Jetzt schon 1200 registrierte Grower in Uruguay-Südafrikanisches Biotec-Unternehmen erhält Zuschlag für medizinisches Cannabis

  • Veröffentlicht am: 5. Dezember 2014 - 11:17
  • Von: Michael Knodt

Das staatliche Cannabis-Programm Uruguays sieht unter anderem den legalen Anbau von bis zu sechs Cannabis-Pflanzen für erwachsene Privatpersonen vor. Diese können sich seit August 2014 registrieren und erhalten dann eine staatliche Lizenz, die sie berechtigt, ihr Gras legal zuhause anzubauen. Hatten bis kurz vor der Stichwahl um das Präsidentenamt insgesamt nur 600 Grower ihr Outing gewagt, ist die Zahl bereits kurz vor dem Wahlerfolg der linken Bündnisss Frente Amplio unter Spitzenkandidat Vasquez auf 1200 hoch geschnellt. Der Drogenbeauftragte der Regierung, Julio Calzada , erwartet jetzt einen weiteren Anstieg der Registrierungen. Vasquez ist zwar kein ausgesprochener Freund der Re-Legalisierung, hat aber zugesagt, das Gesetz von 2013 „unter genauer Beobachtung“ weiterhin umzusetzen.

Sein Gegner Luis Alberto Lacalle Pou, der bis kurz vor der Stichwahl gute Umfragewerte besaß, hatte angekündigt, im Falle seines Wahlsieges das Programm rückgängig zu machen, was viele potentielle Heimgärtner wohl davon abgeschreckt haben wird, Namen und Adresse bei der Regierung zu hinterlegen. Neben den 1200 Growern haben sich bis jetzt auch 50 Cannabis Social Clubs registriert. Solche Clubs funktionieren ähnlich wie in Spanien, dürfen pro Club aber maximal 99 Mitglieder haben, um einer Kommerzialisierung von Vornherein vorzubeugen.

Die Abgabe von Cannabis durch Apotheken verschiebt sich allerdings erneut. Ursprünglich für April 2014 angekündigt, wurde die Abgabe zuerst auf Dezember 2014 und vor nicht allzu langer Zeit nochmals auf März 2015 verschoben. Doch auch dieser Plan scheint ein wenig gewagt, blüht doch bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht eine Hanfpflanze in Uruguay, die für den Verkauf in Apotheken bestimmt ist. Den Zuschlag für den Anbau von medizinischem Cannabis hat die südafrikanische Firma „Plandai Biotechnology“ erhalten, die ab 2015 zusammen mit der Universität von Montevideo ein Projekt starten wird, an dessen Ende klinische Studien zur Wirkung verschiedener Cannabinoide stehen sollen. Für Ende 2014 hat die Firma bereits ein Cannabisextrakt zur medizinischen Anwendung angekündigt.
Zwar ist „Plandai Biotechnology“ nicht Monsanto, gehört allerdings auch zu den in der EU umstrittenen „Genetic Engeneering Companys“. In einem Firmenvideo verweist Plandai Biotechnology  auf seine Erfolge in der Proteinsynthese, allerdings nicht im Zusammenhang mit der Cannabis-Forschung, sondern bei ihrem Hauptprodukt, einem Grüntee-Extrakt. Proteinsythese ist das, was man gemeinhin unter „Gen-Manipulation“ versteht.
Die Firma hat für die Produktion von Cannabis eine Zusammenarbeit mit Diego Pellicer angekündigt, deren Gründer und Vorstandsvorsitzende Jamen Shively auch im Vorstand von Plandai Biotechnology ist. Diego Pellecier wurde 2012 von dem Ex-Microsoft Manager gegründet und ist bereits im Canna-Business in Washington State tätig. Doch aufgrund der strengen Regelungen in Washington State, die einer Firma verbieten, mehr als drei Retail-Shops zu betreiben, konnte Diego Pellicer nicht durchstarten wie anfangs erwartet. Zudem musste man eine Tochterfirma, Diego Pellicer Washington“ gründen, um US-Bundesgesetze nicht zu brechen. Denn nur Firmen mit Sitz in Washington State dürfen dort auch ins Canna-Business einsteigen. Mit dem Projekt in Uruguay sowie der Eröffnung von einem Flagshipstore in Seattle 2015 soll dem Ex-Microsoft Manager mit seiner Firma der Durchbruch wohl endgültig gelingen.

 

 

 

 

 

 

Kommentare

Hallo DHV Team,

ich bin seit vielen Jahren ein treuer und stiller Leser eurer Berichte und schätze eure Arbeit (speziell die von Georg). Aber so n Mist hab ich bei euch echt noch nie gelesen.

1. Proteinsynthese ist NICHT gleich Gen-Manipulation!!
Proteinsynthese ist wie der Name schon sagt, die Synthese von Proteinen.
2. Wie soll man durch Proteinsynthese ein komplettes Extrakt einer Pflanze nachkochen. Das ist völlig unmöglich. Mal davon abgesehen, dass Epigallocatechingallat (der Stoff in Grüntee, der als Krebsprophylaxe gehandelt wird) kein Protein ist.

Passt bitte auf! So unseriöse Aussagen helfen sicher nicht dem DHV ein seriöses Image zu verpassen.

Weiterhin viel Erfolg
Ich bin froh das es euch gibt!

Hallo

 

danke für deinen Comment. Ich habe genau aus diesem Grund  geschrieben "gemeinhin", da es eine solch kurze News nicht zuließe, den komplexen Vorgang von der Traslation  bis hin zum neuen Gen zu erklären . Schlechtes Deutsch, aber zugegeben nachvollziehbarer wäre "im Volksmund" statt "gemeinhin" gewesen, aber solch plumpe Formulierungen fallen mir schwer. Fakt ist, dass die Firma offen mit Genetic Eneneering wirbt, was beeinhaltet, dass fleißig an den Proteinketten manipuliert wird.

Der Grüntee wird auch ganz normal und sogar CO2 neutral angebaut, um den Wirkstoff dann nachträglich zu extrahieren. Nirgendwo steht, dass der hier irgendwas künstlich hergestellt wird. Es geht um die Veränderung der Extrakte, die aus natürlichem Anbau stammen. Das neue an dem Verfahren ist, dass durch die nachträgliche  Behandlung im Labor die Bio-Verfügbarkeit der Extrakte erhöht werden soll. Aber wie gesagt, bei einer Kurznews müssen sich die Leser selber durch die Links klicken, die das erklären. In diesem Falle die Seite der Firma und das Video. Essenz der Nachricht war, dass eine Firma den Zuschlag erhalten hat, die in anderen Bereichen sehr wohl genau jenes "Genetic Engeneering" betreibt, dem man in Europa kritisch gegenüber steht.  Ich bin eigentlich nicht als unseriöser Autor bekannt, sondern recherchiere alles noch selbst  und denke auch nicht, dass ich hier falsch liege oder dem DHV mit diesem Beitrag schade.

 

beste Grüße

Hallo Michael,

danke für deine schnelle und ehrliche Antwort. Vielleicht muss ich mich jetzt bei dir entschuldigen, dass ich gleich so forsch war. Ich habe bei dieser plumpen Formulierung einfach nur rot gesehen. Ich bitte um Verzeihung. Durch deine Antwort konnte ich (und die restlichen Interessierten) sehen, dass sich sehr wohl jemand genauer damit beschäftigt hat und die Formulierung nur etwas unglücklich war. :)

Viele Grüße und weiter so!

Das produzierte Hanfblütenprodukt muß unter 15% THC bleiben, das zu garantieren ist für einfache landwirtschaftliche Betriebe nicht möglich, also bekommen BioTec Unternehmen den Zuschlag. Das Gefällt mir gar nicht.

Durch die Begrenzung auf 15% THC ist es gewöhnlichen landwirtschaftlichen Unternehmen nicht möglich diese Bedingungen bei der Großproduktion zu erfüllen.
Mir gefällt das gar nicht.
Zumal diese Begrenzung total sinnfrei ist.

Neuen Kommentar schreiben