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Charité entwickelt Bio-Viagra

Wissenschaftler der Berliner Charitè entwickeln zur Zeit eine Potenzpille aus pflanzlichen Bestandteilen..

Es soll nächstes Jahr auf den Markt kommen.

Kurz danach wird es bestimmt verboten.

Laut einem Bericht der Berliner Zeitung basiert das Mittel hauptsächlich auf der osteuropäischen Pflanze “End-Burzeldorn“. Die Testergebnisse seien sehr vielversprechend, die Libido der Versuchsteilnehmer war “im Vergleich sogar höher als in der Kontrollgruppe, die Viagra nahm.” Na das klingt doch mal nach einem potenten Produkt! Schon im nächsten Jahr sollen die Bio-Pillen als diätisches Lebensmittel auf den Markt gebracht werden.

Allerdings ist es in Deuschland üblich, Pflanzen zu verbieten, die Spaß machen. Sobald die Zahl der Konsumenten eine gewisse Schwelle überschritten hat – und sei es auch nur eine medial gefühlte Schwelle -, wird über ein Verbot diskutiert. Bestimmt wird sich auch irgendjemand finden, der einem Konsumenten eine Abhängigkeit attestiert, oder es stirbt jemand beim Burzeldornsex an einem Herzinfarkt. Spätestens dann hat in der Vergangenheit immer wieder die Verbotsmaschinerie eingesetzt, auch ohne belastbare wissenschaftliche Untersuchungen zur Gefährlichkeit des Genussmittels. So ist es z.B. zuletzt bei Salvia Divinorum geschehen, aber auch bei traditionellen pflanzlichen Potenzmitteln wie Yohimbe. Chemie-Pillen von großen Konzernen haben solche Probleme natürlich nicht. Ich bin gespannt, was nun passiert, wenn eine seriöse Institution wie die Charité mit so einem Produkt kommt. Die Pharmariesen werden nicht begeistert sein. Wenn der Stoff nicht verboten wird, ist die deutsche Drogenpolitik um eine Unlogik reicher.

Hat schon jemand Erfahrung mit dem End-Burzeldorn? Scheint ja ein dolles Zeug zu sein, Erfahrungsberichte gerne hier als Kommentar…

 


Kommentare

7 Antworten zu „Charité entwickelt Bio-Viagra“

  1. “Bio-Viagra”: Berliner
    “Bio-Viagra”: Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt – Erst Sensation, dann Skandal: Wurde eine pflanzliche Potenzpille an der Charité ohne Genehmigung getestet? Mögliche Gefahren für Patienten

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30470/1.html

  2. Anonymous

    Der entscheidende Satz an dem
    Der entscheidende Satz an dem ganzen ist:

    *Dem Pharmariesen Pfizer bescherte der Viagra-Verkauf 2008 weltweit den Umsatz von fast 2 Milliarden US-Dollar.*

    Kein Kaufmann lässt sich gerne sein Geschäft versauen.

    Da braucht man gar nicht weiter nachzudenken:
    *Wer immer sich gegen diesen Umsatz auflehnt, wird plattgemacht, egal wie. Genug Schmiergeld ist da…*

    Ich bin richtig neidisch auf den Kollegen Schröder. Der hat mit einer kleinen Pressemeldung ein Erdbeben ausgelöst, und niemand kann ihm was anhaben!

    Genau das könnten wir auch gebrauchen…

  3. Was für eine Geschichte! Die
    Was für eine Geschichte! Die Charité hat sich mittlerweile von der Pressemeldung des Studienleiters distanziert:
    http://www.charite.de/charite/presse/pressemitteilungen/artikel/detail/stellungnahme/
    Und der Spiegel stellt die Untersuchungsergebnisse in Frage, enthüllt dafür pikante Nebenwirkungen (explosionsartiger Durchfall) und behauptet sogar, der Studienleiter, ein Medizinstudent sei auch als Lobbyist der Pharmaforschung tätig. Wie ich vermutet habe, wird es wohl auch nicht so einfach sein wie angekündigt, die Potenzpillen im Reformhaus zu verkaufen.
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,613804-2,00.html

  4. Anonymous

    Hier hat sich wohl ein
    Hier hat sich wohl ein Fehlerteufelchen eingeschlichen. Das “Wunderpflänzchen” heißt nicht End-Burzeldorn sondern “Erd-Burzeldorn” und ist in Wikipedia schon einschlägig beschrieben:

    “Die Früchte enthalten Tannin, ein Glykosid, ätherisches Öl, Linolsäure, Peroxidase u.a.

    Erd-Burzeldorn wird als Tonikum verwendet und soll die Potenz fördern. In Laborstudien wurde diese Wirkung bei Ratten nachgewiesen. Die Tiere nahmen außerdem an Gewicht zu. Weitere Untersuchungen zeigten eine Zunahme der Androgen-Rezeptoren im Rattenhirn. Ein Einfluss auf die Hormonproduktion beim Menschen konnte jedoch in einer klinischen Studie zunächst nicht nachgewiesen werden. Trotzdem ist es im Bodybuilding und Kraftsport als “natürliches Anabolikum” sehr verbreitet, obwohl eine wissenschaftliche Bestätigung positiver Effekte auf den Muskelaufbau bislang fehlt.

    Der Pflanzenextrakt hat blutdrucksenkenden Effekt bei Ratten[3]. Wie bei anderen Pflanzen auch, zeigen die enthaltenen Saponine eine starke pilztötende Wirkung.”

  5. Anonymous

    gugg mal auf google 😉
    gugg mal auf google 😉

  6. Anonymous

    Na klasse..! Sollte das
    Na klasse..! Sollte das Mittel allen Fake-Meldungen zum Trotz doch auf den Schwarz/Grau/Weiss-Markt kommen und wie beim Spice-Verbot unterdessen ein erkleckliches Sümmchen einspielen, wird Frau Bätzing womöglich als erste Drogenpolitikerin in die Geschichte der Bundesrepublik eingehen, weil sie der vornehmlich schwanztriebgesteuerten Genussklientel den Konsum eines Mittels untersagt, das neben einer vermeitlichen Spermienvermehrung und höherer Orgasmusfrequenz auch die gesundheitsgefährdende Nebenwirkung von
    intensiv-explosionsartigem Dünnpfiff zur Folge hat.

    Bin gespannt, wann sich der erste Medizinstudent an dpa wendet und die Behauptung aufstellt von Dulcolax bekäme man bei Überdosierung auch `ne Latte.

  7. Dazu fällt mir spontan ein,
    Dazu fällt mir spontan ein, dass einmal während einer Reportage auf arte von einem Mediziner gesagt wurde, dass unter den legalen und illegalen Drogen Cannabis am besten die Libido stimulieren soll. Er hatte über mehrere Jahre verschiedenste “Suchtpatienten” befragt…