Neue Rekordernte 2015: Blühende Landschaften im Norden

  • Veröffentlicht am: 4. Januar 2016 - 13:36
  • Von: Michael Knodt

Wie in den vergangenen Jahren meldet  die Polizei Niedersachsen auch zum Jahresanfang 2016 eine neue 2015er Rekordernte aus dem Hohen Norden der Republik. Schon Anfang  20132014 und 2015 klagten die Beamten über "immer mehr Cannabis-Plantagen im Norden". In diesem Jahr haben die Ermittler zwar weniger Kleinzeug gefunden, doch die Zahl der insgesamt aufgespürten Pflanzen war mit  über 19.000 weitaus höher als im Vorjahr. Wie die stellvertretende Pressesprecherin des Landeskriminalamtes Niedersachsen, Stephanie Weiß, auf Anfrage mitteilte, sei die hohe Zahl der gefundenen Pflanzen auf drei Großplantagen zurückzuführen, die im Zuge der Ermittlungen gegen Growshops aus Hannover und Bremen gefunden wurden. Die Zahl der gemeldeten "Kleinplantagen", die zwischen 20 und 99 Pflanzen beherbergen, ist hingegen um ein gutes Drittel zurückgegangen.

"Im Jahr 2015 wurden bisher drei Profiplantagen und 27 Großplantagen sichergestellt [...]. Von den drei Profiplantagen wurde die größte mit 3.878 Pflanzen bei Durchsuchungsmaßnahmen durch die Polizei in Lüneburg,  die zweitgrößte Plantage mit 3.300 Pflanzen durch den Zoll in Leer und die dritte mit 2.895 Pflanzen durch die Polizei Hamburg auf niedersächsischem Gebiet festgestellt.
Im Vergleichszeitraum des Jahres 2014 (15.12.2014) wurden 1 Profi- und 37 Großplantagen sichergestellt, so dass bisher im Jahr 2015 zwei Profiplantagen mehr und 10 Großplantagen weniger festgestellt worden sind.
Die hohe Anzahl festgestellter Großplantagen 2014 ist auf Ermittlungsverfahren der Poilizeidirektion Hannover und der Polizei Bremen zurückzuführen. Umfangreiche Ermittlungen gegen sog. „Grow-Shops“, welche Ausrüstungsgegenstände bzw. komplette Aufzuchtanlagen für Cannabis im Sortiment hatten, führten zu Erkenntnissen von Standorten von Indoor-Plantagen. Darüber hinaus wurden dem LKA Niedersachsen im Jahr 2014 67 kleinere Plantagen mit einer Kapazität von 20 bis 99 Pflanzen gemeldet, im Jahr 2015 sind es bisher 40 Fälle. Obwohl in Niedersachsen 2015 weniger Cannabis-Indoorplantagen festgestellt werden konnten, wurden 19.598 Pflanzen, 3139 mehr als im Vorjahr, sichergestellt (2014, 16.439).
Die höhere Anzahl von sichergestellten Cannabispflanzen 2015 ist auf die Sicherstellung von Pflanzen aus drei Profiplantagen zurück zu führen[...]", 
heißt es in der Antwort der Pressestelle aus Hannover.

Ob Indoor-Gärtner wirklich acht Ernten pro Jahr einfahren können, wie es das LKA in der von vielen Medien publizierten dpa-Meldung annimmt,  ist allerdings fraglich. Denn selbst bei kurz blühenden Hanfsorten sind kaum mehr als sechs Indoor-Ernten im Jahr möglich. Auch die 45 Gramm pro Blüte sowie der Preis von 10 Euro sind statistisch kaum haltbare Vermutungen. Gerade professionell gezüchtete Cannabisblüten werden in großen Mengen abgegeben und bescheren den Gärtnern nicht den angenommenen Straßenverkaufspreis von 10 Euro/Gramm. Ebenso ist die Schlussfolgerung, dass Profitgier sowie die Existenz von Growshops der eigentliche Grund für den Indoor-Boom seien, angesichts der gestiegenen Nachfrage auf Konsumentenseite eher Spekulation denn fundiertes Zahlenwerk.

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DENN DIE EINENM STEHN IM DUNKELN UND DIE ANDERN STEHN IM LICHT...

Die Drogen-Dunkelziffer (f)liegt anhand
der Datenlage wie verbrannt
als Monster dunkler Finsternis
im Rau(s)ch des Blüten-Cannabis
und schwebt als Düster-Welle überland,
wo Licht im Dunklen ungeil is`...

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