Allgemeine Verkehrskontrolle - Was darf die Polizei, wie sollte ich mich verhalten?

 Handele ruhig, freundlich, aber bestimmt. Signalisiere möglichst keine Unsicherheit. Wenn du nicht aktiv unter dem Einfluss von Cannabis oder anderen Substanzen Auto fährst, hast du dir moralisch gesehen nichts vorzuwerfen. Dank der langen Nachweisbarkeit von Cannabis und des strengen Führerscheinrechts in Deutschland, sind Cannabiskonsumenten aber auch weit jenseits der Wirkungsdauer noch gefährdet, ihren Führerschein zu verlieren.

Die Polizei wird bei Verdacht versuchen, das Thema illegale Drogen in den Raum zu werfen. Mach keine Angaben zu Ihrem Konsumverhalten! Dazu bist du nicht verpflichtet und es kann nur schaden. Selbst Aussagen wie "Ich habe vor 3 Jahren das letzte Mal gekifft", machen es den Polizisten leichter, eine richterliche Anordnung für eine Blutentnahme zu erhalten. Im Zweifel genügen solche Aussagen auch ohne positiven Laborbefund die Überprüfung der Fahreignung, z.B. wenn ein regelmäßiger Konsum oder ein Mischkonsum mit Alkohol zugegeben wird.

NIE das Einverständnis zu einem Schnelltester (Urin/Schweiß o.ä.) geben, da dieser auch den schon Tage zurückliegenden Konsum aufdeckt und damit eine Blutentnahme rechtfertigen könnte. Der Schnelltest dient nur der Beweisfindung für die Polizei, er hat keine rechtliche Bindung.

Auch sogenannte Torkeltests wie Laufen auf einer imaginären Linie oder Berühren der Nase, ja selbst das Schauen in eine Taschenlampe ist freiwillig und kann den Beamten helfen, Verdachtsmomente festzustellen, die eine zwangsweise Blutentnahme rechtfertigen könnten.

Eine Verweigerung solcher freiwilligen Tests muss nicht begründet werden.

Wenn der Polizei keinen konkreten Anfangsverdacht wie Konsumzubehör oder polizeiliche Vorbelastungen wegen BTM vorliegen, wird sie massiv und unter Ausnutzung aller psychologischen Tricks versuchen, einen Urintest zu bekommen. Auf diesen Druck reagiert man am Besten gar nicht. In vielen uns berichteten Fällen lassen die Beamten nach 30-120 Minuten davon ab und ziehen weiter.

Wenn dennoch eine Blutentnahme erfolgt (§ 81a StPO), und du befürchtest das dabei Reste von THC Abbauprodukten oder gar aktives Cannabis festgestellt wurde, solltest du den Konsum einstellen, da unter Umständen ein Verstoß gegen das StVG vorliegt und/oder eine MPU droht. Wenn ein positiver Test erfolgt ist, sollte eine professionelle MPU Beratung aufgesucht werden.

Die Abbauprodukte von THC sind bis zu 3 Wochen im Blut feststellbar und lassen auch auf die Konsumintensität schließen, wobei sowohl aktives THC als auch passives THC-CooH nicht linear abgebaut werden. Das führt dazu, dass viele Konsumenten sich ungerecht behandelt fühlen, z.B. wenn sie nüchtern kontrolliert werden, und ihren Führerschein wegen einem positiven Urintest mit anschließender Blutentnahme verlieren. Dennoch sollte man darauf nicht mit Wut und Ignoranz, sondern mit einer besonnenen Verteidigungsstrategie reagieren.

DHV Sponsoren erhalten im Ernstfall eine kostenlose Erstberatung bei dem führenden Experten für Probleme rund um Cannabis, Führerschein und MPU, Theo Pütz. Er hat auch das Buch "Cannabis und Führerschein" geschrieben, dass für (potentiell) Betroffene und am Thema Interessierte Personen sehr lesenswert ist. Ihr findet es auch in unserem Webshop.

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