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Spice – auch andere Kräutermischungen mit Chemikalien versetzt

Forscher der Uni Freiburg haben in Konkurrenzprodukten von Spice, namentlich “Smoke”, “Sence” und “Yucatan Fire” ebenfalls chemische Zusätze entdeckt.

Außerdem haben sie ein Verfahren entwickelt, mit dem Spice im Blut nachweisbar ist.

Und was bedeutet das Verbot von Spice in Bayern nach dem Arzneimittelgesetz für Konsumenten und Händler?

Zunächst zur großen Neuigkeit: Wenn man einem Artikel der FAZ Glauben schenken kann, dann haben Volker Auwärter und sein Kollegen, Toxikologen am Institut für Rechtsmedizin der Uniklinik Freiburg, Interessantes herausgefunden:

Außerdem hat er neben „Spice“ auch andere Produkte aus der Palette analysiert, die Namen wie „Smoke“, „Sence“ oder „Yucatan Fire“ tragen. „Wir haben noch keine Mischung untersucht, in der keine Stoffe zugesetzt wurden“, sagt Auwärter. Und: „Wir wissen zum jetzigen Zeitpunkt schon, dass JWH-018 nicht der einzige Zusatz ist.“

Was viele schon im Vorfeld erwartet haben, ist eingetroffen: Es werden einfach weitere neue chemische Drogen genutzt, um das drohende Verbot von JWH-018 zu umgehen. Außerdem wird damit klar, dass nicht nur das ursprüngliche Spice, sondern auch viele der Konkurrenzprodukte, zumindest die oben namentlich genannten, als Tarnung für berauschende Chemikalien dienen. Auch sie können damit als Betrug am Kunden gelten, da sie alle darauf abheben, rein pflanzlich zusammengesetzt zu sein.

Im gleichen Artikel wird auch darauf hingwiesen, dass die genannten Forscher auch ein Verfahren entwickelt haben, mit dem man Spice im Blut nachweisen kann. Das ist natürlich für alle diejenigen relevant, die auf Spice ausgewichen sind, weil es nicht nachweisbar war, vor allem im Straßenverkehr. Wann ein entsprechendes Verfahren so weit entwickelt und verbreitet ist, dass es in der Praxis eingesetzt werden kann, bleibt aber fraglich. Da es hier m die Entdeckung der Substanz im Blut geht, dürfte das Verfahren auch für Schnelltester (Schweiß, Urin) nicht brauchbar sein.

In meinem Blog-Beitrag von gestern habe ich schon deutlich gemacht, dass es mit dem Verbot des Inhaltsstoffes JWH-018 nach dem BtMG, wie es die Regierung gerade vorbereitet, schwierig werden wird, gegen das Phänomen anzugehen, weil die Wirkstoffe leicht durch andere ersetzt werden können. Dazu heißt es in dem genannten Artikel der FAZ:

Damit könnte das Verbot des Wirkstoffs nach dem Betäubungsmittelgesetz zur stumpfen Waffe werden. (…) Es gibt etliche bekannte Cannabinoide, die gewissermaßen den Nachschub sichern – eine kleine chemische Abwandlung genügt. „Da sind die kreativen Hersteller mitunter schneller, als die Behörden ihr Betäubungsmittelgesetz ändern können“, warnt Christian Steup. (…)
Und die nächste Herausforderung wartet bereits. Neuerdings sind im Internet auch Silbertütchen mit „Space“ im Angebot. Gleicher Look, dieselben Kräuter, derselbe hohe Preis, von dem Räucherstäbchen-Hersteller nur träumen können. Auf jedem Päckchen wirbt eine extra Banderole „ohne synthetisches JWH-018“. Für die angeblich „natürliche Alternative“.

Auwärter empfiehlt deshalb, den Kampf gegen legale Cannabisalternativen auch über das Arzneimittelgesetz auszufechten. Das verbietet nämlich, irgendwelche Wirkstoffe einfach so in Umlauf zu bringen. „Die Händler machen sich jetzt schon strafbar“, sagt der Toxikologe.

Die Stimmen mehren sich also, das Arzneimittelgesetz heranzuziehen, um der “Seuche” Herr zu werden; wie es schon so oft passiert ist, wenn die Behörden bei Kräuterdrogen mit dem eigentlich zuständigen BtMG nicht mehr weiter gekommen sind. Aber was bedeutet das für Konsumenten und Händler, vor allem in Bayern, wo die Landesregierung gerade verkündet hat, Spice sei dort ab sofort nach dem AMG verboten? Das heißt, Händler werden verfolgt, müssen mit Razzien und Strafverfahren rechnen. Kunden dagegen, die vielleicht noch einige Tütchen Spice zu Hause liegen haben, müssen auch in Bayern kein Strafverfahren nach dem AMG fürchten. Das wird dann anders, wenn die Bundesregierung Ende Januar ihr Verbot nach dem BtMG fertig hat: dann begeht auch der Kunde, der noch eine Tüte “Spice” besitzt, eine Straftat.


Kommentare

15 Antworten zu „Spice – auch andere Kräutermischungen mit Chemikalien versetzt“

  1. Anonymous

    RE: Spice – auch andere Kräutermischungen mit Chemikalien verset
    [quote name=”Georg Wurth”]Ich möchte dir davon abraten, dich als Versuchskaninchen für unbekannte Chemikalien zur Verfügung zu stellen. Warum willst du überhaupt solche Kräutermischungen mit Chemo-Therapie konsumieren, anstatt z.B. einfach Hanfblüten? Nicht dass ich dir dazu raten will, aber ich frag mal so interessehalber…[/quote]

    Wie gefährlich diese RM sind, ist noch gar nicht geklärt. Leute, die davon umgekippt sind, wären sicher auch bei der gleichen Menge vom “Original” umgekippt.

    Wenn jemand diese RMs dem Original bevorzugt, dann wird derjenige schon seine Gründe haben. Man bedenke bitte auch, daß man sich bei Erwerb und Besitz strafbar macht, was bei den RMs und RC´s nicht der Fall ist!

    Um noch mal auf das “Original” zurück zu kommen, sollte man bitte nicht vergessen, daß man das Zeug nur auf dem Schwarzmarkt zu kaufen bekommt, und Haschisch und Gras übel gestreckt werden können, z.B. wenn Hasch mit Heroin gestreckt wird, um den Konsumenten abhängig zu machen, oder Gras mit Zuckerwasser, oder Blei bestäuben, zwecks Gewichtszunahme. http://www.youtube.com/watch?v=7kXWtZd0X2o

    Dann möchte ich an dieser Stelle jedem, der gerne das natürliche THC konsumiert, darauf hinweisen, daß viele Grassorten in “Hollandqualität” mit Dünger und HQI-Licht regelrecht frisiert werden, so daß
    man bis zu 100 fach verstärktes THC erhält. Also, ob das alles so natürlich ist, wage ich echt zu bezweifeln.

    MFG

  2. Anonymous

    Ich finde es unfassbar wie
    Ich finde es unfassbar wie der Deutsche Staat in die Menschenrechte eingreift. Das Btmg ist eine schwerwiegende !!!Sauerei!!! zu mindest was die weichen Drogen angeht. Genau so wie der Entzug der Fahrerlaubnis bei Cannabis Konsum (sogar noch nach tagen). Das bringt einige konsumenten in größere Schwierigkeiten als der. Verlust der Arbeit, daraus folgen Geldsorgen & Schulden welche die Menschen in Verzweiflung bringen. Das dieser Rattenschwanz in Kriminalität ausartet liegt wohl auf der Hand. Wer das trotzdem gut findet kann sie echt nicht mehr alle haben. Das hat nichts mit der Unterstützung der Bürger zu tun. Ich finde der Staat bedient sich an allen ecken an uns und diese Art der Selbstbedienung geht eindeutig zu weit.

  3. Ich möchte dir davon abraten,
    Ich möchte dir davon abraten, dich als Versuchskaninchen für unbekannte Chemikalien zur Verfügung zu stellen. Warum willst du überhaupt solche Kräutermischungen mit Chemo-Therapie konsumieren, anstatt z.B. einfach Hanfblüten? Nicht dass ich dir dazu raten will, aber ich frag mal so interessehalber…

  4. Anonymous

    Hallo zusammen, bin bisschen
    Hallo zusammen, bin bisschen spät dran und hoffen das mein beitrag/ frage überhaupt noch jemand liest.
    soo…wie ist es denn jetzt eigentlich mit diesem “space”?? habe in vielen foren gelesen das die wirkung gleich null ist, stimmt das oder ist das nur dummes gerede. würde es gern mal probieren aber mir ist mein geld zu schade für eine nullwirkung…

  5. Anonymous

    Aber jetzt mal ehrlich, wo
    Aber jetzt mal ehrlich, wo

  6. Anonymous

    Genau so ist es. Wär Cannabis
    Genau so ist es. Wär Cannabis legal, wär Spice niemals so raus gekommen. Nur weil Cannabis illegal ist werden die Leute dazu getrieben Spice zu rauchen.
    Finde es eine Rechheit das Cannabis Konsumenten so heftig kriminalisiert werden, schon wie Schwerverbrecher. Dabei tun sie niemandem schlechtes. Auch ein Dealer tut im Grunde nichts schlechtes da er nur die Nachfrage der Konsumenten deckt. Die so oder so Cannabis konsumieren und es sonst woanders kaufen. Der Handel zwischen Dealer und Konsument findet in beiderseitigem Einverständnis statt. Und der Sttat greift einfach in die Vertragsfähigkeit ihrer Bürger ein. Einfach nur eine Frechheit!

  7. Anonymous

    das ganze spice hätte es
    das ganze spice hätte es nicht gegeben wenn in duetschland gras legal wär! dann bräuchte kein mensch irgend ein zeug rauchen wo keiner weiß was drin ist und wie gesundheitsschädlich es ist!

  8. … genauer gesagt “eine
    … genauer gesagt “eine chemisch leicht modifizierte Form des synthetischen Cannabinoids “CP-47,497”. Und nicht wie bisher angenommen das “cannabimimetische Aminoalkylindol “JWH-018″”.Aha.Letzte Woche habe ich hier beri

  9. Anonymous

    ja genau das meinte ich mit
    ja genau das meinte ich mit “was irgendwie spaß macht”….

    ja richtig, was erlaubt sich die natur da eigentlich, seine samen mit gift zu schützen…

  10. Anonymous

    Spice wäre sowieso verboten
    Spice wäre sowieso verboten worden, auch wenn keine “chemischen Zusätze” enthalten gewesen wären.
    Auch zukünftige Kräutermischungen werden verboten werden. Alle Pflanzen, die irgendwie high machen, müssen früher oder später verboten werden.
    Was erlaubt sich die Natur denn eigentlich?

    Die Prohibisten dulden keine Götter neben dem Dämon Alkohol.

  11. Anonymous

    Ich finde, dass größte
    Ich finde, dass größte Problem ist es, dass sich so gut wie kein Journalist ernsthaft mit dem Thema beschäftigt. Es gibt nur den gleichen Mist in TV und Zeitungen, wie wir in auch von Hanf kennen, nämlich Desinformation.

    Das ist bisher die schlechteste Nachricht über Spice überhaupt.

    Es steht zu befürchten, dass auch die “Spice-Welle” in den Tiefen der Medien untertauchen und versinken wird, ohne dass eine ernsthafte öffentliche Diskussion über den Hintergrund von Hanf/THC darüber geführt wird.

    Michael

  12. Anonymous

    Also, wundern tut es mich
    Also, wundern tut es mich auch, das es schnell gehen kann, so einen Prozess in Gang zu setzen um etwas zu verbieten bzw.oder wissenschaftliche Studien zuzulassen etc. Desweiteren , wenn dies chemisch und auch gesundheitsschädlich ist, hätte ich kein Problem mit einem Verbot, allerdings sind viele Dinge schädlich, also werden wir immer wieder die Diskusion von vorne beginnen.Zudem möchte ich anmerken, das ich es auch nicht gutheiße ” berauscht” auto zu fahren, aber die Definition ist derzeit
    untragbar …….

  13. Anonymous

    > Dass Spice noch gar nicht
    > Dass Spice noch gar nicht nachgewiesen werden konnte, wusste ich selber auch noch nicht, war aber auch egal, da es ja legal war, oder?? man durfte danach ja noch auto fahren. oder bin ich da fehlinformiert.

    Ja, bist du. Man darf sich nicht berauscht ans Steuer setzen, egal ob die dafür verantwortliche Droge legal oder illegal ist. Was ja durchaus vernünftig ist. Bloß, wie sollen sie herausfinden, ob jemand berauscht fährt, wenn nichts nachgewiesen werden kann?

  14. Anonymous

    das ist so “lol”… tut mir
    das ist so “lol”… tut mir leid
    auf der einen seite finde ich es sehr gut dass dieses dreckzeuch von der schtraße verschwindet, auf der anderen seite habe ich das gefühl, dass alles verboten wird, was nur irgendwie spaß macht und vor allem, was die politiker nicht verstehen. meiner meinung haben die doch den sinn bzw. das gespür für die bevölkerung verloren und schweben in ihrem “UFO Berlin” vor sich hin und machen halt, damit sie was machen müssen. Auf der anderen Seite ist es auch sehr interessant wie schnell gewisse Prozesse in kraft treten können oder in die tat umgesetzt werden… was man sich bei anderen dingen nur wünschen könnte…
    “Operative Hektik als Ersatz für geistige Windstille” sei hier nur zu nennen.

    Dass Spice noch gar nicht nachgewiesen werden konnte, wusste ich selber auch noch nicht, war aber auch egal, da es ja legal war, oder?? man durfte danach ja noch auto fahren. oder bin ich da fehlinformiert.

    aber lange rede kurzer sinn, all das hätte man sich sparen können, wenn eine gewisse pflanze legalisiert werden/worden wäre/würde…

    so jetzt bin ich fertig

  15. Anonymous

    Würden die Cannabis
    Würden die Cannabis legalisieren, dann gäbe es auch keine Probleme mehr mit diesen (scheinbar) gesundheitsschädigenden Alternativkräuterchen. Dieser Markt würde einfach verschwinden. Wann kapieren die endlich mal, dass eine Cannabisprohibition mehr Probleme verursacht als löst?