Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen unterstützt Cannabis-Modellversuche

  • Veröffentlicht am: 28. Oktober 2015 - 15:33
  • Von: Michael Knodt

Die DHS (Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen) hat sich in ihrem jüngst veröffentlichten Postionspapier „Cannabispolitik in Deutschland. Maßnahmen überprüfen, Ziele erreichen“ für die Zulassung von Cannabis-Modellprojekten ausgesprochen. Dem Papier zufolge soll

  • eine noch in dieser Legislaturperiode von der Bundesregierung eingesetzte Enquete-Kommission die derzeit geltenden Bestimmungen der Cannabispolitik auf ihre erwünschten und unerwünschten Folgen einer umfänglichen Überprüfung unterziehen. Die (im Papier) genannten Grundprinzipien der Schadensverhinderung und Teilhabe sowie die oben genannten Ziele der Suchtpolitik sind dabei zu berücksichtigen.
  • das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die begrenzte, kontrollierte und wissenschaftlich begleitete Durchführung von Modell-Projekten ermöglichen und die Alternativen zur derzeitigen Verbotspraxis erforschen und Möglichkeiten der kontrollierten Abgabe erproben.

Als weitere Maßnahme fordert die DHS, das Abgabealter für Alkohol generell auf 18 Jahre anzuheben, sowie die gleichberechtigte Teilnahme und Mitgestaltung Suchtmittel konsumierender Menschen an allen gesellschaftlichen Prozessen. Die DHS wird als Dachverband fast aller bundesweit tätigen Verbände und gemeinnützigen Vereine aus der Suchtkrankenhilfe direkt vom Bundesgesundheitsministerium gefördert sowie mindestens 82 mal auf der Homepage der Drogenbeauftragten zitiert. Das aktuelle Positionspapier hingegen sucht man auf Marlene Mortlers Seite vergebens.

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Kommentare

Super Positionspapier!
Die »DHS« scheint ja wirklich nachgedacht zu haben bei dem Positionspapier.
Auch dieser Beitrag ist sehr gut geschrieben.

-Eine »Untersuchungs-Kommission« auf Bundesebene in dieser Legislaturperiode wäre mehr als angebracht.
Das bedeutet eigentlich das man nächstes Jahr so etwas umsetzen sollte.
Die Punkte welche zu Berücksichtigen sind, laut »DHS« sind gut gewählt. Das Ergebnis sollte ziemlich niederschmetternd ausfallen für die Freunde der Cannabis-Prohibition.

-Das »BfArM« sollte in der Tat solche Projekte bewilligen und diese gegebenenfalls sogar begleiten.
Wäre eine ganz gute Grundlage um solche regulierten
Cannabis-Modellprojekte zu erproben.

-Süchtige integrieren hört sich auch gut an.

-Alkohol ab 18 ist eine ebenso gute Forderung.
In den Niederlanden ist es auch seit kurzem gesetzlich so geregelt.
Die Resultate sind wohl auch ganz gut.

-Das man dieses Positionspapier auf der Seite von Frau »Marlene Mortler« nicht findet ist äußerst bedauerlich.
Vielleicht konnte Frau Mortler, aus zeitlichen Gründen diesem »Papier« noch nicht die nötige Aufmerksamkeit schenken und es erscheint dort noch.

Aber wahrscheinlich wird es nicht auf ihrer Seite erscheinen.

Die Drogenbeauftragte sollte eigentlich große »Verantwortung« tragen.
Stattdessen handelt Frau Mortler »unverantwortlich«.

Bin mal gespannt ob überhaupt so eine »Untersuchungs-Kommission« gegründet wird. Wahrscheinlich wird es schon dort heftigen Widerstand geben.

Die DHS spricht sich also für eine regulierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene aus!?

Nach der gängigen Einschätzung der Bundesregierung müßte die DHS dann doch der Gruppe der "verantwortungslosen Cannabis-Lobby" zuzurechnen sein, die Schuld daran ist, daß unschuldige Jugendliche zum Cannabiskonsum verleitet werden!? Und diese Organisation (, die natürlich von Sucht und Abhängigkeit keinerlei Ahnung hat,) liefert Informationen, die die Frau Drogenbeauftragte auf ihrer Website veröffentlicht!?

Ich bin entsetzt.

(Noch eine Frage: Ist die DHS auch der brutalen Lobby zuzuordnen, oder gehören die zum sanften Flügel?)

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