DRUID-Studie: Übersetzung und überraschende Ergebnisse

  • Veröffentlicht am: 28. Januar 2014 - 20:58
  • Von: Maximilian Plenert

Frank Tempel, der drogenpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion DIE LINKE, hat die Studie "Driving Under Influence of Drugs, Alcohol and Medicines" (DRUID) ins Deutsche übersetzen lassen. Sie kann kostenlos als PDF heruntergeladen werden. Für Hanffreunde ist diese Studie von Interesse, da die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine  Anfrage der LINKEN bzgl. THC-Grenzwerten im Straßenverkehr auf sie verwiesen hat. In ihrem Rahmen sollen auch wissenschaftlich fundierte Grenzwerte – auch für illegale Drogen - ermittelt werden. Nachdem die Studie nun abgeschlossen ist, hat die Bundesregierung alle Daten vorliegen, um fundierte und faire THC-Grenzwerte für den Straßenverkehr festzulegen. Frank Tempel schreibt in der Meldung "Überraschende Ergebnisse der DRUID-Studie":


Mit der Studie "Driving Under Influence of Drugs, Alcohol and Medicines" (DRUID) der Europäischen Union wurden erstmalig epidemiologische und experimentelle Untersuchungen des Einflusses von Drogen und Arzneimitteln auf die Fahrtüchtigkeit beziehungsweise auf verkehrssicheres Verhalten, die im Rahmen der polizeilichen Überwachung zum Drogennachweise durchgeführt wurden, zusammengetragen.

 

Die Ergebnisse der DRUID-Studie zeigen ein differenziertes Bild der Auswirkungen von Drogengebrauch auf den Straßenverkehr in Europa. Sie stellen nicht nur sicher geglaubtes Gemeinwissen infrage, sondern auch die Effektivität der entsprechenden Rechtsvorschriften. Bereits die KLEINE ANFRAGE der Fraktion DIE LINKE ließ deutlich werden, dass für viele Regelungen vollkommen unklar – und teils auch zweifelhaft – ist, ob sie die Verkehrssicherheit tatsächlich erhöhen. Viele Expertinnen und Experten meinen, dass nach der verfassungsrechtlich gebotenen Lockerung der Strafverfolgung die Repression auf den Straßenverkehr verlagert wurde. Insbesondere der Führerscheinentzug aufgrund "charakterlicher Nichteignung", obwohl Drogenkonsum in keinem zeitlichen Zusammenhang zur Teilnahme am Straßenverkehr stattfand, wirft viele Fragen auf. Wenn das zuträfe, bestünde dringender gesetzlicher Änderungsbedarf.

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