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Bundesdrogenbeauftragte: kein Tabakverbot

Die Bundesdrogenbeauftragte Bätzing hat sich dazu geäußert, warum Tabak nicht verboten werden sollte und offenbart dabei ihre ganz eigene Logik.

Auf abgeordnetenwatch.de schreibt Bätzing:

“Eine Aufnahme von Tabakprodukten in den Anhang des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) würde nicht dem ursprünglichen Sinn des Gesetzes entsprechen. Das BtMG wurde verabschiedet, um die in internationalen Abkommen vereinbarten Verpflichtungen zur Reduzierung der Verbreitung illegaler Drogen (Opiate, Cannabis, Kokain etc.) in nationales Recht umzusetzen. Tabak ist aber eine legale psychoaktive Substanz.”

Na wenn das nicht mal ein überraschender logischer Schlenker ist! Tabak wird nicht verboten, weil er legal ist, sieh einer an! Komisch, dass es kein Problem ist, immer wieder Substanzen in das BtMG aufzunehmen, für die keine internationale Verpflichtung besteht, z.B. Ephedra, Salvia Divinorum u.a., obwohl die von ihnen hervorgerufenen Schäden deutlich geringer sind als die von Tabak. Komisch auch, dass bei der Argumentation für das Verbot von Cannabis immer wieder angeführt wird, dass es nicht ungefährlich sei, während die dramatischen gesundheitlichen Schäden durch Tabak offensichtlich gar keine Rolle spielen. Weil der ist ja legal! tsts…

Die Frage, die Bätzing hier beantwotet hat, lief darauf hinaus, dass die Einteilung in legale und illegale Drogen willkürlich erfolgt und keine medizinische Grundlage hat. Das hat sie mit ihrer Antwort voll bestätigt, obwohl das vermutlich nicht ihre Absicht war.


Sie können die komplette Antwort Bätzings inklusive der Frage auf abgeordnetenwatch.de einsehen.
Meldung des DHV vom 07. 08. 2007: Verbot von Zaubersalbei ist ein gefährlicher Irrweg

 


Kommentare

8 Antworten zu „Bundesdrogenbeauftragte: kein Tabakverbot“

  1. Anonymous

    und genau wegen dieser
    und genau wegen dieser drogenpolitik, existiert fuer mich diese drogenpolitik einfach nicht. sie wird von mir schlichtweg ignoriert. und genau das sollten viel mehr menschen tun !!!

    raucht einen wenn ihr einen rauchen wollt und basta !

    ich glaube es hackt, ihr lasst euch doch nicht allen ernstes von solch einer dermaßen hirnverbrannten drogenpolitik auch nur das geringste vorschreiben oder?!

    wenn ihr strafrtechtlich verfolgt werden solltet, freut euch darüber, dann macht der staat sich doch wehnigstens selber ein bischen arbeit 🙂

  2. Anonymous

    Von Frau Bätzing und ihrer
    Von Frau Bätzing und ihrer Partei bin ich entsetzlich enttäuscht. Sie verliert immer mehr an Glaubwürdigkeit. Die Politik ist, gerade im Hinblick auf Rauschmittel, surreal und nicht nachvollziehbar.

    Die anhaltende Desinformation des Otto-Normalverbrauchers grenzt m.E. an kriminelle Methoden. Meine Interessen werden von dieser Partei und von dieser Abgeorneten weder berücksichtigt noch vertreten. Deshalb hat diese, in meinen Augen ihre Existenzberechtigung verloren.

  3. Anonymous

    Was ich ebenso schade finde
    Was ich ebenso schade finde ist, dass Alkohol oft nicht als Droge behandelt wird.

    Erst heute habe ich wiedermal ein Statement von Frau Bätzing gelesen, in der sie feststellt, dass immer mehr Jugendliche sich mit Alkohol ins KOma saufen, aber dafür weniger Jugendliche Drogen nehmen.

    Das suggeriert das Alkohol ungefährlicher als Cannabis, Speed usw. ist, weil Alkohol ja nicht als Droge deklariert wird.

    Meine einzige HOffnung auf eine Besserung der Hanfpolitik ist lediglich die Hanfinitiative in der Schweiz. Wenn die angenommen wird, könnten sich vll. auch in Deutschland die Politiker damit beschäftigen…

  4. Anonymous

    Fragt doch lieber mal warum
    Fragt doch lieber mal warum GBL nicht kontrolliert wird weder GÜG noch sonstwie
    und es zu Todesfällen und immer mehr Süchtigen kommt. Fordert dochmal ein Verbot von GBL. Mal sehen was die Frau Bätzing dazu zu sagen hat.

  5. Anonymous

    Die zitierte Aussage ist Frau
    Die zitierte Aussage ist Frau Bätzings Lieblingsreaktion!
    So kann ja auch sehr elegant versteckt werden, dass Gesundheitsrisiken gar keinen Grund für Verbots- und Bestrafungspolitik darstellen, die Staatsführung sich aber garnicht weiter dafür interessiert.
    Sie könnte eigentlich auch sagen: “Is

  6. Anonymous

    Das ist auch sehr interessant
    Das ist auch sehr interessant:

    http://www.abgeordnetenwatch.de/sabine_baetzing-650-5812–f146228.html#frage146228

    Auf die Frage, warum Alkohol nicht verboten wird, schreibt Frau Bätzing allen Ernstes:

    “man sollte mit dem Verweis auf die Gesundheitsrisiken durch Tabak oder Alkohol nicht von den Risiken des Cannabiskonsums ablenken.”

    Alkohol ist also erlaubt, weil allein die Frage, warum es erlaubt ist, eine Verharmlosung von den Risiken des Cannabiskonsums ist.

  7. Anonymous

    Ja, Frau Bätzing ist schon
    Ja, Frau Bätzing ist schon eine Meisterin hochintelektueller Logik.
    Leider hatte ich diese Lektion in “schlüssigem Denken” auch nicht ganz verstanden und habe Frau Bätzing direkt selbst gefragt, ob Substanzen jetzt etwa per Naturgesetz legal oder illegal sind.
    Außerdem wollte ich wissen, ob Ihr nun die Argumente für ihre willkürliche Drogenpolitik ausgegangen sind oder sie die zitierte Antwort tatsächlich ernst gemeint hat.
    Bedauerlicherweise wurde meine Frage auf abgeordnetenwatch.de mal wieder nicht veröffentlicht, sondern nur weitergeleitet. Das macht eine Antwort von Frau Bätzing, für die Kommunikation ja bekanntlich keine Einbahnstraße ist, allerdings sehr unwahrscheinlich. Schade!

  8. Anonymous

    Es ist ja wohl unter
    Es ist ja wohl unter “Insidern” bekannt, dass die Drogenpolitik rundum unlogisch aufgebaut ist. Der Alkohol wird beispielsweise (vor allem in Bayern, meiner Heimat) sogar ein bisschen idealisiert, obwohl die teils gefährlichen Folgen (40.000 Tote pro Jahr in Detuschland) bekannt sind. Aber gegen das böse, böse Marihuana muss natürlich vorgegangen werden…
    Meiner Meinung nach ist der Tabak sogar um einiges gefährlicher als Gras. Er macht schnell abhängig und ist sehr schädlich.
    Außerdem wird, wie man an dem Beispiel Holland sieht, wo prozentual weniger Jugendliche Kiffen als in Deutschland, mit der harten Bestrafung bei verstoß gegen das BtmG nicht das Ziel erreicht, den Konsum einzuschränken durch ein Verbot.