Merkel und Mortler erwähnen Umfrage des DHV

  • Veröffentlicht am: 19. Januar 2015 - 23:35
  • Von: Florian Rister

In einer Antwort des Presse- und Informationsdiensts der Bundesregierung im Auftrag von Angela Merkel sowie in einem Interview der Apotheken-Umschau mit Marlene Mortler wird übereinstimmend auf die jüngste Infratest-Dimap Umfrage des DHV hingewiesen, laut der sich die Mehrheit der Deutschen immer noch gegen eine vollständige Legalisierung und Regulierung des Handels mit Cannabis ausspricht.

Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler äußert sich in dem leider nur als Print-Version verfügbaren Interview zur Frage eines Werbeverbots für Alkohol und zu einer möglichen Cannabislegalisierung:

Apotheken Umschau: Würden ein generelles Werbeverbot und ein einheitlich hoher Steuersatz auf alkoholische Getränke den Problemen nicht besser vorbeugen?

Marlene Mortler: Glauben Sie ihr Kind sagt, wenn Sie ihm alles verbieten: "Ja Mama, du hast recht."? Unser Land will und kann kein Verbotsstaat sein. Kinder und Jugendliche müssen überzeugt werden - durch Aufklärung und Vorbilder

Apotheken Umschau: Cannabis ist aber verboten, und da glaubt man an den Erfolg

Marlene Mortler: Cannabis ist eine illegale Droge

Dazu braucht man eigentlich nichts mehr zu sagen. Unser Land will und kann also kein Verbotsstaat sein, aber schikaniert und inhaftiert Menschen, die Cannabis konsumieren, besitzen oder anbauen.

Später im Interview erwähnt sie dann unsere repräsentative Umfrage, die wir Ende 2014 in Auftrag gegeben hatten:

Selbst in einer aktuellen Umfrage, die von den Legalisierungsbefürwortern in Auftrag gegeben wurde, sprachen sich über zwei Drittel der Befragten gegen eine Freigabe von Cannabis an Erwachsene aus.

Damit hat sie natürlich grundsätzlich Recht. Tatsächlich ist immer noch eine Mehrheit der Bevölkerung gegen eine vollständige Legalisierung und Regulierung von Cannabis. Aber immerhin haben sich 30% für Fachgeschäfte wie in Colorado ausgesprochen und in manchen Bezirken gibt es offenbar Mehrheiten dafür. Gerade wenn die Regierung basisdemokratische Tendenzen ernst nimmt, sollte sie den Berliner, Frankfurter und Kölner Stadtteilen, die laut den kommunalen Parlamentsbeschlüssen Coffeeshop-Modellprojekte durchführen wollen, eine Genehmigung erteilen. Nur so können die Auswirkungen legaler Verkaufsstrukturen in überschaubarem Rahmen wissenschaftlich untersucht werden. Für eine vollständige Legalisierung von Cannabis brauchen wir aber tatsächlich noch mehr gesellschaftlichen Rückhalt. Ein Grund mehr für Hanffreunde und Legalisierungsbefürworter, sich in Diskussionen einzumischen und auf vielfältigen Wegen für eine andere Cannabispolitik zu werben.

In jedem Fall ist es äußerst interessant, dass unsere Zahlen auch auf höchster Ebene diskutiert werden. Dabei muss auch ein anderes Ergebnis der Studie aufgefallen sein, welches zwar weder von Mortler noch von Merkel explizit erwähnt wurde, aber dennoch scheinbar ihre Aussagen beeinflusst: Über 80% der Deutschen fordern laut unserer Umfrage einen leichteren Zugang zu Cannabis als Medizin, auch bei CDU/CSU-Anhängern sind es immer noch 76%.  Dies scheint also auch der Regierung bekannt zu sein, die daher händeringend versucht, den politischen Druck von Patienten und Bevölkerung durch ständige Beschwichtigungen und Versprechen zu reduzieren, während hinter den Kulissen der kostengünstige Eigenanbau politisch und juristisch immer weiter blockiert wird. Dazu passt auch dieser Satz von Angela Merkels Schreiberteam:

Es ist auf der anderen Seite wichtig, dass wir für schwerstkranke Patientinnen und Patienten die bestehenden Möglichkeiten des Einsatzes von Cannabis als Medizin ausweiten und verbessern. In Deutschland ist die Behandlung mit Cannabis auf medizinischer Basis bereits unter besonderen Voraussetzungen erlaubt. Das Bundesgesundheitsministerium arbeitet derzeit an einer Regelung, die den Interessen der Patientinnen und Patienten Rechnung tragen soll.

Wir sind gespannt, was das für eine Regelung sein soll. Nachdem das Bundesgesundheitsministerium sich jahrelang bemüht hat, zunächst den Einsatz von Cannabis als Medizin an sich und dann den kostengünstigen Eigenanbau für jene, die eine Genehmigung haben, zu unterbinden, kann wohl nicht mit einer patientenfreundlichen Gesetzesinitiative von Seiten der CDU gerechnet werden. Es wird noch viel Druck von unten nötig sein, um an diesem Punkt reale Verbesserungen zu erzielen.

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Kommentare

Das wird einfach ausgesessen. Ich glaube nicht das ich. die Legalisierung noch erleben werde ich bin 62 jahre .

Ich bin 52 und habe inzwischen auch die Hoffnung verloren es noch zu erleben. Selbst wenn alle anderen Länder für eine Legalisierung wären, Germoney wäre das allerletzte Land das legalisieren würde.
Hierzulande tut sich doch rein gar nix in diese Richtung, da wünsche ich mir fast die 80ziger wieder herbei, damals hatte ich noch einen Führerschein...
Fuck the Politrics!

Ich bin 42
und glaub nicht mehr daran oder im höchsten Alter vielleicht... Eigentlich hat sich in Deutschland nichts getan seit den 90ern. In der Schweiz, wo ich herkomme, gab es sogar schon mal um die Jahrtausendwende Hanfshops. Alles vorbei, die Repression ist wieder da und ich rauche seither wieder gestreckten Mist, statt feinen sanften Outdoor.

?????
Ich glaube 99% der säufer... Oh ich meinte politiker haben sich bereits das letzte fünkchen verstanden weggekippt. Da wersen tolle reden vom jugendschutz geschwungen aber bleiben bei der prohibition.

Wir alle wissen das verbote den schwarzmarkt begünstigen. Und so sieht der jugendschutz aus?

Den dealer umme ecke juckt es herzlich wenig ob sein kunde das erste haar am sack oder das letzte haar auf dem kopf hat, er will nur verkaufen.

Bei aller liebe da kann man doch nicht von einem funktionierenden jugendschutz reden.

Eine legalisierung ist mehr als nur überfällig. Europäische länder ziehen an deutschland vorbei weil sie gemerkt haben das prohibition n feuchten bringt.

Das Aussitzen ist das Problem, besonders bei vielen Legalisierungs-Befürwortern die selber Konsumieren.
Entweder trauen sie sich nicht aufgrund Gesellschaftlichen Drucks, zu Ihren Konsum zu stehen oder sie kommen erst gar nicht vom Sofa hoch.

Noch schlimmer. Leider kenne ich nicht wenige Hanfliebhaber die selbst gegen die Legalisierung sind. So traurig wie es ist.

Wohl wahr...Kiffer machen keine Revolution..Das macht hoffnungsvoll-bald werden die Zeiten so unerträglich werden,das das Establishment aus Eigenschutz legalisieren wird

Diese Mortler ist echt unbegreiflich. Steht das wirklich so in der Zeitschrift? Das ist doch ein Grund mehr, an ihrer vollen Zurechnungsfähigkeit zu zweifeln.
Aber die tolle Fotomontage verdient eine glatte 1.

Warum nur für Schwerkranke? Eine der möglichen Anwendungen ist ironischerweise der Alkoholentzug. Seit den 1970ern gab es immer wieder Einzelberichte und kleinere Studien, die nahelegen, dass Cannabis sehr gut als Substitut taugt und am Ende leicht wieder abgesetzt werden kann. Wer momentan einfach nicht vom Rausch lassen kann, hat es dadurch eben wesentlich leichter.
Sehr viele Bürger, wahrscheinlich auch Frau Mortler, kennen Alkoholkranke oder sind selbst betroffen. Hier ist vielleicht ein Ansatzpunkt, zum Umdenken zu bewegen. Auch die neuen Erkenntnisse über die vorbeugende Wirkung gegen die zukünftige Massenkrankheit Demenz lassen sich womöglich anbringen.

Meiner Meinung nach sind Menschen die an der Kriminalisierungs-Politik festhalten, keine Menschen denen das Wohl von süchtigen am Herzen liegt, sondern nur die eigene vorurteilsvolle, menschenverblendende Meinung, die sie selbst zu etwas besseren macht und absolut GESELLSCHAFTSSCHÄDIGEND ist!!! Von daher ne totale Schande wenn selbst Konsumenten die Legalisierung verhindern!!!!! Außerdem ist es äußerst fragwürdig, dass ein paar Klugscheißer immer zu wissen meinen, was gut fürs Volk ist, ohne überhaupt irgendeine Ahnung zu haben, diese Besserwisserei ist doch echt nur noch überflüssig, das hat doch rein garnix mehr mit einem sozialen und kollegialen miteinander zu tun was hierzulande läuft..

Was mir an den Aussagen und auch an der Aussage von Frau Molter absolut nicht gefällt, ist die generelle Art, immer sofort von einer Legalisierung auf den Jugendschutz zu kommen. Das eine hat doch mit dem anderen erstmal absolut nichts zu tun. Hier werden Kinder und Jugendliche politisch benutzt, um in den Augen der Menschen gezielt ein falsches Bild entstehen zu lassen.

Folgendes Bilder habe ich z.B. vor Augen wenn ich an Legalisierung denke:

- Ein gepflegter erwachsener Mensch der abends nach seiner Arbeit legal etwas Hanf konsumiert.
- Eine Gruppe sitzt um ein Lagerfeuer und lässt ohne Alkoholeinfluss gemütlich einen Joint kreisen, keiner ist aggressiv, keiner übergibt sich usw...
- Zwei ältere Damen sitzen im Altersheim, essen gemeinsam Hanfplätzchen und unterhalten sich angeregt und fröhlich über "frühere Zeiten".

Unsere Regierungsvertreter scheinen hingegen ein anderes Bild zu haben:

- Kiffende 10 Jährige in der Schule
- Verendete Drogenabhängige in der Bahnhofstoilette
- Kinder und Jugendliche welche wegen Ihrem Hanfkonsum schulische und private Pflichten vernachlässigen
- Kreidebleiche zitternde Drogenabhängige
- Schwerverbrecher

Was absolut nie von Legalisierungsgegnern berücksichtigt wird ist, dass Kinder und Jugendliche auch nach der Legalisierung keinen Zugriff auf "THC-Haltigen Hanf" haben sollen, sowas wurde ja auch nicht gefordert.
Ganz im Gegenteil, bei einer geglückten Legalisierung wäre effektiver Jugendschutz überhaupt erst möglich, so dass Kinder und Jugendliche nach einer Legalisierung deutlich schwerer an "THC-Haltigen" Hanf kommen können.

Prohibition macht unschuldige zu Verbrechern, zerstört Existenzen, tötet Menschen, entmündigt Bürger und ist der Nährboden für unzählige wirklich kriminelle Vereinigungen. Prohibition hat in der ganzen Menschheitsgeschichte noch nie etwas Gutes hervorgebracht... was läuft bei uns falsch?

Hallo Hanffreunde, nein erleben werd ich das auch nichtmehr, wird es zu eiener Legalisierung kommen.Ihr befürworter tut , ausser selbst kiffen , entschieden zu wenig. Lasst den hanf Illegal bleiben und lasst mir mit euren scheiss Thesen und so weiter die Ruhe. Ich kann mich mit euch Klischeekiffern sowiesonicht identifizieren.Der ganze Haufen, auch dieser hier, kotzt mich an.Ihr seid inkonsequent das mir die scheiss Worte dafür fehlen. Wen Interessieren die Berichte über diese shit-Kräutermischen? Bleibt beim wesentlichen und das ist Hanf, Ihr weichgekochten *** [Zensiert durch Moderator Florian Rister].Beispiel Hanfdemos etc. , alles voll mit den Arbeitslosen, schmierigen Klischeekiffern, durch die wir Hanffreunde alle in Verruf kommen, gek. sind. Der Konsument von heute ist nicht erkennbar, und schon gar nicht an seinem äusseren.
Ich distanziere mich von Euch allen. Ihr könnt mich komplett..

Und was tust du so? Deinen Senf zugeben und Gleichgesinnte beleidigen oder was?! *****loch!

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