Cannabis-Patient darf nicht nach Cannabis riechen

  • Veröffentlicht am: 2. Februar 2015 - 14:37
  • Von: Michael Knodt

Wir berichteten vergangene Woche über den Tod von Robert Strauss, der am 14. Januar 2015 verstorben war. Im Oktober hatten Polizeibeamte die Wohnung des Cannabis-Patienten ohne richterliche Anordnung durchsucht und dabei Cannabis beschlagnahmt, dass ihren Einschätzungen zufolge nicht aus einer Apotheke stamme. Eine Stellungnahme zu den näheren Umständen hatte die Polizei in Augsburg auch nach dem Tod von Herrn Strauss mit Verweis auf das laufende Verfahren zweimal abgewiesen. Die Staatsanwaltschaft hingegen zeigte sich auskunftswillig, woraufhin der zuständige Polizei-Pressesprecher Waitzmann eine weitere Anfrage mit dem Hinweis auf das Verfahrensende erhielt. Im dritten Anlauf musste der Pressesprecher dann einräumen, den eingesetzten Beamten sei bekannt gewesen, dass "Herr Strauss eine klar definierte und streng begrenzte Ausnahme im Zusammenhang als "Cannabis-Patient" hatte."  Alleine vor diesem Hintergrund scheint eine "Gefahr im Vollzuge", die sich auf den Cannabisgeruch begründet, eine Schutzbehauptung zu sein, um das rechtswidrige Vorgehen im Nachhinein zu rechtfertigen.

Wie bereits am Freitag berichtet, hatten sich die Beamten bei der Beschlagnahme der Hanfblüten darauf berufen, es habe Indizien gegeben, dass das Cannabis kein Produkt der Firma Bedrocan sei, sondern ein Schwarzmarkt-Produkt. Auf Nachfrage, inwieweit Schwarzmarkt-Cannabis durch Inaugenscheinnahme von ihrem Medizinal-Produkt zu unterscheiden sei, antwortet die Firma Bedrocan, dass das optisch nicht möglich sei. "Man kann im Rahmen einer chemischen Analyse einen genauen chemischem Fingerabdruck der (verdächtigen) Hanfblüten nehmen und sie mit dem von Bedrocan-Cannabis vergleichen. Allein durch eine optische Bewertung seinen solche Einschätzungen zweifelhaft," so ein Sprecher der Firma gegenüber dem Hanfverband.

Die Polizei hatte das Cannabis beschlagnahmt, weil sie glaubten, Herr Strauss wolle es verkaufen. Sein behandelnder Arzt Dr. Grotenhermen hingegen berichtet, Herr Strauss habe das Cannabis damals mithilfe einer Feinwaage in Tagesrationen dosiert, damit er es besser einteilen könne. Deshalb habe sich seine Medizin nicht mehr in den Originaldosen, sondern in einzelnen Tütchen gefunden. Leere Dosen und Quittungen hätten die Polizisten, im Gegensatz zu den Blüten, allerdings nicht interessiert. Das Landgericht Augsburg hatte das Vorgehen kurz nach dem Einsatz als rechtens bewertet und den Einspruch von Herrn Strauss' Anwalt gegen die Beschlagnahmung abgewiesen. Ob die Blüten von Herrn Strauss wirklich illegalen Ursprungs waren, wird sich wohl nicht mehr klären, weil es kein Verfahren mehr gibt und so eine eventuelle Analyse nicht mehr statt finden wird. Es sei denn, die Obduktion des Verstorbenen ergibt, dass die fehlende Versorgung mit Cannabis Ursache für seinen Tod war. In diesem Falle müsste im Zuge weiterer Ermittlungen auch die Herkunft der Blüten gekärt werden. Grundsätzlich aber sollte ein Cannabis-Patient, bei dem es nach Cannabis riecht, nicht legal Opfer polizeilicher Maßnahmen werden dürfen.

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Kommentare

Eine Hodenlose unverschämtheit-ich könnte kotzen, kotzen, kotzen!!!

unfassbar, die Ermittlungsbehörden sollten in sich gehen und fragen was Sie tun können um derartiges zu vermeiden. Wann endlich wird in diesem Land endlich massiv seitens der judikative der Part zur Politik zurück gespielt. Wir brauchen endlich Politiker die sich nicht wie die Bundesdrogenbeauftragte oder unsere Kanzlerin hinter obskuren Zahlen verschanzen sondern handeln... Bedrocan ist Jack Herer und das was man in einem von mir sehr geliebten Shop in Purmurend ab und dann bekommt ist so liebevoll gezüchtet das ich auch nachdem ich 2 Jahre eine Ausnahmegenehmigung besitze und dauerhaft Bedrocan beziehe wenn lieferbar nicht von der Ware aus Purmurend unterscheiden kann. Ideeologische Kriege seitens der Ermittlungbehörden resultieren nur von fehlender Unterstützung seitens der Politik. Polizeipräsident Wimber ist so einer der versucht daran zu drehen... Hoffen wir auf mehr davon. Europa ist so etwas von naiv nicht endlich dem Amerikanischen Vorbildern zu folgen und sowohl medizinisch als auch ohne medizinische Indikation vernünftige Gesellschaftsfähige Lösungen zu formulieren und auf den Weg zu bringen.

Kann man die Herren denn nicht Anzeigen! Vorsätzliche Körperverletzung mit Todesfolge im Amt! Die hatten ja nicht mal ein richterlichen Durchsuchungsbeschluß!

wieso im amt? die haben lediglich dienstausweise und können auf anfrage keinen amtsausweis vorlegen, lediglich ihren dienstausweis der sie als bedienstete aber nicht als beamte ausweist!dementsprechend haften sie eigentlich als privatperson, das ist wohl auch der grund warum gerichte sie decken ;) !

Das ist unfassbar wie die Menschen behandelt werden, schlimmer wie Tiere.

Menschen werden hier nicht behandelt, sondern SACHEN.... bei Gericht wird immer in Sachen ... Namenangabe... verhandelt nie angelegenheiten zwischen Personen/Menschen, manchmal muss man einfach nur genau hinschauen/hören!!!

'Gefahr in Verzug' heißt das.

Wovon ging denn da, oder geht denn bei Cannabis die Gefahr aus?

Der Begriff "Gefahr im Verzug" kann viele verschiedene Dinge meinen, in diesem Fall die Gefahr der Beseitigung von offensichtlich vorhandenen Beweismitteln (=Cannabis)

"Die Polizei hatte das Cannabis beschlagnahmt, weil sie glaubten, Herr Strauss wolle es verkaufen." Wozu? Wer soll das denn kaufen, wenn er selbst schon 15 Euro oder mehr fürs Gramm in der Apotheke bezahlen musste und entsprechend exorbitante Preise verlangen müsste, um selbst einen kleinen Gewinn zu machen? Und was für eine Motivation sollte da überhaupt hinter stecken, seine Medizin zu verkaufen, wenn die lückenlose Versorgung an sich, durch jede Menge Lieferengpässe seitens der Firma Bedrocan, schon nicht gewährleistet ist und eben praktisch kein Gewinn zu machen ist damit. Das ergibt doch alles keinen Sinn, was die sich da zusammenlügen unsere bayrischen 'Freunde und (willigen) Helfer'.

Das riecht außerdem noch nach einer ganz willkürlichen Einschüchterung bedürftiger kranker Menschen von welchen die sich skurrilerweiße "Freund und Helfer" nennen!!!! Beinahe schon zynisch!!! Ganz ehrlich, dass die sich nicht der Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe wegen schon schämen ist wirklich eine Schande hoch 10!!! Kann man mal sehn mit welch einer perfiden Penetranz die Menschenrechte sowas von mit Füßen getreten werden!!! Dachte wenigstens die Polizei wäre langsam mal etwas vernünftiger aber das ist wohl immer noch solch ein großteils unmöglicher Haufen hirnloser Befehls-Befolger!!! Hätten ihn in Ruhe lassen können, aber Sie mussten ihn unbedingt am Ende seines "Lebens" noch drangsalieren und ihm jegliche Erleichterung, ja eventuell sogar noch Lebensverlängerung verwehren!!! Sowas darf nicht sein in einem Land mit solch einer sensiblen Vergangenheit bezüglich der Verfolgung von Minderheiten und Andersartiger!!! ABSOLUTER SKANDAL!!!

Leider ist es so, dass immer etwas schlimmes passieren muss, damit nun endlich etwas geändert wird. Ein Mensch stirbt weil unsere
tolle Regierung es nicht hinbekommt zu handeln. Für mich ist so etwas eindeutig MORD!!!
Aber so schlimm ist das ja nicht, wir leben in einer demokratie und das bedeutet auch es geht ja allen gut und die, die gegen das System sind oder irgendwie anders sind müssen sich beugen. Wer nicht hören will muss fühlen.
Wenn in Deutschland ein Listenhund einen Menschen beisst, dann schreien alle tötet die Viecher. Monatelang war es für die Medien das Thema. Fast jeden Tag konnte man im Fernsehen sehen: Kampfhund beisst kleinkind. Es muss etwas passieren, Gesetze müssen geändert werden usw.
Schwerkranke Menschen die "drogen" nehmen um ihr Leben erträglicher zu machen passen nicht in unser system, es fehlt die Lobby, es gibt nicht genug die auf die straße gehen. Und wenn, da heißt es guck die mal die kiffer an nun wollen die auch noch drogen nehmen ohne bestraft zu werden...nein nein sowas geht nicht. Tausende tote durch alkohol oder Zigarettenkonsum sind zahlen die hingenommen werden, Millionenausgaben um Nikotin und Alkohol zu bekämpfen stören nicht. Solange die mächtigen ihre finger im spiel haben wird sich daran nichts ändern. Und wenn ich dann noch lese, dass bis 2016 es leichter sein soll für schwerkranke an cannabis zu kommen, weiß ich nicht ob ich lachen oder weinen soll.

Ihr habts sas a ned einfach .... Wie recht du hast!! Bei uns in Öland wurde heimlich(AGES) seit 2009 oder auch schon früher, angebaut und dann medizinisch verkauft, solang du Geld und Macht hast, kannst du in Öland den 'kleinen' runter drücken .... Und selbst Beamte sind grüner als man denkt .... http://m.oe24.at/oesterreich/chronik/wien/Beamter-leitete-Drogen-Kartell/174804454 .... Und das ist sicher erst die spitze des Eisberges ..... Leider

Wir leben und lebten nie in einer Demokratie!

Mein Gott haben die Menschen kein Herz ? Einen todkranken so zu behandeln, habt ihr nichts besseres zu tun ? Die Dealer mit vergifteten Zeug dürfen weiter dealen weil ihr seit ja damit beschäftigt kranke Menschen zu quälen ! Das war dabei die größte Straftat und grenzt an Todschlag. Da fällt einem einfach nichts mehr ein. Jetzt seit ihr auch noch sehr stolz auf euch !?

Mich macht diese Verbortheit sehr traurig.

Hallo
ist eigentlich in diesem Fall schon einer der Täter (Polizisten) angezeigt worden?

Grundgesetz Kapitel 1: Die Würde des Menschen ist unantastbar!

hierzulande werden wir in der verwaltung als sache angesehen nicht als mensch, anders läßt sich so einiges nicht erklären!

Dürfen Patienten nur alleine rauchen?

Tod von Cannabis-Patient Robert S. wirft Fragen auf

http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Tod-von-Cannabis-Patient-Ro...

...
Die Beamten seien an diesem Tag wegen eines anderen Einsatzes zufällig in dem Haus gewesen. Sie hätten dann Hinweise gehabt, dass Robert S. in der Wohnung Cannabis konsumiere – und das nicht alleine. „Gefahr in Verzug“ nennt sich das im Behördendeutsch.
...
Rund 1000 Euro im Monat für Cannabis-Blüten
...
Die Durchsuchung wurde hinterher sowohl vom Amtsgericht als auch vom Landgericht für rechtmäßig befunden. Tatsächlich hatten die Beamten in der Wohnung eine zweite Person angetroffen.
...

Das zeigt mal wieder wie inkompetent nicht nur die regierung ist.
Jeder kranke hat so ne tages und wochen sortierbox.
Auch wenn es vom schwarzmarkt ist, er hat ne erlaubnis zum besitz und kauf.
Zudem stellt sich mir die frage, was ist sinnvoller, offizieller patient sein und ständig in angst leben, oder ohne erlaubnis und ohne aufsehen sich selbst zu therapieren.
Eine erlaubnis zu bekommen führt so zu mindestens genauso viel ärger, nur steht man von anfang an auf der verdächtigen liste, das sollte eigentlich verboten sein.
Worin besteht nochmal der vorteil einer eelaubnis?
Vorallem wenn man ständig drangsalliert, überwacht und verdächtigt wird?
Hätte man ihm handel nachweisen können, anhand von ermittlungen, stellt sich für mich immernoch die frage, warum er sein medikament in der u haft nicht bekam!

Hätte Robert die Ausnahmegenehmigung nicht gehabt, und trotzdem Cannabis konsumiert, so hätte ihn die bayrische Polizei sicherlich nicht weniger hart rangenommen.

So war er beispielsweise meines Wissens nach nicht in U-Haft.

Eine Ausnahmegenehmigung zu haben, führt nicht automatisch zu Problemen. Es schützt aber auch nicht vor allen Ungerechtigkeiten, die dieser Staat beim Thema Cannabis so zu bieten hat.

Hätte er es aber klammheimlich genommen, ohne eine ausnahme genehmigung, wäre er nicht automatisch auf der liste der verdächtigen aufgetaucht.
Und das ist das perfide.
Kiffst du illegal, bist du dran, wenn man dich erwischt, machst du es offiziell, dann bist du automatisch schon verdächtig.
Man sollte denken, daß eine erlaubnis etwas legal macht, aber wenn ich so die aussagen von patienten höre, dann ist es besser nicht zum arzt zu gehen und schon garnicht eine ausnahme erlaubnis zu erwirken.
Das Gras ist teurer als auf dem schwarzmarkt, zwar sauber, aber man wird auf schritt und tritt verfolgt und kann alles verlieren, genauso wie jemand, der es illegak macht.
Ganz ehrlich diese vorgehensweise hat nichts mit rechtsstaat zu tun, das erinnert eher an an faschismus.
Die haben ihmnvorsätlich seine medizin genommen, das ist mindestens folter, wenn nicht sogar körperverletzung mit todesfolge oder totschalg durch vorenthaltung.
Ich wünsche niemandem das was schmerzpatienten erleiden, aber die polizisten hätten es verdient mal ne zeitlang genauso zu leiden.

Wie wäre es mal mit einer Mahnwache und einer Demo gegen Polizei brutalität gegen Patienten?

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