Der Tod von Robert Strauss

  • Veröffentlicht am: 28. Januar 2015 - 16:07
  • Von: Michael Knodt

Am 14. Januar ist der Cannabis-Patient Robert Strauss aus Augsburg im Krankenhaus nach Aussage der behandelten Ärzte an "multiplem Organversagen" gestorben. Robert Strauss war seit Februar 2014 im Besitz einer Ausnahmegenehmigung zum Import von medizinischem Cannabis aus den Niederlanden. Seitdem sei Herr Strauss immer wieder von Beamten der Augsburger Polizei kontrolliert worden, wie die Süddeutsche im Dezember berichtete. Strauss empfand das als Schikanierung, die erst mit dem Erhalt der Ausnahmegenehmgigung ihren Anfang genommen habe, sagte er damals. Im Herbst 2014 durchsuchten Beamte dann ohne richterlichen Beschluss die Wohnung von Robert Strauss und fanden eine bislang nicht genannte Menge Cannabis, die beschlagnahmt wurde. Auf telefonische Nachfrage teilte der zuständige Oberstaatsanwalt Nickolai mit, die Auffinde-Umstände hätten stark darauf hingewiesen, dass es sich nicht um Gras aus der Apotheke, sondern um illegal erworbene Blüten handele. Der Anwalt von Herrn Strauss hatte gegen die Beschlagnahme der Cannabis-Blüten auch umgehend Beschwerde beim zuständigen Landgericht eingelegt, das diese postwendend als unbegründet abwies.

Da Deutsche Apotheken Cannabis-Patienten von  November 2014 bis vergangene Woche nicht beliefern konnten, hatte Robert Strauss nach der Hausdurchsuchung keine Möglichkeit, legal oder auch illegal an Cannabis zu kommen. Zu dieser Zeit verschlechterte sich sein Gesundheitszustand erheblich, was von seinen Arzt Dr. Grotenhermen hier ausführlich dokumentiert wurde. Nach einem Oberarmbruch ist Robert Strauss dann Anfang Januar ins Krankenhaus eingeliefert worden und schilderte Dr. Grotenhermen am 8.1.2015 telefonisch seinen miserablen Gesamtzustand. Innerhalb weniger Tage verschlechterte sich sein Gesundheitszustand noch dramatischer, bis er am 14. Januar verstarb. Hätte man Strauss sein Gras nicht weggenommen, wäre er jetzt vielleicht noch am Leben", sagte Dr. Grotenhermen der Süddeutschen Zeitung.

Wie geht es weiter?

Das Ermittlungsverfahren wurde aufgrund des Todes natürlich sofort eingestellt. Trotzdem verweist der zuständige Polizeisprecher Bernd Waitzmann immer noch auf ein laufendes Verfahren und gibt sich, befragt zu den Auffinde-Umständen, Journalisten gegenüber noch genau so wortkarg wie zu Lebzeiten von Herrn Strauss. Da der Patient eines unnatürlichen Todes gestorben ist, wird der Leichnam des Verstorbenen jetzt obduziert. Sollten sich im Rahmen der Obduktion Hinweise ergeben, dass die fehlende Cannabis-Medizin ursächlich für den Tod war, könnte den Worten Nickolais zufolge erneut ermittelt werden, ob und welches Cannabis zurecht beschlagnahmt wurde. Sollte die Obduktion ergeben, dass die fehlende Medikation nicht Ursache des Todes war, wird in keiner Richtung weiter ermittelt.

Patrick Strauss, der Sohn von Robert Strauss, ist immer noch geschockt ob des plötzlichen Todes seines Vaters. Robert Strauss soll in den USA beigesetzt werden, von wo er ursprünglich stammt. Er habe in letzter Zeit des Öfteren den Wunsch geäußert, in die alte Heimat zurückzukehren, um dort in einem "Medical State" endlich Ruhe vor den Strafverfolgungsbehörden zu haben. "Ich bin der Meinung, dass Cannabis im Gegensatz zu heutigen Medikamenten in der Medizin viele alternative Möglichkeiten bietet, ohne viele schwerwiegende Nebenwirkungen für den menschlichen Körper aufzuweisen. Ich werde den Kampf meines Vaters weiterkämpfen", sagte Sohn Patrick in einer ersten Stellungnahme.

Update: Cannabis-Patient darf nicht nach Cannabis riechen.

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Kommentare

ohne Worte R.I.P. Robert. Bin gespannt ob der Gesetzentwurf seitens des Gesundheitsministeriums so etwas dauerhaft verhindert. Peinlichkeit am Rande medizinisches Cannabis wieder für einige Wochen nicht lieferbar...

HEY, das Emblem das auf der Dose zu sehnen ist gehört doch zur Philipp Morris GmbH..

Kommt da etwa der Beginn einer Verschwörungstheorie zum Vorschein? Ich vermute eher, dass es sich um das Wappen der niederländischen Regierung oder der entsprechenden Gesundheitsbehörde, oder sowas in der Richtung, handelt. Weiß es aber auch nicht. Aber was ich sicher weiß, ist, dass 'Bedrocan' für 'Ben Dronkers Cannabis' steht. Und genau der, also der allseits bekannte Chef von Sensi Seeds, steckt auch hinter der Firma Bedrocan. Darum verwenden die ja auch nur Sorten von Sensi Seeds.

Meine Vermutung stimmte wohl, hab ich inzwischen herausgefunden. http://ec.europa.eu/health/highlights/pics/20150122_pgmworkshop_highlight.jpg

Das von Philip Morris sieht nur ähnlich aus:

http://www.presseportal.de/bild/37922-logo-philip-morris-gmbh.jpg

Jetzt haben wir Ihnen den ersten Cannabis Toten. Aber nicht wegen, sondern wegen nicht konsumieren.

Natürlich sein Tod ist bedauerlich, dennoch find ich's tragischer, dass er -ein unfreiwilliger Märtyrer- für auch unsere Bedürfnisse und Interessen gestorben ist, obwohl er es nötiger gehabt hätte, als wir gesunde Konsumenten. Wenn ich mich mehr damit auseinander setzte, bekomm ich da ein richtig schlechtes Gewissen..

Woher weißt du denn, dass er es nicht so gewollt hat? Er hat doch zu Lebzeiten extra noch ein Interview gegeben, um auf seine Situation und die menschenverachtenden Polizeipraktiken bei ihm vor Ort aufmerksam zu machen. Und wie sollte man deiner Meinung nach mit dem Fall umgehen als Cannabis-Befürworter? Sollte man sich nur kurz denken: "Oh, das ist aber tragisch.", und den Fall dann einfach totschweigen oder unter den Teppich kehren und nie wieder darüber reden? Außerdem ist jeder Cannabis-Konsum medizinisch zu begründen. Allein simple Stress-Reduktion beugt einer Unmenge an Krankheiten vor. Ich find' die Distanzierung von Cannabis-Patienten zu Genuss-Konsumenten jedenfalls ziemlich bedenklich. Von Patienten ausgehend oder Ärzten, die Cannabis-Patienten behandeln, sogar ziemlich überheblich. Als ob Genuss-Konsumenten keinen wirklich rechtfertigenden Grund hätten, Cannabis zu konsumieren. Niemand hat da mehr Anrecht drauf, als irgendein anderer...mögliche Erkrankungen hin oder her. Außerdem gäbe es gar keine Cannabis-Patienten, wenn Genuss-Konsumenten Cannabis nicht durch ihre Vorliebe für diese Pflanze die letzten Jahrzehnte der Prohibition am Leben erhalten, und das Wissen darüber verbreitet hätten.

Miese Sache richtig mies. Jetzt sterben schon Leute wegen der Sinnlosigkeit des Verbots.

P.S.: Korrigiert mal das Datum .. ist bestimmt der 08.01.2015 gemeint ;)

Danke, ist korrigiert.

Die Prohibiton fordert so viele unnötige Opfer ich kann das ganze Politikerpack der CDU nicht mehr sehen allen voran die Mörtler der Dame gehört normalerweise der Prozess gemacht die Anklageliste wäre ellenlang... R.I.P Robert so einen Tod hast du nicht verdient, viel zu früh

RIP Robert
Traurig, dass die Ideologen auch noch den Tod von Menschen billigend in Kauf nehmen. Ich gehe davon aus, dass die Staatsgewalt den Fall so lenken wird, dass ihr keine Schuld anzulasten ist.

Das hier:http://www.n-tv.de/wirtschaft/Bierbrauer-beenden-Durststrecke-article14423551.html?fb_action_ids=885696928148326&fb_action_types=og.recommends&fb_source=timeline_og&action_object_map=%7B%22885696928148326%22%3A915915545094611%7D&action_type_map=%7B%22885696928148326%22%3A%22og.recommends%22%7D&action_ref_map=%5B%5D ist der Grund dafür, warum die Bierpolitiker der CSU sich so dagegen Wehen Cannabis und Alkohol auf eine Stufe zu stellen.

Dieser Beitrag zeigt das unser Land unter der derzeitigen politischen Führung dringend einen Umdenken benötigt. Unsere derzeitige politische Vertretung quält durch gezielte Untätigkeit mit Ihrer Verbotspolitik wissentlich Menschen. Hier sollte vielleicht geprüft werden ob das nicht polizeilich angezeigt werden sollte!

Zutiefst erschütterte Grüße

Simon

Das erklärt durchaus, warum ich in Augsburg mit meinem PKW unbehelligt fahren konnte,
obwohl mein TÜV über ein halbes Jahr abgelaufen war. In den 90er Jahren unmöglich.
Nach spätestens acht Wochen ohne TÜV war man fällig.
Das erklärt, warum in Augsburg so viele gewalttätige Übergriffe stattfinden.
Die Justiz und der Vollzug haben nur noch Cannabis im Kopf.
Völkermord ist gekennzeichnet durch die konkrete Absicht, eine bestimmte Gruppe von Menschen als solche ganz oder teilweise zu vernichten.
Wird Zeit für eine Anklage nach §6 VStGB.

Dann ist die Prohibition eindeutig Genozid!
250.000 Menwchen sterben jährlich durch Krebs.
Die Uni Rostock hat schon 2 mal nachgewiesen, daß THC krebs tötet, in israel wird cannabis vor einer chemo und während einer chemo und bestrahlung verabreicht, manche sind schon geheilt, bevor es zur chemo kommt.
Es gibt viele die das bestätigen können, nur die schulmediziner wollen das nicht sehen.
vor einem Monat ist meine Mutter an krebs gestorben sie kämpfte 17 jahre, hatte im letzten frühjahr ihre stimme wegen der metastasen verloren und konnte nur noch flüstern.
Nachdem ich aktiv wurde und dadurch die palliativstation ein rezept für dronabinol raus rückte, was die krankenkasse natürlcih nicht bezahlt hat, kam ohne bestrahlung oder chemo die stimme wieder, sie hatte noch 6 monate laut ärzten, stattdessen hat sich alleine durch dronabinol der zustand stabilisiert, leider hat sie es sich nicht jeden monat leisten können, deswegen hat sie letztendlich den kampf verloren.
Ich ärgere mich so sehr, ich hätte auf die gesetze scheißen sollen und selber anbauen sollen, dann könnte sie noch leben, aber sie wollte keine drogen nehmen.
Wie wenn phentanyl und das andere zeug keine drogen wären.
Selbst der internationale terror tötet nicht so viele menschen, wie unsere bundesregierung durch ihr verbohrtes denken.

Klage wg. Völkermord erheben, wenn das zuständige Gericht ein UN-Gericht ist? Die vereinten Nationen begehen Völkermord unter dem Mantel der Prohibition. Und was machen wir jetzt? So ein Konstrukt putscht man auch nicht so einfach weg.

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