Die Polizei hat bei mir eine kleine Menge Cannabis gefunden. Was passiert mir jetzt?

 In einer Entscheidung aus dem Jahr 1994 urteilte das Bundesverfassungsgericht, dass der Besitz von Betäubungsmitteln strafrechtlich nicht mehr verfolgt werden soll, wenn diese lediglich in kleinen Mengen zum gelegentlichen Eigenverbrauch erworben und besessen werden und kein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung besteht. Das BtMG wurde daraufhin um den §31 a Absehen von der Verfolgung ergänzt.
Leider existiert bis zum heutigen Tag keine bundeseinheitliche Regelung, welche festlegt, wie viel eine "Geringe Menge" ist und wann ein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung besteht. Die entsprechenden Regeln der Bundesländer weisen erhebliche Unterschiede auf. Damit Sie wissen, welche Regeln für die Verfahrenseinstellung nach §31a in Ihrem Bundesland gelten, haben wir für Sie eine Übersicht über die "Geringe Menge" erstellt.

Allerdings werden nicht aller Verfahren unterhalb der "Geringen Menge" eingestellt. Die Polizei muss Cannabis auch in geringsten Mengen beschlagnahmen und das Verfahren an die Staatsanwaltschaft weitergeben. In den meisten Bundesländern kann die Staatsanwaltschaft Verfahren einstellen, muss aber nicht.

Du erhältst also zunächst einen Brief mit der Anzeige. Anschließend kommt dann entweder ein Brief mit der Einstellung des Verfahrens, ein Strafbefehl mit Geldstrafe/Sozialstunden oder die Ankündigung eines gerichtlichen Verfahrens.
Polizeiliche Vorladungen als Beschuldigter musst du nicht befolgen. Diese dienen nur dazu, dich zu einer Aussage zu bringen, die dich oder andere belasten könnte. Grundsätzlich solltest du es vermeiden, eine Aussage bei Polizei und Staatsanwaltschaft zu machen. Insbesondere Angaben zum Konsumverhalten können versteckte führerscheinrechtliche Probleme im Nachhinein erzeugen.

Falls du weitere Fragen hast, wende dich an die Grüne Hilfe. DHV Sponsoren erhalten im Ernstfall eine kostenfreie Informationen von einem Anwalt.

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