Italien: Hanf bis 0,6% THC erlaubt!

  • Veröffentlicht am: 5. Juli 2017 - 14:15
  • Von: Jochen Eichelmann
Junge Pflanzen im Hanffeld. Foto: Hanffaserfabrik Uckermark

In Italien boomt der Anbau von Hanf für industrielle Zwecke. Im Januar 2017 wurden die gesetzlichen Rahmenbedingungen hierfür geändert. Seitdem kann in Italien Hanf mit bis zu 0,6% THC angebaut werden. Nicht nur die vielseitigen Weiterverarbeitungsmöglichkeiten bringen Bauern dazu, die traditionsreiche Pflanze wieder vermehrt anzubauen. Auch ausgelaugte und vergiftete Böden können durch sie wieder nutzbar gemacht werden.

Seit Januar 2017 ist es für italienische Landwirte deutlich einfacher geworden, Hanf anzupflanzen. Möglich macht dies ein neues Gesetz, das den Anbau von Hanfpflanzen erlaubt, deren THC-Gehalt 0,6% nicht übersteigt. Das ist deutlich mehr als in den meisten EU-Ländern. Die Bauern müssen demnach ihre Felder auch nicht mehr der lokalen Polizei melden. Werden bei Kontrollen Pflanzen mit einem höheren THC-Gehalt gefunden, können die Felder beschlagnahmt und zerstört werden.

Neben der Vielzahl an Verwendungszwecken in der Industrie, macht auch eine andere Eigenschaft der Hanfpflanze den Anbau von Hanf interessant. Verschiedenen Berichten zufolge können auch ausgelaugte und sogar vergiftete Böden durch die Bepflanzung mit Hanf wieder nutzbar gemacht werden. Laut einem Bericht des amerikanischen Fernsehsenders CBS konnten Böden, die durch eine inzwischen geschlossene Stahlfabrik vergiftet worden waren, durch den Anbau von Hanffeldern gerettet und wieder nutzbar gemacht werden. Die Pflanzen ziehen Gifte mit ihren schnell wachsenden Wurzeln tief aus dem Boden und verwandeln diese teilweise sogar in ungiftige Substanzen.

In Italien wird das große Potential der Hanfpflanze also zunehmend wiederentdeckt. Unzählige Produkte aus Hanf, wie beispielsweise Nudeln, Öle, Stoffe und auch Dämmmaterial beim Hausbau, werden hier wie in vielen anderen westlichen Ländern angeboten.

Die jüngsten Gesetzesänderungen werden der jungen und aufkeimenden Hanfindustrie in Italien einen weiteren Schub geben. Denn die Beschränkung des THC-Gehalts auf 0,2% in Deutschland und anderen europäischen Ländern erschwert die Auswahl passender, sowohl für die weitere Bearbeitung als auch für das jeweilige Klima geeigneter Cannabissorten. Italienische Bauern genießen damit in Zukunft einen realen Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren westeuropäischen Konkurrenten. Deutschland sollte hier nachziehen, um das Potential der Hanfpflanze als Industrierohstoff und Nahrungsmittel besser nutzen zu können.

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Kommentare

Wäre bei uns auch schön für die Menschen die eh nur CBD Medizin wollen, dann könnte man wie in der Schweiz sich seine Medizin sogar an der Tankstelle in Form von Tabakersatz kaufen.
Ich persönlich kann auf CBD Weed nicht schlafen, als Ersatz für Tabak würde ich es mir falls der Preis pro Gramm unter 3 Euro liegt, zusätzlich zur eh vorhandenen Medizin kaufen.
Deutschland lets go.......,

Ein längst überfälliger Schritt. Die vielfältigen Nutzungsformen dieser faszienierenden Kulturpflanze müssen wieder ausgeschöpft werden. Ein sozial-ökologischer Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit braucht viele Motoren. Hanf ist ein wichtiger davon. Es gibt so viele Brachflächen und ruhende Felder, auf denen Hanf angebaut werden könnte um die Böden zu verbessern und vorzubereiten. Wenig Pestizid-Einsatz und großer Nutzen. ...auch wirtschaftlich ein großes Potenzial.
Dieses Thema sollte in der gesamten Legalisierungsdebatte einen viel höheren Stellenwert bekommen!!!!!!! Spread it!! LEgalize it!!

Interessant, dass in Italien Hanf bis 0,6% THC erlaubt ist. Deutschland ist anscheinend strikter, wenn die Beschränkung des THC-Gehalts auf 0,2% liegt. Ich benutze Hanf als Powerfood, weil ich irgendwo gelesen habe, dass es gesund ist.

In Mailand gibt es ganz legale Cannabis Geschäfte, wo man diese Cannabis Light ohne Rezept kaufen kann.

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