ohne weiteres wechseln). Dann später bin ich noch in die Apotheke und habe mir gedacht, frag doch mal nach ob es überhaupt Patienten in meiner Stadt gibt, Fehlanzeige. Ich wohne aber in einer mittelgroßen Stadt in NRW, irgendetwas kann doch hier nicht stimmen. Könnt ihr mir vielleicht einen Arzt nennen den ich über das Internet konsultieren kann, ich bin natürlich auch nicht Mobil, von daher ist es für mich sehr kompliziert in die nächste große Stadt (Essen) zu fahren. Ich bin seit mehr als 3 Jahren per AU krank geschrieben, könnt ihr mir da helfen mein Recht zu erwirken? Das neue Gesetz habe ich mir ein wenig anders vorgestellt. Jedes andere Medikament auf einem BTM hat eine 10 Euro zuzahlungs- Grenze das könnte man bei diesem Medikament auch erwarten, auch wenn Deutschland seine ganz eigene Schulweisheiten hat, andere Länder haben Medizinalhanf seit Jahrzehnten. und da die CSU/CDU ständige anti Cannabis Stimmung gemacht hat, haben wir nun das Nachsehen. Wenn unsere Krankenkassen einen Mangel an Studien beklagen, warum tun dies Kanada und die Niederlande uvm. Nicht? Sind wir Deutschen besser gebildet als der Rest der freien Welt? Christliche Grüne Grüße ...

Die Erfahrungen unterscheiden sich doch teilweise sehr stark, von Arzt zu Arzt, Fachrichtung zu Fachrichtung und Apotheke zu Apotheke. Auch wenn du meinst deinen Arzt jetzt nicht wechseln zu können, informier dich jetzt schon bei anderen (Fach-)Ärzten und suche nach Möglichkeit das persönliche Gespräch. Es spricht grundsätzlich nichts dagegen, mehrere Ärzte zu konsultieren.

Für dich kommt doch z.B. ein Schmerztherapeut in Frage, die haben oft weniger Berührungsängste mit Cannabis als Mediziner anderer Fachrichtungen.

Was die Zuzahlungsgrenze betrifft, die gibt es auch bei Cannabis - aber nur wenn die KK die Kosten übernimmt und das ist eine Einzelfallentscheidung.

Entschuldigung, aber ich verstehe Deine Logik nicht so ganz. Berührungsängste??? Hier in der Stadt gibt es keine Möglichkeit und ich bin nicht Mobil. Was gibt es da zu freuen. Von mir aus kannst du Erfahrungen sammeln wie du willst, das hilft mir aber nicht. Ich bin in Schmerztherapie seit mehr als 16 Jahren, was glaubst du was ich hier mache? Schon mal was von Organversagen gehört? Möchte mal sehen wie schön du damit noch durch die Gegend läufst. Morphium ist kein Pappenstiel. Ich scheine hier wohl von jemanden belehrt zu werden, der nicht Ansatzweise versteht was es für Schwerkranke bedeutet von Arzt zu Arzt zu müssen und Morphium nachgeschmissen zu bekommen. Trotzdem danke für die Antwort, auich wenn ich damit NUL anfangen kann.

Christliche Grüne Grüße

Hallo Marcus,

ich glaube nicht dass moep dich belehren, sondern lediglich informieren wollte - ohne dein Leiden zu bagetellisieren. Es ist verständlich, dass du als langjähriger Schmerzpatient mit eingeschränkter Mobilität frustriert bist, wenn Ärzte dir lieber Morphium als medizinisches Cannabis verordnen. Das wird bestimmt auch moep so sehen, der dich hier sicherlich nicht persönlich angreifen wollte. Ich hoffe jedenfalls für dich, dass du trotz aller Widrigkeiten bald einen Arzt findest, der dir endlich die Medikamente verschreibt, die du so dringend benötigst!

Liebe Grüße

Sascha (DHV)

Bei allem Respekt, aber ihr geht doch jetzt systematisch an meiner ursprünglichen Frage vorbei. Wenn der DHV da keine Antworten hat, wozu gibt es ihn dann. Ich habe mehr und mehr den Eindruck das sich hier einige Patienten zusammengeschlossen haben, die ihren Willen mit unserer Hilfe bekommen haben (Ich habe schließlich auch für die Bundestagsanhörung gestimmt und habe es sozusagen mit meiner Stimme genauso ermöglicht) und nun alles den hilflosen unorganisierten Patienten überlassen kommt nicht so gut. Hier ist nicht Berlin, hier ist NRW, es gibt da feine demografische Unterschiede, ob ihr es glaubt oder nicht. Für mich hat sich jedenfalls trotz all der Interesse nichts geändert, ist das so schwer nachzuvollziehen? Oder wird hier gleich jede Kritik entkräftet, das hat ja schon was von CSU. Wie gesagt nichts für ungut.

Viele Grüße
Marcus (nicht DHV)

Egal ob Bayern, Berlin oder NRW - überall gibt es Ärzte, die Cannabis als therapeutische Option wahrnehmen. Eine kleine Liste findest du hier: http://cannabis-als-medizin-2017.de/tnlist
Die Dunkelziffer ist aber wesentlich höher.

Was deine Einlassungen betrifft: Da spielt deine Fantasie dir einen Streich.

Deine Situation mag schlimm sein, aber du bist leichtfertig mit Unterstellungen. Scheinbar willst du hier deinen Frust ablassen?

"Ich kann wieder laufen, ich kann wieder Essen, mein Darm funktioniert auch besser und auch meine Angststörungen sind wenn ich die richtige Sorte bekomme einfach wie weggeblasen. "

Das las sich schon so, dass du in der Lage bist, mit dem Arztbrief in der Hand nach einem anderen Arzt zu suchen...

Wenn dem nicht so ist, dann findest du hier keine Hilfe. Viel Glück!

P.S.: Einen Tipp hab ich doch noch, falls du den annehmen willst: Wenn die Strecke zum Arzt das Problem ist, es gibt auch Fahrdienste.

Ich habe leider noch nie irgendwo von meinen Erlebnissen zu diesem Thema geschrieben, verzeiht mir also bitte den schlechten Schreibstil. Die richtige Antwort für dein Problem ist auch nicht einfach. Ich komme auch aus NRW und leide seit meinem 16ten Lebensjahr an Morbus Crohn. Das sind jetzt 17 Jahre übelste Schmerzen , hatte 20 Darmverschlüsse, 2mal ne Lungenemboli und meine Nieren verrecken wegen der Medis. Cannabis ist der einzige Weg den ich gefunden hab damit klar zu kommen. Mein Hausarzt hat daran nie geglaubt, mich als Kiffer bezeichnet und über Jahre was diesen Punkt angeht nieder gemacht. Für einen deutschen Arzt war meine Therapie nach Lehrbuch das was machbar war. Alternativen wollte kaum jemand hören. Selbst meine Familie hat diese Tatsache das Cannabis hilft nicht hören wollen. Drogen sind ja schliesslich böse und damit war ichs auch.
Irgendwann hatte ich dann genug, mir war egal was meine Mutter mein Vater meine Ärzte oder sonst wer davon gehalten haben. Ich hatte ein langes Gespräch mit meinem "ignoranten" Hausarzt, der mir naklar weiterhin nicht helfen wollte. Meine Argumentation hat ihn nach 45 Minuten aber tatsächlich nachdenklich gemacht. Er hat mir dann einen 2 zeiligen Brief geschrieben wo eine Cannabis Selbst Therapie empfohlen wird und welche Tabletten halt seit Jahren nur minder helfen bzw ausgeschöpft sind. Damit und allen weiteren Schreiben die gefordert waren bei der Bundesopiumstelle eine Erlaubnis beantragt und einen der 1000 Genehmigungen erhalten.
Leicht gefallen ist mir der Schritt damals nicht und du brauchst ein dickes Fell um gegen die ganzen Skeptiker zu bestehen. Jeder auf diesem Weg wird dich kritisieren und versuchen dein Anliegen im Keim zu ersticken. Wenn du am Ball bleibst kann es gelingen, dir wird aber kaum jemand helfen. Ich hatte dabei auch keine Hilfe, der ganze Prozess lief 9 Monate bis zur Genehmigung. Diese gibts naklar nicht mehr, es ist aktuell aber fast zu 100% der selbe Prozess um die Kostenübernahme für eine Cannabis Therapie bei der KV durch zu bekommen.
Bei diesem Prozess häng ich aktuell fest. Da gibts ja jetzt Probleme mit der GKV, die versucht diese Angelegenheit im Keim zu ersticken.
Hilfreich sind ein langjähriger behandelder Arzt, eine sachliche Argumentation deinerseits um ihn umzustimmen bzw weiter zu bilden wenn nötig, ganz viel Geduld und Disziplin, nen Kopierer für die 100ten Zettel die alle sehen wollen und mindestens ein 10er Pack Briefmarken.
Ich muss aber sagen, den demografische Vergleich Berlin NRW finde ich falsch. Berlin ist ein Dorf gegen uns :)
Nur ein kleines Spässchen, bitte nicht ernst nehmen. Das Leben ist eh schlimm genug.

MfG Börger

Danke für den Einblick in dein Leben, dass war sehr hilfreich. Wie wahnsinnig schwierig es doch ist dieses Medikament zu bekommen. Moep ist bestimmt einer von 1000 Menschen der 80 Millionen Bundesbürger, die Medizinalhanf jetzt auf Rezept bekommen und den Antrag sofort durch bekommen haben (wage ich zwar zu bezweifeln, aber weitere Polemik in dieser Thematik spare ich mir lieber, es hat keinen Sinn). Ich habe mich auch nochmal lange mit meiner Familie ausgetauscht und wir glauben auch, das ein langer Atem in meinem Fall am besten wäre. Schmerzpatienten wie ich können und dürfen nicht einfach einen zusätzlichen Arzt ins Boot holen, die meine Morphiumtherapie unterminiert, ich müsste meinen verschreibenden Arzt einweihen, ich glaube da gibt es auch Gesetze an die sich Ärzte halten müssen. Mensch Meier, du tust mir Leid, gerade was den Darm angeht ist Pharmazie ein Feind. Aber wenn du es durchstehen konntest, dann schaffe ich das vielleicht auch mit viel Geduld. Mein Arzt ist ja kein gemeiner Schuft, vielleicht braucht er auch noch einfach seine Zeit der Überzeugung und solange bis es sich durch die Fachzeitungen herum gesprochen hat.

@Moep Dein Kommentar war einfach nicht Kompetent genug, lebe damit, dass Antworten wie Deine mich tierisch frustrieren, die wollen immer alles besser wissen, aber später kommt heraus, sie wollten nur mal etwas gesagt haben, kennen sich aber doch nicht wirklich aus. Auch weitere Diagnosen wie weit ich laufen kann und ob man Fahrdienste bestellen kann, erübrigen sich somit. Vielleicht gibt es ja demnächst „Cannabis Fahrdienste“, ich erwarte dahingehend dann eine Info und Deinen Kommentar. Wie du in der Presse seit Tagen lesen kannst, bist du vollkommen widerlegt. Auch wusstest du bestimmt, das jede Apotheke eine Ausnahmegenehmigung braucht, darum hast du es ja auch so oft erklärt. Danke nochmal für deine Tollen Infos. Wie Du sehen kannst gibt es auch Menschen die sich wirklich damit auskennen und wesentlich hilfreicher sind auch wenn sie Kommentare von angepissten Menschen wie mich lesen.

Schmerzfreie und friedliche Grüße

Keine Ahnung warum du so gerne gegen mich bashst, vielleicht hast du aber sonst keine weiteren Probleme.

Falls doch: Die kannst nur du selber lösen. Wenn du dabei keinen Input brauchst, dann schreibst du das vielleicht besser dazu. Denk mal dran dass nicht jeder Mensch eine Glaskugel besitzt oder Gedankenlesen kann.

P.S.: Dein Problem ist, dass du irgendwas liest und direkt etwas hinein interpretierst.
Von "Cannabis-Fahrdiensten" war z.B. nicht die Rede, sondern von Fahrdiensten zu Ärzten. Oder sollen die Ärzte zu dir kommen?
Es entsteht der Eindruck dass du dir das alles recht einfach vorstellst. Wenn es so einfach ist, warum hast du dann noch kein Cannabis? Es gibt einfach gewisse Hürden für dich, die es für andere nicht gibt und um die zu überwinden braucht es gewisse Anstrengungen. Aber wenn deine Geschichte stimmt dann verschreibt dir der ein oder andere Arzt mit Sicherheit Cannabis.

Genauso geht es andere einen Dreck an was ich für eine Krankheit habe oder was ich dagegen bekomme. Das ist was für Selbsthilfegruppen.

Apotheken brauchen seitdem das Gesetz in Kraft getreten ist keine Genehmigung des BfArm mehr, Cannabis ist nun ein Rezepturarzneimittel, das auf Btm-Rezept verschrieben werden kann. Die Apotheke muss sich lediglich den Aufwand machen, es zu importieren. Was in der Apotheke geschieht und was für Kosten entstehen ist wieder kompliziert und wird unterschiedlich gehandlet aber das ist wieder ein anderes Thema.

Was total unverständlich ist: Warum schreibst du hier gegen den DHV und mich? Wir haben das Gesetz nicht gemacht, ob du es magst oder nicht. Genausowenig das Krankensystem. Wenn es dir nicht gefällt, dann werd doch politisch aktiv?!

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