Die Bundesregierung möchte die Erstattung von Cannabisblüten durch die gesetzlichen Krankenkassen beenden und damit über 100 Mio. Euro pro Jahr einsparen. Wir rufen betroffene Patienten zur Teilnahme an unserer Mail-Aktion auf.
Durch die geplante Änderung würde für viele schwerkranke Patienten die bewährte Versorgung mit Cannabisblüten entfallen. Zukünftig sollen nur noch Cannabis-Extrakte und Fertigarzneimittel erstattet werden. Wer Blüten benötigt, ist auf sich allein gestellt und soll diese selbst bezahlen. Gerade für schwerkranke Menschen ist es jedoch oft kaum möglich, diese Kosten selbst zu stemmen.
Was der DHV bereits getan hat
Wir haben bereits in unserer offiziellen Stellungnahme zum Gesetz die Verschlechterung der medizinischen Versorgung mit Cannabis für gesetzlich Versicherte kritisiert und darauf hingewiesen, dass die prognostizierte Einsparung absolut unrealistisch ist. Denn Cannabisblüten sind auf ihren THC-Gehalt bezogen wesentlich günstiger als Extrakte und Fertigarzneimittel. Dieser Auffassung folgt unter anderem auch der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen in seiner Stellungnahme. Sollte die Mehrzahl der Patient auf Extrakte und Fertigarzneimittel umstellen, sind sogar deutliche Mehrkosten zu erwarten. Auch Medien haben unsere Zweifel an der Kosteneinsparung bereits zitiert. Weiterhin führen wir Hintergrundgespräche mit verschiedenen Politikern, um sie davon zu überzeugen, dass eine Streichung der Kostenübernahme von Blüten einerseits kein Einsparpotential bietet und andererseits die medizinische Versorgung von schwerkranken Menschen gefährdet.
Ein umfangreiches Gesetz mit vielen Interessengruppen
Im GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, in dessen Entwurf auch die Streichung der Kostenübernahme für Cannabisblüten enthalten ist, sind noch viele weitere zum Teil schwerwiegende Veränderungen in der Versorgung der gesetzlich Krankenversicherten vorgesehen, die weitreichende Auswirkungen auf große Teile des Gesundheitssektors in Deutschland haben werden. Daher tragen aktuell viele Organisationen und Lobbyverbände ihre Forderungen an die Politik heran. Damit die Bedürfnisse von Cannabispatienten vor dieser Masse an Interessengruppen nicht untergehen, bedarf es eindringlicher Botschaften, die herausstechen.
Was ihr tun könnt
Uns haben in den letzten Wochen viele E-Mails erreicht, in denen uns Patienten mit Kostenübernahme sehr eindrücklich und zum Teil auf sehr emotionale Weise geschildert haben, was der Wegfall der GKV-Kostenübernahme für sie persönlich bedeuten würde und warum Extrakte für sie keine Option sind. Diese Schicksale machen betroffen und regen sicher auch den ein oder anderen Politiker zum Nachdenken an. Deshalb stellen wir diesmal kein Standardanschreiben zur Verfügung, das dann immer gleichlautend an die Mitglieder des Bundestages geschickt wird. Vielmehr fordern wir euch dazu auf, den MdBs eure persönliche Geschichte, eure Situation, euer Schicksal zu schildern. Denn diese persönlichen Anschreiben finden deutlich mehr Beachtung in Anbetracht der Masse an Interessengruppen, die die parlamentarischen Verhandlungen beeinflussen möchten.
Daher schreibt euren MdBs vor Ort und lasst sie wissen, was die Streichung der Kostenübernahme für euch bedeuten würde und warum Extrakte und Fertigarzneimittel für euch keine sinnvolle Option sind. Lasst die Abgeordneten wissen, dass ihr aus ihrer Gegend kommt. Lokaler Bezug und ggf. potenzielle Erststimmen sind wichtig für Abgeordnete.
Nachfolgend findet ihr eine Liste mit Kontaktdaten der CDU- bzw. CSU- und SPD-Abgeordneten im Bundestag, aufgeschlüsselt nach Bundesländern. Falls es in eurem direkten Umkreis keinen Abgeordneten geben sollte, empfehlen wir euch, den nächstgelegenen MdB anzuschreiben.


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