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MarianaCSCs: Inkassoverfahren gegen Mitglieder

Der “Gesamtverein” MarianaCSCs hat sich 2023 zum Ziel gesetzt, in 180 Zweigvereinen für die Mitglieder Cannabis anzubauen. 18.000 Mitglieder haben hohe Investitionen in die Vorbereitungen ermöglicht. Insbesondere die Personalkosten dürften hoch sein. Bisher wurde allerdings kein einziges Gramm ausgegeben. Nun hat der Verein begonnen, Mitgliedern mit offenen Beiträgen Mahnungen zu schicken und mit einem Inkassoverfahren zu drohen.

Bei uns melden sich viele Betroffene, die über dieses Vorgehen empört sind. Das liegt auch daran, dass vielen gar nicht bewusst war, dass der “Mariana Cannabis Social Clubs Deutschland e.V.” sie offiziell als Mitglied betrachtet. Gerade in der ersten Zeit war der Anmeldeprozess teilweise verwirrend und irreführend. Manche dachten, dass sie sich bei einem lokalen CSC in ihrer Stadt anmelden und bekamen dann eine Rechnung vom CSC Göttingen, aus dem der Gesamtverein MarianaCSCs hervorging. Andere Betroffene schreiben uns, dass sie sich nie dort als Mitglied angemeldet haben und jetzt plötzlich Mahnungen erhalten.

Bei den Mahnverfahren geht es mindestens um ca. 85 Euro für die Eintrittsgebühr plus drei Monatsbeiträge (Mindestmitgliedschaftsdauer), teilweise aber auch um vierstellige Beträge.

In diesem Beitrag möchten wir dieses aggressive Vorgehen von MarianaCSCs einerseits grundsätzlich einordnen und bewerten, andererseits juristisch analysieren und Anhaltspunkte für Betroffene liefern, ob und wie sie sich gegen die Forderungen des Vereins wehren können.

Viel Kritik an MarianaCSCs

Das Konzept von MarianaCSCs ist ungewöhnlich, es hat von Anfang an für Diskussionen in der Community gesorgt. Auch der DHV befasst sich schon lange mit MarianaCSCs. Im April 2024 erschien ein Artikel auf hanfverband.de, in dem wir auf diverse Ungereimtheiten bei MarianaCSCs hingewiesen hatten. Schon damals haben wir uns auch direkt mit Vertretern von MarianaCSCs ausgetauscht. Auf der CaNoKo24 haben wir das Mariana-Konzept und dessen Vertreter auf den Prüfstand gestellt, hier die Videoaufzeichnung

Viele Kritikpunkte der Community kann man aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten. Es gibt z.B. auch “normale” CSCs, die bis heute kein Gras verteilen und sich die Zähne an den Behörden ausbeißen. Damals hatten wir grundsätzliche juristische Bedenken, ob das Konzept mit dem riesigen Gesamtverein überhaupt genehmigungsfähig ist, denn es gilt laut KCanG eine Obergrenze für CSCs von 500 Mitgliedern. Tatsächlich mussten die Satzungen der lokalen MarianaCSCs so geändert werden, dass die Zweigvereine eine größere formale Eigenständigkeit haben. Mit derartigen Satzungsänderungen gibt es aber mittlerweile die ersten Betriebsgenehmigungen und der erste Anbau von Cannabis durch MarianaCSCs hat vor Kurzem begonnen.

Eine Besonderheit bei Mariana ist das quasi “sozialistische” Konzept. Wer bei MarianaCSCs Mitglied ist, muss in den meisten Fällen davon ausgehen, dass die eigenen Mitgliedsbeiträge zunächst dafür verwendet werden, anderswo Anbauanlagen aufzubauen. Manche profitieren aber auch von dieser Art Solidarität. Das kann man gut oder schlecht finden, Hauptsache diese Tatsache ist von Anfang an klar. 

Andererseits wird MarianaCSCs eine zu starke Kommerzialisierung vorgeworfen, insbesondere kursieren Gerüchte über diverse Tochterunternehmen und Verflechtungen mit Servicegesellschaften, an denen angeblich auch der Gründer von MarianaCSCs, Nils Harbers, beteiligt ist. Aber auch solche Konstrukte gibt es bei anderen CSCs. Das kann einen stören oder auch nicht. 

Mangelnde Transparenz

Von Transparenz kann unter anderem mangels offizieller Informationen bezüglich der mit MarianaCSCs verflochtenen Dienstleistungs- und Serviceunternehmen keine Rede sein. Und mangelnde Transparenz ist einer von zwei Punkten, die wir von Anfang an und bis heute bei MarianaCSCs sehr kritisch sehen, siehe oben verlinkter Artikel. So gibt es z.B. bis heute keine Finanzberichte zum Gesamtverein. Wie hoch waren die Einnahmen des Gesamtvereins in 2024 und 2025, wofür wurde das Geld ausgegeben, wie viel ist noch vorhanden? Fairerweise muss man dazusagen, dass solche Zahlen auch von anderen CSCs nicht veröffentlicht werden. Aber bei einem so großen “Gesamtverein” wie MarianaCSCs wären jährliche Finanzberichte aus unserer Sicht eine Selbstverständlichkeit. 

Mittlerweile wird im Beitrittsprozess klarer erläutert, welchem Konstrukt man beitritt und dass es nicht nur um einen lokalen CSC geht. Dennoch sei auf dieses Problem hier nochmal hingewiesen, weil es unmittelbar mit den aktuellen Mahnungen zu tun hat. Denn viele dieser Mahnungen betreffen Mitglieder, die schon vor 1-2 Jahren beigetreten sind und dachten, dass sie Mitglied eines normalen lokalen CSC werden. Teilweise sind diese Mitglieder sofort wieder ausgetreten. Aber trotz der damals schwer zu durchschauenden Informationen besteht MarianaCSCs darauf, dass mindestens die Gebühren für Beitritt + drei Monate bezahlt werden, selbst wenn die Leute gleich am nächsten Tag ihren Beitritt zurückgezogen haben.

Es gibt in diesem Zusammenhang auch neue Punkte, bei denen eher von Irreführung als von Transparenz die Rede sein muss. Das betrifft z.B. die Frage, ob nach den Mahnungen ein Inkassoverfahren vorgesehen ist, an dessen Ende die offenen Beiträge auch vollstreckt werden können, also beispielsweise durch einen Gerichtsvollzieher oder per Gerichtsbeschluss vom Bankkonto der Betroffenen eingezogen werden können. Eine Arbeitsgruppe des Vereins hat wohl genau das bezüglich der offenen Mitgliedsbeiträge so beschlossen: ein Mahn- und Inkassoverfahren. Auch in den Mahnungen an die Mitglieder wird darauf hingewiesen, dass bei Nicht-Zahlung ein Inkassoverfahren folgen wird. In der Stellungnahme von MarianaCSCs vom 08.01.2026 mit der Überschrift “Mahnungen und Inkasso bei Mariana Cannabis – unsere Erklärung” wird das aber verschwiegen. Das Wort “Inkasso” kommt in dieser Stellungnahme (abgesehen von der Überschrift) gar nicht vor. Stattdessen heißt es dort: “Die Mahnungen sind kein erster Schritt. Sie sind ein letzter.” Angeblich dienten die Mahnungen nur dazu, die entsprechenden Mitglieder zu einer Reaktion zu animieren, um deren Mitgliedsstatus zu klären. Das suggeriert, dass es anschließend an die Mahnungen kein Inkassoverfahren geben wird, obwohl genau das Gegenteil beschlossen und in den Mahnungen angekündigt wurde. 

Ein weiteres Beispiel für mangelnde Transparenz betrifft Mitglieder mit offenen Beiträgen, die nach eigenem Bekunden nie wissentlich und willentlich dem Verein beigetreten sind. In der Stellungnahme heißt es dazu:

“Wer keine Aktivität aufweist und angibt, sich nicht selbst angemeldet zu haben, wird ohne weitere Kosten vollständig aus dem System entfernt.
(…) In Fällen, in denen jemand angibt, ohne eigenes Zutun angemeldet worden zu sein, bitten wir um eine Anzeige bei der Polizei. Nicht, um jemandem Schwierigkeiten zu machen. Sondern weil uns durch solche Vorfälle, ob sie nun auf Identitätsdiebstahl, Missbrauch oder Verwechslungen zurückgehen, ein erheblicher Aufwand und Imageschaden entsteht.”

Das klingt ganz entspannt, unproblematisches Ausbuchen in den entsprechenden Fällen, verbunden mit der Bitte, der man entsprechen kann oder auch nicht. Wobei klar sein dürfte, dass es eine hohe Hürde und Hemmschwelle für die Betroffenen ist, bei der Polizei eine Anzeige gegen Unbekannt wegen ungerechtfertigter Anmeldung bei MarianaCSCs zu stellen. In der Praxis ist von einer “Bitte” und von Freiwilligkeit keine Rede mehr. Uns liegt entsprechender Schriftverkehr vor, in denen MarianaCSCs einem Betroffenen schreibt: 

Wenn du dich nicht selbst angemeldet hast, dann ist das ein großes Datenschutzproblem, welches wir unbedingt gemeinsam angehen müssen. Wir wollen dir dabei helfen, das Problem zu lösen. Dafür ist es nötig, dass du eine Anzeige bei der Polizei erstattest und uns diese zukommen lässt. Selbstverständlich entstehen dir dann auch keine Kosten.”

Inkassoverfahren gegen Mitglieder – ein NoGo für den DHV!

Sowohl in unserem o.g. Statement als auch in persönlichen Gesprächen mit MarianaCSCs war der Umgang mit offenen Mitgliedsbeiträgen das wichtigste Thema. Nach 1,5 Jahren scheint MarianaCSCs immerhin unseren Vorschlag umgesetzt zu haben, dass neu angemeldete Mitglieder erst ab dem Zeitpunkt als solche gelistet werden, wenn sie ihren ersten Beitrag gezahlt haben. (So machen wir das beim DHV auch.) Auf diese Weise bekommen Neumitglieder die Möglichkeit, ihren Mitgliedsantrag zu widerrufen bzw. verfallen zu lassen, ohne dass das irgendwann später zu einem unerwarteten Mahnverfahren führt.

Bei den bisher aufgelaufenen offenen Beiträgen kennt Mariana aber keine Gnade. Was beim DHV selbstverständlich ist, nämlich das unproblematische Ausbuchen von “Karteileichen” und die Stornierung von offenen Beiträgen, auch bei Kündigung als DHV-Fördermitglied, kommt für MarianaCSCs offenbar nicht in Frage. Die Argumentation, dass es sich bei uns um eine freiwillige Leistung handelt, bei MarianaCSCs aber eine konkrete Gegenleistung in Form von Cannabis vorgesehen ist, läuft gerade bei den aufgelaufenen Altfällen ins Leere. Denn bisher gab es ja noch gar keine entsprechende Gegenleistung. Und selbst wenn man demnächst als Mitglied eines lokalen Mariana-Zweigvereins die Möglichkeit hat, Cannabis zu erhalten, kann die Ausgabe ja immer noch an ein ausgeglichenes Mitgliedskonto geknüpft werden. Alle Argumente von MarianaCSCs, warum es notwendig sein soll, diese Beiträge aggressiv einzutreiben, laufen nach unserer Ansicht ins Leere.

Auch die Tatsache, dass MarianaCSCs die offenen Forderungen über teilweise 1-2 Jahre hat anwachsen lassen, bevor jetzt die gesamten aufgelaufenen Beiträge ins Inkassoverfahren gegeben werden sollen, ist aus unserer Sicht vollkommen daneben.

Es mag schon Fälle gegeben haben, bei denen ein Verein offene Mitgliedsbeiträge von privaten Mitgliedern bis zur Pfändung durchgesetzt hat, aber das dürfte äußerst selten vorkommen. Uns ist jedenfalls kein derartiger Fall bekannt. Es gibt keinen vernünftigen Grund dafür, warum das bei MarianaCSCs eine gute Idee sein sollte. Auf lange Sicht wird der Imageschaden, den das Inkassoverfahren verursacht, vermutlich größer sein als der Vorteil durch  die kurzfristigen Einnahmen. 

Juristische Einordnung & Tipps

Wir haben das Vorgehen von MarianaCSCs mit der Rechtsanwältin Rosalie Schönbach-Krieger besprochen, die sich mit Vereinsrecht auskennt und bereits einen Mandanten in dieser Sache vertritt. Darauf beruhen folgende grundsätzliche Feststellungen und Tipps, inklusive einer Checkliste, die als Entscheidungshilfe und ggf. Vorbereitung juristischer Schritte gegen MarianaCSCs dient. 

Um nochmal die Dringlichkeit der Sache klarzumachen: MarianaCSCs schickt nicht einfach Zahlungserinnerungen, die man durch Nicht-Reagieren oder ablehnende Mails aussitzen kann. Die formalen Mahnungen bereiten ein Inkassoverfahren vor, das letztendlich zu einem gerichtlichen Mahnverfahren und damit zur Vollstreckung führen kann. Das Geld wird dann ggf. einfach vom Bankkonto eingezogen. 

Nicht gezahlte Vereinsbeiträge können juristisch durchgesetzt werden

Gegen fällige Vereinsbeiträge zwischen Eintritt und Austritt kann man grundsätzlich wenig machen. Wer in einen Verein eintritt, verpflichtet sich grundsätzlich auch zur Zahlung der Beiträge, wie sie in Satzung und Beitragsordnung festgelegt sind. Daran ändert es auch nichts, dass es bisher gar keine Ausgabe von Cannabis bei MarianaCSCs gegeben hat. Es reicht, dass die Beiträge verwendet wurden, um das Vereinsziel zu erreichen, unabhängig davon, ob diese Bemühungen bisher erfolgreich waren. 

Manche MarianaCSCs-Mitglieder haben dem Gesamtverein mitgeteilt, dass sie bis zur Ausgabe von Cannabis im Mariana-CSC vor Ort keine Beiträge mehr zahlen werden. Das ist fatal, denn die offenen Beiträge werden trotzdem fällig, häufen sich an und werden am Ende ggf. im Mahnverfahren z.B. durch Pfändung eingetrieben. Wer also aktuell noch Mitglied bei MarianaCSCs ist, aber keine Beiträge zahlen möchte, sollte sofort die Mitgliedschaft kündigen! 

Scheinbar konnte man sich bei MarianaCSCs mit beliebig hohen Monatsbeiträgen anmelden, was manche wohl getan, dann aber nicht gezahlt haben, was im Laufe der Zeit zu sehr hohen Rückständen geführt hat. In diesen Fällen sollte versucht werden, eine Einigung mit MarianaCSCs zu erzielen, wenn sich keine Ansätze für eine grundsätzliche Ablehnung der Forderungen ergeben. MaranaCSCs schreibt im Statement dazu: 

“Deshalb reduzieren wir in solchen Fällen aus Kulanz die offenen Beiträge nachträglich auf einen niedrigeren Betrag. Wer in eine solche Situation geraten ist, soll sich bei unserem Support melden. Wir finden eine faire Lösung.”

Klagegründe?

Eintritts- & Kündigungsdatum

Ein Ansatz, die Forderungen abzulehnen, wäre es, wenn nachgewiesen werden könnte, dass gar kein formaler Eintritt in den Verein stattgefunden hat. Das dürfte aber in den meisten Fällen schwer nachweisbar sein und müsste in jedem Einzelfall genau geprüft werden. Das Gleiche gilt, wenn die Daten von Eintritt und Austritt angefochten werden sollen, um die Gesamtforderung zu reduzieren. Gab es z.B. bereits früher eine Kündigung der Mitgliedschaft, die von MarianaCSCs ignoriert wurde, und kann man das z.B. anhand der Austritts-E-Mail dokumentieren?

Nie Mitglied geworden?

In einigen Fällen berichten Betroffene, dass sie nie wissentlich und willentlich Mitglied bei MarianaCSCs geworden sind. Allerdings ist es natürlich schwierig nachzuweisen, dass man nicht beigetreten ist. Zwar zeigt sich MarianaCSCs vordergründig im Statement auch in diesen Fällen kulant: 

“Wer keine Aktivität aufweist und angibt, sich nicht selbst angemeldet zu haben, wird ohne weitere Kosten vollständig aus dem System entfernt.
(…) In Fällen, in denen jemand angibt, ohne eigenes Zutun angemeldet worden zu sein, bitten wir um eine Anzeige bei der Polizei.” [wegen “Identitätsdiebstahl, Missbrauch”]

Allerdings wissen wir aus E-Mails an Betroffene, dass MarianaCSCs tatsächlich nicht um die Anzeige bei der Polizei “bittet”, sondern sie als Voraussetzung für die Stornierung der aufgelaufenen Beträge verlangt!

Außerdem wird die Frage, ob ein Mitglied “Aktivität” aufweist, sehr weit ausgelegt. Das kann z.B. auch ein einmaliges Login in den Kommunikationstools für Mitglieder von MarianaCSCs sein.

Auch hier wird es auf eine individuelle Betrachtung des Falles inkl. Auswertung der gesamten dokumentierten Kommunikation ankommen. Allerdings: Wer meint, nie beigetreten zu sein und bisher keinerlei Mitgliederaktivität gezeigt hat, sollte sich jetzt nicht erstmals in der Mitgliedersoftware von MarianaCSCs einloggen, um Kommunikation zu sichten und zu sichern, denn das würde MarianaCSCs als Mitglieder-Aktivität definieren!

Gibt es einen Mariana-Zweigverein vor Ort?

Möglicherweise könnte es ein erfolgversprechender Ansatz sein, wenn es den angeblichen Mariana-Zweigverein vor Ort gar nicht gibt. Denn man tritt laut Satzung gleichzeitig dem Gesamtverein und dem Zweigverein bei. Wenn es diesen Zweigverein faktisch gar nicht gibt, erfüllt MarianaCSCs an dieser Stelle womöglich nicht die Grundvoraussetzung für den “Vertrag”, den man beim Beitritt eingegangen ist.

Allerdings liegt der Teufel auch hier im Detail. So ist es z.B. nicht das entscheidende Kriterium, ob der Zweigverein im Vereinsregister eingetragen und damit ein “e.V.” ist. Laut Statement sind von den 180 gegründeten MarianaCSCs nur 100 eingetragen, 80 sind es nicht. Auch nicht eingetragene Vereine können juristische Personen sein und z.B. Mitgliedsbeiträge einnehmen. Wenn es allerdings nur ein altes Gründungsprotokoll gibt, aber keinerlei Aktivität vor Ort erkennbar und der Zweigverein nicht erreichbar ist (Adresse, Telefon, E-Mail-Adresse), dann könnten die geforderten Beiträge evtl. grundsätzlich abgelehnt werden. Wie das letztlich Richter in einem Prozess werten würden, ist allerdings nicht sicher, der Versuch birgt das Risiko zu scheitern. 

In allen Fällen gilt: Je besser die eigene Position dokumentiert ist, desto besser! 

Lohnt sich das?

Wenn einer der oben beschriebenen Ansätze für eine juristische Auseinandersetzung vorhanden ist, stellt sich die Frage: Möchtet ihr euch wirklich in diese Auseinandersetzung begeben? Möchtet ihr euch selbst ohne juristischen Beistand wehren? 

Dabei spielt sicher euer Ärger und Gerechtigkeitssinn eine Rolle, aber ihr solltet die Frage auch finanziell abwägen. Wie hoch ist die Forderung von MarianaCSCs? Lohnt es sich, dafür zu kämpfen? Ist das mehr oder weniger, als eine anwaltliche Vertretung kosten würde (s.u.)? 

Ein Brief von einer Anwaltskanzlei könnte schon vor einer gerichtlichen Auseinandersetzung dazu führen, dass MarianaCSCs die Forderungen zurückzieht, während eure eigenen Mails erstmal mit Standard-Textbausteinen abgewimmelt werden.

Checkliste von RA Schönbach-Krieger

Wenn ihr euch dafür entscheidet, euch anwaltlich beraten zu lassen, könnt ihr euch bei Rosalie Schönbach-Krieger melden, aber natürlich auch bei jedem anderen Anwalt, mit Kenntnissen des Vereinsrechts.

Frau Schönbach-Krieger hat uns für Mariana-Fälle pauschale Beratungshonorare genannt:

Erstberatungsgespräch (30 min) – 150 € 

Erstberatungsgespräch sowie außergerichtlicher Schriftsatz – 300€.

Falls es zu Gerichtsverfahren/-terminen kommen sollte, fallen zusätzlich die gesetzliche Vergütung und Auslagen (z.B.Reisekosten) nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz an. Dazu kommen im Fall einer Niederlage noch die Gerichtskosten und die gegnerischen Anwaltskosten.

Solltet ihr euch für eine anwaltliche Vertretung durch Frau Schönbach-Krieger entscheiden, dann füllt bitte vor dem ersten Gespräch so weit wie möglich ihre Checkliste aus und sendet ihr diese ggf. zusammen mit den Unterlagen/Nachweisen per E-Mail. Die Checkliste soll dabei helfen, die Erfolgsaussichten einzuschätzen und die juristische Argumentation und das Erstgespräch vorzubereiten.


Kommentare

12 Antworten zu „MarianaCSCs: Inkassoverfahren gegen Mitglieder“

  1. U.Hein

    Durch die widerlichen-Ekelhaften Drohungen-lasse ich mich nicht einschüchtern von Mariana!!!Von Anfang an handelt es sich hier um eine absolute hochkrimminelle Vereinigung-und nicht um einen VEREIN!!!Also,wandelt Euer Konto in ein P-Konto um-Pfändungsschutzkonto!Sollte mir dieser Verbrecherverein eine Mahnung zusenden-erstatte ich Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft wegen Gewerbsmäßigen Betruges!Was anderes ist dieser „Verein“ ja nicht!
    Einschüchtern-Drohen-mit Inkassobüros-mir EGAL!Von mir gibts keinen Cent.Und von Georg Wurth bin ich maßlos enttäuscht! FAZIT! Trete niemals in einen Cannabis-Club od. Verein bei!Alles Betrüger!!!

    1. Simon Kraushaar

      „Und von Georg Wurth bin ich maßlos enttäuscht!“ Kannst du kurz erläutern, was Georg Wurth damit zu tun hat? Der DHV steht in keinerlei Verbindung zu Mariana und wir haben wiederholt vor diesem Konstrukt gewarnt. Warum bist du also enttäuscht? Grüße Simon

  2. Michael

    bin da jetzt schon sehr lange dabei, habe sehr viele „Tokens“ gesammelt.
    wäre es rechtlich möglich auszutreten mit Schadensersatz, weil der vereinszweck bisher nicht erfüllt wurde? ich finde den Ansatz interessant eigentlich.

  3. Marco

    Haha ja, dieses auf Sozial getue war schon damals suspekt zu lesen. Wenn du dann geschaut hast haben die Gründer irgendwie 10 verschiedene Gewerbe teilweise und Nils habs gönnt sich nen fetten Mercedes inklusive Umzug in die Schweiz.

    Wolf of CanG meine Damen und Herren

  4. DasS

    Ich habe 300 Euro eingezahlt und es tut sich nichts. Angeblich liegt es an den Behörden und nicht am Konstrukt. Ich bin nun im Zahlungsverzug, weil ich erst den weiteren Verlauf abwarten möchte. Nun wird mir von allen Seiten empfohlen auszutreten, dann ist aber das Guthaben weg. Ich bin echt sauer und hatte genug Vertrauensvorschuss gegeben. Das Vertrauen ist weg und man wird gefühlt alleine gelassen.

    1. Georg Wurth

      Die Beiträge werden auch fällig, wenn du nicht zahlst. Und wie es jetzt aussieht, wird MarianaCSCs diese offenen Beiträge irgendwann von deinem Konto pfänden lassen. Das zeigt sich gerade sehr real. Dein Guthaben dagegen ist ein blumiges Versprechen für die Zukunft. Da musst du schon viel Vertrauen haben..
      Wird dir dein „Guthaben“, das ja über irgendeine Zauberformel in „Token“ umgerechnet wird, irgendwo in deinem Mitgliedskonto angezeigt? Wird da ein konkreter Wert angegeben, in Euro oder Gramm?

      1. DasS

        Ja, meine geleisteten Beiträge werden als sog. Tokens ausgewiesen. Ich habe XXX Tokens, das kann ich einsehen. Mittlerweile wird auch nicht mehr kommuniziert, dass man sie gegen Cannabis eintauschen kann, wohl weil Mariana nicht mehr damit werben wollen, dass es irgendwann zur Ausgabe kommt. Man hängt die ganze Zeit in der Luft mit Durchhalteparolen und vermeintlichen zukünftigen Erfolge. Es wird immer suggeriert, dass der Erfolg kurz bevor steht.

        Was sind Tokens?

        Tokens sind unser internes Punktesystem. Durch deine Mitgliedschaft in einem Mariana Cannabis Social Club werden deine Mitgliedsbeiträge und deine Mitwirkung in Tokens umgerechnet. So halten wir fest, wie stark du den gemeinschaftlichen Eigenanbau ermöglichst. Auf der Basis können wir die Ernte fair und anteilig unter allen Mitgliedern aufteilen.

        Wie bekomme ich Tokens?

        Du erhältst automatisch jeden Monat Tokens in Höhe deines monatlichen Mitgliedsbeitrags.

        Was ist ein Token wert?

        Tokens sind eine interne Recheneinheit, mit der wir deinen Anteil an der gemeinschaftlichen Ernte im Verhältnis zu den Beiträgen und der Mitwirkung aller Mitglieder berechnen. Tokens sind kein Guthaben, kein Gutschein und kein Zahlungsmittel. Man kann sie nicht kaufen, verkaufen, tauschen oder sich auszahlen lassen. Sie sind nur unser internes Punktesystem und begründen keinen Leistungsanspruch. Wie viel Cannabis du später erhältst, hängt nicht vom „Wert“ eines einzelnen Tokens ab, sondern davon, wie groß die Gesamternte ist und wie hoch die Selbstkosten sind. Wir planen unseren Anbau so, dass sich langfristig ein durchschnittlicher Selbstkostenaufwand von ungefähr 4–8 € pro Gramm ergibt. Die Zahl ist keine feste Preisangabe und es gibt keinen Verkauf. Sie dient nur als grobe Orientierung dafür, wie hoch der finanzielle Aufwand für die gemeinschaftliche Ernte im Durchschnitt pro Gramm sein könnte.

        Kann ich Tokens auszahlen?

        Nein, eine Auszahlung von Tokens ist nicht möglich. Tokens sind kein Geld und kein Konto, sondern nur unsere interne Möglichkeit, deine Mitwirkung und Beiträge festzuhalten und die Abgabe der gemeinschaftlichen Ernte fair zum Selbstkostenpreis und streng, nicht-kommerziell, wie vom KCanG gefordert, zu organisieren. Auch beim Austritt aus dem Verein können Tokens nicht ausgezahlt oder in Geld umgerechnet werden.

        Können Tokens verfallen?

        Deine Tokens verfallen nur, wenn du kein Mitglied mehr bist.

        1. Georg Wurth

          Danke für die Info!
          Du hast also jetzt die Wahl, ob du durch Kündigung vermeiden willst, dass die Forderung von MarianaCSCs gegen dich jeden Monat anwächst und du das früher oder später in harten Euro zahlen musst, oder ob du diese Schulden in Kauf nimmst, um dein „Guthaben“ in Form von im Wert nicht benennbaren Token/ eines unbekannten Anteils an einer unbekannten Erntemenge deines lokalen MarianaCSC zu einem unbekannten Zeitpunkt in der Zukunft zu sichern.

  5. Wenn ich es richtig sehe, erfolgt der Beitritt per Online-Formular? Dann gilt bei sofortigem Austritt das Widerrufsrecht nach dem Fernabsatzgesetz, da der Verein mit einer Gegenleistung in Form von Cannabis wirbt.

    Aktuell werden wohl „keine Mitglieder aufgenommen“.

    Da gibt es eine „Exklusive Partnerschaft mit Demecan“? (Affiliate? Was ist mit dem Werbeverbot?) Wissen die das?

    Der Laden ist nicht das, was ich unter „vertrauenswürdige Community“ verstehe.

    1. Simon Kraushaar

      Einem Verein tritt man bei, wie du bereits schreibst und erkennt damit dessen Satzung an. In der Satzung ist eine Mindestmitgliedschaft von drei Monaten enthalten. Es handelt sich hier leider nicht um einen Vertragsabschluss mit 14-tägigem Widerrufsrecht. Grüße Simon

  6. Jasmin Frau Krischker

    Aber es kann doch nicht sein, dass man sich bei etwas anmeldet das mit etwas lokalem wirbt, man sich DIREKT danach wieder abmeldet und man trotzdem die Beiträge zahlen MUSS.
    Ich habe nie Mitgliedsbeiträge gezahlt und von mir wird trotzdem Geld verlangt.
    Es ist mir tbh auch egal ob diese Verbrecher nur 85 Euro von mir wollen. Lieber zahle ich einem Anwalt Geld als diesen Leuten nur einen Cent.

    1. Holgi Goodlife

      Da bin ich voll und ganz bei dir. Bei dem Gebaren wird es Mariana hoffentlich nicht mehr lange geben. Kapitalisten, die auf Sozialismus machen. Unwürdig!

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