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Es gibt doch keine Cannabistoten – auch nicht in Bayern


Meldung des DHV vom 6. 9. 2007

Die Passauer Polizei bezeichnete in einer Pressemitteilung vom 19. Juni 2007 eine 38jährige Verstorbene als Drogentote, weil in ihrem Körper THC nachgewiesen worden sei. Nun gibt Polizeisprecher Fritz Grindinger Entwarnung: Auch in Bayern stirbt man nicht an Cannabis!

Bis dahin war es aber ein weiter Weg.

Am 12. Juli fragte der DHV schriftlich bei der Polizeidirektion Passau nach und wies darauf hin, dass eine tödliche Überdosierung mit THC im Prinzip nicht möglich ist. Die Polizeidienststelle antwortete zunächst lapidar, sie könne keine Obduktionsergebnisse mitteilen. Alle anderen Fragen wurden gar nicht beachtet, so dass der DHV noch einmal nachfragen musste.

Nachdem dieser zweite Brief einen Monat lang nicht beantwortet wurde, fragte der DHV telefonisch nach und siehe da, Überraschung!, die Frau ist wohl doch nicht an Cannabis verstorben. Der Schnelltest hatte nämlich ergeben, dass die Frau nicht nur THC, sondern auch noch andere Drogen im Blut hatte. Laut Herrn Grindinger hätte es also in der Polizei-Pressemitteilung heißen müssen “Im Körper der Toten konnte UNTER ANDEREM THC nachgewiesen werden.”
Genauere Erkenntnisse über die Todesursache und den beteiligten Drogenmix wird wohl erst das pharmakologische Gutachten in einigen Monaten bringen. Bisher ist die Tote nur vorläufig in die Drogentoten-Statistik eingegangen. Ob es dabei bleibt, wird das Gutachten ergeben. Klar ist jedenfalls laut Herrn Grindinger, dass die Frau nicht als Cannabistote in die Statistik eingehen wird.

Es bleibt also dabei: Die “Goldene Tüte” ist eine Legende. Tote durch Cannabis-Überdosierung gibt es nur in Märchen und in verunglückten Polizei-Meldungen.

Mehr zum Thema

  • Meldung des Deutschen Hanf Verbandes “In Bayern gibt es Cannabistote” mit der Pressemitteilung der Polizei Passau und den Briefen des DHV
  • Artikel des Passauer Wochenblatts vom 05.09.2007 “Passauerin an Kiffen gestorben? Darüber lacht der Hanf-Verband!”
  • Informationen zur “tödlichen Dosis” von THC auf WikiPedia

 

{Nachtrag vom 26.07.2010: Die Links zur Pressemitteilung und zum Artikel des Passauer Wochenblatts sind inzwischen offline]


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