BKA stellt Bundeslagebild “Rauschgiftkriminalität” 2020 vor

  • Veröffentlicht am: 28. Juli 2021 - 11:28
  • Von: Sascha Waterkotte

Gestern wurde das Bundeslagebild zur Rauschgiftkriminalität 2020 vom Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch, und der Drogenbeauftragten Daniela Ludwig vorgestellt. Cannabis zählte auch im letzten Jahr wenig überraschend zur meist gehandelten und konsumierten illegalen Substanz, so Münch bei der Vorstellung des Berichts. Von den 2020 festgestellten 54.348 Handelsdelikten (+1,8 Prozent im Vergleich zu 2019) entfallen 31.961 auf Cannabisprodukte (+1,5 Prozent vgl. mit 2019), was einem Anteil von 58,8 Prozent entspricht. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 287.592 und somit geringfügig mehr (+1,1 Prozent) konsumnahe Rauschgiftdelikte als 2019 verzeichnet. Rund zwei Drittel aller konsumnahen Delikte standen im Zusammenhang mit Cannabis, so das Bundeslagebild des BKA. Somit drehten sich 2020 nicht nur die meisten konsumnahen Delikte um Cannabis, sondern auch die Handelsdelikte.
Auch die Covid-19-Einschränkungen hatten kaum Einfluss auf den Handel mit illegalen Substanzen:

“Die Vertriebs- und Bezugsmöglichkeiten des mittlerweile etablierten Online-Handels werden verstärkt genutzt, da der Post- und Paketversand im Vergleich zu anderen Transportmöglichkeiten von den Maßnahmen zum Schutz gegen das Coronavirus nicht betroffen ist”,

so das BKA in seiner Pressemitteilung.

Synthetische Cannabinoide
Neun Menschen starben 2020 nach dem Konsum von synthetischen Cannabinoiden. Insgesamt ist die Zahl der Drogentoten in Deutschland um 13,1 Prozent im Vergleich zu 2019 auf 1.581 Menschen gestiegen. Der größte Zuwachs der BtMG-relevanten Handelsdelikte war bei den Neuen Psychoaktiven Stoffen (NPS) zu verzeichnen. Die Zahl stieg gegenüber dem Vorjahr um 16,2 Prozent. “Neben NPS-Handelsdelikten nach dem BtMG wurden im Jahr 2020 in der PKS 718 Delikte gem. § 4 NpSG (Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz) registriert, was einen signifikanten Anstieg gegenüber dem Vorjahr bedeutet (+83,6 Prozent)”, so das BKA. Seit 2019 kam es zu einer Steigerung der sichergestellten Mengen von 195 kg auf mindestens 640 kg in 2020, die im NPS-Auswertungsprogramm des BKA untersucht wurden. Den mit Abstand größten Anteil der untersuchten NPS machen synthetische Cannabinoide mit rund zwei Dritteln aller Datensätze aus.

Ludwig nennt Legalisierungsdebatte eine "Lifestyledebatte"
Angesichts der immer weiter steigenden Zahlen zu Delikten rund um Cannabis sowie der besorgniserregenden Steigerungen bei Sicherstellungen von synthetischen Cannabinoiden hätte Daniela Ludwig sich natürlich auch substanziell zum Thema Cannabis äußern können. Stattdessen bezeichnete sie auf der Pressekonferenz die Debatte über eine Legalisierung als "Lifestyledebatte" und hielt Legalisierungsbefürwortern vor, durch eine Legalisierung nichts an kriminellen Strukturen ändern zu können. Das Interesse der Menschen in Deutschland an Cannabis ist offenbar ungebrochen. Dennoch reicht es der Drogenbeauftragten aus, die Diskussion über die Ungleichbehandlung von Millionen Menschen mit der Forderung nach mehr Prävention als unnötig abzutun.

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Kommentare

diese Frau schafft es immer wieder mir einen facepalm zu entlocken... anfangs machte Sie echt einen vernünftigen Eindruck, aber der ging von einem auf den anderen Moment verloren und ihr wahres Gesicht (oder das der CDU/CSU??) kam zum Vorschein...

In den Zeitugen der "Funke Mediengruppe" taucht dieses Thema auch auf, dort bitte auch kommentieren, hier sind wir sooo allein.
@Kai, ich bin nicht darauf hereingefallen, habe mich aber mit Beurteilungen bis zum "Görlitzer-Park-Video" zurückgehalten/vermutend gemäßigt.
mfG  fE

Die hat "Druck von oben" bekommen. Beispiel: https://www.alexander-krauss.com/2019/11/05/kritik-an-drogenbeauftragter-der-bundesregierung/

Denn als Konservativer hat man sich konsequent "... gegen die Aufweichung von rechtlichen Schutzwällen und Nachgiebigkeit gegenüber modischen, gesellschaftlichen Trends." ("Lifestyle" - Na? Klingelt's?) zu richten. Und wenn es Tote dabei gibt.

https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/joachim-herrmann/fragen-antworten/571003

Die mit großem Abstand schlimmsten und gefährlichsten Substanzen sind noch immer die von unserer "Drogenbeauftragten" so geschätzten Killerdrogen Alkohol und Tabak, welche sie ständig verteidigt und nicht müde wird, sie zu verharmlosen.
Das ist eine Schande ohnegleichen, die zudem erhebliche volkswirtschaftliche Schäden gepaart mit unsäglichem menschlichen Elend verursacht.
Hätten wir für die altbewährte und am wenigsten schädliche Heilpflanze Cannabis endlich legale Absatzmärkte wie in Nordamerika, müssten sich deren Konsumenten wenigstens nicht mehr wie Verbrecher auf mafiösen, staatlich geförderten Schwarzmärkten herumtreiben, die die Existenz des organisierten Verbrechens mit all seinen furchtbaren Auswüchsen erst richtig ermöglicht.
Für jeden einzelnen Hanfliebhaber wäre das ein enormer Fortschritt und die wunderbare Möglichkeit, endlich ein normales Leben fernab einer irrsinnigen Zwangskriminalisierung zu führen, die jegliche Verhältnismäßigkeit in der Drogenpolitik völlig auf den Kopf stellt.
Meine letzte Hoffnung ist ein baldiges und zeitgemäßes Urteil vom BVG, ähnlich wie bei den unsauberen und hochkriminellen CUMEX-Geschäften vor wenigen Tagen, dessen unerwartet klare Begründung ich großen Respekt zolle.

ist mal wieder so typisch das solche "plakativen Aussagen" vor den Wahlen fallen. Das Zielpublikum, was meist dem des Lifestyles des feucht fröhlichen Alkoholkonsums entspricht, will aber genau so etwas "moralisches" hören: "(illegale) Drogen sind böse und schlecht und deshalb gibt´s da keine Diskussion"

Eigentlich könnte man der Frau Ludiwg in den Medien daraus einen Strick drehen, weil Sie den aktuellen Wissenstand die weltweiten Entwicklungen mit einem "modischen Lifestyle" betitelt und nebenbei Cannabis noch mit anderen harten Drogen gleichsetzt, was für eine Drogenbeauftragte völlig fehl am Platz ist und ihre maßlose Inkompetenz darlegt bzw. offenlegt. Leider aber auch nur wenn man sich mit dem Thema beschäftigt und auseinander setzt. Das Zielpublikum macht diese Auseinandersetzung aber nicht aktiv und fühlen sich dann in der Position des "dagegens" auf der moralisch richtigen Seite. Wie könnte man auch die Moral einer Christlichen Partei in Frage stellen? :D

Alle die sich aktiv mit dem Thema beschäftigen machen bei der Aussage wahrscheinlich alle erst mal das gleiche: Facepalm um die Dummheit zu ertragen..

Und an diesem Punkt kommen dann eigentlich die Medien, die sich ja zwangläufig mit dem Thema beschäftigen weil in der Bevölkerung ein Interesse besteht, welche dann auf diese plakativen Aussagen mit Fakten kontern sollten und so diese Aussagen als Bauernfängermethoden entlarven und somit auch Ihre Kompetenz ins wanken zu bringen. Leider scheinen die Medien nicht wirklich ein Interesse zu haben an dem aktuellen politischen Geschehen bezüglich Cannabis mitzuwirken sondern sehen sich eher in der Rolle des "allgemeinen" Aufklärers die wohl leider auch immer nur von denen "gehört" werden die perse schon ein Interesse am Thema haben.

Ein bisschen fies ist der Fakt das man momentan so hart gegen "Selbstversorger" vorgeht und laut Aussage von Fr Ludwig dieses auch noch verschärfen will. Obwohl man dafür sogar "Postgesetzte" geändert hat und eine Hausdurchsuchung bei den Momentanen Kontaktbeschränkungen einfach durchgeführt wird um offiziell zu schauen ob man nicht eventuell eine Person zuviel ist im Haushalt. Diese Entwicklung sehe ich momentan eher negativ, da man schon fast täglich in den Nachrichten Blättern über "Aufgedeckte Cannabis Plantagen" lesen kann. Falls dort überhaupt eine Angabe gemacht wird über die Menge wird zu mindestens jedem Konsumenten klar das dies meist nur "Selbstversorgung" ist und nicht dem "Schwarzmarkt" zugeführt wird.. das man mit 10-15 Pflänzchen nur im niedrigen 100 gramm Bereich liegt und der Nachfrage von Kilos auf dem Schwarzmarkt nicht genüge werden kann, bleibt dem Leihen verborgen um er kann ja nichts anders tun als zu glauben das dort die organisierte Kriminalität und der Schwarzmarkt bekämpft wurde.

Ups, ein bisschen lang geworden.. :D

Entschuldigt bitte meine Wortwahl aber zu Frau Ludwig. Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten. Lifestyledebatte.... Die Frau ist so Weltfremd. Wahnsinn.

Frau Ludwig wird immer gegen die Legalisierung sein, da sie nur eine bezahlte Marionette der Alkohollobby ist. Ihre größenteils unsinnigen Argumentationen sagen doch alles. Das einzige was hilft ist abwählen.

Ich bin auch ADHS Patient und Ihr habt alle recht, keine Frage, aber wen wunderts eigentlich noch bei diesem ängstlichen Kasperle-Theater da oben. Mich jedenfalls wundert hier gar nichts mehr...was Lungenkrebs und Leber/Hirnschäden/ ja sogar Behinderungen steht ja auf den Verpackungen drauf (muss man sich mal auf der Zunge (GENÜSSLICH BITTE) zergehen lassen verursacht. So, ist legal, ist alles gewollt zja hier soll man eben nicht sauber/gechillt/lockerflockig durch' s Leben gehen in diesem Land, so sehe ich das (fehlen nur noch die Drogen die richtig kaputt machen), wenn alle wie Zombies durch die Gegend rennen, also nach einem Schuss oder sowas "LEGAL" stellt euch das nur mal vor, oder warum sollten wir plötzlich einen Dübel ganz gechillt (HIER IN DEUTSCHLAND) GANZ LEGAL rauchen dürfen (also um Himmels willen wo kommen wir da nur hin) Mama Ludwig und Oma Merkel ne darf ja nicht sein, Wäre ja viel zu einfach, bin mir ziemlich sicher, dass egal welche Regierung wir bekommen, die werden immer mit neuen Ausreden kommen, bis alle um uns herum legalisiert haben ein reines Hinhaltespielchen segnet den Schwarzmarkt......und steinigt mich bitte aber sofort. P.S. wie mein nach 10 verschiedenen Ärzten schon zu sagen pflegte: "ist nur was (sorry das ich das so schreib und ich entschuldige mich schon mal dafür, aber so haben die mir das gesagt) für Spastiker!" cool oder also ab zum Schwarzmarkt.....wollte nur mal meine Kotze auf den Tisch knallen.

Dem Bericht ist zu entnehmen, dass es cDU und cSU noch immer nicht geschafft haben, den Dämon Cannabis zu besiegen. Im Gegenteil: Angeblich steigende Konsumzahlen sind eine Dokumentation eines Versagens auf ganzer Linie und eine krachende Niederlage für Frau Ludwig und ihresgleichen.
Statt das zu verstehen und die Unsinnigkeit Ihres Tuns und Denkens zu begreifen, reagiert Frau L mit bitterem Zynismus: Nein, es ist keine "Lifestlyedebatte", wenn man nicht strafrechtluch belangt werden möchte für etwas, das nicht strafwürdig ist. Dies ist eine existentiell wichtige Debatte. Und es ist auch nicht die Frage, ob die Legalisierung die Kriminalität zurückdrängt. Es ist vielmehr die Frage, ob die Kriminalisierung die Kriminalität zurückdrängt. Antwort: s.o.: NEIN. Setzten, 6.

Die sogenannte "Bundesdrogenbeauftragte" gibt auf ihrer Homepage an das Prävention, Schadensreduzierung, Beratung&Behandlung sowie Angebotsreduzierung und Strafverfolgung die Aufgaben dieser Behörde seien. Leider kennt sie offenbar nur den letzten Punkt: "Strafverfolgung", der ihr Hobby zu sein scheint.
1581 Menschen mussten sterben, weil die anderen Aufgaben definitiv nicht wahrgenommen werden.
Der Grund dafür besteht darin, dass man Repressionen der Strafverfolgungsbehörden fürchten muss, der Führerschein definitiv weg ist oder den Arbeitplatz verliert ... wenn man sich outet!
All dies könnte mit einer vernünftigen Änderung des BtmG zu einem großen Teil verhindert werden.
Die "Bundesdrogenbeauftragte" aber nimmt das alles billigend in Kauf - selbst das Menschen (möglicherweise aus Unkenntnis) sterben! Natürlich liegt es in der Hand der Konsumenten zu Drogen zu greifen- oder eben nicht.
Am 28.04.2021 erscheint auf der Homepage unter dem Titel:"Warnung vor Cannabisprodukten mit synthetischen Cannabinoiden" endlich eine Warung vor diesem Dreck! Das Problem ist jedoch schon seit vielen Jahren bekannt. So darf man sehr wohl behaupten, dass weder Prävention noch Strafverfolgung (Lieblingsthemen von Frau Ludwig) die Todesfälle verhindert haben! Man könnte unterstellen, die diese sogar durch ihr Nichtstun dafür verantwortlich ist.
Sie (auch schon ihre Vorgängerin) hätte diese und andere Probleme verhindern bzw. mildern können, wenn sie ihre Arbeit tun würde- nämlich den von ihr so gern gebetsmühlenartig proklamierten Dialog (und das mit allen Bertoffenen) auch führen würde. "Cannabis sei kein Brokkoli" - wenn das alles ist was die bisherigen Dialoge und Erkenntnisse hervor gebracht haben!?
Es gibt im Strafgesetzbuch einige Paragrafen, die sich mit "Totschlag durch Unterlassen" auseinandersetzen.
Von den 1581 Todesfällen hätte man durch fachmännisches, konkretes und dringliches Handeln mit großer Sicherheit Menschenleben retten können! Jedoch wird weiterhin billigend in Kauf genommen, dass Menschen aus Unwissenheit, wegen unterlassener Hilfe oder Inkompetenz weiterhin gestorben werden darf!
Das BKA versäumt es nach wie vor (oder möchte/darf es nicht) auf dringende Änderungen im BtMG hinzuweisen...
So werden weiterhin Konsumenten in der Anonymität verharren müssen, tötliche Drogen bei Dealern kaufen können, im Rinnstein und Toiletten an Überdosierungen sterben oder wegen ein paar Gramm Cannabis ihr Leben ruinieren müssen.
Die Schuldigen hingegen rufen zum "Nationalen Drogentotengedenktag am 21. Juli 2021" auf - faseln von "flächendeckenden Substitutionsangeboten in Deutschland" und von Zielen die bisher unerreicht blieben und bleiben werden.
Den Hinterbliebenen, den Gescheiterten und den kriminalisierten Konsumenten wird das ein Trost sein, denn Frau Ludwigs Doktrin:
"Mönche haben in der Starkbierzeit Bier getrunken und kein Cannabis geraucht" lässt ja ahnen wieviel Kompetenz in Ihr steckt. Ca. 75000 Menschen sterben im Jahr an Alkohol - da sind die 1581 Drogentoten ja wohl hinzunehmen- oder?

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