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Anhörung im Bundestag zu Cannabis als Medizin

Am Mittwoch, den 15.10.08, habe ich einer Anhörung des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestages zu Cannabis als Medizin beigewohnt. Allein schon, dass es diesen Termin gab, war ein positives Signal. Es kommt schließlich nicht alle Tage vor, dass sich die Politik auf so hoher Ebene mit dem Thema beschäftigt.

Es wird aber auch höchste Zeit, gerade in diesem Bereich hat der paranoide Umgang mit Cannabis menschenunwürdige Auswirkungen auf schwer kranke Menschen, die nichts anderes wollen, als sich mit Cannabis etwas Linderung zu verschaffen. Stattdessen werden sie zu ihren quälenden Schmerzen und Ängsten auch noch staatlich verfolgt und landen zum Teil sogar im Gefängnis.

Immerhin gingen der Anhörung ernsthafte Anträge von Grünen und Linken voran, die endlich die rechtlichen Voraussetzungen schaffen wollen, damit sich Cannabispatienten straffrei mit bezahlbarer Cannabismedizin eindecken können. Bis auf die CDU-Fraktion scheinen auch alle begriffen zu haben, dass hier großer Handlungsbedarf besteht. Das wurde von den bei der Anhörung anwesenden Sachverständigen dann auch weitgehend bestätigt.



Kommentare

3 Antworten zu „Anhörung im Bundestag zu Cannabis als Medizin“

  1. Anonymous

    Die Pharmalobby scheint den
    Die Pharmalobby scheint den Prozess gut im Griff zu haben. Der Trend geht dahin, dass es Erleichterungen bei THC-Medikamenten gibt und diese bald von den Kassen bezahlt werden müssen, aber natürliche Hanfblüten zur Selbstmedikation kommen nicht in Frage – im Gegensatz zu den USA, wo tausende Kranke ihr eigenes Gras produzieren und herumtragen können.
    S. hierzu ein Statement von Dr. Marlies Volkmer (SPD, Gesundheitsausschuss) zu Cannabis als Medizin auf abgeordnetenwatch.de:
    http://www.abgeordnetenwatch.de/dr_marlies_volkmer-650-5900–f127509.html#frage127509

  2. Anonymous

    Prof. Dr. Böllinger
    Prof. Dr. Böllinger kritisiert den Bruch mehrerer Artikel des Grundgesetzes. DHS, SCM und Prof. Dr. Kress monieren die anhaltende Strafverfolgung und mahnen eine Aussetzung von laufenden Strafverfahren gegen Patienten mit med. Indikation auf Cannabis an.
    Die Versicherer möchten sich aus der Zahlungspflicht stehlen und Maria Eichhorn reitet zwischenzeitlich zwar nicht mehr auf der Einstiegsdrogen-Plattitüde rum, fordert aber weitere wissenschaftliche Belege, die im Grunde noch Jahre bis zu ihrer Erbringung benötigen.

    Es zwingt sich die Frage auf, ob die Bedenken hinsichtlich des zu erwartenden Finanzvolumens für die Behandlung mit Cannabis (Dronabinol) – horrorszenarienmäßig geschätzte 1, 6 Milliarden monatlich – den multiplen Bruch verfassungsmäßiger Rechte tatsächlich überwiegen und wie lange dieser unsägliche Zustand zu Lasten von Gesundheit und Menschenleben noch anhalten soll…