All FAQs (Helpie FAQ)

Sample of All FAQs (Helpie FAQ)

FAQ

  • Faktencheck 1

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  • Wenn Cannabis legalisiert wird, seid ihr dann nicht arbeitslos?

    Nein. Erstens wird Cannabis sicherlich nicht sofort vollständig legalisiert, sondern es wird ein längerer Prozess mit schrittweisen Veränderungen. Wir freuen uns auch über kleine Schritte, z.B. eine Erhöhung der sogenannten “geringen Menge”, fordern aber die vollständige Legalisierung von Hanf.

    Zweitens wird es auch nach einer Legalisierung von Cannabis möglicherweise weiterhin unterschiedliche Diskriminierungen gegenüber Cannabiskonsumenten geben, z.B. im Beruf oder beim Führerschein. Dagegen werden wir uns engagieren.

    Drittens wird die Hanfgemeinde in Deutschland auch ohne ein staatliches Hanfverbot sicherlich noch Bedarf an Vernetzung und politischer Interessenvertretung haben. Wir sind überzeugt, dass nach einer Legalisierung eher mehr Menschen, Firmen und Organisationen sich mit diesem Thema beschäftigen werden und dafür auch mehr Geld investieren werden, als es zur Zeit der Fall ist. Schließlich gibt es auch immer noch unzählige Organisationen für die Rechte von Homosexuellen, obwohl oder sogar gerade weil das staatliche Verbot schon über 40 Jahre abgeschafft ist.

    Viertens arbeiten wir nicht wegen des Geldes beim DHV, sondern mit Herzblut und aus der persönlichen Überzeugung heraus, dass das Verbot von Cannabis ein großer Fehler ist. Die meisten DHV-Mitarbeiter sind gut ausgebildet und könnten woanders mehr Geld verdienen als beim DHV. Einige von uns werden deshalb nach der Legalisierung vielleicht andere Wege gehen.

  • Ich bin schon seit einigen Monaten dabei und habe noch keine Geschenke erhalten, wieso?

    Wir versenden die Willkommensgeschenke 1-2 Monate nach der Rechnung. In Ausnahmefällen kann eine Sendung nicht zugestellt werden. Bitte wende dich an

  • Ich möchte die Führerscheinberatung / Erstberatung durch einen Anwalt in Anspruch nehmen. Was tun?

    Melde dich bei akuten rechtlichen Problemen wegen Cannabis telefonisch oder per E-Mail. Wir vermitteln dann ein kostenloses Erstgespräch mit einem Fachanwalt unseres Vertrauens. (Der Service gilt nur für aktuell gelistete DHV-Fördermitglieder, die mindestens 30 Euro Beitrag gezahlt haben.)
    Die kostenlose Erstberatung zum Thema “Cannabis und Führerschein” können wir durch den Tod unseres Service-Partners Theo Pütz leider bis auf Weiteres nicht mehr anbieten.

  • Ich habe euch eine Einzugsermächtigung geschickt, wann bucht ihr denn ab?

    Das mit dem Abbuchen kann sich manchmal leider etwas hinziehen, da schon aus technischen Gründen eine Vorlaufzeit von ca. 2 Wochen besteht und wir auch nur einen Buchhalter haben, dernebenbei auch noch andere Aufgaben hat. Sollte ca. 2 Monate nach Absendung eurer Einzugsermächtigung noch nichts abgebucht worden sein, könnt ihr jedoch gerne mal nachfragen. Evtl. ist die Ermächtigung dann tatsächlich nicht angekommen.

  • Woher weiß ich, dass ihr mein Geld bekommen habt?

    Als Nachweis hast du die Abbuchung auf deinem Kontoauszug.

  • Ich kann eure Webseite nicht öffnen. Woran liegt das?

    Wenn das Problem nur kurzzeitig auftritt, liegt es sehr wahrscheinlich an deiner Internetverbindung oder an unserem Hoster. Tritt das Problem längere Zeit auf, könnte es sein das dein Computer einen Internetfilter bzw. ein Jugendschutzprogramm nutzt. Gerade in Schulen, Universitäten und anderen öffentlichen Gebäuden wird das Internet sehr häufig zensiert. Dabei wird, wie uns mehrfach berichtet wurde, auch die Seite des DHV teilweise dem Bereich “Drogen” zugeordnet und damit gesperrt. Wenn du ähnliche Erfahrungen machst, berichte uns davon als Kommentar unter unserem dazugehörigen Artikel.

    Wir halten unsere Informationen nicht für jugendgefährdend. Wir werben nicht für den Konsum von Cannabis, sondern für eine vernünftige Drogenpolitik jenseits von althergebrachten Ideologien. Insofern sollte unsere Website auch für Kinder und Jugendliche zugänglich sein.

  • Welche Flyer aus eurem Webshop sollte ich am Besten verteilen?

    Unsere Flyer richten sich an unterschiedliche Zielgruppen. Der Flyer “Deine Stimme für Legalisierung” wendet sich beispielsweise an Hanffreunde und Legalisierungsbefürworter, während der Flyer “Cannabis legalisieren” eher an kritische bzw neutral eingestellte Menschen gerichtet ist. Hier haben wir ausführliche Informationen zur Verwendung unserer einzelnen Materialien veröffentlicht.

  • Bei welchen Krankheiten kann medizinisches Cannabis angewendet werden? defekt

    Da Cannabis ein breites und vielfältiges therapeutisches Spektrum hat, ist es grundsätzlich zu begrüßen, dass medizinisches Cannabis durch die im Gesetz offen gehaltene Formulierung relativ frei verschrieben werden kann. Die Entscheidung, ob Cannabis als Medizin eingesetzt werden soll, liegt allein im Ermessen des Arztes in Absprache mit dem Patienten. Das wird natürlich nur der Fall sein, wenn der Arzt Hinweise auf eine Wirkung von Cannabis bei der entsprechenden Krankheit findet.

    Es gibt also keinen expliziten Ausschlusskatalog von Krankheiten, für die medizinisches Cannabis angewendet werden kann.

    Anhaltspunkt dafür kann die Liste von Krankheiten sein, für die das BfArM bis zur Gesetzesänderung Ausnahmegenehmigungen erteilt hat:

    Häufig:

    • chronische Schmerzen
    • Multiple Sklerose
    • Tourette-Syndrom
    • depressive Störungen
    • ADHS

    Außerdem:

    • Allergische Diathese
    • Angststörung
    • Appetitlosigkeit und Abmagerung
    • Armplexusparese
    • Arthrose
    • Asthma
    • Autismus
    • Barrett-Ösophagus
    • Blasenkrämpfe
    • Blepharospasmus
    • Borderline-Störung
    • Borreliose
    • Chronische Polyarthritis
    • Chronisches Müdigkeitssyndrom
    • Schmerzsyndrom nach Polytrauma
    • Chronisches Wirbelsäulensyndrom
    • Cluster-Kopfschmerzen
    • Colitis ulcerosa
    • Epilepsie
    • Failed-back-surgery-Syndrom
    • Fibromyalgie
    • Hereditäre motorisch-sensible Neuropathie mit Schmerzzuständen und Spasmen
    • HIV-Infektion
    • HWS- und LWS-Syndrom
    • Hyperhidrosis
    • Kopfschmerzen
    • Lumbalgie
    • Lupus erythematodes
    • Migraine accompagnée
    • Migräne
    • Mitochondropathie
    • Morbus Bechterew
    • Morbus Crohn
    • Morbus Scheuermann
    • Morbus Still
    • Morbus Sudeck
    • Neurodermitis
    • Paroxysmale nonkinesiogene Dyskinese (PNKD)
    • Polyneuropathie
    • Posner-Schlossmann-Syndrom
    • Posttraumatische Belastungsstörung
    • Psoriasis (Schuppenflechte)
    • Reizdarm
    • Rheuma (rheumatoide Arthritis)
    • Sarkoidose
    • Schlafstörungen
    • Schmerzhafte Spastik bei Syringomyelie
    • Systemische Sklerodermie
    • Tetraspastik nach infantiler Cerebralparese
    • Thalamussyndrom
    • Thrombangitis obliterans
    • Tics
    • Tinnitus
    • Trichotillomanie
    • Urtikaria unklarer Genese
    • Zervikobrachialgie
    • Folgen von Schädel-Hirn-Trauma
    • Zwangsstörung

    Allerdings gilt: Cannabis ist kein Wundermittel und hilft nicht allen Patienten! Insbesondere Patienten mit einem hohen Risiko für Psychosen oder Vorerkrankungen am Herzen müssen beim Konsum von Cannabis Vorsicht walten lassen. Generell ist eine ärztlich begleitete, gezielt durchgeführte Anwendung von Cannabis immer einer selbst organisierten Anwendung vorzuziehen. Auf Grund der jahrzehntelang blockierten Forschung und des fehlenden staatlichen Interesses an einer verstärkten Anwendung erfahren viele Patienten aber oft erst durch eigene Experimente, dass Cannabis ihnen hilft.

  • Welche Ärzte können medizinisches Cannabis verschreiben?

    Ärztinnen und Ärzte aller Fachrichtungen, mit Ausnahme von Tier- und Zahnärzten, können Cannabisblüten und Extrakte im Rahmen eines BtM-Rezepts verordnen.

  • Was kann verschrieben werden?

    Neben den Fertigarzneimitteln Sativex und Nabilon stehen die Rezeptursubstanz Dronabinol sowie Cannabisblüten zur Verfügung.

    Sativex ist ein in Alkohol gelöster Pflanzenextrakt, der als Mundspray ausgeliefert wird. Es sind also alle Cannabinoide der Hanfblüten enthalten, wobei die THC- und CBD-Werte standardisiert sind.

    Nabilon und Dronabinol enthalten ausschließlich THC.

    Cannabisblüten sind in diversen Sorten verschreibbar mit sehr unterschiedlichen Wirkstoffprofilen.

  • Dürfen Cannabispatienten in der Öffentlichkeit medizinisches Cannabis rauchen?

    Patienten dürfen ihre Medizin prinzipiell in der Öffentlichkeit zu sich nehmen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) äußert auf eine schriftliche Anfrage, dass die Medikamenteneinnahme grundsätzlich entsprechend der Vorgabe des verschreibenden Arztes zu erfolgen habe. Wenn die therapeutische Anwendung im Ausnahmefall nur in der Öffentlichkeit möglich sei, stelle dies keine Straftat dar. Besondere gesetzliche Regelungen zur Anwendung von Cannabis als Arzneimittel in der Öffentlichkeit gebe es, abgesehen vom einzuhaltenden Nichtraucherschutz, nicht.

    Auf der Homepage des BfArM findet sich noch folgende Stellungnahme: „Von der Anwendungsart Rauchen wird grundsätzlich abgeraten. Sollte Ihre behandelnde Ärztin bzw. Ihr behandelnder Arzt im Einzelfall dennoch diese Anwendungsart für die Therapie empfehlen, so sollte die Anwendung – wenn immer möglich – nicht im öffentlichen Raum stattfinden. Für unbeteiligte Bürgerinnen und Bürger ist nicht erkennbar, ob es sich um die Anwendung eines Arzneimittels oder um den illegalen Konsum von Cannabis handelt. Dies sollte stets berücksichtigt werden.“

    Allerdings herrschen trotz der Stellungsnahmen von Bundesministerien oder dem BfArM noch immer Unklarheiten bei Patienten, Ärzten oder Beamten, wenn es um die Einnahme von medizinischem Cannabis in der Öffentlichkeit geht. Der Deutsche Hanfverband wollte es genauer wissen, weshalb wir allen Innen- und Gesundheitsministerien folgende Anfrage zuschickten:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    vor dem Hintergrund des neuen Gesetzes zu Cannabis als Medizin und dem Wegfall der Ausnahmegenehmigungen möchten wir vom Deutschen Hanfverband in Erfahrung bringen, wie die polizeiliche Dienstanordnung zum Umgang mit Cannabispatienten, die in der Öffentlichkeit ihre Medizin zu sich nehmen müssen, in Ihrem Bundesland geregelt ist. Wir würden gerne wissen, ob es eine solche polizeiliche Dienstanordnung in Ihrem Bundesland gibt.

    Des weiteren bitte ich Sie um Beantwortung folgender Fragen:
    – Wie ist die polizeiliche Dienstanordnung zum Umgang mit Cannabispatienten, die in der Öffentlichkeit ihre Medizin zu sich nehmen müssen, in Ihrem Bundesland geregelt?
    – gibt es eine solche polizeiliche Dienstanordnung?
    – Wie bzw. wo können Cannabis-Patienten die entsprechende Regelung bzw. Verordnung zur Einnahme ihrer Cannabis-Medizin außerhalb ihrer Privaträume finden (z.B. Reisen, am Arbeitsplatz oder bei längerer Abwesenheit)?
    – Findet bei Cannabis-Patienten eine konsequente Anwendung des Nichtraucherschutzgesetzes statt, in dessen Rahmen das öffentliche Rauchen von Medizinalkräutern aus gesundheitlichen Gründen oder von Tabakerzeugnissen aus Genussgründen, in Bezug auf Fremdschädigung und Jugendschutz, bereits geregelt ist?
    – Was müssen Cannabis-Patienten bei der öffentlichen Einnahme von Medizinalhanfkräutern ansonsten beachten?

    11 der 16 Bundesländer haben innerhalb der letzten Wochen geantwortet. Aus Hamburg, Hessen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg gab es auch auf wiederholte Anfrage keine Antwort. Grundsätzlich orientieren sich viele der aus den Ministerien eingegangenen Antworten inhaltlich an den Anweisungen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Doch es gab auch über die Einschätzung des BfArM hinausgehende Anordnungen im Umgang mit Cannabispatienten, weshalb wir euch hier die Antworten der jeweiligen Bundesländer und Ministerien präsentieren. Negativbeispiele sind hier klar Thüringen und Rheinland-Pfalz: Während Polizisten in Thüringen grundsätzlich Ermittlungsverfahren gegen Cannabis-Patienten einleiten, die außer Hause ihre Medizin einnehmen, geht man im Gesundheitsministerium Rheinland-Pfalz davon aus, dass Cannabispatienten nach Prüfung des Rezepts und der Personalien zusätzlich auf andere, illegale Substanzen durchsucht werden können. In diesem Artikel hat unser Autor Michael Knodt sich mit den Stellungsnahmen der Ministerien genauer beschäftigt.

    Unten findet ihr die Antworten der jeweiligen Ministerien im Wortlaut verlinkt:

  • Welche Mengen können verschrieben werden?

    Laut BfArM gibt es Höchstmengen für Verschreibungen innerhalb von 30 Tagen. Die Verschreibungshöchstmenge von Cannabisextrakt in pharmazeutischer Qualität, bspw. Sativex, liegt bei 1000 mg (bezogen auf den -Gehalt) und für Dronabinol bei 500 mg. Für Cannabisblüten ist eine Höchstmenge von 100.000 mg, also 100 g, pro Monat vorgesehen. Für das Fertigarzneimittel Canemes (Nabilon) wurde keine Höchstverschreibungsmenge festgelegt.

  • Mein Arzt will mir kein medizinisches Cannabis verschreiben. Was kann ich tun?

    Prinzipiell kann jeder Arzt die Behandlung eines Patienten mit medizinischem Cannabis verweigern. In diesem Fall helfen entweder bessere Informationen für den Arzt oder ein Arztwechsel. Zum Teil reagieren Ärzte noch immer skeptisch und voreingenommen, da sie jahrzehntelang Cannabis primär als Droge wahrgenommen haben und noch immer wahrnehmen. Viele Ärzte sind auch uninformiert über die neuen Möglichkeiten, die ihnen das Gesetz bietet. Zum Teil gibt es auch die Angst vor Regressforderungen aufgrund eines durch die Verordnung möglicherweise überstrapazierten Praxisbudgets. Manche haben sich aber auch bislang nicht mit medizinischen Studien beschäftigt, welche die Wirksamkeit von medizinischem Cannabis nachgewiesen haben. Hier können Patienten ansetzen und den behandelnden Arzt mit ergänzenden Informationen, beispielsweise aus dem Ärzteblatt, der Arbeitgemeinschaft Cannabis als Medizin oder dem Selbsthilfenetzwerk Cannabis Medizin, versorgen. Ein aufgeklärter Arzt ist eventuell offener für diese Behandlungsform.

  • Ist medizinisches Cannabis in allen Apotheken erhältlich?

    Der Präsident der Bundesapothekerkammer, Andreas Kiefer, äußerte sich im Rahmen der Vorstellung der Cannabisagentur wie folgt: „Jede Apotheke kann jetzt nach einer ärztlichen Verordnung Rezepturarzneimittel mit Cannabis herstellen und abgeben“. Nach unseren derzeitigen Erkenntnissen sind die Apotheken verpflichtet, entsprechende Rezepte einzulösen. Allerdings kann es bei einigen Sorten zu Lieferengpässen kommen.

  • Wie teuer ist medizinisches Cannabis aus der Apotheke? Wie wird es in den Apotheken verarbeitet?

    “Solange keine Fertigarzneimittel abgegeben werden, handelt es sich um Rezepturarzneimittel”, so das BfArM in einer Mitteilung zum neuen Gesetz. Nach einigen Tagen der Irritation sind sich die Fachleute aber mittlerweile einig, dass Cannabis ein Rezepturausgangstoff ist, aus dem ein Rezepturarzneimittel hergestellt werden soll. Wenn Apotheker die vorportionierten Dosen öffnen und die Blüten in unverändertem Zustand umfüllen oder abpacken, wird der Preis nach § 4 AMPreisV gebildet. Werden die Blüten durch Zerkleinern, Sieben oder Abpackung in Einzeldosen zu einem Rezepturarzneimittel verarbeitet, gilt § 5 AMPreisV. Neuportionieren, Granulieren, Sieben und Abwiegen durch den Apotheker verteuern das Medikament erheblich. Die Preise steigen also, wenn der Apotheker „Hand anlegt“ und die Medizin zu einem Rezepturarzneimittel weiterverarbeitet. Apotheken, die Cannabisblüten zu den bisherigen Preisen abgeben, begehen eine Ordnungswidrigkeit.

    Dadurch sind die Preise für medizinisches Cannabis nach der Gesetzesänderung zunächst von 12,50 Euro pro Gramm auf über 20 Euro pro Gramm gestiegen. Mittlerweile hat jedoch ein ein Markt mit zahlreichen Anbietern gebildet, auf dem preislich sehr unterschiedliche Kultivare verfügbar sind. Die Preisspanne reicht von 6 – 7 Euro pro Gramm bis über 15 Euro für Blüten. Cannabis aus deutscher Produktion kostet derzeit etwas mehr als 10 € und wird zum Einheitspreis durch die Cannabisagentur vertrieben.

  • Was müssen Ärzte und Patienten bei einer geplanten Kostenübernahme durch die Krankenkassen beachten?

    Generell kann der behandelnde Arzt bei vorliegender Erkrankung und bereits erfolgter versuchter Behandlung mit anderen Medikamenten ein Privatrezept ausstellen, mit dem der Patient auf eigene Kosten medizinisches Cannabis in der Apotheke erwerben kann. Cannabis-Arzneimittel müssen auf einem Betäubungsmittelrezept verschrieben werden. Wenn die Kostenübernahme durch die Krankenkasse beabsichtigt wird, sind laut Krankenkassen wie der AOK folgende Voraussetzungen zu erfüllen:

    – Vorliegen einer schwerwiegenden Erkrankung

    – nicht zur Verfügung stehende allgemein anerkannte, dem medizinischen Standard entsprechende Therapie oder nicht anwendbare Therapieformen

    – eine Aussicht auf positive Entwicklung

    Bei der erstmaligen Verordnung ist auch bei einer vorliegenden Ausnahmeerlaubnis ein Antrag auf die Genehmigung der Kostenübernahme nach § 31 Abs. 6 SGB V bei der Krankenkasse zu stellen. Zur Ermittlung des im Einzelfall bestehenden Versorgungsanspruches ist bereits vor der ersten Verordnung ein Genehmigungsverfahren der Krankenkasse erforderlich. Dieser Antrag muss folgende Dinge enthalten:

    – den ausgefüllten Arztfragebogen zu Cannabinoiden für einen Leistungsanspruch nach § 31 Absatz 6 SGB V
    – die genaue Angabe/Verordnung des Arzneimittels: Angabe Wirkstoff, Handelsname, Rezeptur, Darreichungsform, Art der Anwendung etc.
    – Angaben, ob eine Ausnahmeerlaubnis für den Cannabis-Erwerb vorlag (gilt nur für Patienten, bei denen das bereits der Fall war)
    – die Kennzeichnung bei Verordnung im Rahmen einer ambulanten Palliativversorgung nach § 37b SGB V (gilt nur für diese Patienten)

    Was es zu beachten gibt: Über den Kostenübernahmeantrag müssen die Krankenkassen innerhalb von drei, bei der Einbeziehung des medizinischen Dienstes innerhalb von fünf Wochen entscheiden. Bei der Anwendung von Medizinalhanf im Rahmen einer ambulanten Palliativversorgung ist die Entscheidung von Seiten der Kassen innerhalb von drei Tagen erforderlich. Wenn die Krankenkassen innerhalb dieser Frist nicht entscheiden, greift die Genehmigungsfiktion und der Antrag gilt als genehmigt.

    Zudem sieht der Gesetzgeber eine Begleitstudie vor, über die Patienten im Vorfeld der Verordnung informiert werden müssen. Diese Begleiterhebung wird anonymisiert vom BfArM durchgeführt und soll Rückschlüsse über die Wirksamkeit von medizinischem Cannabis liefern. Ein sofortiger Therapiebeginn ist nur auf Privatrezept möglich. Allerdings muss auch für ein Privatrezept eine Erkrankung vorliegen, welche den Einsatz von medizinischem Cannabis rechtfertigt.

    Aber: Die Kostenübernahme durch die Krankenkassen wurde ausdrücklich nicht an das Vorliegen einer bestimmten Erkrankung geknüpft. Der Arzt braucht, anders als im Arztfragebogen abgefragt, keine Literatur zu nennen, mit der der Arzt die „positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf“ begründen soll. Hilfreich beim Ausfüllen des Fragebogens können allerdings Verweise auf bisherige Krankheiten sein, bei denen die Bundesopiumstelle in der Vergangenheit bereits eine Ausnahmeerlaubnis erteilt hat. Weitere hilfreiche Hinweise zur Stellung des Kostenübernahmeantrags findet ihr auf der Seite der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin.

  • Wie sind die Chancen auf Kostenübernahme durch die Krankenkassen?

    Laut Gesetz sollen die Krankenkassen die Kosten für Cannabis-Medikamente übernehmen, wenn eine schwerwiegende Erkrankung vorliegt und andere Therapieformen ausgeschöpft sind beziehungsweise der Arzt im Einzelfall begründet, warum dies nicht geschehen soll. Die Krankenkassen dürfen nur in begründeten Einzelfällen die Kostenübernahme verweigern. Die aktuelle Situation zeigt allerdings, dass die Krankenkassen bereits viele Kostenübernahmeanträge abgelehnt haben – selbst bei bisherigen Ausnahmeerlaubnisinhabern, die bereits anhand der oben genannten Kriterien staatlich geprüft waren. Es ist davon auszugehen, dass es zukünftig zu weiteren Klagen vor Sozialgerichten kommen wird, in denen die Krankenkassen zur Erstattung der Kosten für medizinisches Cannabis verurteilt werden.

    Wenn die Krankenkasse den Antrag auf Kostenübernahme ablehnt, sollten Patienten gegen diesen Entschluss innerhalb von vier Wochen nach Erhalt der Entscheidung zunächst einen formlosen Widerspruch einlegen. Danach gibt es die Möglichkeit, sich gemeinsam mit dem behandelnden Arzt schriftlich zur Ablehnung zu äußern und eine erneute Prüfung des Antrages auf Kostenübernahme zu beantragen. Der Gang vor ein Sozialgericht zur Erwirkung einer vorläufigen Verfügung sollte bei Ablehnung des Widerspruchs unbedingt erwogen werden. Auch Patienten, die eine zeitlich befristete Kostenübernahme bewilligt bekommen haben, sollten ihre Krankenkassen darauf hinweisen, dass eine solche zeitliche Befristung nach einem Urteil des Sozialgerichts Hildesheim (Aktenzeichen: S32 KR 4041/17 ER) rechtlich anfechtbar ist. Auch das Bundesversicherungsamt hat darauf hingewiesen, dass zeitliche Befristungen in Paragraph 31 SGB V nicht vorgesehen sind.

  • Ist Eigenanbau eine Option?

    Zur Zeit gibt es auch für Patienten keine legale Möglichkeit zum Eigenanbau ihrer Medizin.

    Die meisten Patienten, die einen Antrag auf Eigenanbau beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte gestellt haben, dürften bereits Post erhalten haben. Laut uns vorliegenden Informationen bat das Bundesinstitut angesichts des neuen Gesetzes um Rücknahme des Antrages bis zum 30.4.2017. Diese Bitte wurde mit dem Hinweis, dass der Antrag keine Aussicht auf Erfolg hätte, vom BfArM unterstrichen. Nach Ablauf der Frist Ende April müsste das Bundesinstitut den Antrag dann kostenpflichtig ablehnen. Dazu das BfArM: „Somit entfällt das bisherige Erlaubnisverfahren mit Bezug auf § 3 Absatz 2 BtMG zur medizinischen Anwendung von Cannabis.“ Mit anderen Worten: Die Begründung im Gesetz macht deutlich, dass der Eigenanbau von Cannabis zu medizinischen Zwecken durch Patienten in Zukunft ausgeschlossen werden soll.

    Auch die wenigen Patienten, die per Gerichtsbeschluss wegen ihres Versorgungsnotstands eine Genehmigung zum Eigenanbau erwirkt hatten, müssen ihren Anbau beenden, sobald sie eine Kostenzusage von ihren Krankenkassen zum Bezug von Cannabis aus der Apotheke erhalten haben, denn damit ist kein Notstand mehr gegeben.

    Auch zukünftig ist allerdings von Härtefällen auszugehen, in denen Krankenkassen die Übernahme der erforderlichen medizinischen Versorgung ablehnen werden – auch wenn Cannabis den Patienten nachweislich hilft und diese sich medizinisches Cannabis auf Privatrezept nicht leisten können. Auch wenn das neue Gesetz Eigenanbau konsequent verhindern möchte: Ist eine Regelversorgung nicht gewährleistet, besteht weiterhin die Möglichkeit, im Falle einer Strafanzeige wegen Eigenanbau auf rechtfertigenden Notstand zu plädieren. Wir gehen davon aus, dass es früher oder später solche Prozesse geben wird. Ob sie zugunsten der Patienten ausgehen werden, können wir aber nicht vorhersagen.

  • Medizinisches Cannabis im Straßenverkehr: Kann ich als Patient meinen Führerschein verlieren?

    Nach Auskunft der Bundesregierung wird es Patienten, die medizinisches Cannabis verschrieben bekommen, grundsätzlich möglich sein, am Straßenverkehr teilzunehmen. Patienten drohe keine Sanktion gemäß dem Straßenverkehrsgesetz, “wenn Cannabis aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels herrührt”, so die Bundesregierung weiter. Dabei ist allerdings zu beachten, dass die Führerscheinstellen bei bestimmten Krankheiten, beispielsweise Epilepsie, die Fahrtauglichkeit grundsätzlich in Frage stellen.

    Die Frage nach der Fahrtüchtigkeit unter medizinischer Anwendung von Cannabis wird allerdings im jeweiligen Einzelfall entschieden. Wie bei anderen BtM-Medikamenten gilt: Wenn der Arzt der Meinung ist, dass der Patient unter Medikamenteneinfluss fahrbereit ist, darf er sich hinter das Steuer setzen.
    In einem Merkblatt des Bundesverkehrsministeriums heißt es hierzu: „Während der illegale Konsum von Betäubungsmitteln (außer Cannabis) die Fahreignung nach Anlage 4 Nr. 9.1 FeV ausschließt, führt die Einnahme von Medikamenten nur dann zum Ausschluss der Fahreignung, wenn es zu einer Beeinträchtigung des Leistungsvermögens unter das erforderliche Maß kommt (Anlage 4 Nr. 9.6.2 FeV)“. Das bedeutet, dass der Patient sich aus Sicht des behandelnden Arztes in einem stabilen, gut eingestellten Zustand befinden muss und die Einnahme des betreffenden Betäubungsmittels seinen Allgemeinzustand nicht wesentlich negativ beeinflusst.

    Das BfArM äußert sich zu dieser Frage wie folgt: „Ausreichend verlässliche wissenschaftliche Informationen zu dieser Frage liegen nicht vor. Insbesondere zu Beginn der Therapie sowie in der Findungsphase für die richtige Dosierung ist von einer aktiven Teilnahme am Straßenverkehr abzuraten. Ob bei stabiler Dosierung die Teilnahme am Straßenverkehr möglich ist, muss in jedem Einzelfall nach Rücksprache mit den Patientinnen und Patienten entschieden werden.“ Da es aber schwierig ist, im Rahmen einer Straßenverkehrskontrolle zwischen medizinischem und nicht-medizinischem Gebrauch von Cannabis zu unterscheiden, könnte es hier zukünftig zu mehr Problemen kommen. Und so ist es auch in der Praxis: Die Polizei meldet auch Patienten weiterhin an die Führerscheinstellen!

    Patienten, denen medizinisches Cannabis verschrieben wird, müssen sich an die mit dem Arzt abgestimmte Dosierung halten, denn die Erlaubnis für den Kauf von medizinischem Cannabis in der Apotheke ist keine Berechtigung für darüber hinausgehenden Cannabis-Konsum. So urteilte der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg, dass “die Fahreignung ohne Weiteres ausgeschlossen” sei, wenn ein Autofahrer auch erhebliche Mengen illegal beschafften Cannabis konsumiere.

    Ebenfalls wichtig ist das Urteil des Oberverwaltungsgerichts Saarlouis, welches eine zuvor illegal durchgeführte Selbsttherapie als medizinische Verwendung nachträglich anerkannte.

    Weitereführende Infos bietet die Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin.

  • Wie werden die Medikamente angewendet?

    Abgesehen von Sativex können die Produkte jeweils inhaliert, verbacken oder als Tee aufbereitet werden. Bei Letzterem ist allerdings zu beachten, dass die Cannabinoide nicht wasserlöslich sind, wohl aber fettlöslich. Bei derartiger Weiterverarbeitung ist eine standardisierte Einnahme allerdings schwierig. Dronabinol wird in der Regel in Form von öligen Tropfen ausgeliefert und kann direkt oral eingenommen, aber auch verdampft werden.

    Die Inhalation ist durch Rauchen oder, unter der Verwendung eines Vaporisators, mittels Verdampfen möglich. Ärzte raten zum Verdampfen beziehungsweise Vaporisieren, da auf diesem Wege keine potenziell schädigenden Stoffe eingeatmet werden. Welche Einnahmeart zu bevorzugen ist, hängt von der Indikation des Patienten und möglicherweise zusätzlich vorhandenen Erkrankungen ab. Der Patient kann aber seinen Einnahme-Wunsch zum Ausdruck bringen.

  • Wer entscheidet, in welcher Form Medizinalhanfblüten an die Patienten abgegeben werden?

    Grundsätzlich ist es Aufgabe des Arztes und des Patienten zu entscheiden, ob die Cannabisblüten verarbeitet, also granuliert und portioniert werden sollen, oder ob sie nur umgefüllt und ansonsten unverändert an die Patienten abgeben werden. Granuliert und portioniert wird grundsätzlich, wenn der Arzt dies auf dem Rezept vermerkt. Teilweise bestehen die Apotheker aber auch auf den Vorgang, wenn der Arzt nur die vorgeschriebene Dosis auf dem Rezept vermerkt hat. Dies kann umgangen werden, indem der Arzt die Dosierung nicht auf dem Rezept vermerkt, sondern diese gesondert auf einer schriftlichen Anweisung festhält. Aber auch diese schriftliche Anweisung wollen Apotheker teilweise einsehen, was zum Teil schon zu unschönen Diskussionen in diversen Apotheken geführt hat.

  • Ich bin Cannabispatient und will ins Ausland verreisen. Was muss ich beachten?

    Für Auslandsreisen und die geplante Mitnahme der verschriebenen Betäubungsmittel gibt es standardisierte Regeln, die sich jedoch je nach Reiseziel unterscheiden. Das Reisen mit medizinischem Cannabis ist grundsätzlich wie bei anderen Betäubungsmitteln möglich. Patienten können die im Rahmen ihrer Behandlung mit Cannabis verschriebenen Medikamente gemäß der Betäubungsmittel-Verschreibungsordnung für die Dauer der Reise in einer angemessenen Menge als Reisebedarf ein- und ausgeführen. Dies gilt nur für Patienten, die Mitnahme von Betäubungsmitteln durch vom Patienten beauftragte Personen ist nicht möglich, „da Betäubungsmittel ausschließlich für den eigenen Bedarf mitgeführt werden dürfen“.

    Für Bürger, die aus den Vertragsstaaten des Schengener Abkommens stammen, kann bei Reisen die Mitnahme der Medizin relativ einfach erfolgen. Hierfür muss der Patient die vom Arzt ausgefüllte Bescheinigung nach Artikel 75 des Schengener Durchführungsübereinkommens mit sich führen. Zu den Ländern, in denen das Schengener Abkommen gültig ist, gehören: Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Island, Italien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien und Ungarn.
    Folgende europäischen Länder gehören nicht zum Schengen-Raum, hier gilt also nicht das Durchführungsabkommen: Rumänien, Kroatien, Bulgarien, Großbritannien, Irland und Zypern.
    Die erforderliche Bescheinigung ist beim BfArM erhältlich.

    Diese Bescheinigung muss vor Antritt der Reise durch die oberste Landesgesundheitsbehörde oder eine von ihr beauftragte Stelle auf Grundlage der ärztlichen Verschreibung beglaubigt werden. Wichtig an dieser Stelle: Für jedes verschriebene Betäubungsmittel ist eine gesonderte Bescheinigung erforderlich, zudem sind die Bescheinigungen maximal 30 Tage gültig!

    Und was ist mit Reisen in andere Länder?

    Aufgrund fehlender internationaler Abstimmung bei der grenzüberschreitenden Mitnahme von Betäubungsmitteln außerhalb des Schengener Raums sind Patienten dazu angehalten, sich vor ihrer Reise über die jeweiligen nationalen Bestimmungen ihres Reiseziellandes zu informieren. Es gibt nämlich einiges zu beachten, da für manche Länder Importgenehmigungen notwendig sind, es Mengeneinschränkungen oder sogar das Verbot der Mitnahme gibt. Zur Klärung des jeweiligen Sachverhalts empfiehlt das BfArM die Kontaktaufnahme zum Auswärtigen Amt.

    Patienten, die Betäubungsmittel auch bei Reisen in andere als die oben genannten Länder mitnehmen müssen, rät die Bundesopiumstelle, den Leitfaden des Internationalen Suchtstoffkontrollamtes (INCB) zu beachten. Dieser Leitfaden sieht bei mit Betäubungsmitteln reisenden Patienten eine maximale Reisedauer von maximal 30 Tagen vor. Gemäß dieses Leitfadens sollte sich der Patient von seinem Arzt eine mehrsprachige Bescheinigung mit Angaben zu Einzel- und Tagesdosierungen, Wirkstoffbezeichnung und Dauer der Reise ausstellen lassen. Diese Bescheinigung muss an die zuständige oberste Landesgesundheitsbehörde des Reiseziellandes oder eine von ihr beauftragte Stelle beglaubigt werden. Patienten sollten diese Bescheinigung bei der Reise mit sich führen. Auch hier bietet das BfArM einen Vordruck. Sollte die Mitnahme der Medikamente nicht möglich sein, ist es Aufgabe der Patienten zu klären, ob diese im Reiseland durch einen dort ansässigen Arzt verschrieben werden können. Wenn auch das nicht möglich ist, bleibt als letztes Mittel nur die Beantragung einer Ein- und Ausfuhrgenehmigung bei der Bundesopiumstelle.

  • Wie denkt der DHV über Entkriminalisierung der Konsumenten und die Herabstufung zur Ordnungswidrigkeit?

    Aktuell Cannabiskonsumenten werden strafrechtlich verfolgt, als Drogenkonsumenten gespeichert und müssen seit den 1990er Jahren statt mit strafrechtlichen mit zivil- oder verkehrsrechtlichen Konsequenzen wie Führerschein- oder Sorgerechtsentzug rechnen. Die Herabstufung der „Geringe-Menge-Vergehen“ zur Ordnungswidrigkeit ähnlich wie in der Schweiz bei solchen Bagatelldelikten wäre eine Möglichkeit, um Konsumenten zu entkriminalisieren. Ein andere wäre, ein paar Hanfpflanzen zum Eigenbedarf in die Geringe Menge Regelung miteinzubeziehen, so wie es in der Tschechischen Republik der Fall ist.

    Die Herabstufung der „Geringe-Menge-Vergehen“ zur Ordnungswidrigkeit wäre zwar ein Vorteil insbesondere für Menschen, die durch ein Strafverfahren etwas zu verlieren haben, auch wenn es eingestellt wird. Allerdings kostet ein eingestelltes Strafverfahren erstmal nichts, ein Bußgeld müsste auf jeden Fall bezahlt werden. Für Menschen, die durch ein eingestelltes Strafverfahren nichts zu verlieren und wenig Geld haben, wäre die Herabsetzung zur Ordnungswidrigkeit eine Verschärfung der Strafe – eine sozial unausgewogene Form der Entkriminalisierung, die der Deutsche Hanfverband in dieser Form ablehnt. Mit diesem Schritt würden regionale Unterschiede wahrscheinlich noch größer: Da die Polizei eine Ordnungswidrigkeit im Gegensatz zu einer Straftat nicht verfolgen muss, würde in Berlin möglicherweise gar nicht mehr wegen Cannabis kontrolliert, in Bayern wäre die Polizei wahrscheinlich motivierter als zuvor.

    Wenn es als Zwischenschritt zur Legalisierung um die Entkriminalisierung der Konsumenten geht, favorisiert der Deutsche Hanfverband eine andere Lösung: Im Betäubungsmittelgesetz könnte festgelegt werden, dass der Besitz einer Geringen Menge X zum Eigenverbrauch nicht strafbar ist. Das wäre eine echte Entkriminalisierung der Konsumenten ohne staatliche Sanktion, die Polizei wäre entlastet und das Cannabis müsste nicht mehr beschlagnahmt werden. Cannabiskonsument zu sein, würde, anders als bei der Ordnungswidrigkeit, nicht mehr als moralisch verwerflich und gesellschaftsschädlich gelten! Diese Variante der Entkriminalisierung schlagen wir regelmäßig bei politischen Gesprächen vor, da sie ein wirklicher Schritt nach vorne wäre im Gegensatz zur Ordnungswidrigkeit.

  • Hilft Cannabis gegen Krebs?

    Dass Cannabis für Krebspatienten hilfreich sein kann, um Schmerzen und die Nebenwirkungen einer Chemotherapie wie Übelkeit und Gewichtsabnahme zu lindern, ist unbestritten.

    Manche Erfahrungsberichte, die im Internet zu finden sind, wecken auch Hoffnungen, dass Cannabis den Krebs selbst zurückdrängen könnte. Tatsächlich gibt es einige positive Untersuchungsergebnisse im Labor, in Tierversuchen und auch Fallbeispiele bei Menschen. Allerdings ist noch völlig unklar, welches Cannabinoid bzw. welche Kombination bei welcher Krebsart helfen könnte und unter welchen Umständen sogar ein negativer Effekt möglich wäre.

    Wer sich weiter einlesen möchte, findet hier einen schönen Übersichtsartikel des Hanf-Magazins und hier eine Zusammenfassung von Dr. Franjo Grotenhermen, der dazu auch ein Buch verfasst hat.

    Grundsätzlich ist dringend davon abzuraten, eine konventionelle Krebstherapie durch Cannabis ersetzen zu wollen!

  • Sind CBD-Blüten legal?

    CBD-Blüten fallen auch bei Nutzung EU-zertifizierten Saatguts und einer Unterschreitung von 0,2% THC prinzipiell unter das Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Knackpunkt ist hier die Formulierung unter der Position Cannabis in Anlage I BtMG. Die Abgabe von CBD-Blüten ist demnach nur möglich, wenn der “Verkehr mit ihnen (ausgenommen der Anbau) ausschließlich gewerblichen oder wissenschaftlichen Zwecken dient, die einen Missbrauch zu Rauschzwecken ausschließen”. Es gibt Gutachter, die einen Missbrauch zu Rauschzwecken für möglich halten, weil entweder genug THC über sehr große Mengen CBD-Gras erreicht wird oder weil theoretisch das THC aus den Blüten extrahiert werden kann. In der Praxis ist das natürlich völlig unrealistisch. Das ist der Grund für diverse Razzien, im ganzen Bundesgebiet wurden schon im Handel verfügbare CBD-Blüten konfisziert.

    Der BGH bestätigte diese Auffassung am 24.03.2021 und stellte fest, dass auch Blüten und Pflanzenteile mit weniger als 0,2% THC nicht verkehrsfähig sind, da bei Ihnen ein Missbrauch nicht ausgeschlossen werden kann. Auf diesen Umstand wies auch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in einer Fachmeldung am 21.05.2021 ausdrücklich hin. In die gleiche Richtung geht ein weiteres BGH-Urteil vom 23.06.2022.

    Auch Kunden, die mit CBD-Blüten von der Polizei angetroffen werden, müssen prinzipiell immer mit einer Anzeige wegen des Besitzes von in Anlage I BtmG aufgezählten Pflanzenteilen rechnen. Ein Strafverfahren wird schon deshalb regelmäßig eröffnet, weil die Polizei vor Ort die CBD-Blüten und THC-reiches Marihuana gar nicht unterscheiden kann.

  • Die Legalisierung steht im Koalitionsvertrag. Wann ist Cannabis legal?

    Kurz gesagt, ist eine Legalisierung von Cannabis nicht vor Ende 2022 eher 2023 warscheinlich.
    Denn bei der Ausarbeitung neuer Gesetzte bedarf es Zeit. Durchschnittlich beanspruchen Gesetzgebungsverfahren in Deutschland ungefähr ein halbes Jahr. Dieser Wert variiert zum Teil jedoch stark je nach Umfang des Gesetzes und eventuellen Zustimmungspflichten seitens des Bundesrates.
    Im Falle der Legalisierung dürfte der Umfang des neuen Gesetztes (bzw. der neuen Gesetze) erheblich sein, da viele zum Teil sehr unterschiedliche Bereiche geregelt werden müssen, die auch in Befugnisse der Bundesländer eingreifen. Ebenso ist die zwangsläufige Streichung von Cannabis aus der Anlage I des § 1 BtMG zwingend zustimmungspflichtig.

    Erschwerend für die zügige Umsetzung einer Legalisierung ist zudem die noch immer schwierige Situation der Coronapandemie. Der Fokus politischen Handelns wird sich auch in den nächsten ein bis zwei Jahren zwingend auf deren Bewältigung richten.
    Eine Entkriminalisierung des Besitzes geringer Mengen von Cannabis für den Eigengebrauch könnte jedoch deutlich schneller kommen. Denn für eine Anpassung oder Ergänzung des §31a BtMG (Absehen von der Verfolgung) bedarf es keiner Zustimmung des Bundesrates. Als Resultat würde so zumindest der persönliche Gebrauch von Cannabis in Deutschland straffrei werden.

  • Kann man bei euch auch per Bitcoin (oder anderen Kryptowährungen) spenden?

    Leider nein! Kryptowährungen wie Bitcoin ermöglichen es zwar, anonym zu spenden, aber sie stellen für uns als Empfänger dieser anonymen Spenden erhebliche Fallstricke bereit. In den letzten Jahren nahm der Umfang von Geldwäsche mittels Kryptowährungen stark zu. Im Falle eines durch die Bank geäußerten Verdachts auf Geldwäsche oder bei einer Betriebsprüfung durch das Finanzamt müsste also der Deutsche Hanfverband nachweisen, woher die erhaltenen Spenden stammen. Diese Nachverfolgbarkeit ist trotz Blockchaintechnologie durch Tumbler- oder Mixingtools nicht immer gegeben. Das würde im Ernstfall große rechtliche Probleme nach sich ziehen, die letztendlich auch die Seriosität und den Ruf des DHV gefährdeten. Daher haben wir uns entschlossen, auf Spenden mittels Kryptowährungen zu verzichten. Des Weiteren behandeln wir natürlich alle Spenden stets vertraulich.

    Außerdem fällt sowohl beim Mining als auch durch die Blockchaintechnologie ein sehr hoher Strombedarf an. Ein Großteil des weltweiten Minings von Kryptowährungen findet in der Volksrepublik China statt, die zumindest aktuell einen Großteil ihres Stroms aus Kohle gewinnt. Experten schätzten 2021 den jährlichen Energieverbrauch allein für Bitcoins auf 115 Terawattstunden – dies entspricht in etwa dem Gesamtstromverbrauch der Niederlande. Gerade in Anbetracht der globalen Klimakrise scheint Bitcoin daher auch ökologisch fragwürdig.

  • Ich baue Cannabis zum Eigenbedarf an. Mit welcher Strafe muss ich rechnen, wenn ich erwischt werde?

    Das hängt vor allem von der aufgefundenen Menge und den Begleitumständen ab. Bei größeren Mengen Cannabis wird eine Laboranalyse durchgeführt. Werden dabei 7,5 g reines THC oder mehr festgestellt, gilt eine Mindeststrafe von 1 Jahr Freiheitsstrafe, in minderschweren Fällen 3 Monate bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt werden können. Viel entscheidender für das eigentliche Strafmaß sind aber das Bundesland und der zuständige Richter. Die Urteile zum Eigenanbau in Deutschland schwanken daher zwischen Einstellungen wegen Geringfügigkeit und mehrjährigen Haftstrafen. Eine genaue Prognose von außen ist schlichtweg nicht möglich. Die Hinzuziehung eines Anwalts ist bei solchen Verfahren daher im Normalfall dringend geboten. Die Grüne Hilfe kann bei der Vermittlung eines geeigneten Anwalts helfen.

    Das FAQ zu häufig gestellten Rechtsfragen entstand in Zusammenarbeit mit Markus Cronjäger, Rechtsanwalt und Mitglied des DHV-Rechtteams

  • Ich habe einen spannenden Artikel zu Cannabis im Internet gefunden. Sollte ich den DHV darüber informieren?

    Wir betreiben selber täglich Medienrecherche. In den meisten Fällen haben wir solche Artikel also selber schon gesehen oder würden sie noch entdecken. Außerdem ist die Beantwortung von einzelnen Emails vergleichsweise zeitaufwändig. Sinnvoller wäre es daher, den von dir entdeckten Artikel in unserem Webforum zu veröffentlichen, sofern er dort über die Suchfunktion nicht zu finden.

    Besonders spannend sind für uns Berichte in denen wir als DHV erwähnt werden. Wir sammeln diese in unserem Presseecho. Artikel und Videos, die nicht direkt mit Cannabis oder Drogen zu tun haben bzw. in denen diese Begriffe nicht vorkommen, fallen häufig durch unsere Suchraster. Noch schwieriger ist es für uns, reine Printartikel, TV- und Radiobeiträge oder nur als PDF veröffentlichte Artikel zu entdecken. Bitte tragt solche Entdeckungen in unserem Webforum ein.

  • Ich habe bei der Millionärswahl für den DHV gestimmt. Was habt ihr mit dem gewonnen Geld gemacht?

    kurze Antwort:

    Die gewonnene Million wurde zum Teil in die Produktion und Schaltung unserer Hanf-Spots gesteckt. Damit wollten wir die ganz normalen Bürger jenseits der Hanfszene erreichen und aufklären. Ein Teil des Geldes wurde auch an andere Organisationen gespendet, die mit uns gemeinsam für die Legalisierung von Cannabis kämpfen. Nicht zuletzt konnten wir auch die DHV-Struktur deutlich stärken. Mit mehr Personal und der dazugehörigen Büro-Infrastruktur konnten wir unsere Aktivitäten im Bereich Politik und Öffentlichkeitsarbeit erheblich verbessern.
    Die verbleibende Rücklage hilft uns, das hohe Niveau unserer Arbeit aufrecht zu erhalten und weitere Aktivitäten vorzufinanzieren.

    Unsere Finanzen sind öffentlich einsehbar. Hier stellen wir die komplette Einnahme-Überschussrechnung des Jahres 2014 online, in dem ein erheblicher Teil des Millionengewinns ausgegeben wurde.

    lange Antwort:

    Zusätzlich zum laufenden Budget hat Georg Wurth als DHV-Inhaber und Geschäftsführer 1.000.000 Euro bei der TV-Show “Millionärswahl” gewonnen. Davon hat er 2014 ca. 850.000 Euro als Privateinlage in den DHV eingelegt. Dieser Betrag findet sich in der Einnahme-/Überschussrechnung 2014 wieder. Den Rest des Geldes sowie eine Umsatzsteuer-Rückerstattung in Höhe von ca. 62.000 Euro in 2015 hat er zunächst einbehalten als Rücklage für die Zahlung von Einkommensteuer auf den Gewinn und dadurch gestiegene Krankenkassenbeiträge. Am 12.11.2015 hat er den Restbetrag von 46.527,85 Euro auf das DHV-Konto überwiesen. Von der Million sind also nun abschließend genau 834.380,12 Euro beim DHV angekommen. (1.000.000 -20.000 (private Spenden i.Z.m. der Millionärswahl, s.u.) -142.791,78 (Einkommensteuer auf den Gewinn) -2.828,1 (erhöhte Krankenkassenbeiträge wegen des Gewinns für 9 Monate).)

    Abgesehen von zwei Spenden zu je 10.000 Euro an die beiden wichtigsten Mitbewerber bei der Millionärswahl (viva con agua und Neele e.V.) und einer dringend erforderlichen Lohnerhöhung für das gesamte DHV-Team profitiert Georg Wurth in keiner Weise privat von dem Gewinn.

    Wir danken allen Unterstützern, die das möglich gemacht haben! Wir freuen uns besonders über die vielen neuen Fördermitglieder und über die tolle Unterstützung bei der Millionärswahl!

    Der DHV hatte am Jahresende 2014 noch eine zusätzliche Rücklage durch die Millionärswahl i.H.v. 200.000 Euro, die unsere verbesserten Organisationsstrukturen für einige Jahre sichern wird.

    Ausgaben 2014:

    650.000 Euro haben wir in 2014 zusätzlich zum normalen Budget – insbesondere für die Kino-Spot-Kampagne – ausgegeben. So lag der Posten “Werbekosten” satte 430.000 Euro über dem Niveau des Vorjahres (10.000 Euro).

    Die Stärkung der DHV-Strukturen schlägt sich vor allem in den Personalkosten (ca. 87.000 Euro) und der Büromiete (ca. 16.000 Euro incl. Kaution) sowie in den Posten Büroeinrichtung, Bürobedarf und Hardware (zusammen ca. 13.000 Euro) sowie Software (ca. 800 Euro) und Versicherungen (ca. 800 Euro) nieder.

    Im Posten “Beiträge” stecken etwa 50.000 Euro einmalige Spenden, mit denen wir diverse Partnerorganisationen am Erfolg bei der Millionärswahl teilhaben ließen.

    Diverse kleinere Aktionen wurden ebenfalls durch die Millionärswahl möglich, etwas unsere umfangreiche Umfrage durch Infratest Dimap, PR-Aktionen und Prozess-Unterstützung im Bereich Cannabis als Medizin, die DHV-PR-Rikscha in Berlin und eine PR-Kampagne in Baden-Württemberg. Der umfangreiche Relaunch der DHV-Homepage hat etwa 21.000 Euro gekostet. Auch unser Warenlager konnten wir aufstocken (Zusatzausgaben ca. 5.000 Euro). Etwas gestiegen sind auch die kleineren Buchungsposten wie Führerscheinberatung für DHV-Mitglieder 2.400 Euro, Reisekosten 4.800 Euro, Porto/Telefon 5.000 Euro u.a.

    Erwähnenswert ist noch, dass im Posten Umsatzsteuer ca. 62.000 Euro enthalten sind, die wir in 2015 erstattet bekommen haben. Neben den hohen Betriebsausgaben durch die Kinokampagne konnten wir so die Einkommensteuer auf die Million erheblich reduzieren. Wenn wir mehr zurückgelegt hätten und z.B. die Kinokampagne nicht gemacht hätten, wäre fast die Hälfte des Gewinns beim Finanzamt gelandet. Diese Steuereinsparung durch Investitionen in PR-Maßnahmen war nur möglich durch die Firmenstruktur des DHV, die so im Jahr 2014 einen massiven finanziellen Vorteil gebracht hat.

    (Alle bisher genannten Werte sind Nettowerte ohne Umsatzsteuer.)

  • Ich würde gerne irgendwo im Ausland in der legalen Cannabisindustrie arbeiten, z.B. als Grower. Darf ich das als Deutscher? Kann der DHV mir Kontakte zu potentiellen Arbeitgebern vermitteln?

    Der DHV kennt natürlich verschiedene Personen & Unternehmen in der weltweiten Cannabisindustrie. Wir sind aber aktuell nicht in der Lage, dort konkrete Jobangebote zu vermitteln.

    Sobald Cannabisanbau oder -verkauf im Ausland vollkommen legal, und nicht nur toleriert oder entkriminalisiert ist wie in den Niederlanden & Spanien, dürfen auch Deutsche dort diese Tätigkeit ausführen, ohne sich einer sogenannten Auslandsstraftat (§7 Abs. 2 StGB) schuldig zu machen. Daher ist es durchaus möglich, als Deutscher z.B. in Colorado als Cannabisgärtner zu arbeiten. Die Jobs in der Cannabisindustrie sind aber begehrt und ohne persönliche Kontakte ist es oft schwierig an einen solchen heran zu kommen. Grundbedingung sind nicht nur fachliches Know-How sondern auch Sprache und Leistungsfähigkeit. In den USA und Kanada sind Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis nötig, üblicherweise auch für Praktika.

  • Sollte ich in Cannabis-Aktien investieren?

    Die Situation rund um den aufstrebenden Markt mit Cannabis wird vielerorts als neuer Goldrausch bezeichnet. Einige Aktien konnten in kürzester Zeit ihren Wert vervielfachen. Die Entwicklung von einzelnen Cannabis-Aktien ist allerdings massiv durch gesetzliche Rahmenbedingungen und geschickten Umgang der Unternehmen mit den Gesetzen beeinflusst. Ein Investment ist nur in den Ländern zu empfehlen, in denen klare Rahmenbedingungen von bundesstaatlicher Seite bestehen. Insbesondere sind dabei zu nennen Kanada, Australien, die Niederlande und seit März 2017 auch Deutschland. Hier können Unternehmen langfristig kalkulieren und eine Perspektive aufbauen.

    Da viele Unternehmen in diesem Bereich noch recht jung sind und sich darunter immer wieder auch schwarze Schafe befinden, wird eine Marktkonsolidierung früher oder später mit Sicherheit geschehen. Als Anleger braucht es Erfahrung, Weitblick und etwas Glück, um diese Situation einzuschätzen. Der Deutsche Hanfverband kann von blinden Investments in Marihuana produzierende Unternehmen nur abraten und keine spezifischen Tipps für Investments geben.

  • Gibt es gentechnisch manipuliertes Cannabis?

    Ja, mittlerweile existieren Firmen, die an gentechnischen Veränderungen des Erbgutes der Cannabispflanze forschen. Das Zentrum dieser Forschung liegt vor allem in den USA und Israel. Stand 2021 wird dieses Saatgut aber bisher noch nicht verkauft. Es existieren ferner auch keine Hinweise, dass gentechnisch verändertes Cannabis bisher auf legalen Märkten oder dem hiesigen Schwarzmarkt angeboten wird. Allerdings ist dies auch nicht zu 100% auszuschließen.
    Die regelmäßigen Medienberichte und Polizeipressemitteilungen, die behaupten, der Markt werde mit gentechnisch manipuliertem Cannabis überschwemmt, beziehen sich meist auf den gestiegenen THC-Gehalt in gefundenem Marihuana. Dieser hängt allerdings nicht mit gentechnischer Manipulation, sondern mit gezielter konventioneller Züchtung von Sorten und den professionalierten Anbaumethoden unter Kunstlicht zusammen.

  • Wie stark ist die Firma Monsanto für die Legalisierung von Cannabis aktiv?

    Gar nicht. Monsanto hat unseres Wissens nach bisher keinerlei Gelder an politische Organisationen oder Aktionen gespendet, die sich für die Legalisierung einsetzen.

    Ein Einzelaktionär von Monsanto, George Soros, ist allerdings Finanzier der weltweit agierenden Open Society Foundations, die sich neben anderen politischen Themen auch sehr stark für die weltweite Legalisierung aller Drogen einsetzen. Daher kommen auch die entsprechenden Gerüchte über eine Verstrickung von Monsanto in die weltweit wachsende Debatte über Cannabislegalisierung, die von vielen Blogs und Online Medien weiter verbreitet wurden. Beweise für eine reale Tätigkeit von Monsanto selbst in diesem Bereich fehlen aber bisher.

    Das Open Society Institut hatte im Jahr 2011 auch dem DHV eine Spende von ca. 15.000 Euro zukommen lassen. Die einzige Bedingung war, dieses für eine Kampagne, und nicht für die DHV-Struktur zu investieren. Mit dem Geld konnten wir unsere ersten Videos erstellen; die Betroffene zeigen, die wegen Hanf mit staatlicher Repression konfrontiert wurden.

  • Was ist Brix bzw gebrixtes Gras?

    Brix, oder auch Brixx genannt, ist ein kommerziell vertriebenes Streckmittel zur Steigerung des Gewichts von Marihuana. Es wurde bis etwa 2012 im Internet vermarktet und durch Produzenten oder Händler auf Cannabisblüten bzw blühende Hanfpflanzen aufgetragen. Hauptbestandteile waren diverse Kunststoff- und Zuckerarten. Insbesondere geraucht erzeugt Brix starke gesundheitliche Risiken, wie wir durch diverse persönliche Schilderungen eindrucksvoll erfahren konnten. Eine wissenschaftliche Analyse der möglichen Gesundheitsgefahren liegt aber bis heute nicht vor.

    Heutzutage hat sich der Markt für Streckmittel deutlich diversifiziert. Es gibt viele verschiedene Produkte und Mittelchen, die zur Gewichtssteigerung bei Cannabisblüten eingesetzt werden. Für Konsumenten ist es dadurch noch schwieriger geworden, gestrecktes Cannabis überhaupt zu erkennen. Auf unserer Themenseite Streckmittel findest du viele Informationen über unterschiedliche Streckmittel und Möglichkeiten, diese zu identifizieren.

  • Räuchermischungen, Kräutermischungen, Badesalze – Was hält der DHV von Legal Highs?

    Grundsätzlich sollte jeder Mensch selbst entscheiden, womit er sich berauscht. Bei den üblichen “Räuchermischungen”, “Kräutermischungen” und “Badesalzen” ist jedoch für den Konsumenten völlig unklar, welche Wirkstoffe darin enthalten sind. Dadurch kann weder eine ordentliche Information über die zu erwartende Wirkung noch über die benötigte Dosierung erfolgen. Nebenbei sind die enthaltenen Substanzen meist komplett neu und unerforscht, weshalb langfristige aber auch kurzfristige Risiken durch die Einnahme oftmals noch vollkommen unbekannt sind.

    Wir als Hanfverband warnen immer wieder vor dem Konsum solcher Mischungen mit unbekannten Wirkstoffen. Speziell seit Ende 2014 gibt es eine Vielzahl von sehr heftigen Unfällen, die auf den Konsum solcher Mischungen zurückgehen.

    Viele Konsumenten solcher Mischungen würden lieber Cannabis konsumieren. Auf Grund von Beschaffungsproblemen, Angst vor Strafverfolgung oder wegen dem Risiko eines Drogentests weichen diese Menschen auf die legalen Alternativen aus, und risikieren dadurch massiv ihre Gesundheit. Das Verbot von Cannabis führt hier, wie so oft, zu zusätzlichen Schäden für Individuum und Gesellschaft.

    Mit dem 2016 verabschiedeten Neue psychoaktive Substanzen Gesetz (NpSG) wurden bisher identifizierte Legal Highs verboten. Jedoch sind die Substanzen auch heute noch im Internet erhältlich und es kommen immer wieder neue Substanzklassen auf den Markt, die nach ihrer Entdeckung im NpSG erfasst werden müssen und bis dahin formal legal sind. Zum Teil werden diese Substanzen auch als Beimengungen von Cannabisprodukten verwendet. Durch dieses “Panschen” von normalen Cannabis mit synthetischen Drogen können erhebliche gesundheitliche Risiken entstehen. Auf der Website Legal High Inhaltsstoffe findet ihr viele Informationen zu den unterschiedlichen Mischungen und den jeweils enthaltenen Wirkstoffen sowie gesundheitlichen Gefahren.

  • Wie steht der DHV zur Legalisierung von allen Drogen?

    Wir als Deutscher Hanfverband setzen uns in erster Linie für die Legalisierung von Cannabis als Rohstoff, Medizin und Genußmittel sowie für eine gerechte, wissenschaftlich begründete Regelung im Führerscheinrecht für Cannabiskonsumenten ein. Die Legalisierung aller Drogen ist nicht unser Aufgabengebiet.

    Da aber alle unsere Mitarbeiter sich bereits seit vielen Jahren mit Drogenpolitik und Drogenverboten beschäftigen, wissen wir einfach, dass Prohibition nicht funktioniert. Das gilt für Cannabis genauso wie für alle anderen berauschenden Substanzen. Schon die Alkoholprohibition in den 20er Jahren in den USA hat das deutlich gezeigt. Bei “harten” Drogen wie Heroin und Kokain sind die durch das Verbot entstehenden Schäden oft sogar dramatischer, als bei Cannabis. Daher sind wir privat für eine staatliche Regulierung des Schwarzmarktes aller berauschenden Substanzen; und wir sagen das auch, wenn wir gefragt werden.

  • Wann wird Cannabis endlich legalisiert?

    Die Ampelkoalition hat sich 2021 in ihrem Koalitionsvertrag auf eine „kontrollierte Abgabe von Cannabis zu Genusszwecken an Erwachsene in lizensierten Geschäften“ geeinigt. Seitdem wurde beim Bundesdrogenbeauftragten ein Konsultationsprozess abgehalten, an dem auch der Deutsche Hanfverband an allen Hearings teilnahm und die Belange der Konsumenten und Legalisierungsbefürworter vertrat. Weiterhin wurde angekündigt, dass zum Ende des Jahres 2022 ein erster Gesetzentwurf präsentiert werden soll. Dieser könnte dann Anfang 2023 in die parlamentarische Debatte gehen. Im Durchschnitt dauert ein Gesetzgebungsprozess in Deutschland ungefähr ein halbes Jahr. Ob dieser Zeitrahmen bei einem so komplexen und politisch strittigen Thema wie der Cannabislegalisierung auch eingehalten werden kann, vermag niemand zu sagen.
    Wir als DHV werden weiterhin auf verschiedenen Ebenen Druck machen, um die Legalisierung zügig voranzutreiben. Wie schnell wir dabei vorankommen, hängt vor allem davon ab, wie viele Menschen uns dabei unterstützen.

  • Was ist eine “Konsumeinheit” Cannabis?

    Eine “Konsumeinheit” (KE) bei Cannabis und anderen illegalisierten Drogen ist ein Begriff aus der Rechtsprechung. Er beschreibt die übliche Menge Wirkstoff, die bei einer Gelegenheit – nicht bei einem Konsumvorgang – von einem üblichen Konsumenten eingenommen wird. Der übliche Konsument bei Heroin beispielsweise wird als jemand mit einer Toleranz angenommen, für einen Erstkonsumenten wäre diese übliche Dosis lebensgefährlich.

    Über die KE wird die sog. “nicht geringe Menge” bestimmt, ab dieser Menge gelten härtere Strafen für Besitz, Handel etc. Der Bundesgerichtshof, einigen Fällen auch Oberlandesgerichte haben in ihren Urteilen für die gängigen Stoffe des Betäubungsmittelgesetzes festgelegt, was jeweils eine Konsumeinheit ist. Je nach Gefährlichkeit der Droge wurde ein Multiplikator bestimmt, das Produkt mit einer KE ergibt die “nicht geringe Menge”.

    Bei Cannabis liegt seit 1995 die Konsumeinheit bei 15mg und der Multiplikator bei 500. Damit sind 7,5g reines THC eine “nicht geringe Menge”.

    Hier einige weitere Zahlen zu anderen Drogen, sortiert nach dem Gefährlichkeitsmultiplikator:

    Ecstasy: 250 KE mit 120mg Wirkstoff ergibt eine “nicht geringe Menge” von 30g Base
    Kokain: 250 KE mit 20mg = 5g Kokainhydrochlorid
    Amphetamin: 250 KE mit 50mg = 10g Amphetaminbase
    Methamphetamin: 200 KE mit 25mg = 5g Base
    Psilocin: 120 KE mit 10mg = 1,2g
    Psilocybin: 120 KE mit 14mg = 1,7g
    LSD: 120 KE mit 50 µg = 6mg bzw. 300 LSD-Trips
    Diazepam: 60 KE mit 40mg = 2,4g
    Heroin: 30 KE mit 50mg = 1,5g Heroinhydrochlorid

    Zwischen der “geringen Menge” und der “nicht geringen Menge” liegt noch die Standard-Menge, die im Gesetz gemeint ist, wenn nichts anderes genannt ist.

    Das Urteil zum Thema “nicht geringe Menge bei Cannabis”: BGH 3 StR 245/95 – Beschluß vom 20. Dezember 1995 (OLG Schleswig)

  • Droht bei der Verwendung von Cannabis aus der Apotheke ein Führerscheinverlust?

    Die Rechtslage und noch mehr die Rechtspraxis sind hier noch unklar. Das entscheidende Straßenverkehrsgesetz kennt nur Ausnahmen “wenn die verwendete Substanz aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels herrührt.” Der Knackpunkt bei Cannabisblüten ist die Verschreibung, alle anderen Punkte werden erfüllt. Andere Betäubungsmittel wie Ritalin, Morphium oder auch die THC-haltigen Präparate Dronabinol und Sativex können verschrieben werden und stellen dann keinen Anlass für führerscheinrechtliche Sanktionen dar. Eine Verschreibung durch den Arzt bei Cannabis aus der Apotheke ist derzeit nicht möglich. Der Leiter der Bundesopiumstelle Dr. Cremer-Schaeffer setzte sich in einem Schreiben an den Vorsitzenden der ACM Dr. Franjo Grotenhermen trotz der fehlenden Verschreibungsfähigkeit für eine Gleichstellung mit anderen Arzneimittel ein:

    “Aus Sicht der Bundesopiumstelle sollten diese Aspekte bei der Beurteilung von Einzelfällen berücksichtigt werden. Ob die Einnahme von Cannabis zu therapeutischen Zwecken Einfluss auf die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr hat, kann nicht generell beantwortet werden, sondern muss in jedem Einzelfall, wie bei der Anwendung anderer Arzneimittel auch, von Patient und behandelndem oder begleitendem Arzt beurteilt werden.”

    In der Praxis mussten Patienten allerdings bereits negative Erfahrungen machen. In einem anderen Fall erhielt ein Patient auch nach dem Fund von illegalem Cannabis seinen Führerschein wieder zurück. Experten mahnten 2013 eine korrekte Anwendung der Fahrerlaubnisverordnung an, die Anordnung einer MPU sei nur unter bestimmten Voraussetzungen gestattet. Leider halten sich nicht alle Führerscheinstellen an diese Empfehlung. Das Thema Führerscheinrecht ist gerade im Kontext einer medizinischen Nutzung von Cannabis äußerst komplex. Viel Ungerechtigkeit entsteht auch weil nicht alle Betroffenen ihre Rechte kennen und sie auch durchsetzen können. Wir empfehlen hier ausdrücklich die Beratung durch einen Experten wahrzunehmen.

    Siehe auch: Abschnitt Cannabis, THC und Führerschein im ACM-Magazin

    Siehe auch: Video: Darf man mit einer Ausnahmegenehmigung Auto fahren?

  • Kann ich diskret Fördermitglied werden oder Bestellungen im Shop aufgeben?

    Wir haben uns von Anfang an entschlossen, auf völlig neutrale Verpackungen und Absender zu setzen, da wir niemanden in eventuelle Erklärungsnöte bringen wollen, wenn der bayerische Dorfpostbote vor der Tür steht oder die neugierige Nachbarin euer Paket angenommen hat. Das gilt natürlich nicht nur für Shopbestellungen, sondern selbstverständlich auch für den Versand der Willkommensgeschenke für neue Sponsoren und alle anderen Sendungen auf dem Postweg. Unsere Emails verschicken wir allerdings immer von einer @hanfverband.de Adresse.

    Überweisungen an unser Konto bei der GLS-Bank können sowohl an “Georg Wurth” als auch an “Deutscher Hanfverband” gerichtet werden. Abbuchungen durch uns werden grundsätzlich von “Georg Wurth” getätigt.

    Auch diese Befürchtungen der Besteller sind mal wieder ein deutliches Zeichen dafür, dass sich in unserem Land etwas ändern muss. Helft dabei mit und tretet uns als Fördermitglied bei. Schon ab 30 € pro Jahr könnt ihr mithelfen, dass derartiger Irrsinn endlich ein Ende hat.

  • Meine Adresse, Telefonnummer oder Bankverbindung hat sich geändert, was muss ich tun?

    Bitte teile uns Änderungen deiner Kontaktdaten so schnell wie möglich mit, damit wir dich gegebenenfalls erreichen können. Bei erteilten Einzugsermächtigungen ist eine Änderung der Kontodaten unbedingt mitzuteilen, da sonst Stornogebühren anfallen, die wir dir in Rechnung stellen müssten.

  • Wie kann ich meine Fördermitgliedschaft kündigen?

    Falls du uns nicht mehr unterstützen willst, kannst du deine Fördermitgliedschaft völlig unkompliziert jederzeit kündigen, entweder per E-Mail, schriftlich oder telefonisch. Wer nach mehrmaliger Aufforderung seinen Jahresbeitrag nicht bezahlt, wird von uns einfach aus der Kartei gelöscht. Kostenpflichtige Mahnungen oder gar Inkasso-Unternehmen gibt es bei uns nicht. Falls du dich ungewollt angemeldet hast, reicht es auch, wenn du einfach den Bestätigunslink, den du nach Anmeldung per Mail bekommst, nicht anklickst und uns per Mail informierst.

  • Kann ich zu meinen Begrüßungsgeschenken noch Artikel XY aus dem Shop dazubestellen?

    Nein, das ist leider nicht möglich, da Shopbestellungen und Geschenke für Fördermitglieder komplett getrennt bearbeitet werden. Die geringen Mehrkosten für Porto und Verpackung können wir euch also leider nicht ersparen.

  • Kann man bei euch auch per PayPal zahlen?

    Ja. Einfach an Georg.Wurth[at]hanfverband.de, aber bitte die Bestellnummer bzw. Rechnungsnr. nicht vergessen. Wenn wir eine Zahlung nicht zuordnen können, wird diese ggf. als Spende verbucht. Spenden via Paypal können direkt an spenden[at]hanfverband.de gesendet werden.

  • Ich will weniger Beitrag zahlen. Was ist der Mindestbeitrag?

    Unser ermäßigter Jahresbeitrag für Arbeitslose, Studenten, Schüler etc. liegt bei 30€. Ein niedrigerer Jahresbeitrag ist nicht möglich, da sich sonst der organisatorische Aufwand nicht lohnt. Auch über kleinere Beträge als einmalige Spende freuen wir uns natürlich sehr.

  • Ich kann momentan meinen Beitrag nicht zahlen, will aber Fördermitglied bleiben. Was tun?

    Wenn du uns einen konkreten Zeitpunkt nennen kannst, wann du wieder zahlungsfähig bist, können wir das gerne so verzeichnen und uns dann wieder bei dir melden. Sollte deine Zahlungsunfähigkeit den Beitragszeitraum jedoch überschreiten oder auf ungeklärte Zeit fortbestehen, bitten wir dich, uns dies offen und ehrlich zu sagen. Dann buchen wir dich einfach als Fördermitglied aus und sparen uns die Arbeit, dich mehrfach anzuschreiben. Du kannst dich natürlich irgendwann wieder anmelden, wenn sich deine Finanzen gebessert haben.

  • Mein Konto ist manchmal nicht gedeckt – sollte ich eine Einzugsermächtigung erteilen?

    Nein. Wenn dein Konto nicht immer gedeckt ist, solltest du mit Einzugsermächtigungen vorsichtig umgehen. Wenn eine Abbuchung wegen fehlender Kontodeckung scheitert, entstehen Kosten in Höhe von bis zu 7,50 € , die wir an dich weitergeben müssten. Nach einer geplatzter Abbuchung müssen wir deine Einzugsermächtigungen stornieren und du müsstest deinen Beitrag selbst überweisen. Ratenzahlung wäre dann leider nicht mehr möglich.

  • Die wollen mir den Führerschein wegnehmen. Was kann ich tun?

    Es gibt viele unterschiedliche Gründe, warum die Führerscheinbehörde oder die Polizei den Führerschein entziehen bzw zur Überprüfung einbehalten kann, daher ist im Zweifel eine individuelle Beratung notwendig.

    Das Führerscheinrecht in Deutschland insgesamt ist hochkomplex, und meist nicht zu Gunsten der Betroffenen. Juristisch gibt es oft nur wenige Möglichkeiten, sich gegen einen Entzug der Fahrerlaubnis zu wehren, bzw diese sind oft nicht erfolgversprechend, wenn es um Betäubungsmittel geht.
    In jedem Falle ist es sinnvoll, einen eventuellen Konsum von Betäubungsmittel bis zu einer endgültigen Klärung des Sachverhaltes einzustellen. Ein Gespräch mit einem Fachanwalt für Verkehrsrecht oder Verwaltungsrecht kann sinnvoll sein. Oft ist es aber für die Betroffenen ratsamer, sich eine gute MPU Beratung zu suchen und sich auf die MPU vorzubereiten.
    In unserem Themenbereich “Recht & Urteile” und auf der Homepage unserer Führerscheinkampagne “Klarer Kopf. Klare Regeln!” findest du weitere Informationen zum Thema Cannabis und Führerschein.

  • Allgemeine Verkehrskontrolle – Was darf die Polizei, wie sollte ich mich verhalten?

    Handel ruhig, freundlich, aber bestimmt. Signalisiere möglichst keine Unsicherheit. Wenn du nicht aktiv unter dem Einfluss von Cannabis oder anderen Substanzen Auto fährst, hast du dir moralisch gesehen nichts vorzuwerfen. Dank der langen Nachweisbarkeit von Cannabis und des strengen Führerscheinrechts in Deutschland sind Cannabiskonsumenten aber auch weit jenseits der Wirkungsdauer noch gefährdet, ihren Führerschein zu verlieren.

    Die Polizei wird bei Verdacht versuchen, das Thema illegale Drogen in den Raum zu stellen. Mach keine Angaben zu deinem Konsumverhalten! Dazu bist du nicht verpflichtet und es kann nur schaden. Selbst Aussagen wie “Ich habe vor 3 Jahren das letzte Mal gekifft”, machen es den Polizisten leichter, eine richterliche Anordnung für eine Blutentnahme zu erhalten. Im Zweifel genügen solche Aussagen auch ohne positiven Laborbefund die Überprüfung der Fahreignung einzuleiten, z.B. wenn ein regelmäßiger Konsum oder ein Mischkonsum mit Alkohol zugegeben wird.

    NIE das Einverständnis zu einem Drogenschnelltest (Urin/Schweiß o.ä.) geben, da dieser auch den schon Tage zurückliegenden Konsum aufdeckt und somit zusammen mit anderen belastenden Umständen eine Blutentnahme rechtfertigen kann.

    Auch sollte nie eine Einwilligung in die Blutentnahme selbst erteilt werden. Erfolgt sie, ist eine Anordnung nach § 81 a StPO nicht notwendig.

    Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang noch darauf, dass die Staatsanwaltschaft – soweit eine Einwilligung des Betroffenen nicht vorliegt- die Blutentnahme selbst anordnen darf, wenn gem. § 81 a II S. 2 StPO bestimmte Tatsachen vorliegen, die den Verdacht einer Straftat nach §§ 315 a I Nr. 1. II und III, 315 c Nr. 1a), II oder 316 StGB begründen. Auch bedarf es gem. § 46 Abs. 4 S. 2 OWiG keiner richterlichen Anordnung, wenn Tatsachen den Verdacht begründen, dass eine Ordnungswidrigkeit nach den §§ 24a und 24c des Straßenverkehrsgesetzes begangen worden ist.

    Auch sogenannte Torkeltests wie Laufen auf einer imaginären Linie oder Berühren der Nase, ja selbst das Schauen in eine Taschenlampe sind freiwillig und können den Beamten helfen, Verdachtsmomente festzustellen, die eine zwangsweise Blutentnahme rechtfertigen.

    Eine Verweigerung solcher freiwilligen Tests muss nicht begründet werden. Nachteile im Strafverfahren entstehen dadurch nicht.

    Wenn die Polizei keinen konkreten Anfangsverdacht gegen dich hat wie z.B. einen Fund von Konsumzubehör im Fahrerraum oder strafrechtliche Vorbelastungen wegen Verstoßes gegen das BtMG, wird sie massiv unter Ausnutzung aller psychologischen Tricks versuchen, einen Urintest zu bekommen. Auf diesen Druck reagierst am besten gar nicht. In vielen uns berichteten Fällen lassen die Beamten nach 30-120 Minuten davon ab und ziehen weiter.
    Wenn dennoch eine Blutentnahme nach § 81 a StPO erfolgt und aktives THC festgestellt wird und auch eine Verkehrsteilnahme mit einem Kraftfahrzeug stattgefunden hat, ergeht regelmäßig ein Bußgeldbescheid nach § 24 a Abs. 2 StVG nebst Fahrverbot. Dies ist immer der Fall, wenn im Blut 1 ng/ml aktives THC oder mehr festgestellt wird, manchmal aber auch, wenn der Wert unter 1 ng/ml liegt. Wurde sogar eine Verkehrsstraftat verwirklicht, z.B. weil eine Fahruntüchtigkeit infolge von Drogenkonsum nach § 316 StGB vorliegt, muss im Regelfall mit einer Geldstrafe, der Entziehung der Fahrerlaubnis nebst Sperrfrist für die Neuerteilung der Fahrerlaubnis gerechnet werden. Meist wird sodann auch noch die Fahrerlaubnis nach § 111 a StPO vorläufig entzogen bzw. der Führerschein nach § 94 III StPO beschlagnahmt.

    Darüber hinaus kann die Fahrerlaubnisbehörde die Fahrerlaubnis entziehen oder Überprüfungsmaßen wie fachärztliche Gutachten und/oder eine medizinisch-psychologische Untersuchung nach der Fahrerlaubnisverordnung (FeV) anordnen. Demnach ist es ratsam, den Konsum einzustellen und sich mit dem Thema „Erbringung von Abstinenznachweisen“ und dem Ablauf von Begutachtungen zu befassen bzw. sich auf eine mögliche Begutachtung vorzubereiten.

    Die Abbauprodukte von THC sind abhängig von der Konsumintensität über einen längeren Zeitraum (meist über Wochen oder gar Monate) im Blut feststellbar und lassen auch auf die Konsumintensität schließen, wobei sowohl aktives THC als auch THC-COOH nicht linear abgebaut werden. Das führt dazu, dass viele Konsumenten sich ungerecht behandelt fühlen, z.B. wenn sie nüchtern kontrolliert werden und ihren Führerschein wegen eines positiven Urintests mit anschließender Blutentnahme verlieren bzw. sie ein medizinisch-psychologischen Gutachten beibringen müssen. Dennoch solltest du darauf nicht mit Wut und Ignoranz, sondern mit einer besonnenen Verteidigungsstrategie reagieren.

    DHV Sponsoren erhalten im Ernstfall eine kostenlose Erstberatung bei dem führenden Experten für Probleme rund um Cannabis, Führerschein und MPU, Theo Pütz. Er hat auch das Buch “Cannabis und Führerschein” geschrieben, dass für (potentiell) Betroffene und am Thema interessierte Personen sehr lesenswert ist. Ihr findet es auch in unserem Webshop.

    Das FAQ zu häufig gestellten Rechtsfragen entstand in Zusammenarbeit mit Markus Cronjäger, Rechtsanwalt und Mitglied des DHV-Rechtteams

  • Ich wurde beim illegalen Anbau von Cannabis erwischt. Was tun?

    Wenn du von der Polizei beim illegalen Anbau von Cannabis erwischt wurdest, solltest du das nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern dich mit einem Anwalt beraten. Vorher solltest du natürlich keinerlei Aussagen bei Polizei und Staatsanwaltschaft machen.
    Bei der Suche nach einem geeigneten Anwalt kann die Grüne Hilfe helfen. DHV Privatsponsoren erhalten im Ernstfall kostenlos Informationen zu Rechtsfragen durch einen Anwalt.

    Wurden 7,5 Gramm oder mehr reines THC in den Pflanzen festgestellt, richtet sich die Strafandrohung nach § 29 a BtMG. Dieser Verbrechenstatbestand ist im Mindestmaß mit 1 Jahr Freiheitsstrafe bedroht und reicht bis zu 15 Jahren Freiheitsstrafe. In minderschweren Fällen wird auf Freiheitsstrafen von 3 Monaten bis zu 5 Jahren erkannt.

    Das FAQ zu häufig gestellten Rechtsfragen entstand in Zusammenarbeit mit Markus Cronjäger, Rechtsanwalt und Mitglied des DHV-Rechtteams

  • Die Polizei hat bei mir eine kleine Menge Cannabis gefunden. Was passiert mir jetzt?

    In einer Entscheidung aus dem Jahr 1994 urteilte das Bundesverfassungsgericht, dass der Besitz von Betäubungsmitteln strafrechtlich nicht mehr verfolgt werden soll, wenn diese lediglich in kleinen Mengen zum gelegentlichen Eigenverbrauch erworben und besessen werden und kein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung besteht. Das BtMG wurde daraufhin um den §31 a Absehen von der Verfolgung ergänzt.
    Leider existiert bis zum heutigen Tag keine bundeseinheitliche Regelung, welche festlegt, wieviel eine “Geringe Menge” ist und wann ein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung besteht. Die entsprechenden Regeln der Bundesländer weisen erhebliche Unterschiede auf. Damit du weißt, welche Regeln für die Verfahrenseinstellung nach §31a in deinem Bundesland gelten, haben wir für dich eine Übersicht über die “Geringe Menge” erstellt.

    Allerdings werden nicht alle Verfahren unterhalb der “Geringen Menge” eingestellt. Die Polizei muss Cannabis auch in geringsten Mengen beschlagnahmen und das Verfahren an die Staatsanwaltschaft weiterleiten. Die Staatsanwaltschaft kann die Verfahren einstellen, eine Verpflichtung dazu besteht indes nicht.

    Du erhältst also zunächst einen Anhörungsbogen bzw. eine polizeiliche Vorladung zur Beschuldigtenvernehmung. Anschließend erhältst du entweder eine Einstellungsnachricht , einen Strafbefehl oder eine Anklageschrift. Polizeiliche Vorladungen als Beschuldigter musst du nicht befolgen. Diese dienen nur dazu, dich zu einer Aussage zu veranlassen, die dich oder andere belasten könnte. Grundsätzlich solltest du es vermeiden, eine Aussage bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft zu machen. Insbesondere Angaben zum Konsumverhalten können zu führerscheinrechtlichen Problemen im Nachhinein führen.

    Falls du weitere Fragen hast, wende dich an die Grüne Hilfe. DHV Sponsoren erhalten im Ernstfall kostenfreie Informationen von einem Anwalt.

  • Mein Kind kifft. Was soll ich jetzt tun?

    Cannabiskonsum von Kindern und Jugendlichen ist ein weit verbreitetes Phänomen. Ein Großteil der jungen Cannabisnutzer stellt seinen Konsum nach einer kurzen Probierphase wieder ein. Selbst fortgesetzter Cannabiskonsum ist daher kein Grund für Hysterie oder überharte Reaktionen, sollte aber von den Angehörigen auch nicht ignoriert werden. Wenn möglich, sprechen Sie mit Ihrem Kind über sein Konsumverhalten und dessen Ursachen. Versuchen Sie behutsam auf die Risiken und Nebenwirkungen des Konsums hinzuweisen und fördern Sie durch ehrliche Informationen die Mündigkeit Ihres Kindes. Bilden sie sich selber über Cannabis und investieren sie Zeit in dieses Themengebiet, das für ihr Kind offensichtlich eine Bedeutung hat.
    Strafen und Horrorgeschichten werden ihr Kind nicht vom Cannabiskonsum abhalten. Mit offenen Gesprächen können sie in Kontakt mit ihrem Kind bleiben, und eine langfristig positive Beziehung aufrecht erhalten.

    Sehen Sie über innerfamiliäre Gespräche hinaus Handlungsbedarf, empfehlen wir Ihnen, gemeinsam mit Ihrem Kind eine Drogenberatung aufzusuchen. Diese können ihrem Kind helfen, ihre Probleme mit dem Konsum zu verstehen und zu akzeptieren. Sie sollten sich aber auch darauf einlassen, dort ihr eigenes Wissen über Cannabis, mögliche Risiken und die Konsummotivationen junger Menschen zu erweitern.

    Umfangreiche Informationen zum Thema und Hinweise für Eltern und Angehörige von jugendlichen Cannabiskonsumenten finden Sie unter der Überschrift “Hilfe! Mein Kind kifft!” in unserem Themenbereich und auf der Seite cannabisfakten.de.

  • Wie wirkt sich Cannabiskonsum auf das Sorgerecht von Eltern aus? Kann das Jugendamt mir wegen Cannabis mein Kind wegnehmen?

    Bei Gefährdung des leiblichen, seelischen oder geistigen Wohls des Kindes durch Versagen, Vernachlässigung oder Missbrauch der Personensorge hat das Familiengericht die erforderlichen Maßregeln zu treffen. Zu diesem kann auch die Einschränkung oder der Entzug des Sorgerechts der Eltern gehören.
    Der Konsum oder Besitz von Cannabis rechtfertigt den Entzug des Sorgerechts jedoch alleine nicht! Gelegentlich “nutzen” Elternteile den Cannabiskonsum des Partners jedoch vor Gericht als Argument, um das Sorgerecht einzuschränken bzw. das alleinige Sorgerecht zu erhalten.

  • Kann ich bei euch Haschisch oder Marihuana kaufen?

    Der Handel mit THC haltigen Cannabisprodukten ist in Deutschland nicht legal. Der Deutsche Hanfverband kann dir weder Cannabis verkaufen, noch Informationen geben, wo du Cannabis erwerben kannst. Wir setzen uns für die Legalisierung von Cannabis ein, damit über 18-jährige ganz normal in einem Geschäft Cannabis erwerben können.

  • Ich will einen Coffeeshop in den Niederlanden eröffnen. Geht das auch als Deutscher?

    Im Prinzip ja, ABER: Die Zahl der Coffeeshops in den Niederlanden ist streng reglementiert und wird von den betroffenen Komunen festgelegt. Fast alle Städte verringern seit den 90er Jahren die Anzahl der Coffeeshops oder verlegen diese an die Stadtgrenzen. Neue Shop-Lizenzen gibt es kaum, und wenn, dann bekommen eher Niederländer den Zugriff.

    Wenn Du deinen Traum vom eigenen Coffeeshop dennoch weiter verfolgen möchtest, sollten Du dich an den Bond van Cannabis Detaillisten (BCD – Bund der Cannabishändler) oder die Vereniging Officiële Coffeeshops Maastricht (VOCM – Vereinigung der offiziellen Coffeeshops in Maastricht) wenden.

  • Ich suche den Kontakt mit einem Hanfbauern. Könnt ihr mir helfen?

    Gerne versuchen wir dir den Kontakt zu einem Hanfbauern zu vermitteln. Du kannst dich mit diesem Anliegen aber auch direkt an Hanf verarbeitende Unternehmen wenden. Positive Erfahrungen haben wir diesbezüglich mit der Hanffaserfabrik Uckermark und der Badischen Naturfaseraufbereitung GmbH (BaFa) gemacht.

  • Ich möchte Cannabis als Medikament legal verwenden. Wo bekomme ich Informationen? Wo finde ich einen Arzt?

    Erstmal ein paar grundsätzliche Infos, auch wenn sie dir vielleicht schon bekannt sind:

    Es gibt drei praktisch nutzbare Möglichkeiten für dich, Cannabis als Medizin legal zu nutzen. Relativ häufig ist das Verschreiben von Dronabinol (THC). Das ist ein meist öliger Extrakt, relativ teuer und wird von den Krankenkasse in der Regel nicht bezahlt. Er kann von Ärzten auf einem privat zu zahlenden BTM Rezept verschrieben werden.

    Das Fertigpräparat zum Sprühen Sativex kann bei durch Multiple Sklerose bedingten Spastiken von der Krankenkasse übernommen werden, ansonsten nur in Sonderfällen. Es kann allerdings von Ärzten als Off Label Use auf Privatrezept verschrieben werden, ebenfalls als BTM Rezept.

    Die einzige Möglichkeit, an Hanfblüten legal heranzukommen, ist ein Antrag beim BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte). Auf deren Website bitte runterscrollen bis:

    “Ausnahmeerlaubnis zum Erwerb von Cannabis zur Anwendung im Rahmen einer medizinisch betreuten und begleiteten Selbsttherapie”

    Das wichtigste ist aber, dass du einen Arzt findest, der dich dabei unterstützt, ob nun Dronabinol, Sativex oder Blüten.

    Leider haben sehr viele Menschen genau dieses Problem, Cannabis hilft ihnen bei ihrer Krankheit, aber sie finden keinen Arzt. Leider gibt es so wenige Ärzte, die sich offen zu dem Thema bekennen, dass wir da nicht wirklich weiterhelfen können.

    Du könntest es mal bei der entsprechenden Patientenvereinigung SCM (Selbsthilfenetzwerk Cannabis als Medizin) versuchen, womöglich kann man dir dort einen Arzt aus deiner Nähe nennen. Auch sonst findest du dort viele Informationen zum Thema.

    In deren Webforum und auch auf der Emailliste tauschen sich Betroffene über ihre Erfahrungen aus. Durch aktive Beteiligung und Vernetzung kannst du dort wertvolle Informationen und Kontakte erhalten.

    Auch die IACM (Internationale Arbeitsgemeinschaft für Cannabinoidmedikamente) hat auf ihrer Website viele Informationen veröffentlicht, die dir bei deinem weiteren Weg hin zu einem legalen Zugang zu Cannabismedizin helfen können.

    Der Vorsitzende der IACM, Dr. Franjo Grotenhermen, hat sich auf die Begleitung von Cannabispatienten spezialisiert. Er kann in seiner Privatpraxis Patienten direkt behandeln, kann aber auf Grund seines eigenen Gesundheitszustands nur wenige Patienten in der Woche übernehmen.

    Die IACM hat auf ihrer Seite auch eine 20-seitige Anleitung zur Beantragung einer Ausnahmegenehmigung bereitsgestellt (pdf-Dokument), die für Patienten und für behandelnde Ärzte interessant sein düfte.

    Einen schönen Übersichtsartikel vor allem für Ärzte hat Dr. Grotenhermen im renommierten Ärzteblatt veröffentlicht.

    Das alles erscheint jetzt wahnsinnig kompliziert und teuer. In einigen Einzelfällen ist es das auch. Manche Patienten legen mehrfach hunderte Kilometer zurück um zu Ärzten zu reisen, die sie bei ihrem Weg unterstützen. Viele investieren tausende Euro in teures Sativex oder Dronabinol, bevor sie eine Ausnahmegenehmigung für Cannabisblüten erhalten. Manche Patienten berichten aber auch, dass es für sie relativ schnell ging und sie nur geringe Kosten und Mühen hatten. Die Handlungen des BfArM sind dabei von außen nicht immer durchschaubar.

    Auch nach Erhalt der Ausnahmegenehmigung ist legales Cannabis sehr teuer. Zwischen 14 und 20 Euro pro Gramm zahlen die Patienten in der Apotheke, eine Übernahme der Kosten durch die Krankenkasse ist momentan noch extrem selten. Wenn viele Patienten in einer Apotheke kaufen, kann der Preis aber durch Rabatte auf bis zu 10 Euro pro Gramm sinken. Auch deswegen ist es wichtig, Netzwerke zwischen Cannabispatienten aufzubauen.

    Anträge auf legalen Eigenanbau kann man auch stellen, sie werden aber bisher leider noch nicht genehmigt, trotz positiver Entscheide mehrerer deutscher Gerichte. Einen Musterantrag für den legalen Eigenanbau hat das Selbsthilfenetzwerk Cannabis als Medizin veröffentlicht.

    Die Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin hat auch einige interessante Muster Formulare und andere Dokumente veröffentlicht.

    Trotz der hohen Kosten und dem Aufwand lohnt sich ein Rezept oder eine Ausnahmegenehmigung aber für viele Betroffene. Die Polizei kann bei Kontrollen nicht unterscheiden, woher genau die Blüten in einem Bedrocan Döschen sind. Viele Richter neigen auch dazu Patienten auf Grund von “rechtfertigendem Notstand” frei zu sprechen oder weniger hart zu bestrafen, wenn diese sich wegen der hohen Preise nicht in der Apotheke, sondern auf dem Schwarzmarkt oder durch Eigenanbau versorgen und dabei erwischt werden. Selbst wenn nur der Versuch unternommen wurde, eine Ausnahmegenehmigung zu erlangen, kann schon dieser Versuch strafmildernd wirken.

    Wir vom DHV kämpfen dafür, dass die Anwendung von Cannabis als Medizin endlich legalisiert, anerkannt und von den Krankenkassen bezahlt bzw. der Eigenanbau für Patienten erlaubt wird:

  • Bei welchen Krankheiten hilft Cannabis?

    Cannabis wird heute bei unterschiedlichsten Krankheitsbildern eingesetzt. So hilft es Patienten die an AIDS, Krebs, Spastiken, Migräne, Multipler Sklerose, ADHS, Morbus Crohn, Glaukom (Grüner Star), Asthma, Arthritis, Menstruationsschmerzen, Allergien, Juckreiz, chronischem Schluckauf, Tinnitus, Darmreizungen, Tourette- Syndrom oder Depressionen leiden. Auch bei vielen anderen Krankheiten berichten Patienten von einer Linderung ihrer Beschwerden oder von Nebenwirkungen, die ihre normale Medikation auslöst.

    Cannabis ist kein Wundermittel und hilft nicht allen Patienten! Insbesondere Patienten mit einem hohen Risiko für Psychosen oder Vorerkrankungen am Herzen müssen beim Konsum von Cannabis Vorsicht walten lassen. Generell ist eine ärztlich begleitete, gezielt durchgeführte Anwendung von Cannabis immer einer selbst organisierten Anwendung vorzuziehen. Auf Grund der jahrzehntelang blockierten Forschung und des fehlenden staatlichen Interesses an einer verstärkten Anwendung erfahren viele Patienten aber oft erst durch eigene Experimente, dass Cannabis ihnen hilft.

    Mehr Informationen über die Anwendungsgebiete von Cannabis in der Medizin erhalten sie in unserem Themenbereich oder auf der Webseite der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin e.V. Informationen über Möglichkeiten zur legalen Anwendung in Deutschland erhalten sie in unserem diesbezüglichen FAQ-Punkt.

  • Ich bin Patient und will legal Cannabis anbauen. Was ist zu tun?

    Der Kampf um eine Genehmigung zum Eigenanbau von Cannabis als Medizin in Deutschland ist nicht leicht. Im Jahr 2005 entschied das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG), dass das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Anträge von Schwerkranken für eine Genehmigung für den Besitz und Anbau von Cannabis als Medikament nicht prinzipiell ablehnen kann.

    Im Jahr 2012 gab es ein viel beachtetes Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster zum Thema Eigenanbau von Patienten. Im Juli 2014 führte ein anderes Urteil des Oberverwaltungsgerichts Köln zu einem riesigen Medienrummel.

    Seitdem haben viele Patienten solche Anträge beim BfArM eingereicht. Nach dem Urteil des Leipziger Bundesverwaltungsgerichts 2016 erteilte das BfArM zwei Patienten in Deutschland eine zeitlich beschränkte Genehmigung für den Eigenanbau von Cannabis als Medikament. Einen Musterantrag für den legalen Eigenanbau hat das Selbsthilfenetzwerk Cannabis als Medizin veröffentlicht. Die Tatsache dass viele Menschen solche Anträge gestellt hatten, trug entscheidend mit zur politischen Veränderung bei, die durch die Gesetzesänderung vom März 2016 öffentlich wurde.

    Die Regierung ermöglicht mit dem neuen Gesetz für Cannabis als Medizin schwerkranken Menschen, Cannabis auf Kosten der Krankenkasse zu erhalten. Also genau jenen Menschen, die ansonsten realistische Chancen auf eine Genehmigung zum Eigenanbau gehabt hätten.

    Damit wird das Erlangen einer Anbaugenehmigung schwieriger, es ist aber nicht völlig unmöglich. In Fällen in denen die Krankenkasse die Kosten für Cannabis nicht übernimmt oder kein Arzt gefunden wird, der ein Kassenrezept ausstellt, macht es Sinn weiterhin auf das Recht zum Eigenanbau zu klagen.

    Auch wenn die Kasse die Kosten übernimmt, werden einige Patienten weiterhin den Eigenanbau bevorzugen. Viele Betroffene haben seit Jahrzehnten Erfahrung mit selbst gezüchtetem Cannabis und nutzen eventuell schon sehr lange eine ganz bestimmte Sorte oder Anbaumethode. Dieses Bedürfnis lässt sich auch gegenüber Richtern und Behörden darlegen.

  • Für welche Diagnosen bekommen Patienten in Deutschland legal Cannabis?

    Das Gesetz nennt folgende Bedingungen für eine Therapie mit Cannabis:

    “Versicherte mit einer schwerwiegenden Erkrankung haben Anspruch auf Versorgung mit Cannabis in Form von getrockneten Blüten oder Extrakten in standardisierter Qualität und auf Versorgung mit Arzneimitteln mit den Wirkstoffen Dronabinol oder Nabilon, wenn

    1.eine allgemein anerkannte, dem medizinischen Standard entsprechende Leistung

    a)nicht zur Verfügung steht oder

    b)im Einzelfall nach der begründeten Einschätzung der behandelnden Vertragsärztin oder des behandelnden Vertragsarztes unter Abwägung der zu erwartenden Nebenwirkungen und unter Berücksichtigung des Krankheitszustandes der oder des Versicherten nicht zur Anwendung kommen kann,

    2.eine nicht ganz entfernt liegende Aussicht auf eine spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf oder auf schwerwiegende Symptome besteht.” §31 SBG V

    Eine strikte Beschränkung auf bestimmte näher definierte Diagnosen besteht nicht.

    Die fünf häufigsten Diagnosen, wegen denen deutsche Patienten eine Ausnahmegenehmigung zum Kauf und Besitz von medizinischem Cannabis erhalten, sind chronische Schmerzen, Multiple Sklerose, ADHS, Tourette-Syndrom und depressive Störungen.

    Hier eine Liste mit allen 62 Diagnosen bei denen vor der Gesetzesänderung im März 2017 eine Ausnahmegenehmigung erteilt wurde. In unserem Patientenratgeber bieten wir Betroffenen Hilfestellung rund um Fragen von Cannabis als Medizin.

  • Wird es jemals eine Legalisierung geben? Kämpft ihr nicht gegen Windmühlen?

    Wir rechnen nicht damit, dass Cannabis nach der nächsten Bundestagswahl plötzlich legalisiert wird. Das wird eher ein langfristiger Prozess sein und die Mehrheiten werden noch mit den Jahren hin und her schwanken.
    Man darf in der Cannabispolitik keine sofortigen Ergebnisse erwarten, schon gar nicht im gegebenen internationalen Kontext. Andererseits wächst die Zustimmung für eine liberalere Politik in den letzten Jahren kontinuierlich und immer mehr Experten bis hinein in Polizei und Justizbehörden äußern sich positiv über die Legalisierung.

    Außerdem gibt es nicht nur in Deutschland Widerstand gegen die Kriminalisierung, sondern weltweit! Das Hanfverbot ist aus den verschiedensten Gründen einfach zu unsinnig, um ewig zu halten. Kaffee und Tabak waren auch mal verboten. In der BRD wurden Homosexuelle bis in die 60iger Jahre hinein kriminalisiert. Rückblickend erscheint uns heute manche große, gesellschaftliche Änderung als völlig normal und logisch.

    Wir Legalisierungsbefürworter brauchen einfach nur Geduld und Durchhaltevermögen, um auch für Hanf langfristig eine gesellschaftliche und politische Akzeptanz zu erreichen.

  • Ich möchte über Cannabis und Drogenpolitik informiert bleiben. Wo bekomme ich regelmäßige Informationen?

    Ich möchte informiert bleiben. Wo bekomme ich regelmäßige Informationen?
    Neben unseren Aktuellen Meldungen und dem monatlichen DHV- Newsletter existieren unterschiedliche Informationsquellen zur Drogenpoltitik, die wir empfehlen können. Über unsere Social Media Accounts bei Facebook und Twitter verbreiten wir täglich die wichtigsten Neuigkeiten. Beim Media Awareness Project kann man sich in eine Email-Liste eintragen, über die regelmäßig interessante Drogenartikel aus deutschsprachigen Medien geschickt werden. Die A.C.M. gibt einen regelmäßigen Newsletter heraus, in dem es in erster Linie um Neuigkeiten über Cannabis als Medizin geht.

  • Ich brauche eine Argumentationsgrundlage, wo bekomme ich die?

    Wer mit Eltern, Freunden oder Bekannten über das Für und Wider einer Legalisierung von Cannabis diskutieren möchte, braucht gute Argumente. Noch besser ist es, wenn man sich schon im Vorfeld damit beschäftigt, welche Fakten man eventuell ansprechen kann.
    Rauschzeichen- Cannabis: Alles, was man wissen muss – Cover Eine kurze Auflistung solcher Argumente finden Sie in unserem Themenbereich unter der Überschrift Argumentation Drogenlegalisierung. Auch andere Organisationen haben eigene Argumentensammlungen erarbeitet.

    Wenn Sie sich über eine reine Argumentenliste hinaus über die Droge Cannabis informieren möchten, empfehlen wir Ihnen das Buch “Rauschzeichen – Cannabis: Alles, was man wissen muß”. Darin bieten wir Ihnen einen umfassenden Überblick über die Geschichte der Pflanze Hanf, die Nutzung von Cannabis als Rauschmittel und die politische Situation.

    Das Buch ist dabei ausdrücklich nicht nur für Cannabiskonsumenten gedacht! Wir wenden uns damit auch und gerade an jene, die selbst nicht kiffen, aber dennoch etwas über eines der ältesten Rauschmittel des Menschen erfahren möchten.

  • Ich möchte mehr über einzelne Legalisierungsargumente wissen. Wo erhalte ich umfangreichere Informationen zu einzelnen Fragen?

    Wer weitergehende Informationen zu einzelnen Fragen rund um das Thema Legalisierung sucht, dem empfehlen wir, sich im Themenbereich unserer Webseite umzusehen. In ihm finden Sie Texte, die sich konkreter mit einzelnen Fragestellungen beschäftigen, zum Beispiel einen Text zu der Frage: Ist Cannabis heutzutage eine genmanipulierte THC-Bombe?

  • Ich möchte mich in einem Legalisierungs – Verein engagieren. Welche könnt ihr empfehlen?

    Wenn wir auch kein klassischer Verein sind, so empfehlen wir natürlich zunächst, Fördermitglied des Deutschen Hanfverbands zu werden. Es gibt aber auch darüber hinaus viele andere sinnvolle Organisationen, die grundsätzlich positive Arbeit leisten.

    Der Deutsche Hanfverband arbeitet mit vielen Organisationen zusammen. Auch wenn sich unsere Partnerorganisationen in ihren Methoden oder konkreten Zielen unterscheiden, sind sie doch alle immer auf der Suche nach Unterstützern. Vielfach kann man dort auch konkret mitarbeiten und Infostände betreuen, an Konzepten basteln oder sich anderweitig einbringen
    Zu den aktivsten und empfehlenswertesten zählen die Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin e.V., die Grüne Hilfe und der Hanf als Nutzpflanze fördern e.V., der unter anderem das Hanf Museum in Berlin betreibt.

  • Ich will mich in einer Partei für die Legalisierung engagieren. Lohnt sich das?

    Die Mitarbeit in Parteien kann sehr sinnvoll sein, wenn man langfristig organisiert arbeiten will. Letztendlich kommt es für uns Hanffreunde schließlich darauf an, die Meinung in den etablierten Parteien zu verändern.

    In manchen Parteien haben sich die drogenpolitisch engagierten Mitglieder bereits zu eigenen Netzwerken zusammengeschlossen. Aus diesen Interessensgemeinschaften entstand das Bundesnetzwerk Drogenpolitik bei Bündnis 90/ Die Grünen (BND) und die Bundesarbeitsgemeinschaft Drogenpolitik der Linkspartei (BAG Drogen). Dort empfehlen wir, sich diesen Netzwerken anzuschließen und sie zu stärken.

    Bei den anderen Parteien könntest du vielleicht dazu beitragen, dass solche Strukturen für die Zukunft aufgebaut werden. Wir unterstützen und beraten dich gerne dabei.

  • Ich will selbst etwas für die Legalisierung tun. Was kann ich machen?

    Es gibt viele Möglichkeiten, wie ihr für die Legalisierung aktiv werden könnt.
    Zuerst möchten wir empfehlen, im DHV-Forum aktiv zu werden. Dort gibt es viele Möglichkeiten, an diversen Aktivitäten teilzunehmen und z.B. Ortsgruppen zu gründen.
    Schreibt außerdem z.B. dem direkt gewählten Bundestagsabgeordneten eures Wahlkreises. Wer das ist, erfahrt ihr auf der Webseite des Bundestages. Natürlich könnt ihr euch auch direkt an die zuständigen Fachpolitiker und Minister wenden. Diese sind der Bundesgesundheitsminister, der Bundesjustizminister und der Drogenbeauftragte der Bundesregierung.
    Ihr könnt euch mit eurem Anliegen auch an die drogenpolitischen Kontaktpersonen der Parteien des Bundestages wenden. Eine Übersicht findet ihr hier.

    Ein Großteil der Parlamentarier nimmt die von Konsumenten und Angehörigen tagtäglich erlebte Ungerechtigkeit schlicht nicht war. Wenn mehr Betroffene entsprechende Fragen stellen, müssen sich auch mehr Politiker mit dem Wunsch nach einem Ende des Kriegs gegen Drogen auseinandersetzen. Wenn jeder seinen Abgeordneten befragt, wird dies Cannabis fast zwangsläufig zu einem Thema der parlamentarischen Arbeit machen.
    Wenn ihr befürchtet, dass ein Brief an euren Abgeordneten in dessen Tagesgeschäft schlicht untergeht, dann empfehlen wir euch die Seite Abgeordnetenwatch. Sie bietet jedem die Möglichkeit, Abgeordneten des Bundestages und des Europäischen Parlaments Fragen zu aktuellen politischen Themen zu stellen.
    Der Legalisierung dienlich ist es auch, mit Leserbriefen auf falsche oder ungenaue Medienberichte, Zeitungsartikel oder ähnliches zu reagieren.

  • Ich will Flugblätter / Flyer verteilen. Wo kann ich die erhalten?

    Am besten bestellen Sie unser Flugblatt zur Cannabislegalisierung zu Druckkosten in unserem Webshop und verteilen Sie es in Ihrer Stadt an Passanten und Briefkästen! Damit können Sie viele Menschen erreichen und für das Thema Cannabislegalisierung sensibilisieren.

  • Ich möchte den DHV-Newsletter erhalten. Was muss ich tun?

    Um den Newsletter des DHV zu erhalten, rufe einfach die Newsletter-Seite auf und trag dich mit deiner Emailadresse ein. Wir senden dann eine Email zu, um deine Eintragung zu bestätigen. Danach erhältst den Newsletter bequem einmal im Monat per Email.

  • Ich habe auf eurer Seite nicht das gefunden, was ich suchte. Könnt ihr mir helfen?

    Unsere Webseite besteht primär aus fünf verschiedenen Beitragstypen: Nachrichten, Blogposts, Presseechos, Pressemitteilungen und Terminen. All diese Beiträge sind als Unterpunkte in unserem Menu unter Nachrichten gelistet. Um Ihnen das Finden von bestimmten Informationen weiter zu erleichtern, haben wir die Möglichkeit geschaffen unsere Webseite einfach und unkompliziert zu durchsuchen.

  • Ich möchte einen Text von eurer Webseite an anderer Stelle verwenden. Was muss ich beachten?

    Natürlich können Informationen oder ganze Texte unseres Webangebotes für Zeitung, Webseite, Diplomarbeit, Referat o.ä. verwendet werden. Allerdings bitten wir darum, unsere Texte mit entsprechenden Quellenangaben und Link zu versehen. Ein solcher Quellennachweis könnte z.B. so aussehen:

    Der folgende Text stammt aus der Webseite des Deutschen Hanf Verbandes: LINK.

    Beim Abdruck unserer Texte in Zeitungen, Büchern o.ä. bitten wir um die Übersendung eines Belegexemplars!

    Für die Verwendung von Bildern oder kompletten Videodateien aus unserem Besitz bitten wir um vorherige Absprache.

  • Was sind “allgemeine Verstöße gegen das BtMG” und “konsumnahe Delikte”?

    Im Bundeslagebild Rauschgift 2011 werden diese Begriffe wie folgt definiert:

    Der Begriff „konsumnahes Delikt“ umschreibt die allgemeinen Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Diese betreffen Delikte nach § 29 BtMG, die den Besitz, den Erwerb und die Abgabe von BtM sowie ähnliche Straftaten umfassen.

    Nicht enthalten sind hier also insbesondere Schmuggel und Handel, Bandenkriminalität sowie der Anbau von Cannabis oder der Besitz einer “nicht geringen” Menge. Auch hinter diesen Delikten können sich Taten durch Konsumenten verbergen. Beim Anbau von Cannabis fallen über 80% der Fälle in den Bereich “Weniger als 20 Pflanzen” und eine Ernte kann im Bereich der “nicht geringen Menge” liegen.

  • Wie viele Menschen konsumieren in Deutschland Cannabis?

    Laut des epidemiologischen Suchtsurveys 2021 haben 2021 fast 4,5 Millionen Menschen zwischen 18 und 64 (8,8 Prozent) mindestens einmal innerhalb der letzten 12 Monate Cannabis konsumiert. Bei der letzten Erhebung des epidemiologischen Suchtsurveys im Jahr 2015 waren es mit 6,1 Prozent noch geschätzte 3,2 Millionen. Doch die Autoren gehen davon aus, dass die aktuelle Zahl zu niedrig angesetzt ist. Die Dunkelziffer der Cannabis konsumierenden Personen über 18 Jahren sei wahrscheinlich noch viel höher. Jugendliche und Menschen über 64 Jahre wurden nicht berücksichtigt. Damit dürfte die Gesamtzahl der Menschen in Deutschland, die mindestens gelegentliche Cannabiskonsumenten sind, deutlich über 4,5 Millionen liegen. Mehr dazu findet ihr hier.

  • Hausdurchsuchung – Was darf die Polizei, wie sollte ich mich verhalten?

    Gemäß § 105 StPO dürfen Durchsuchungen nur durch den Richter, bei Gefahr im Verzug auch durch die Staatsanwaltschaft und ihre Ermittlungspersonen angeordnet werden. Eine Hausdurchsuchung kannst du, wenn die Polizeibeamten erst einmal in der Wohnung stehen, nicht verhindern. Lass dir den Durchsuchungsbeschluss des Richters zeigen und eine Kopie geben. Sofern die Polizei nur klingelt, sollte man die Tür nicht öffnen, sondern besser durch die Tür mit den Beamten sprechen. Häufig geben Polizeibeamte an, auf Grund von Cannabisgeruch Gefahr im Verzug geltend machen zu können und daher ohne richterlichen Durchsuchungsbeschluss eine Wohnung durchsuchen zu können. Mit Gefahr im Verzug ist dabei die Gefahr der Beseitigung von Beweismitteln gemeint.
    Viele Gerichte bestätigen ein solches Vorgehen, da Cannabisbesitz schon in geringsten Mengen eine Straftat ist und daher polizeilich verfolgt werden müsse. Einige Gerichte urteilen aber auch anders, da von bloßem Cannabisgeruch noch nicht auf eine nicht-geringe Menge geschlossen werden könne und somit die Verhältnismäßigkeit einer Hausdurchsuchung nicht gegeben sei (LG Hamburg, Beschluss vom 14.09.2009 – 628 Qs 26/09 – juris).

    Insbesondere bei Wohngemeinschaften müssen auf dem Durchsuchungsbeschluss die konkreten Räumlichkeiten benannt werden, die durchsucht werden sollen. Räume unverdächtiger dritter Personen dürfen nicht durchsucht werden. Wie immer muss man sich als Betroffener natürlich jeglichen Zwangsmaßnahmen der Polizei beugen und kann diese im Zweifel erst im Nachhinein juristisch überprüfen lassen. Ein Beweisverwertungsverbot ist allerdings auch bei klar rechtswidrigen Polizeimaßnahmen in Deutschland sehr selten, gefundene Beweismittel werden daher regelmäßig trotzdem strafrechtlich verwertet.

    Betroffene sind nicht verpflichtet, an der Hausdurchsuchung in irgendeiner Form mitzuwirken. Sie sind durch die Hausdurchsuchung in ihrer persönlichen Handlungsfreiheit grundsätzlich nicht eingeschränkt, solange keine Festnahme stattfindet, wobei man sich physischem Zwang der Beamten natürlich beugen sollte. Du hast das Recht, bei der Durchsuchung anwesend zu sein sowie einen Zeugen hinzuzuziehen (§ 106 Abs. 1 Satz 1 StPO). Verstricke dich nicht unnötig in Diskussionen mit den Beamten. Jedes Gespräch, jedes Wort kann in einem späteren Verfahren von Belang sein.
    Ob die Durchsuchung und die Beschlagnahme von Gegenständen rechtmäßig waren, kann in Ruhe durch einen Rechtsanwalt nach der Durchsuchung geklärt werden. Die Beamten sind verpflichtet, ein genaues Verzeichnis der beschlagnahmten Gegenstände anzufertigen, mit Unterschrift zu versehen und dem Betroffenen als Quittung auszuhändigen. Du als Betroffener dagegen bist nicht verpflichtet, irgendetwas zu unterschreiben, was die Polizei dir vorlegt.

    Das FAQ zu häufig gestellten Rechtsfragen entstand in Zusammenarbeit mit Markus Cronjäger, Rechtsanwalt und Mitglied des DHV-Rechtteams

  • Ich will Hanf als Zierpflanze anbauen, geht das?

    Nein. Der Anbau von Hanf (auch Nutzhanf) als Zierpflanze ist in Deutschland verboten. Nur die landwirtschaftliche oder wissenschaftliche Nutzung ist, wenn eine Genehmigung vorliegt, erlaubt. Siehe auch unsere anderen FAQs zum Thema.

  • Ist der Import von Nutzhanfsamen legal?

    Der Import von Rohhanf sowie Nutzhanfsamen zur Aussaat ist legal, aber lizenzpflichtig. Der Import und Besitz von rohen Hanfsamen zum Verzehr, oder zu anderen legalen Zwecken, ist auch für Privatpersonen ohne Lizenz nicht verboten. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.

  • Ich suche Produkte aus Hanf (Papier, Kleidung, Lebensmittel etc.). Könnt ihr mir da weiterhelfen?

    Der Deutsche Hanf Verband vertreibt selbst nur wenige Produkte aus Hanf. Eine große Auswahl von Hanfprodukten findest Du in Spezialgeschäften wie z.B. dem Greenhouse-Hanfkontor oder bei Hanf-Zeit. Oft erhält man Hanfprodukte aber auch in regulären Fachgeschäften. Hanftextilien sind in normalen Bekleidungsgeschäften leider noch selten, doch bestimmte Anbieter wie das Hanfhaus haben sich auf Hanftextilien spezialisiert.
    Leider ist derzeit in ganz Europa kein bezahlbares Büropapier aus Hanf zu bekommen.

  • Ich bin Landwirt und möchte Nutzhanf anbauen. Wo bekomme ich Informationen, was muss ich beachten?

    Der Anbau von Nutzhanf in Deutschland ist Anmeldungspflichtig. Um eine solche Anmeldung legal durchführen zu können, muss man lizenzierter Landwirt sein, was in diesem Fall durch eine Mitgliedschaft in der landwirtschaftlichen Sozialversicherung zu beweisen ist. Für Privatpersonen ist das also nicht möglich. Man kann sich natürlich auch einen Bauern suchen, der die Anmeldung und die Betreuung des Feldes übernimmt.

    Eine vorherige Festlegung des Abnehmers für den Nutzhanf ist aktuell nicht mehr erforderlich. Es dürfen allerdings nur EU lizenzierte Sorten angebaut werden, und selbst gewonnenes Saatgut darf nicht wieder ausgebracht werden.

    Wenn du selbst Nutzhanf anbauen möchtest, empfehlen wir dir, dich auf den Seiten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung über die aktuellen Regeln für den landwirtschaftlichen Anbau von Nutzhanf zu informieren. Außerdem solltest Du frühzeitig mit einem Hanf verarbeitenden Unternehmen wie der Hanffaserfabrik Uckermark oder der Badische Naturfaseraufbereitung GmbH Kontakt aufnehmen, da diese mehr über die ökonomischen Risiken und Möglichkeiten des Hanfanbaus sagen können.

  • Ich möchte euch verlinken. Wie geht das?

    Wenn Sie den Deutschen Hanfverband auf Ihrer Webseite verlinken möchen, empfehlen wir Ihnen eine Besuch unserer Verlinken- Seite. Auf ihr haben wir für Sie verschiedene Webbanner zusammengestellt. Zusätzlich finden Sie zu jedem Banner eine Einaueinleitung und den benötigten Quellcode.
    Sollten Sie Fragen oder Probleme mit dem Einbau von Links haben, wenden Sie sich bitte an unseren Webmaster. Er wird Sie bei der Platzierung und dem richtigen Einbau der Webbanner unterstützen.

  • Ich möchte einen Webbannertausch machen. Geht das?

    Ich möchte einen Webbannertausch machen. Geht das?

    Wir sehen uns als seriöse Interessenvertretung aller Hanffreunde und Legalisierungsbefürworter in Deutschland. Das Privileg der Platzierung eines Webbanners geniessen daher ausschliesslich unsere Mitglieder, Sponsoren und Partner. Ein Tausch oder Kauf von Webbannern ist deshalb leider nicht möglich!

  • Ich möchte mit dem Deutschen Hanfverband Kontakt aufnehmen. Wie geht das?

    Wenn Sie mit uns in Kontakt treten wollen, besuchen Sie bitte unsere Kontakt-Seite. Dort finden Sie ein Kontaktformular, unsere Emailadresse, Telefon- und Faxnummer sowie Anschrift.

  • Könnt ihr mir Werbegeschenke (Plakate, Feuerzeuge, Aufkleber etc.) schicken?

    Werbeprodukte wie Plakate, Anstecker, Feuerzeuge, Aufkleber und ähnliches findest du in unserem Webshop. Dort findest du auch Infomaterialien rund um die Legalisierung von Cannabis. Die meisten unserer Produkte bieten wir zum Selbstkostenpreis, um euch die Möglichkeit zu geben, eure Mitmenschen von der Legalisierung zu überzeugen oder für den Hanfaktivismus zu begeistern. Durch den geringen Unkostenbeitrag refinanzieren wir die Kosten für den Neudruck und verhindern, dass kostenlos bestelltes Material ungenutzt weggeworfen wird.

  • Wie bekomme ich einen Job in der Hanfbranche? Könnt ihr mir da helfen?

    Die Arbeitsplätze in der Hanfbranche reichen von Landwirtschaft über Ingenieurswesen, Eletrik, Maschinenbau und IT-Arbeit bis hin zu kaufmännischen Tätigkeiten, Buchhaltung und Einzelhandel. Wir haben vor Jahren versucht, unter unseren Firmensponsoren eine Jobbörse zu installieren. Leider stieß das damals auf wenig Interesse.

    Es gab lange Zeit zu wenige Jobs in der konsumnahen Hanfbranche. Das ändert sich zwar langsam, dennoch sind Jobs in diesem Bereich immer noch eher rar. Dazu kommt, dass unter den potentiellen Arbeitgebern in diesem Bereich viele kleine Firmen sind, die ihre Mitarbeiter bevorzugt aus dem eigenen Bekanntenkreis akquirieren. Auch in der Nutzhanfbranche sind Arbeitsplätze nicht zahlreich. Die meiste Arbeit in diesem Bereich wird von klassischen Landwirten geleistet.

    Einfluß auf die Personalpolitik seiner Firmensponsoren kann und will der DHV nicht nehmen! Daher ist es nicht sinnvoll, sich diesbezüglich an uns zu wenden. Die Cannabis-Arbeitsagentur vermittelt seit dem Jahr 2017 Jobs in der Branche.

  • Warum macht ihr das eigentlich?

    Das politische System in Deutschland ist weniger durch direkte Demokratie als durch den Einfluss verschiedener Lobbyisten geprägt. Der Deutsche Hanf Verband (DHV) ist die logische Konsequenz aus dieser Erkenntnis. Der DHV ist die professionelle Interessenvertretung von Cannabiskonsumenten und Legalisierungsbefürwortern.

    Wir sind davon überzeugt, dass das Verbot von Cannabis keine Vorteile bietet, aber erheblichen Schaden bei Konsumenten und Gesellschaft anrichtet. Der DHV bietet uns den organisatorischen Rahmen, um Lobbyarbeit im direkten Kontakt mit Parteien und Abgeordneten zu betreiben und zum Beispiel mit Auftritten als Sachverständige bei Anhörungen in Parlamenten. Außerdem hat Öffentlichkeitsarbeit über eigene Kanäle, Printmaterial und Medien bei uns einen großen Stellenwert.

  • Was wollt ihr erreichen?

    Wir betrachten uns als Interessenvertretung von Hanffreunden, Legalisierungsbefürwortern und der legalen Hanfbranche in Deutschland. Unser finales Ziel ist die Legalisierung von Hanfprodukten als Genussmittel unter verbraucherfreundlichen Bedingungen. Das beinhaltet nicht nur den privaten Besitz und Anbau, sondern auch kommerzielle Produktion und Vertrieb. Wir kämpfen aber auch jetzt schon gegen alle Formen der alltäglichen Diskriminierung von Hanfkonsumenten, z.B. im Strafrecht, im Führerscheinrecht, am Arbeitsplatz, bei der legalen Anwendung von Cannabis als Medizin oder beim Jugendamt und werden uns dabei auch für kleine, positive Schritte einsetzen.
    Ein weiteres Betätigungsfeld ist Hanf als ökologischer Rohstoff. Dieser Wirtschaftszweig existiert zwar mittlerweile in Deutschland wieder, wird aber nach wie vor durch viele bürokratische Hemmnisse gebremst und wenig staatlich gefördert. Das wollen wir ändern!
    Die Möglichkeiten zur Anwendung von Cannabis als Medizin sind in Deutschland derzeit sehr erschwert. Hier fordern wir eine schnellstmögliche Änderung zu Gunsten der betroffenen Patienten, und sehen an diesem Punkt auch eine starke Unterstützung der deutschen Bevölkerung.

  • Was macht ihr mit meinem Geld?

    Ziel des DHV ist die vollständige Legalisierung von Cannabis in Deutschland. Wir betreiben professionellen Lobbyismus und Öffentlichkeitsarbeit, um sowohl politische Entscheidungsträger, Journalisten als auch die Öffentlichkeit von den Vorteilen der Legalisierung zu überzeugen.
    Neben dieser alltäglichen Arbeit starten wir jedes Jahr eine thematische Kampagne, die wir aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen finanzieren. Eine Übersicht der bisherigen Kampagnen findet ihr hier.
    Darüber hinaus entstehen natürlich auch weitere Kosten für die alltägliche Arbeit des Hanfverbands z.B. Personalkosten, Miete und dergleichen.
    Transparenz ist uns wichtig! Hier findet ihr die komplette Übersicht über die Finanzen des DHV der letzten Jahre.

  • Ich möchte euch unterstützen. Wie geht das?

    Es gibt vielfältige Möglichkeiten, unsere Arbeit zu unterstützen. Unternehmen können Mitglied des Deutschen Hanf Verbandes werden und uns so mit Ihrem Beitrag finanziell helfen. Privatpersonen und Unternehmen, die sich nicht für eine Mitgliedschaft entscheiden können, haben die Möglichkeit, für einen Betrag von nur 50,- Euro pro Jahr (+ USt.) Sponsor des Deutschen Hanf Verbandes zu werden.
    Auch wer sich nicht finanziell engagieren möchte, kann unsere Arbeit unterstützen. So hilft es uns z.B., wenn Sie unsere Webseite verlinken oder für den DHV mit Anzeigen werben.
    Ausführliche Informationen über Ihre Möglichkeiten, unsere Arbeit zu fördern, erhalten Sie auf der Unterstützen-Seite.

  • Ich möchte Mitglied / Sponsor werden. Wie geht das?

    Alle Informationen darüber, wie du Mitglied oder Sponsor des Deutschen Hanf Verbandes werden kannst, haben wir auf unserer Unterstützen-Seite für dich zusammengestellt. Dort findest du auch ein Online-Formular, mit dem du dich direkt anmelden kannst. Solltest du darüber hinaus Fragen haben, nimm bitte einfach Kontakt mit uns auf!

  • Was seid ihr – Firma, Verband, Verein oder was?

    Der Deutsche Hanfverband ist von der juristischen Form her kein Verein, sondern ein Einzelunternehmen von Georg Wurth, das im Auftrag seiner Mitglieder und Sponsoren Lobbyarbeit für eine bessere Cannabispolitik betreibt, ohne von “Vereinsmeierei” aufgerieben zu werden. Es gibt aber zum Beispiel vereinstypische ehrenamtlich arbeitende Ortsgruppen. Wir vertreten tausende private Fördermitglieder. Diese Art der professionellen Interessenvertretung von Hanfliebhabern ist einmalig in Deutschland.
    Die Gründung des DHV ging 2002 von der Agentur Sowjet aus. Dort wurde der Verband über zwei Jahre als eigenständige Abteilung geführt. Im Oktober 2004 wurde der DHV ausgegründet, da er nun in der Lage war, selbständig zu funktionieren. Neuer Inhaber des DHV ist seitdem der bisherige Geschäftsführer Georg Wurth.

  • Kann ich meine Spende an den DHV bzw. Mitgliedsbeiträge von der Steuer absetzten?

    Da wir kein gemeinnütziger Verein sind, ist es leider nicht möglich, private Spenden an den DHV von der Einkommensteuer abzusetzen.

    Firmensponsoren können jedoch ihre Zahlungen als Betriebsausgaben beim Finanzamt geltend machen.

  • Was macht ihr mit meinen Daten?

    Neue Pivatsponsoren nennen uns ihre Post- und Email-Adresse, vielleicht auch die Telefonnummer. Diese Daten werden ausschließlich zur DHV-internen Sponsorenverwaltung und Kommunikation genutzt und in keiner Weise weitergegeben.
    Wer beim Protestmailer mitmacht, gibt ebenfalls seine Adresse und Email-Adresse an. Diese Daten gehen an die Empfänger der Protestmails. Bei uns verbleibt nur die Email-Adresse, wenn sich der Teilnehmer damit einverstanden erklärt. Ansonsten wird auch sie gelöscht.
    Mehr Informationen über den Umgang mit Ihren Daten.

  • Ist es ein Risiko für mich, Fördermitglied im Deutschen Hanfverband zu werden?

    Allein aus der Tatsache, dass du den DHV unterstützt, ergeben sich keinerlei Hinweise auf irgendwelche strafrechtlich relevanten Vorgänge, die zum Beispiel eine Hausdurchsuchung rechtfertigen würden. Niemand muss Cannabis konsumieren, um sich für eine Legalisierung einzusetzen.
    Im Gegensatz zum Beispiel zum Bestellen von Hanfsamen im Internet lässt die Unterstützung des DHV lediglich auf die Wahrnehmung der demokratisch geschützten Rechte auf freie Meinungsäußerung und politische Mitbestimmung schließen.

    Desweiteren speichern wir die Daten ausschließlich intern in unserem Büro. Briefe versenden wir diskret ohne DHV als Absender, auch Banküberweisungen an den DHV können diskret an Georg Wurth adressiert werden. Nachbarn, Arbeitskollegen und Verwandte können also nur von deiner Fördermitgliedschaft im DHV erfahren, wenn du ihnen davon erzählst oder uns ausdrücklich bittest, dich in der öffentlichen Liste unserer Fördermitglieder aufzuführen.

  • In welchen Ländern ist Cannabis legal?

    Kambodscha war das letzte Land weltweit, das im Jahr 1997 Cannabis verboten hatte. Kurzzeitig schien es, als sei das Dogma des Cannabisverbots damit international fest verankert worden. Im Jahr 2013 beschloss jedoch das Parlament in Uruguay, Cannabis unter staatlicher Kontrolle zu legalisieren. Seitdem dürfen in Uruguay Privatpersonen bis zu 6 Pflanzen anbauen, und nach einer Registrierung Cannabisprodukte in Apotheken einkaufen. 2018 folgte mit Kanada ein G7-Staat und legalisierte Cannabis.

    In den US haben einige Bundesstaaten wie z.B. Colorado und Washington Cannabis als Genussmittel ebenfalls legalisiert. Die Regularien unterscheiden sich jedoch von Bundesstaat zu Bundesstaat teils erheblich. So gibt es beispielsweise in der Landeshauptstadt Washington D.C. zwar keinen legalen Handel, aber es dürfen bis zu 6 Pflanzen legal angebaut und bis zu einer Unze (ca 28 Gramm) Cannabis besessen oder sogar verschenkt werden. Auf Bundesebene bleibt Cannabis jedoch weiterhin illegal. Gesetzesinitiativen für eine bundesweite Legalisierung scheiterten bisher immer wieder an Widerständen im US-Senat.

    Malta und Luxemburg haben den privaten Besitz und Eigenanbau legalisiert, gestatten aber keinerlei Handel mit Genusscannabis.

    Höchstrichterliche Urteile in Südafrika und Mexiko haben Klägern das Recht bestätigt, Cannabis besitzen zu dürfen und für den persönlichen Konsum anzubauen. Die Gerichte forderten die Gesetzgeber zudem auf, tätig zu werden und entsprechende Regulierungen zu verabschieden. In beiden Ländern ist bisher jedoch kein neues Legalisierungsgesetz verabschiedet worden.

    In den Niederlanden war Cannabis nie richtig legal, sondern nur toleriert. Die sogenannten Coffeeshops dürfen dort bis zu 500 Gramm Cannabis im Laden aufbewahren und bis zu 5 Gramm pro Kunde verkaufen. Die gesamte Produktion und der Großhandel sind aber illegal, so dass eine sehr spezielle Hintertürproblematik entstand. Dadurch gibt es auch keinerlei staatliche Kontrolle über die genutzten Anbaumethoden und dadurch keinerlei Verbraucherschutz. 2021 startete ein Modellprojekt für den legalen Anbau von Genusscannabis in 10 Gemeinden.

  • Ich wurde von der Polizei als Beschuldigter zu einer Anhörung vorgeladen. Was soll ich tun?

    Man hat als Beschuldigter bei der Polizei immer ein Aussageverweigerungsrecht. Daher muss man auch nicht zu polizeilichen Vorladungen erscheinen, sondern kann diese ignorieren.

    Der DHV empfiehlt grundsätzlich: Keine Aussagen bei Polizei und Staatsanwaltschaft! Positive, entlastende Aussagen können immer noch vor Gericht bzw. nach Akteneinsicht gemacht werden. Die Befragungen durch Polizei und Staatsanwaltschaft dienen in erster Linie der Suche nach weiteren Indizien und Beweisen, die dich oder Dritte belasten sollen. Das kann man nur effektiv verhindern, indem man jede Aussage verweigert.

    Nach Einholung der Akteneinsicht durch einen Anwalt kann dann eine solide Verteidigungsstrategie erarbeitet und eine Aussage vorbereitet werden.

    Das FAQ zu häufig gestellten Rechtsfragen entstand in Zusammenarbeit mit Markus Cronjäger, Rechtsanwalt und Mitglied des DHV-Rechtteams

  • Wieso entfernt sich die Niederlande von ihrer liberalen Drogenpolitik? War diese nicht erfolgreich?

    Die Drogenpolitik in den Niederlanden war insgesamt sehr erfolgreich. Der Konsum der meisten Drogen ist geringer als in den europäischen Nachbarländern, bei Cannabis liegt er im europäischen Durchschnitt. Die HIV Infektionsrate ist, dank wenig verbreitetem intravenösem Drogenkonsum, geringer als in anderen Ländern. Die Trennung der Märkte von Cannabis, dessen Verkauf in Coffeeshops toleriert wird, und anderen Drogen, hat im Grunde funktioniert und ihr Erfolg wird selbst von Kritikern der liberalen Handhabung kaum offen angezweifelt.

    Allerdings versuchen viele konservative Politiker, einzelne Aspekte der Coffeeshops zu kritisieren und diese dadurch langsam zurückzudrängen. Insbesondere der Drogentourismus wird dabei als Hauptkritikpunkt angeführt. Dabei spielt auch der konstante politische Druck aus Nachbarländern wir Frankreich und Deutschland eine entscheidende Rolle.

    So werden kaum neue Lizenzen vergeben aber sehr viele alte Shops auf Grund von unterschiedlichen Regelungen geschlossen. Die konservative Regierung der Niederlande versuchte auch 2012 aus den Coffeeshops eine Art Clubs zu machen, die nur für Anwohner geöffnet sein sollten. Damit scheiterte sie, weil kaum Niederländer sich dafür registrieren wollten. Heute haben einzelne Gemeinden die Möglichkeit, den Zugang zu den Shops nur für Menschen mit niederländischem Wohnsitz zu erlauben. In Amsterdam und vielen anderen Städten können volljährige Touristen aber weiter in den Coffeeshops Cannabis erwerben und konsumieren.

    2021 startete ein Modellprojekt zum legalen Anbau an dem 10 Gemeinden teilnehmen. Durch staatlich lizensierten legalen Anbau soll so die Backdoor-Problematik des niederländischen Modells abgeschaft werden. Es ensteht erstmals eine legale Warenkette von der Produktion bis zum Verkauf an den Endverbraucher. Der Erfolg bzw. Misserfolg dieses Modellprojekts dürfte maßgeblich die zukünftige Entwicklung der niederländischen Drogenpolitik beeinflussen.

  • Alle Menschen um mich herum kiffen. Warum ist es dann in Deutschland immer noch nicht legalisiert? Liegt das an der Pharma- und Alkohollobby?

    Viele vermuten unterschiedlichste Verschwörungen hinter dem Fortbestehen des Cannabisverbots. Niemand kann Einflüsse von verschiedenen Lobbygruppen ausschließen, gerade bei Pharmafirmen kann man berechtigterweise von einem Interesse an einem Fortbestand des Verbots der einfach zu züchtenden und vielseitig verwendbaren Heilpflanze Cannabis ausgehen. Aber in Deutschland haben wir hierfür keine Beweise.

    Selbst wenn man von einer Herrschaft der Lobbyisten über die Politik ausgeht, so muss man doch anerkennen, dass auch die Bevölkerung eine Lobby ist. Einer der entscheidenden Gründe für die Beibehaltung des Verbots ist also aus unserer Sicht, dass in den letzten Jahrzehnten zu wenige Hanffreunde in Deutschland sich für ihre Interessen engagiert haben, während viel zu viele das Hanfverbot stillschweigend hinnahmen. Nur wenn sich das ändert, wird die Politik sich auch verstärkt mit dem Thema befassen.

  • Wen genau meint ihr eigentlich mit “Hanffreunde” ? Wollt ihr nur das Wort Kiffer vermeiden?

    In vielen Veröffentlichungen sprechen wir vom DHV von sogenannten “Hanffreunden”. Damit meinen wir allerdings nicht Kiffer, sonst würden wir eher von Cannabiskonsumenten sprechen. Vielmehr ist ein Hanffreund jemand, der dem Hanf grundsätzlich positiv entgegensteht, egal ob als psychoaktive Substanz, Medizin, Industrierohstoff, Nahrungsmittel oder einfach nur als Zierpflanze. Ein Hanffreund ist daher auch in keinster Weise verdächtig, ein Straftäter zu sein. Insofern kann jeder sich öffentlich als Hanffreund bezeichnen, ohne damit das Risiko polizeilicher Verfolgung einzugehen.

  • Was ist eine Petition?

    Eine Petition ist ein Schreiben an eine Behörde oder Volksvertretung. Bürger können sich im Rahmen des demokratischen Prozesses über Behördenentscheidungen beschweren oder versuchen, auf die Änderung bestehender Gesetze einzuwirken.

    In Deutschland ist das Petitionsrecht sogar im Grundgesetz verankert, nämlich im Artikel 17 des Grundgesetzes. Der Bundestag hat einen eigenen Petitionsausschuss eingerichtet, auf dessen Homepage können Bürger Petitionen einreichen oder mitzeichnen. Daneben gibt es noch die Möglichkeit, auf privaten Plattformen Petitionen einzureichen oder mitzuzeichnen. Petitionen auf privaten Plattformen wie change.org, Avaaz, OpenPetition o.ä. haben jedoch keine juristische oder politische Bindung.

    Auf kommunaler Ebene gibt es ebenfalls die Möglichkeit einer Petition, wobei hier meistens ein Unterzeichner genügt und keine Sammlung von Unterschriften nötig ist.

  • Was ist das Besondere an einer Petition beim Deutschen Bundestag?
  • Startet doch mal eine Petition auf change.org, Open Petition oder Avaaz!

    Petitionen auf privaten Plattformen wie change.org, Avaaz oder OpenPetition erregen manchmal öffentliche Aufmerksamkeit, haben aber derzeit insbesondere auf Bundesebene keine direkte juristische oder politische Bindung. Deshalb unterstützen wir sie derzeit grundsätzlich nicht.

    Für uns ist die direkte politische Wirkung einer offiziellen Petition wichtig, zumal auch diese die Chance auf Medienaufmerksamkeit bieten. Gleichzeitig zwingen erfolgreiche offizielle Petitionen den Bundestag, sich mit dem Thema zu befassen. Wir haben in den letzten Jahren zwei solche offiziellen Bundestagspetitionen selbst gestartet, die Cannabispetition 2010 und die Cannabispetition 2017. Eine weitere Petition haben wir intensiv beworben, die Petition der ACM für Cannabis als Medizin 2014.

    Das Starten einer Online-Petition auf zivilgesellschaftlichen Plattformen ist für uns allerdings in Zukunft nicht unbedingt ausgeschlossen. Aktuell sind Online-Petitionen immer erfolgreicher und führen gerade auf Ebene von Kommunen und Ländern teilweise zu konkreten Resultaten. Sollte sich digitale Bürgerbeteiligung durch Online-Plattformen etablieren und insbesondere auf Bundesebene rechtlich verankert werden, wären sie für uns von größerer Bedeutung und hohem Nutzen.

  • Welche Erfolge hatte der DHV bisher?

    Die Lobbyverbände der Auto- oder Stromindustrie haben sicherlich wesentlich größere Budgets als der DHV. Aber durch effektiven Einsatz der Spendengelder und Dank der HIlfe vieler Unterstützer konnten wir schon viele wichtige Impulse setzen. Für Medien und Politik haben wir uns als wichtigster Player in der Legalize-Debatte ebabliert.

    Ein wichtiger Teil unserer alltäglichen Arbeit ist die Pressearbeit. Durch tägliche Erreichbarkeit, persönliche Kontakte und Pressemitteilungen bringen wir hier Argumente für die Legalisierung ein. Viele Journalisten freuen sich, auch andere Positionen als die von Politik, Polizei und Drogenberatungsstellen erwähnen zu können. Auf unserer Website veröffentlichen wir ein Presseecho, in dem Presseberichte gelistet sind, in denen wir erwähnt oder zitiert werden.

    Über unseren Streckmittelmelder konnten wir Hanffreunde und Öffentlichkeit für die Problematik von gestrecktem Cannabis sensibiliseren. Auf Grund des hohen Arbeitsaufwands und der immer weiter steigenden Anzahl der Beiträge musste dieser leider 2012 abgeschaltet werden.

    Mit regelmäßigen Wahlanalysen zu Landtags- und Bundestagswahlen informieren wir Hanffreunde und Legalisierungsbefürworter über die drogenpolitischen Inhalte der jeweiligen Parteien.

    Ein erster Meilenstein in unserer Entwicklung war die Cannabis-Petition 2010 an den Bundestag, mit über 30.000 Unterzeichnern die größte offizielle Petition zu Cannabis die es jemals in Deutschland gab. Nachdem diese Petition lange Zeit scheinbar unberührt in irgendwelchen Schubladen lag, wurde sie letztendlich dank Unterstützung von Linkspartei und Grünen im Bundestagsausschuss beraten.

    Die Bundesregierung führte im Oktober 2011 eine Bürgerbefragung auf dem neu geschaffenen YouTube- Kanal der Regierung durch. Die Frage des DHV zur Cannabislegalisierung landete auf dem ersten Platz. Das Video zur Beantwortung durch die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel erreichte große mediale Aufmerksamkeit und veranlasste viele Menschen, sich mit dem Thema Cannabislegalisierung zu beschäftigen.
    2012 veranstaltete die Bundesregierung im Rahmen des “Zukunftsdialogs” eine Online-Beteiligung für Bürger. Der Vorschlag des DHV, Cannabis zu legalisieren, wurde von den Abstimmenden auf den zweiten Platz gewählt. Ihrem Versprechen folgend musste Merkel DHV-Sprecher Georg Wurth ins Kanzleramt einladen und sich mit dem Vorschlag auseinandersetzen. Daraufhin veranlasste Merkel trotz ihrer ablehnenden Haltung ein Treffen mit Experten, darunter Dr. Franjo Grotenhermen – Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (ACM).

    Viel unserer Arbeit läuft generell im Hintergrund ab. Die unzähligen Gespräche und Email-Kontakte mit Journalisten und Politikern, bei denen am Ende nicht immer etwas konkretes vorzuweisen ist, sind trotzdem wichtig und helfen mit, ganz gezielt an den Schaltstellen unserer Gesellschaft Informationen zu verbreiten. Oftmals wissen wir im Vorraus gar nicht genau, was aus einem Gespräch entstehen kann und dann steht plötzlich ein guter Artikel in einer Zeitung, und man erinnert sich an ein Telefongespräch mit dem schreibenden Journalisten oder den handelnden Politikern.

    Neben diesen Kontakten haben wir natürlich auch täglich viele Emails, Instagram-, Twitter- und Facebook-Nachrichten mit Fragen rund um Repressionsprobleme, Cannabis als Medizin und Hanfaktivismus. Wir geben uns beste Mühe diese Anfragen zu beantworten, auch wenn das wegen der Fülle an Zuschriften und anderer Aufgaben nicht immer zeitnah möglich ist.

    Über das Webforum hat der DHV nicht nur vielen Hanfaktivisten einen Ort zum gegenseitigen Austausch und Debattieren gegeben, sondern auch dazu beigetragen, dass es in vielen Gegenden Deutschlands lokale Gruppen gibt, die Aktionen für die Legalisierung durchführen. So konnte die Kraft und Energie vieler Hanfaktivisten genutzt und fokussiert werden. Aktuell besitzt der DHV mehr als 20 Ortsgruppen in ganz Deutschland.

    Mit unserem Webshop bieten wir der ganzen deutschen Hanfszene einen Pool an Infomaterialien für kleine und große Aktionen, und das meist zu Druckkostenpreisen. Das ist sehr arbeitsintensiv und insgesamt eher ein Minusgeschäft. Aber es macht Sinn, da dadurch viele Aktivisten die Möglichkeit haben Infostände zu gestalten und Flyer zu verteilen, und so auch Menschen erreicht werden, die sich sonst nicht von sich aus mit Hanf und den politischen Zuständen beschäftigen würden.

    Auf unserer Versammlung zum 10 jährigen Bestehen des DHV hat Georg Wurth einen Vortrag über die Geschichte des DHV gehalten, die ihr hier als Video ansehen könnt. Der Ton ist leider eher schlecht, aber inhaltlich ist das Video sehr informativ für alle, die den DHV noch nicht so lange kennen.

    Seit 2012 sind wir auch auf Musik-Festivals mit DHV Infoständen präsent, und werden auch versuchen das auszubauen. Solche Projekte müssen langfristig angelegt sein, und lassen sich ohne eine offizielle Verbandsstruktur nur schwer umsetzen. Für die Festival-Infostände sammeln wir auch freiwillige Helfer im Forum.

    Am 25. Januar 2014 gewann unser Geschäftsführer Georg Wurth die Millionärswahl von Pro7/Sat1. Seitdem erleben wir einen unglaublichen Aufschwung bei Sponsoren, Shopbestellungen und Facebook-Likes. Der Laden brummt und mit dem Gewinn können wir zumindestens im Jahr 2014 auch vieles möglich machen. Langfristig benötigen wir natürlich weitere Einnahmen, um die gewachsene Struktur zu erhalten und unsere Arbeit weiter auszubauen.

    Im September 2014 unterstützten wir die Petition für Cannabis als Medizin von Franjo Grotenhermen. Leider wurde das Quorum von 50.000 Stimmen in 4 Wochen verfehlt, aber immerhin konnten 36.000 Menschen in kürzester Zeit mobilisiert werden, um ihre Stimme abzugeben. Und: Die Petition wird trotzdem im Bundestag beraten.

    Ende 2014 veröffentlichten wir die ersten professionellen Werbespots für die Cannabislegalisierung in Deutschland, und sendeten diese in vielen hundert Kinos bundesweit. Dafür haben wir knapp eine halbe Million Euro ausgegeben.

    2013 und 2014 halfen wir den vielen Organisatoren von Aktionen zum Global Marijuana March in Deutschland mit Rat und Tat: Es gab ein frei verwendbares, gemeinsames Plakat und einen Flyer, die wir den Gruppen jeweils individuell angepasst haben. Außerdem zentrale Werbung, Vermittlung von Pressekontakten und im Jahr 2014 dank der gewonnen Millionärswahl auch mit finanzieller Unterstützung. Auf unserer Sonderseite zum GMM sammeln wir alle Infos. Dadurch konnte die Zahl der Städte in Deutschland, die sich am GMM beteiligen, von 4 im Jahr 2012 auf elf im Jahr 2013 und schließlich 16 im Jahr 2014. Auch für die Zukunft wollen wir diese Bewegung unterstüzen.

    Bei unserer Kampagne für Cannabis-Modellprojekte in deutschen Städten riefen wir 2013 dazu auf, unsere diesbezügliche Musterpetition einzureichen. Dadurch wurde die Möglichkeit solcher Projekte in vielen Stadträten diskutiert und in Münster sogar beschlossen.
    Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg in Berlin war aber der erste, der einen solchen Antrag tatsächlich erarbeitete. Bei der Erstellung war der DHV über eine Steuerungsgruppe direkt involviert. Eine Veranstaltung des Bezirks wurde sogar finanziell durch uns unterstützt.

    Viele Jahre haben wir Cannabispatienten telefonisch, per Facebook und Email dazu beraten, wie sie eine Ausnahmegenehmigung für medizinisches Cannabis erhalten können. 2015 wurden diese Informationen in einem handlichen Patientenratgeber zusammengefasst. Vor allem aber haben wir von Anfang an Druck gemacht für eine gesetzliche Regelung, Cannabis als Medizin verschreibungsfähig zu machen, unter anderem in Bundestagsanhörungen oder durch Unterstützung von ACM-Aktionen.

    2017 war es dann soweit: Das neue “Cannabis als Medizin”-Gesetz ermöglichte bereits über 100.000 Patienten den legalen Zugang zu Hanf aus der Apotheke.
    Daraufhin haben wir unseren Ratgeber zum Thema komplett neu aufgelegt und kämpfen jetzt für weitere Verbesserungen im Detail.

    Im Jahr 2017 starteten wir die größte offizielle Bundestagspetition zur Legalisierung von Cannabis, die es in Deutschland je gab. Mit über 80.000 gesammelten Unterschriften war es die erfolgreichste Bundestagspetition des Jahres. So konnte das Quorum von 50.000 erstmals durch uns geknackt werden, was ein deutliches Zeichen an Politik und Öffentlichkeit darstellt. Die Legalisierung von Cannabis ist spätestens jetzt auch in Deutschland kein Nischen-Thema mehr.

    Mit unserer Führerscheinkampagne “Klarer Kopf. Klare Regeln!” konnten wir das Thema Ungerechtigkeit bei Cannabis & Führerschein nicht nur durch Videos und Medienberichte ins öffentliche Bewußtsein rücken, sondern es auch direkt in die Sondierungsgespräche für eine mögliche Jamaika Koalition nach den Bundestagswahlen 2017 einbringen sowie die Diskussion unter Experten anregen, z.B. beim Deutschen Verkehrsgerichtstag.

    Parallel gründeten wir die erste regelmäßig stattfindende Konferenz zur Legalisierung von Cannabis – die CannabisNormal! Schon im ersten Jahr kamen knapp 200 interessierte Besucher, um sich an Vorträgen und Diskussionsrunden mit dutzenden Experten zu beteiligen. Die Cannabis Normal Konferenz (CaNoKo) soll auch in Zukunft als Ort für leidenschaftliche, inhaltiche Debatten über das Warum, Wie und Wann einer Legalisierung dienen. Denn jede gesellschaftliche Bewegung braucht eine eigene Konferenz!

    2018 konnten wir erstmals selbst eine Studie in Auftrag geben. Professor Justus Haucap hat für uns die Kosten der Cannabisprohibition in Deutschland ausgerechnet. Die Studie ist nach wie vor die einzige umfassende Berechnung der entgangenen Steuereinnahmen und Repressionskosten, eine dauerhaft angelegte Diskussionsgrundlage. Die Studie wurde 2021 von Prof. Haucap aktualisiert und stellt bis heute die einzige seriöse Diskussionsgrundlage in diesem Bereich dar.

    Den juristischen Weg haben wir mit unserer 2019 gestarteten Justizoffensive beschritten. Sowohl Richter als auch Angeklagte können unsere Mustervorlage benutzen, um das verfassungswidrige Cannabisverbot in Karlsruhe überprüfen zu lassen. Aktuell sind drei Normenkontrollanträge von Gerichten aus Bernau, Münster und Pasewalk beim Bundesverfassungsgericht anhängig.

    2020 starteten wir eine umfangreiche Aufklärungskampagne, um eine Mehrheit der deutschen Bevölkerung von der Richtigkeit der Cannabislegalisierung zu überzeugen. Dazu wurde das Info-Portal cannabisfakten.de ins Leben gerufen und deutschlandweit mit Anzeigen, Plakaten und Flyern beworben. Cannabisfakten.de spricht Zielgruppen an, die der Legalisierung skeptisch gegenüber stehen und die wir mit der DHV-Seite nicht gut erreichen. Die Fakten sind dort einfach zugänglich aufbereitet, aber immer mit Quellen hinterlegt. Auch konnten einige deutsche Prominente dazu gewonnen werden, als Vorreiter öffentlich für die Cannabislegalisierung zu werben. Im Herbst 2021 wurde das Ergebnis dieser Arbeit sichtbar. In der jährlichen Umfrage von infratest dimap im Auftrag des DHV sprach sich erstmals eine Mehrheit der deutschen Bevölkerung für die Legalisierung von Cannabis aus!

    2021 stand ganz im Zeichen der anstehenden Bundestagswahl. Ziel der Kampagne “Zeit für Legalisierung!” war es, Cannabis zum Wahlkampfthema zu machen. Neben klassischen Informationsmitteln wie Flyern, Postern und Postkarten warb der DHV auf über 150 Großplakaten in deutschen Städten für die Legalisierung. Zudem wurde politischer Druck auf die Wahlkreiskandidaten ausgeübt, indem der DHV auf seiner Homepage die Kontaktdaten aller Kandidaten und Formulierungsvorschläge für persönliche Anschreiben bereitstellte.
    Am 24.11.2021 stellte die neu gewählte Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grünen ihren Koalitionsvertrag vor, in welchem sie die vollständige Legalisierung von Cannabis für Genusszwecke auf ihre politische Agenda setzte. Dieser drogenpolitische Meilenstein ist sicherlich der bisherige Höhepunkt der Arbeit des Deutschen Hanfverbands.

    2022 hatten wir inhaltlich zwei Schwerpunkte: Den Legalisierungsprozess der Regierung inhaltlich begleiten und bei den Landtagswahlen eine Bundesratsmehrheit erreichen, um die Legalisierung politisch möglich zu machen. Um unseren Standpunkt für die inhaltliche Arbeit mit der Community abzustimmen, organisierten wir die dritte Auflage der Cannabis Normal! Konferenz und überarbeiteten zusammen mit euch die DHV-Eckpunkte für die Legalisierung. Mit diesen Eckpunkten ging es auch in den Konsultationsprozess “Cannabis – aber sicher” des Bundesdrogenbeauftragten, an dem der DHV als einziger Vertreter der Konsumenten an allen fünf Hearings teilnahm und somit auch den Betroffenen der Prohibition eine Stimme in dem Prozess gegeben hat.
    Mit unseren Wahlwerbespots, die wir zu den Landtagswahlen bei Youtube und in sozialen Netzwerken geschaltet hatten, erreichten wir fast 4 Mio. Menschen in den betreffenden Bundesländern und brachten so das Thema Legalisierung auch in den Wahlkampf. Im Saarland und Niedersachsen konnte die CDU auch erfolgreich aus den Landtagen verdrängt werden und wir haben unseren bescheidenen Beitrag geliefert.

    Insgesamt profitiert die Hanf-Szene an vielen Punkten von einer großen, bundesweit agierenden Organisationen, die stark auf Wachstum und ein “Mehr” in der Zukunft ausgerichtet ist. Die Legalisierung wird nicht morgen plötzlich vor der Haustür stehen, der DHV wird sich daher langfristig organisieren und Strukturen aufbauen, um Schlagkraft in der Debatte zu entwickeln. Die USA haben vorgemacht wie man professionelle Legalisierungsarbeit gestaltet. Und das geht nur mit professionellen Organisationen und guten Arbeitskräften, die nicht jeden Tag einer anderen Tätigkeit für ihren Broterwerb nachgehen müssen. Wenn man nebenbei ein Geschäft oder einen regulären Job hat, fällt es sehr schwer, sich jeden Tag Zeit für den Verbandsbetrieb zu nehmen. Wir freuen uns immer über ehrenamtliche Beiträge und Unterstützung von außen, aber wir wissen aus Erfahrung das Ehrenamtler niemals das Leistungs- und Wissenspensum eines richtigen Mitarbeiters haben. Und man kann es auch nicht von ihnen verlangen!

    Natürlich ist der DHV auch nicht die einzige sinnvolle Organisation in Deutschland, die sich der Legalisierung widmet. Wir freuen uns über jeden, der sich engagiert auf anderen Wegen oder in anderen Gruppen einsetzt. Aber wir bieten mit unserem Verband jedem Legalisierungsbefürworter in Deutschland die Möglichkeit, sich als Fördermitglied einfach, günstig und 100%ig sicher für die Legalisierung zu engagieren, auch ohne mit dem eigenen Namen in die Öffentlichkeit zu treten. Wir danken den vielen tausend Menschen, die so oder durch Einzelspenden unseren Erfolg in den letzten Jahren ermöglicht haben.

  • Ist Cannabis in Uruguay legal?

    Ja. Uruguay war Ende 2013 das erste Land der Welt, welches Cannabis wieder komplett relegalisiert hat. Der Anbau von bis zu 6 Pflanzen ist für Privatleute erlaubt. Außerdem dürfen sich 15 bis 45 Privatleute zu sogenannten Cannabisclubs zusammenschließen und gemeinsam bis zu 99 Pflanzen ziehen. Der kommerzielle Verkauf von Genusscannabis findet in Apotheken statt und bedarf wie der Anbau einer Registrierung.

  • Wo erhalte ich weitere Informationen zur Legalisierung in Uruguay?
  • Welche Partei sollte ich wählen, wenn ich für die Legalisierung von Cannabis bin?

    Die Grünen, Linkspartei und FDP sprechen sich auf Bundesebene für eine Legalisierung von Cannabis aus. Die SPD möchte erst einmal wissenschaftliche Modellprojekte zur Cannabisabgabe, aber auch sie will die Konsumenten entkriminalisieren. Im Bundestag sind nur CDU/CSU und AfD dafür, dass Verbot und strafrechtliche Verfolgung der Konsumenten so bleiben, wie sie derzeit sind.

    Gerade bei Länder- und Kommunalwahlen macht es Sinn, sich die Positionen der einzelnen Parteien und ihrer Vertreter anzuschauen, bzw bei diese zu erfragen. Daher versenden wir zu jeder Bundes- und Landtagswahl Wahlprüfsteine an die wichtigsten Parteien und erarbeiten eine ausführliche Wahlanalyse.

    Jeder, dem Cannabispolitik am Herzen liegt, sollte außerdem den Parteien mitteilen, warum er sie gewählt oder nicht gewählt hat. Das erhöht das Gewicht einer einzelnen Stimme enorm! Es reicht ein Dreizeiler:

    “Ich habe Ihnen diesmal meine Stimme gegeben, weil Sie sich für die Legalisierung von Cannabis einsetzen und erwarte von Ihnen, dass Sie das Thema die nächsten fünf Jahre auch voranbringen!”
    “Ich hätte mir vorstellen können, Sie dieses Jahr bei der Bürgerschaftswahl zu wählen, habe aber wegen ihrer repressiven Drogenpolitik davon Abstand genommen.”

  • Es sollte eine Volksabstimmung zur Legalisierung geben!
  • Welche regelmäßigen Termine für Hanffreunde gibt es jedes Jahr?

    Auf unserer Terminseite sammeln wir alle uns aktuell bekannten Termine rund um Hanflegalisierung und Drogenpolitik. Hier findest du Informationen zu alljährlich stattfindenden Hanfdemonstrationen. Ansonsten gibt es noch die Messe Cultiva in Österreich, die jedes Jahr stattfindet, sowie die Messe Canna Trade in der Schweiz, die momentan alle zwei Jahre stattfindet.

  • Führt ein gelegentlicher Konsum zur Fahrungeeignetheit?

    Ein gelegentlicher Cannabiskonsument ist grundsätzlich fahrgeeignet. Ein gelegentlicher Konsum von Cannabis ist bereits bei zwei selbständigen Konsumvorgängen, welche einen gewissen zeitlichen Zusammenhang aufweisen, anzunehmen (BVerwG NJW 15, 2439, VGH Mü 27.03.06 – 11 CS 05.1559 -juris). Nach Nr. 9.2.2 der Anlage 4 zur Fahrerlaubnisverordnung (FeV) führt jedoch ein gelegentlicher Konsum zur Fahrungeeignetheit, wenn Konsum und Fahren nicht getrennt werden und ein zusätzlicher Gebrauch von Alkohol oder anderen psychoaktiv wirkenden Stoffen, eine Störung der Persönlichkeit und ein Kontrollverlust vorliegt.

    Das Bundesverwaltungsgericht hat jedoch jüngst entgegen der Regelvermutung Nr. 9.2.2 der Anlage 4 zur Fahrerlaubnisverordnung (FeV) entschieden , dass ein einmaliger Verstoß gegen das Trennungsgebot nicht mehr zur Entziehung der Fahrerlaubnis führt. In derartigen Fällen haben die Fahrerlaubnisbehörden gemäß § 46 Abs. 3 i.V.m. § 14 Abs. 1 Satz 3 FeV nach pflichtgemäßem Ermessen über die Einholung eines medizinisch-psychologischen Gutachtens zur Klärung der durch diese Fahrt begründeten Zweifel an der Fahreignung zu entscheiden (BVerwG Urteil vom 11. April 2019 -3 C 13.17- juris).

    Das FAQ zu häufig gestellten Rechtsfragen entstand in Zusammenarbeit mit Markus Cronjäger, Rechtsanwalt und Mitglied des DHV-Rechtsteams

  • Wie sollte man sich bei einer Verkehrskontrolle verhalten?
  • Ist eine “geringe Menge” Cannabis legal?

    Nein. Laut Betäubungsmittelgesetz gehört Cannabis zu den sogennanten “nicht verkehrsfähigen Betäubungsmitteln”. Das bedeutet: Anbau, Kauf, Verkauf und Besitz sind unabhängig von der Menge verboten! Die Polizei muss immer ermitteln, da auch der Besitz geringer Mengen eine Straftat ist. Auch wegen Anhaftungen an Verpackungsmaterial oder Konsumgeräten werden daher regelmäßig Anzeigen gegen die Betroffenen verfasst.

    In einer Entscheidung aus dem Jahr 1994 urteilte das Bundesverfassungsgericht jedoch, dass der Besitz von Betäubungsmitteln strafrechtlich nicht mehr verfolgt werden soll, wenn diese lediglich in kleinen Mengen zum gelegentlichen Eigenverbrauch erworben und besessen werden und kein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung besteht. Das BtMG wurde daraufhin um den §31 a Absehen von der Verfolgung ergänzt. Leider existiert bis zum heutigen Tag keine bundeseinheitliche Regelung, welche festlegt, wie viel eine “Geringe Menge” ist und wann ein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung besteht. Die entsprechenden Regeln der Bundesländer weisen erhebliche Unterschiede auf. Damit Sie wissen, welche Regeln für die Verfahrenseinstellung nach §31a in Ihrem Bundesland gelten, haben wir eine Übersicht über die “Geringe Menge” erstellt.

    Wenn Verfahren gegen Ersttäter, in denen es um den Besitz geringer Mengen Cannabis geht, nicht eingestellt werden, droht selten Schlimmeres als eine Geldstrafe.

  • Ist der Konsum von Cannabis verboten?

    Nein. Cannabis und Cannabisprodukte gehören laut Betäubungsmittelgesetz (BtMG) zu den nicht verkehrsfähigen Betäubungsmitteln. Der Konsum ist im BtMG jedoch nicht als Straftatbestand aufgeführt. Er ist somit nicht strafbar. Doch: ohne Besitz ist der Konsum nur schwerlich möglich. Man müsste also bei einer Kontrolle o.ä. nachweisen, Cannabis nur konsumiert, aber nicht besessen zu haben.

    Generell gilt, dass gem. § 29 Absatz 5 und § 31a BtMG von der Bestrafung abgesehen werden kann, wenn es nur um den Umgang mit geringen Mengen Cannabis zum Eigenkonsum ohne jede Drittgefährdung geht.

    Das FAQ zu häufig gestellten Rechtsfragen entstand in Zusammenarbeit mit Markus Cronjäger, Rechtsanwalt und Mitglied des DHV-Rechtteams

  • Wo finde ich die Aufzeichnungen der Anhörungen im Bundestag?

    In der Mediathek des Bundestages finden sich alle verfügbaren Aufzeichnungen.

  • Macht kiffen dumm?

    Ob kiffen dumm macht, lässt sich nicht pauschal beantworten. Tatsache ist, dass sich der Konsum von Cannabis auf Hirn und Körper auswirkt. Auf welche Weise und wie stark, hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel Alter des Konsumenten, Konsumdauer, körperliche Verfassung des Konsumenten. Mögliche spürbare “Nebenwirkungen” des Konsums sind: Konzentrationsschwierigkeiten, Verschlechterung des Kurzzeitgedächtnisses/ Vergesslichkeit, leichte motorische Störungen, Schlafstörungen, Reizüberflutung.

    Die Seite “Cannabis – Wirkung, Nebenwirkung, Risiken” informiert umfassend über dieses Thema. Umfangreiche Informationen findest Du aber auch auf der Webseite der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen und natürlich auf cannabisfakten.de.

  • Führt eine Legalisierung dazu, dass mehr Cannabis konsumiert wird?

    Weltweit gibt es keine belastbaren Hinweise dafür, dass Drogenverbote den Konsum in der Bevölkerung nennenswert reduzieren bzw im Gegenzug eine Legalisierung den Konsum erhöhen würde. In den Niederlanden liegt beispielsweise der Konsum von Cannabis im europäischen Mittelfeld.

    Gleichzeitig ist es in der Wissenschaft aber auch unbestritten, dass die Verfügbarkeit von berauschenden Substanzen ein entscheidender Faktor für die Konsumhäufigkeit ist. Eine gesteigerte Verfügbarkeit könnte also langfristig auch zu einem Anstieg des Konsums führen. Ob aber das Verbot wirklich die Verfügbarkeit reduziert, muss bezweifelt werden.

    Der DHV fordert eine Regulierung des bestehenden Schwarzmarktes für Cannabis, die insbesondere für Jugendliche den Zugang eher erschweren, als erleichtern würde.

  • Ist Cannabis in den Niederlanden legal?

    Nein. Der Besitz bis zu fünf Gramm ist in den Niederlanden straffrei. Auch der Verkauf ist straffrei, wenn man ein lizensiertes Geschäft, also einen “Coffeshop”, betreibt. Der Handel in größeren Mengen ist jedoch weiterhin illegal. Damit stehen die Coffeeshop-Betreiber vor einem Problem, was auch als “Backdoor”-Problematik bezeichnet wird: Sie dürfen zwar legal Cannabis-Blüten und Haschisch bis zu 5 Gramm pro Kunden verkaufen, aber nicht in größeren Mengen einkaufen. Sie müssen ihre Produkte weiterhin vom Schwarzmarkt beziehen.

  • Welche Bedeutung haben internationale Verträge auf die Drogenpolitik?

    Internationale Verträge können eine Änderung der Gesetzeslage auf nationaler Ebene behindern. 1961 wurde das Einheitsabkommen über die Betäubungsmittel von den UN-Staaten beschlossen und ist somit für alle Teilnehmer-Staaten bindend. Es bildet damit die Basis für die weltweite Prohibition, auch von Cannabis: jeder nichtwissenschaftliche oder nichtmedizinische Gebrauch der aufgeführten Pflanzen wurde verboten.

    Damit ist jedes Land, das das Abkommen unterzeichnet hat, für die Einhaltung gewisser Standards verpflichtet. So auch Deutschland. Das bedeutet, dass eine Entschärfung der Gesetzeslage nur bis zu einem gewissen Grad der Entkriminalisierung möglich wäre. Durch eine komplette Legalisierung von Cannabis würde Deutschland jedoch gegen das Abkommen verstoßen. Auch auf internationaler Ebene muss eine Veränderung der Gesetzeslage erreicht werden.

  • Wer ist in den Bundestagsfraktionen für das Thema Drogenpolitik zuständig?

    In der 20. Legislaturperiode des deutschen Bundestages, die nach der Bundestagswahl 2021 begann, sind folgende Politiker zuständig:
    Dirk Heidenblut (Mitglied im Ausschuss für Gesundheit & stellvertretendes Mitglied im Ausschuss Arbeit und Soziales, zuständig für Drogenpolitik, SPD),
    Carmen Wegge (Mitglied des Innen- und Rechtsausschusses, Berichterstatterin in Sachen Cannabislegalisierung, SPD),
    Dr. Kirsten Kappert-Gonther (Drogen- und Suchtpolitische Sprecherin und Mitglied und stellvertetende Vorsitzende des Ausschuss für Gesundheit, Bündnis 90/ Die Grünen),
    Linda Heitmann ( drogenpolitische Berichterstatterin, Mitglied im Gesundheitsausschuss und Umweltausschuss, Schwerpunkte Harm Reduction/ Drug Checking, Bündnis 90/ Die Grünen),
    Kristine Lütke (Sprecherin für Sucht- und Drogenpolitik, Mitglied im Gesundheitsausschuss, FDP),
    Ateş Gürpinar ( drogenpolitischer Sprecher, Mitglied im Gesundheitsausschuss, Die Linke),
    Simone Borchardt (Berichterstatterin der AG Gesundheit in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Mitglied im Gesundheitsausschuss, CDU).

    Die AFD hat bisher keinen drogenpolitischen Sprecher benannt.

  • Ich werde strafrechtlich wegen Cannabis verfolgt und finde meinen Fall besonders spektakulär. Kann der DHV mir helfen, meinen Fall öffentlich zu machen?

    Wir erhalten viele derartige Anfragen. Grundsätzlich sammeln wir solche Fälle, auch um interessierten Pressevertretern Fälle präsentieren zu können, aber wir können nicht in jedem Einzelfall garantieren, dass ein Bericht erscheinen wird. Schreib uns eine Email, in der du die wichtigsten Eckpunkte deiner Geschichte skizzierst.

    Mit Repressionsbetroffenen und Cannabispatienten machen wir auch gelegentlich Videos, in denen sie ihre persönlichen Erfahrungen erzählen können. Wenn du in der Lage bist, für ein solches Video nach Berlin zu kommen, dann können wir auch diese Möglichkeit in Betracht ziehen.

  • Kann der DHV mich finanziell bei einem Strafverfahren unterstützen?
  • Ich wende Cannabis aus medizinischen Gründen an und würde gerne meine Erfahrungen und Probleme mit dem Hanfverbot schildern. Kann der DHV mir helfen, meinen Fall öffentlich zu machen
  • Warum macht der DHV nicht mal eine Demo in meiner Stadt?
  • Wäre es nicht sinnvoll, eine Hanfpartei zu gründen?

    Diese Idee ist zunächst relativ nahe liegend. Es gibt aber auch viele Gründe, die dagegen sprechen und uns davon abhalten, eine Partei zu gründen.

    Zunächst einmal ist es mit einem enormen Aufwand verbunden, eine Partei zu gründen, sie organisatorisch zu festigen und Wahlkämpfe zu führen. Das würde bedeuten, dass etliche Menschen einige Jahre lang nur mit der Organisation einer Partei beschäftigt wären und sich kaum inhaltlich mit der Legalisierung auseinander setzten könnten.

    Selbst wenn es gelingen würde, die nötige große Zahl an aktiven Mitstreitern zu finden, was wir z.B. angesichts der nur langsam steigenden Beteiligung an der Hanfparade oder der noch vergleichsweise bescheidenen Zahl an DHV-Unterstützern bezweifeln, wäre das Überspringen der 5 % Hürde noch immer eher unwahrscheinlich. Der Einfluss einer solchen Partei würde also gering bleiben, so wie es in Deutschland immer bei Ein-Themen Parteien war.

    Letztendlich müssen wir Hanffreunde eine Mehrheit im Bundestag von unseren Ideen überzeugen und werden dafür auch auf die etablierten Parteien angewiesen sein.

    Das heißt nicht, dass die Gründung einer Hanfpartei völlig falsch wäre. Wir wollen das aber nicht machen, sondern lieber weiter allgemein für die Legalisierung werben und damit den öffentlichen Druck auf alle Parteien aufrecht erhalten.

  • Drogentest – Wie lange ist THC im Blut und Urin nachweisbar?

    Der psychoaktive Hauptwirkstoff von Cannabis THC wird in der Regel inhalativ (Vaporisieren, Rauchen) oder oral (z.B. als Gebäck) eingenommen. Der Anteil des THC, der dabei unverändert in den Blutkreislauf gelangt, beträgt bei der Inhalation im Mittel 30 % und bei der oralen Aufnahme 4–12 % (Bioverfügbarkeit). Bei letzterer Route vermindert die Leberpassage zusätzlich die Wirkung. Schließlich erreichen weniger als 1 % des verabreichten THC das Gehirn. Danach wird THC teilweise unverändert wieder ausgeschieden, teilweise in der Leber über das psychoaktive Zwischenprodukt THC-OH zu inaktivem THC-COOH metabolisiert.

    Im Gegensatz zu der recht simplen, nahezu linearen Abbaukurve von Alkohol im Blut liegt bei THC ein komplizierterer zeitlicher Verlauf vor. Nachdem die THC-Konzentration im Blut bereits nach dem inhalativen Konsum einer kleinen Menge THC sprunghaft auf Werte bis über 100 Nanogramm pro Milliliter Blutserum ansteigt, sinkt sie ebenso schnell wieder ab, verbleibt aber recht lange bei niedrigen Werten zwischen 1 und 10 ng/mL – insbesondere dann, wenn häufiger konsumiert wird. Die THC-Konzentration in anderen Körperflüssigkeiten verhält sich nicht proportional zur THC-Konzentration im Blut, sondern folgt jeweils einem etwas anderen zeitlichen Verlauf.

    Ursachen für das spezielle Abbauverhalten von THC

    Dieses komplexe Abbauverhalten resultiert aus den Besonderheiten bei der Aufnahme und der Verteilung von THC:

    Bereits unmittelbar nach dem Konsum gelangt ein großer Teil des lipophilen Wirkstoffs THC über den Blutkreislauf in fetthaltige Körpergewebe (Fettgewebe, Haut) und wird dort eingelagert. Gleiches gilt auch für die nicht-psychoaktiven Abbauprodukte. Von diesen Geweben werden THC und seine Abbauprodukte über einen längeren Zeitraum in niedriger Konzentration, welche die Fahrtüchtigkeit nicht beeinträchtigt, wieder ans Blut abgegeben („Hintergrundkonzentration“). Hierbei scheint es auch eine Rolle zu spielen, ob in der Abstinenzphase Körperfett abgebaut wird, in dem das THC eingelagert war und so freigesetzt werden kann.

    THC und seine Abbauprodukte zirkulieren lange in einem enterohepatischen Kreislauf: Die Stoffe werden in der Leber nur teilweise abgebaut, der nicht abgebaute Anteil gelangt über die Leber zur Gallenblase, von dort hin in den Darm, wird wieder ins Blut resorbiert und gelangt dann erneut zur Leber.

    So kann aktives THC im Blut noch über 30 Tage und im Speichel bis zu acht Tage lang nachgewiesen werden. Im Urin können die Abbauprodukte von THC drei bis über 30 Tage nach dem letzten Konsum nachgewiesen werden.

    Ausführlichere Informationen zu dieser Frage findest du im Übersichtsartikel unserer Führerschein-Kampagne “Klarer Kopf. Klare Regeln!”:

    Hinweis: Alle Angaben ohne Gewähr! Der Abbau von THC und THC-COOH im menschlichen Körper ist nicht linear, es gibt also große Unterschiede zwischen verschiedenen Menschen. In Einzelfällen kann auch nach deutlich längeren Abstinenzzeiten noch ein positiver Nachweis auf Cannabis erfolgen!

    Du hältst die aktuellen Regelungen in Bezug auf Cannabis und Führerschein sowie im Arbeitsrecht für ungerecht? Du willst daran etwas ändern? Dann unterstütze jetzt den Deutschen Hanfverband als festes Fördermitglied oder mit einer einzelnen Spende. Gemeinsam sind wir stark!

  • Wie lange kann man Haschisch und Marihuana lagern? Welchen Lagerungsfaktoren beeinflussen den THC-Abbau?

    Bei richtiger Lagerung sind Cannabisprodukte viele Jahre haltbar, ohne dass der THC-Gehalt wesentlich sinkt. Die größere Oberfläche führt bei Marihuana im Vergleich zu Haschisch zu einem schnelleren THC-Abbau und einer höheren Empfindlichkeit gegenüber äußeren Einflüssen. So kann Haschisch auch nach Jahrzehnten noch einen Teil seiner Wirkung behalten, während Marihuana nach einigen Jahren, insbesondere bei schlechter Lagerung, erheblich an Geruch und Potenz verliert.

    Luft und UV-Licht fördern den Zerfall von THC zu wenig bzw. nicht psychoaktiven Stoffen. Temperaturen bis zu 20° Celsius haben nur einen geringen Einfluss auf die Haltbarkeit. Höhere Temperaturen beschleunigen den Abbau des enthaltenen THCs. Bei zu hoher Feuchtigkeit kann Schimmel entstehen. Um einen Abbau von THC und Geruchsstoffen sowie die Bildung von Schimmelsporen zu vermeiden, sollte Cannabis also trocken, kühl und dunkel gelagert werden.

  • Was ist der Unterschied zwischen Hanf, Cannabis, Haschisch und Marihuana?

    Cannabis ist eigentlich das lateinische Wort für Hanf. In Deutschland und vielen anderen Ländern wird der Begriff Cannabis allerdings oft umfassend für Hanfpflanzen und THC-haltige Produkte der Pflanze genutzt.

    Als Marihuana oder Gras bezeichnet man die getrockneten Blüten der weiblichen Hanfpflanze. An Drüsenhaaren auf diesen Blüten sitzt das “Harz” der Pflanze, mit seinen hohen Konzentrationen von THC, CBD und anderen Cannabinoiden. Marihuana ist je nach Qualität, Herkunft, Anbaumethode und Trocknungsgrad üblicherweise grün bis bräunlich, teilweise auch weiß oder leicht lila.

    Haschisch ist das gesammelte und meist gepresste “Harz” der Hanfpflanze. Es kann nicht nur aus den Blüten, sondern auch aus mit Harzen besetzten Blättern gewonnen werden. Je nach Qualität und Herstellungsmethode schwankt seine Farbe von hellem grau-braun bis zu mattem schwarz.

  • Darf ich in Deutschland Cannabis zu medizinischen Zwecken anbauen?

    Privatpersonen dürfen Hanf nicht anbauen! Eine Genehmigung zum Anbau kann man zwar theoretisch beim Bundesinstitut für Arzeneimittel und Medizinprodukte (BfArM) beantragen, aber selbst schwerstkranken Patienten wurde eine solche Erlaubnis bisher nur in wenigen Fällen erteilt. Trotz mehrer Urteile, die eigentlich klar für die Legalisierung des Anbaus zu medizinischen Zwecken sprechen, verweigert die Regierung den Betroffenen die Möglichkeit zum Eigenanbau. Verschiedene Klagen sind weiterhin anhängig. Der DHV hat die Spendenaktion “Straffreiheit für Cannabispatienten” des Selbsthilfenetzwerks Cannabis als Medizin mit 5.000€ unterstützt, die verschiedene Gerichtsverfahren von Patienten mitfinanziert.

    Siehe auch unsere FAQ: Ich bin Patient und will legal Cannabis anbauen. Was ist zu tun?

  • Ich wurde mit Cannabis erwischt. Was nun?

    Erstmal: Ruhe bewahren! Möglichst keine Aussagen bei Polizei und Staatsanwaltschaft machen. Entlastende Aussagen kann man immer noch im Nachhinein in Absprache mit einem Anwalt schriftlich oder vor Gericht machen. Wir empfehlen, sich an die Grüne Hilfe zu wenden. Diese Organisation kann dir lokale Anwälte vermitteln und unterstützt dich vor allem bei der Entscheidung, ob ein Anwalt überhaupt nötig ist. Dies hängt nicht nur von der gefundenen Menge ab, sondern auch von Begleitumständen, polizeilicher Vorbekanntschaft und dem Bundesland, in dem das Verfahren läuft.

    DHV Privatsponsoren erhalten kostenlos Tips durch einen Anwalt im Ernstfall. Schreibt uns dazu einfach eine ">Email mit eurem Namen.

  • Ich möchte ein Interview mit euch machen, geht das?

    Ein wesentliches Ziel unserer Verbandsarbeit ist, die Öffentlichkeit besser über die Möglichkeiten und Risiken von Hanf zu informieren. Anfragen wegen Interviews, Presseartikeln oder TV-Berichten beantworten wir deshalb immer gerne. Wenn Sie gerne ein Interview mit uns führen möchten, nehmen Sie bitte einfach Kontakt mit uns auf!

  • Ich würde den DHV gern für einen Vortrag / eine Diskussion einladen, geht das?

    Im Rahmen unserer Verbandstätigkeit erarbeiten wir umfangreiche Informationen zu vielen Aspekten der Pflanze Hanf. Die angesprochenen Themen kann man in Vorträgen oft noch vertiefend beleuchten. Wenn Sie also Interesse daran haben, einen Verbandvertreter für einen Vortrag in Ihrer Universität, Schule, Ihrem Unternehmen oder Verein einzuladen, nehmen Sie bitte einfach Kontakt mit uns auf!

    Interessant ist für uns in diesem Zusammenhang der Ort, das Datum, wie viele Personen teilnehmen werden, und ob Fahrtkosten bzw Übernachtungskosten gezahlt werden können.

  • Was ist “Nutzhanf” / “Industriehanf”?

    Im April 1989 verfügte die europäische Kommission in der Verordnung Nr. 1164/89, dass der Anbau von Hanf zur industriellen Nutzung von den Mitgliedsstaaten legalisiert werden muss. Diese Sorten haben einen Wirkstoffgehalt von unter 0,2 Prozent und damit keine berauschende Wirkung. Man bezeichnet sie als Faserhanf, Industriehanf oder Nutzhanf. Heute wird in Deutschland relativ wenig Hanf angebaut, obwohl es juristisch gesehen möglich ist. In den letzten Jahren ist jedoch ein beständiger Zuwachs beim Anbau von Nutzhanf zu beobachten. Von 422 Hektar im Jahr 2012 wuchs die Fläche für den Anbau von Nutzhanf in Deutschland auf 6400 Hektar im Jahr 2021 an. Somit ist ein positiver Trend zu beobachten, nachdem zeitweilig ein Rückgang der Anbauflächen Anfang der 2000er Jahre zu beobachten war .

  • Welche deutschen Prominenten haben sich zu ihrem Cannabiskonsum bekannt?

    Während in den USA viele Prominente sehr offensiv mit ihrem Konsum umgehen, beispielsweise Rihanna, Snoop Dogg oder auch Miley Cyrus, so ist man in Deutschland eher zurückhaltend. Doch auch hierzulande gibt es einige bekannte Gesichter, die keinen Hehl daraus machen, schonmal “gekifft” zu haben. So gibt der Schauspieler Moritz Bleibtreu zu: “Ich rauch’ ab und zu gern mal einen Joint, und ich bin trotzdem nicht auf den Kopf gefallen und auch kein langhaariger Kiffer.” Rapper Sido hat sich sogar schon in der Sendung “Absolute Mehrheit” für die Legalisierung von Cannabis stark gemacht, nachdem DHV-Anhänger bei der Redaktion das Thema eingefordert hatten – und 300.000 Euro Siegprämie abgeräumt. Doch auch unter den Politikern finden sich einige, die den Konsum zumindest in ihrer Jugend zugeben, so zum Beispiel Winfried Kretschmann, Günther Oettinger, Hans Eichel, Heinz Buschkowsky oder Joschka Fischer. FDP-Politiker Martin Lindner zog sogar im TV schon an einem Joint. 2020 haben sich zudem einige bekannte Prominente wie Hella von Sinnen im Rahmen der “Promis für die Legalisierung”-Kampagne öffentlich für eine Cannabisregulierung ausgesprochen.

  • Wer ist die “Global Commission on Drug Policy”?

    Die Global Commission on Drug Policy ist eine nicht-staatliche, internationale Kommission mit dem Ziel, Ansätze für eine fortschrittliche und wissenschaftlich begründete Drogenpolitik zu erarbeiten und in die öffentliche Diskussion einzubringen. Sie wurde im Jahr 2011 von vielen bedeutenden Politikern und anderen Persönlichkeiten gegründet, unter anderem dem ehemaligen UN-Generalsekretär Kofi Annan.
    Die Berichte der Global Commission führten besonders in Lateinamerika, aber auch in vielen anderen Ländern der Welt zu einem schrittweisen Umdenken in der Drogenpolitik, hin zu einem weniger repressiven und mehr rationalen Ansatz.

  • Welche Ärzte sprechen sich für die Legalisierung aus?
  • Welche Wissenschaftler sprechen sich für die Legalisierung aus?
  • Welche Formen von Cannabis als Medizin sind in Deutschland verfügbar?

    Es gibt verschiedene Formen von Cannabis als Medizin, die grundsätzlich verfügbar sind. Auf Grund der hohen Kosten sind aber in Deutschland nur drei dieser Möglichkeiten real verbreitet und finden eine praktische Anwendung

    Ärzte können über ein Privatrezept Dronabinol (THC) verschreiben. Das ist ein meist öliger Extrakt, der von den Apotheken vor Ort nach standardisierten Werten angemischt wird. Viele Patienten klagen dabei allerdings über eine reduzierte Wirksamkeit im Vergleich zu natürlichem Cannabis, sowie über zu hohe Kosten.

    Das Fertigpräparat Sativex kann bei Multipler Sklerose von der Krankenkasse übernommen werden, ansonsten passiert das nur in Sonderfällen oder bei einigen Privatkassen.
    Es kann allerdings bei anderen Krankheiten als Off Label Use auch auf Privatrezept verschrieben werden. Sativex ist ein Vollextrakt, das neben THC auch viele andere Cannabinoide enthält. Dennoch bevorzugen einige Patienten die Anwendung natürlicher Blüten, teils auch wegen der geringeren Kosten.

    Seit 2008 gibt es – nach vielen Klagen und Rechtsstreitigkeiten – die Möglichkeit, an natürliche Hanfblüten legal heranzukommen. Dazu nötig ist ein ärztlich unterstützter Antrag beim BfArM (Bundesinstitut für Arzneitmittel und Medizinprodukte). Dazu auf dieser Seite runterscrollen bis “Ausnahmeerlaubnis zum Erwerb von Cannabis zur Anwendung im Rahmen einer medizinisch betreuten und begleiteten Selbsttherapie”

    Ohne ärztliche Unterstützung ist ein Antrag nicht erfolgversprechend. Wir beraten gerne, wenn weitere Detailfragen auftreten.

    Viele Ärzte haben Hemmungen Cannabis als Medizin anzuwenden, da sie nicht bei der Beschaffung von Suchtmitteln helfen wollen oder sogar fürchten, strafrechtlich verfolgt zu werden. Hier ist es wichtig, im offenen Gespräch die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit einer solchen Anwendung darzulegen und zu begründen, sowie rechtliche Besorgnisse durch klare Fakten zu zerstreuen.

  • Ist Cannabis eine Einstiegsdroge?

    Diese Frage ist hochemotional und wird sowohl von Legalisierungsbefürwortern als auch -gegnern mit einiger Schärfe geführt. Unter wissenschaftlichen Experten gibt es aber kaum noch Stimmen, die von Cannabis als Einstiegsdroge ausgehen.

    Natürlich kann jede Substanz irgendwie eine Einstiegsdroge sein, Cannabis hat hier keine Sonderfunktion. In Deutschland gibt es aber nur sehr wenige Jugendliche, die ihren Substanzkonsum mit Cannabis beginnen. Die meisten Cannabiskonsumenten haben davor bereits Alkohol oder Zigaretten konsumiert und nur die wenigsten fangen später im Leben an, weitere illegale Drogen zu konsumieren. Insofern ist die Theorie des zwangsweisen Umstiegs von einer auf die andere Droge nicht haltbar.

    Das Bundesverfassungsgericht befand in seinem berühmten Cannabis-Urteil 1994, die These von der Einstiegsdroge werde “überwiegend abgelehnt”.

    In einer Email an den Neuköllner Gesundheitsstadtrat im Jahr 2013 hat der DHV den Mythos Einstiegsdroge ausführlich widerlegt.

    Natürlich führt das Verbot von Cannabis dazu, dass Cannabiskonsumenten auf dem Schwarzmarkt mitunter auch in Kontakt zu anderen Substanzen kommen. Die Trennung der Märkte von Cannabis und anderen Drogen war daher auch einer der bedeutendsten politischen Gründe für die jahrzehntelange Duldung der Coffeeshops in den Niederlanden.

    Weitere Informationen zum Mythos “Einstiegsdroge” findest du auf cannabisfakten.de!

  • Ist der Anbau von “Nutzhanf” in Deutschland legal?

    Privatpersonen, die die Landwirtschaft nicht als Beruf oder selbständig ausüben, dürfen in Deutschland keinen “Nutzhanf” anbauen, egal wie niedrig der THC Gehalt ist und unabhängig davon, ob die Pflanze männlich oder weiblich ist. Jede Zuwiderhandlung stellt einen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz dar und es wird Ermittlungsverfahren eingeleitet.

    Der Anbau von Nutzhanf ist jedoch erlaubt,

    • wenn es sich um Unternehmen der Landwirtschaft im Sinne des 1 Abs. 4 des Gesetzes über die Alterssicherung der Landwirte (ALG) handelt, deren Betriebsflächen die § 1 Abs. 5 ALG genannte Mindestgröße erreichen oder überschreiten (§ 1 Abs. 2 S. 1 ALG), mit Ausnahme von Unternehmen der Forstwirtschaft, des Garten- und Weinbaus, der Fischzucht, der Teichwirtschaft, der Imkerei, der Binnenfischerei und der Wanderschäferei.
    • oder Unternehmen, die für eine Beihilfegewährung nach der VO (EU) Nr. 1307/2013 in der jeweils geltenden Fassung in Betracht kommen,
    • und der Anbau ausschließlich aus Zertifiziertem Saatgut von Sorten erfolgt, welche am 15. März des Anbaujahres in dem in Art. 9 der Delegierten Verordnung (EU) Nr. 639/2014 genannten gemeinsamen Sortenkatalog für landwirtschaftliche Pflanzenarten aufgeführt sind (vgl. Weber BtMG/Weber, 5. Aufl. 2017, BtMG § 24a Rn. 13-14).

    Bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung gibt es viele Infos dazu und auch die Formblätter für die sogenannte Anbauanzeige und die Erklärung zum Beginn der Blüte. Privatpersonen oder Organisationen können sich natürlich auch einen Bauern suchen, der die Anmeldung und die Betreuung des Feldes übernimmt. Darüber hinaus kann gem. § 3 Abs. 2 BtMG ein Antrag auf Erlaubniserteilung zu wissenschaftlichen Zwecken oder anderen im öffentlichen Interesse liegenden Zwecken beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gestellt werden. Hiervon hat z.B. das Hanfmuseum in Berlin Gebrauch gemacht und einige Exemplare der Sorte “Fedora 17” in der Vitrine stehen.

    Das FAQ zu häufig gestellten Rechtsfragen entstand in Zusammenarbeit mit Markus Cronjäger, Rechtsanwalt und Mitglied des DHV-Rechtsteams

  • Welche Folgen hat der Schwarzmarkthandel von Cannabis?

    Cannabis ist die am meisten konsumierte illegale Droge, in Deutschland sowie weltweit. Dadurch entsteht ein riesiger Schwarzmarkt mit Milliardenumsätzen, der exklusiv für kriminelle Organisationen und Einzelpersonen bereitsteht. Der Staat hat keinerlei Regulations- oder Besteuerungsmöglichkeiten und tritt im normalen Marktgeschehen nicht auf. Die jetzige Situation kommt also einer “völligen Freigabe” von Cannabis deutlich näher, als alle Modelle, die von Legalisierungsbefürwortern ins Spiel gebracht werden.

    Hier einige Folgen, die der Schwarzmarkthandel von Cannabis für die Konsumenten und für die Gesellschaft hat:

    • Leichter Zugang für Jugendliche, ohne staatliche Alterskontrolle und Regulation
    • Keine Umsatzsteuereinnahmen von dem Milliardenmarkt Cannabis
    • Weder Lohnsteuer noch Sozialversicherungseinnahmen durch Händler oder Produzenten von Cannabis
    • Kein Verbraucherschutz für Konsumenten
    • Mangelnde Qualität des Cannabis und gesundheitliche Risiken auf Grund von Streckmitteln und Verunreinigungen
    • Fehlende Rechtssicherheit beim Kauf führt zur Gefahr von Raub, Betrug und Selbstjustiz
    • Kriminelle Organisationen mit höherem Gewaltpotential sichern sich größere Marktanteile
    • Hohe Kosten für Strafverfolgung, Justiz und Haftanstalten
    • Volkswirtschaftliche Schäden durch Inhaftierungen und Berufsverluste
  • Gibt es in Deutschland eine Mehrheit für die Legalisierung von Cannabis?

    2021 gab es erstmals eine relative Mehrheit für die Legalisierung von Cannabis. Diese fiel mit 49% zu 46% knapp aus. Betrachtet man die Entwicklung der Zustimmungswerte seit 2014, so ist ein genereller Trend in Richtung Pro-Legalisierung zu beobachten. Hier findet ihr eine Übersicht aller Meinungsumfragen des DHV.

  • Welche Meinung hat die Bevölkerung in Deutschland zum weltweiten Krieg gegen die Drogen?

    Laut einer repräsentativen Umfrage von infratest dimap im Auftrag des Deutschen Hanfverbands sieht die Mehrheit der Deutschen den weltweiten Krieg gegen die Drogen als gescheitert an. Nur knapp jeder Fünfte (19 Prozent) bezeichnet das harte Vorgehen der Staaten gegen illegale Drogen als sehr (2 Prozent) oder eher erfolgreich (17 Prozent). Acht von zehn (77 Prozent) bezeichnen die bisher gewählten Maßnahmen dagegen als weniger (61 Prozent) oder gar nicht erfolgreich (16 Prozent).
    Dieses negative Urteil durchzieht alle Bevölkerungsgruppen. Es eint zudem die Anhänger sämtlicher im Bundestag vertretenen Parteien.

  • Welche Meinung hat die Bevölkerung in Deutschland zum Thema Cannabis als Medizin?

    Laut einer repräsentativen Umfrage von infratest dimap im Auftrag des Deutschen Hanfverbands spricht sich eine Mehrheit von 82 Prozent der deutschen Bevölkerung für einen erleichterten Zugang zu Cannabis als Medizin aus. Auch in den Reihen von Union (76 Prozent) und SPD (85 Prozent) unterstützen deutliche Mehrheiten Änderungen bestehender Regelungen im Fall von Erkrankungen. Selbst diejenigen Befragten, die Cannabis im Vergleich zum Alkohol als gefährlicher bewerten, zeigen sich mit 67 Prozent mehrheitlich offen für entsprechende Anpassungen gesetzlicher Vorgaben.

  • Welche Meinung hat die Bevölkerung in Deutschland zur Gefährlichkeit von Cannabis?

    Laut einer repräsentativen Umfrage von infratest dimap im Auftrag des Deutschen Hanfverbands halten zwei Drittel der Deutschen Cannabis für nicht gefährlicher als Alkohol.

    Nur 20 Prozent sehen bei Cannabiskonsum eine größere Gefährlichkeit als bei Alkoholkonsum. 66 Prozent betrachten demgegenüber Cannabis nicht als gefährlicher: 46 Prozent gehen dabei von einem dem Alkohol vergleichbaren Schädigungspotenzial aus. 20 Prozent stufen Cannabis sogar als weniger gefährlich ein, darunter überdurchschnittlich viele junge Deutsche (18-29 Jahre: 35 Prozent; 60 Jahre und älter: 11 Prozent).

  • Kann Cannabis abhängig machen?

    Die allermeisten Cannabiskonsumenten entwickeln auch über langjährige Konsumphasen keine Abhängigkeitserscheinungen und können auch relativ problemlos auf den Konsum verzichten. Daher erscheint es für viele völlig unverständlich, warum Cannabis ein Abhängigkeitspotential zugesprochen wird.

    Der regelmäßige Konsum von Cannabis kann wissenschaftlich betrachtet aber eindeutig psychisch abhängig machen. Das Risiko einer Abhängigkeit ist umso größer, je früher der erste Konsum erfolgte. Ein Entzug von Cannabis bei langjährigen, chronischen Konsumenten wirkt sich teilweise durch Antriebslosigkeit, Schlafprobleme, Schweißausbrüche und Unwohlsein aus. Diese Symptome sind eindeutig feststellbar, allerdings vorübergehend und lassen sich durch Sport, gesunde Ernährung und Beschäftigungstheraphie deutlich reduzieren.

    Die Zahl der deutschen Cannabiskonsumenten, die sich wegen ihrem Konsum in Behandlung begeben, steigt laut offiziellen Statistiken seit Jahren an. Ob dies jedoch ein Zeichen für eine besondere Gefahr ist, oder vielmehr auf Grund von juristischem Druck bzw vorauseilendem Gehorsam gegenüber einem bevorstehenden Gerichtsprozess oder einer Medizinisch Psychologischen Untersuchung (MPU) geschieht, ist nicht sicher feststellbar. So oder so sind die Daten höchst zweifelhaft, da bei diesen Statistiken nicht zwischen sogenannten “Kräutermischungen” mit synthetischen Wirkstoffen und natürlichen Cannabisprodukten unterschieden wird.

  • Kann Cannabis Psychosen verursachen?

    Seit immer mehr Deutsche realisieren, dass Cannabis nicht gefährlicher als Alkohol ist und auch nicht den zwangsweisen Abstieg in die Heroinabhängigkeit bereitet, konzentrieren sich Gegner einer Legalisierung verstärkt auf das Risiko einer Psychose durch Cannabiskonsum.

    Es gibt verschiedene Studien die nahelegen, dass es einen Zusammenhang zwischen Cannabis und Psychosen gibt. Ob aber diejenigen Menschen, die Cannabis konsumieren, eher an Psychosen erkranken, oder umgekehrt diejenigen Menschen die sowieso ein erhöhtes Psychoserisiko mit sich tragen auch eher zum Konsum von Cannabis neigen, bleibt unklar. Statistisch gesehen steigt mit dem Cannabiskonsum die Wahrscheinlichkeit an einer Psychose zu erkranken etwa so stark, wie durch das Wohnen in einer Großstadt.

    Einzelne Betroffene berichten dennoch immer wieder, dass Cannabiskonsum bei ihnen eindeutig zur Entstehung einer Psychose beigetragen hat. Dies ist nicht auszuschließen, da auch viele andere Faktoren kurzfristig zur Entstehung einer Psychose beitragen können. Auch Alkohol und andere Substanzen haben dieses Potential.

    Menschen mit psychischen Vorerkrankungen sollten auf jeden Fall besondere Vorsicht beim Konsum von Cannabisprodukten an den Tag legen oder vollständig darauf verzichten.

    Weitere Informationen zum Thema Cannabis und Psychosen findest du auf cannabisfakten.de!

  • Welche Risiken und Nebenwirkungen hat der Konsum von Cannabis?

    Die Risiken des Cannabiskonsums hängen von verschiedenen Faktoren ab: Art des Konsums, Dauer des Konsums, Alter des Konsumenten, körperliche und seelische Verfassung des Konsumenten uvm.

    Konsumenten berichten oft von folgenden Nebenwirkungen: gerötete Augen (gesenkter Augeninnendruck), erhöhtes Hungergefühl, Konzentrationsschwierigkeiten, Verschlechterung des Kurzzeitgedächtnisses/ Vergesslichkeit, leichte motorische Störungen, Schlafstörungen, Reizüberflutung. Auch Angstzustände und psychische Probleme können direkte Folge einer Überdosierung mit Cannabis sein.

    In der Regel wird Cannabis mit Tabak gemischt geraucht, hierbei entstehen natürlich die selben Risiken wie beim Rauchen allgemein: Erkrankungen der Atemwege, chronische Bronchitis, Krebs, Zahnfleischentzündung, Herz/ Kreislauferkrankungen usw. Der Konsum über die Nahrung oder über einen Vaporizer (Verdampfer) ist in jedem Fall weniger gesundheitsschädlich, als das Rauchen.

    Der langfristige Konsum von Cannabis kann auch zu einer psychischen Abhängigkeit führen. Gerade für Jugendliche besteht die Gefahr, dass ein übermäßiger Konsum von Cannabis sich negativ auf die körperliche und geistige Entwicklung auswirkt.

    Die Seite “Cannabis – Wirkung, Nebenwirkung, Risiken” informiert umfassend über dieses Thema. Umfangreiche Informationen findest Du aber auch auf cannabisfakten.de oder der Webseite der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen.

  • Ist kiffen gesund?

    Versteht man unter Kiffen das Rauchen von Cannabis, so ist das sicherlich nicht gesund. Insbesondere beim Rauchen von Cannabismischungen mit Tabak werden die Atemwege einer massiven Belastung ausgesetzt.

    In bestimmten Einzelfällen kann Cannabis aber positive medizinische Effekte haben, die eine Anwendung sinnvoll erscheinen lassen. In solchen Fällen empfiehlt sich die Einnahme von Cannabis als Nahrungsmittel oder mittels eines Verdampfers (Vaporizer).

  • Wo finde ich Hilfe, wenn ich mit Cannabis ein Problem habe?

    Wenn Du Probleme mit deinem Cannabiskonsum hast oder befürchtest, solche Probleme zu entwickeln, wende dich bitte an eine örtliche Drogenberatungsstelle. Die Mitarbeiter dieser Organisationen arbeiten vertraulich und werden sich bei einfachen Konsumdelikten sicher nicht an die Polizei wenden. Sie können dich bei der Bewältigung deiner Probleme mit kompetentem Rat und Tat unterstützen. Eine Drogenberatungsstelle in deiner Nähe findest Du, indem du dich an die örtliche Jugendgerichtshilfe wendest, oder z.B. auf den Seiten der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS).
    Wenn Du den direkten, persönlichen Kontakt mit einem Drogenberater scheust, empfehlen wir die Nutzung entsprechender Webangebote wie z.B. www.drugcom.de oder von kostenlosen, telefonischen Hotlines. Seriöse Drogenberatungsangebote sind immer kostenlos!

    Viele Drogenberatungsstellen arbeiten akzeptanzorientiert. Das heißt, sie akzeptieren, dass ihre Klienten nicht sofort auf den Ausstieg aus dem Konsum abzielen, sondern ihn lieber nur auf ein gesundes Maß reduzieren wollen. Auch wenn Du also nicht vorhast, auf den Konsum von Cannabis in Zukunft komplett zu verzichten, kann ein Besuch bei einer Drogenberatung sehr sinnvoll sein.

  • Warum ist der DHV kein gemeinnütziger Verein?

    Als wirtschaftliches Einzelunternehmen von Georg Wurth arbeitet der DHV ausschließlich im Sinne seiner Mitglieder und Sponsoren. Zahlungen an den DHV sind nicht als Spende von der Einkommensteuer absetzbar, wohl aber als Betriebsausgaben für Unternehmen der Hanfbranche.

    Dadurch, dass wir kein klassischer Verein nach deutschem Vereinsgesetz sind, vermeiden wir aufwändige interne Diskussionen zwischen den Mitgliedern und können unsere Energie voll und ganz auf die inhaltliche Arbeit konzentrieren.

    Eine Steuerbefreiung als gemeinnütziger Verein ist, nach allen Rücksprachen die wir zu diesem Thema mit verschiedenen Experten geführt haben, so oder so nicht möglich, solange wir unser klar erklärtes Ziel der Legalisierung von Cannabis in den Mittelpunkt unserer Arbeit stellen. Daher wäre eine Organisationsform als e.V. finanziell auch nicht von Vorteil.

  • Welches Informationsmaterial bietet der DHV?
  • Welche Bücher zum Thema Cannabis könnt ihr empfehlen?
  • Was kann ich vor Ort für die Legalisierung machen?

    Es gibt viele Möglichkeiten, wie Du für die Legalisierung aktiv werden kannst.
    Zuerst möchten wir empfehlen, im DHV-Forum aktiv zu werden. Dort gibt es viele Möglichkeiten, an diversen Aktivitäten teilzunehmen und z.B. DHV-Ortsgruppen zu gründen oder einfach erstmal in Kontakt zu anderen Aktivisten aus deiner Gegend zu kommen.
    Du kannst auch den direkt gewählten Bundestagsabgeordneten deines Wahlkreises anschreiben. Wer das ist, erfährt man auf der Webseite des Bundestages. Natürlich kannst Du dich auch direkt an die zuständigen Fachpolitiker wenden. Diese sind der Bundesjustizminister, der Bundesgesundheitsminister, der Bundesinnenminister und die Drogenbeauftragte der Bundesregierung.
    Du kannst dich mit deinem Anliegen auch an die Kontaktpersonen der Parteien des Bundestages wenden.

    Oder du bestellst unser Flugblatt zur Cannabislegalisierung und verteilst diese in deiner Stadt an Passanten und Briefkästen!

    Immer wieder starten wir vom DHV auch konkrete Aktionen wie Unterschriftensammlungen, bei denen wir eure Mithilfe vor Ort benötigen.

  • Wo finde ich andere Aktivisten, um gemeinsam Aktionen für die Legalisierung zu planen?

    In vielen Städten Deutschlands gibt es kleine Gruppen oder einzelne Personen, die sich für die Legalisierung von Cannabis einsetzen. Über das DHV-Forum findest du Kontakt zu vielen davon und kannst dich mit ihnen vernetzen.

    Auf Orgatreffen Hanfdemonstrationen, Podiumsdiskussionen und anderen themenbezogenen Veranstaltungen kannst du auch ganz real Menschen kennenlernen und sie vielleicht zur Durchführung von weiteren Aktionen für die Legalisierung begeistern. Auf unserer Website und in unserem Google Calendar veröffentlichen wir regelmäßig solche Termine.

    Ansonsten bietet es sich natürlich auch an, in Grow- und Headshops oder anderen Szenegeschäften kleine Aushänge zu machen, um potentielle Mitstreiter zu finden.

    Ein weiterer Weg, um neue Mitstreiter anzulocken, ist ein eigenes Treffen zu organisieren. Dafür benötigst du nur einen Raum, den du öffentlich bewerben kannst. Wir vom DHV bewerben solche Orgatreffen gerne, wenn wir rechtzeitig informiert werden, z.B. durch ein Posting in unserem Forum.

  • Wie melde ich eine Demonstration an?

    Grundsätzlich gilt in Deutschland Versammlungsfreiheit. Kundgebungen und Demonstrationen müssen bei der jeweiligen Stadt zwar angemeldet, eine Genehmigung ist aber nicht erforderlich. Spontan entstandene Demonstrationen können auch vor Ort bei der Polizei angemeldet werden. Eine Person muss diese Anmeldung mit vollem Namen und Anschrift durchführen. Die allermeisten Kommunen sind grundsätzlich sehr kooperativ dabei und unterstützen die Anmelder bei Fragen und Problemen. Der Anmelder muss am Tag der Demonstration vor Ort anwesend sein. Wenn er wegen einer Straftat verhaftet wird, oder aus anderen Gründen für die Polizei nicht mehr ansprechbar ist, kann die Demonstration aufgelöst werden.

    Bei der Anmeldung wird üblicherweise neben den Daten des Anmelders auch die Route, der Start und Endzeitpunkt der Demonstration, die erwartete Teilnehmerzahl sowie zusätzliche Demonstrationsbestandteile wie Wägen, Banner und Megaphone abgefragt. Die Route solltet ihr vorher einmal abgelaufen sein, um mögliche Probleme zu erkennen. Die vom Anmelder angegebene erwartete Teilnehmerzahl hat für das Ordnungsamt verschiedene Konsequenzen. Bei sehr hohen Zahlen wird eine verstärkte Ordneranzahl zur Absicherung der Demonstration angefordert sowie möglicherweise auch die Polizeipräsenz verstärkt, bei sehr niedrig angegebenen Zahlen (<50) werden unter Umständen die Nutzung von Megaphonen und anderen Tonverstärkern untersagt, oder sogar die Route von der Straße auf den Bürgersteig verlegt.

    Das Versammlungsgesetz ist Ländersache, manche Bundesländer haben sehr spezielle Regeln. Informiert euch am Besten vor der Anmeldung über euer jeweils geltendes Versammlungsrecht.

    48 Stunden nachdem ihr eine Demonstration oder Kundgebung angemeldet habt, dürft ihr diese auch bewerben. Dann könnt ihr den Termin überall veröffentlichen, eine Facebook Veranstaltung erstellen und die lokalen Medien anschreiben. Es kann sein, dass das Ordnungsamt sich später noch meldet um Detailbesprechungen zu machen oder Probleme mit der Route zu regeln, aber grundsätzlich könnt ihr 48 Stunden nach Absendung der Anmeldung Werbung für eure Veranstaltung machen.

    Sorgt auf jeden Fall dafür das ihr genügend Ordner und Ordner Binden habt. Weiße Stoffbahnen auf denen mit Edding “Ordner” geschrieben steht, genügen dabei vollkommen. Im Normalfall benötigt man 4 Ordner pro Demonstrationswagen und ein bis zwei Ordner pro 100 Demonstranten. Die Ordner unterliegen oft bestimmten Auflagen, wie z.B. Alkoholverboten. Details könnt ihr mit eurer lokalen Versammlungsbehörde absprechen.

    Hier gibt es noch einen Text von 2011, der einige Tipps und Tricks rund um Demos beinhaltet. Wenn ihr weitere Fragen zur Anmeldung und Durchführung einer Hanfdemonstration habt, könnt ihr euch gerne bei uns melden.

    Kundgebungen sind eigentlich nur Demonstrationen, die nicht laufen. Sie finden unter ähnlichen juristischen Bedingungen statt, wobei es in immer mehr Städten von der Polizei verhindert wird das Stühle, Bänke oder andere Sitzgelegenheiten genutzt werden. Kundgebungen unterscheiden sich von einem Infostand dadurch, das sie nur angemeldet und nicht genehmigt werden müssen. Außerdem kann man auf einer Kundgebung elektrische Tonverstärker nutzen, was bei einem Infostand üblicherweise untersagt ist.

  • Wo finde ich Hilfe für eine Hanfdemonstration bei mir vor Ort?

    Wir vom DHV unterstützen immer gerne Gruppen in ganz Deutschland, die eine Demonstration oder ein anderes Event für die Legalisierung organisieren wollen, sofern die Planungen realistisch sind. Unsere Optionen dabei sind aber leider begrenzt.

    Auf Anfrage beraten wir euch gerne zu konkreten Fragen und Problemen bei der Organisation bzw Anmeldung einer Veranstaltung. Wir können auch immer versuchen, Kontakte zu potentiellen Rednern oder anderen Personen aus der Region zu vermitteln.

    Über unser Forum bieten wir eine Möglichkeiten zum Austausch und zur Mitstreitergewinnung für Gruppen in ganz Deutschland.

    Für besondere Anfragen schreibt uns einfach eine Email.

  • Welche drogenpolitischen Möglichketen gibt es auf der Bundesebene?
  • Welche drogenpolitischen Möglichketen gibt es auf der Landesebene?
  • Welche drogenpolitischen Möglichketen gibt es auf der kommunalen Ebene?
  • Was habe ich zu befürchten, wenn ich bekifft am Steuer erwischt werde?

    Grundsätzlich gilt: Das Fahren unter Einfluss von Rauschmitteln, egal ob Cannabis, Alkohol oder andere, gefährdet dich und andere Verkehrsteilnehmer! Im Zweifelsfall lasse das Auto besser stehen.
    Wenn bei einer Polizeikontrolle festgestellt wird, dass du unter dem Einfluss von Cannabis ein Fahrzeug geführt hast, liegt eine Ordnungswidrigkeit nach § 24 a Abs. 2 StVG vor. Diese wird beim ersten Verstoß mit einem Monat Fahrverbot und 500€ Geldbuße und 2 Punkten, im Wiederholungsfall mit bis zu 3 Monaten Fahrverbot und einer Geldbuße bis 1.000 Euro und 2 Punkten geahndet. Üblicherweise wird ab 1 ng/ ml Blut von einer solchen Ordnungswidrigkeit ausgegangen, manchmal jedoch auch bei Werten unterhalb von 1 ng/ml. Einen aktiven THC- Wert von 1 ng/ml erreicht ein regelmäßiger Cannabiskonsument regelmäßig nach 2 bis 10 Tagen Abstinenz, ein Gelegenheitskonsument mitunter schon nach 6-12 Stunden.
    Werden Ausfallserscheinungen festgestellt oder Fahrfehler dokumentiert, droht ein Strafverfahren wegen Trunkenheit im Verkehr gem. § 316 StGB. Regelmäßige Folgen: Entzug der Fahrerlaubnis, Geldstrafe und mehrmonatige Sperrfrist für die Neuerteilung der Fahrerlaubnis. Vor Ablauf der Frist darf die Führerscheinstelle keinen neuen Führerschein ausstellen.
    Zusätzlich erfolgt eine Meldung an die zuständige Führerscheinstelle. Diese kann losgelöst vom Ordnungswidrigkeitsverfahren bzw. nach rechtskräftigem Abschluss des Strafverfahrens die Beibringung eines fachärztlichen und/oder medizinisch-psychologischen Gutachtens nach der Fahrerlaubnisverordnung (FeV) verlangen. Darüber hinaus kann – soweit der Entzug der Fahrerlaubnis nicht schon im Strafverfahren erfolgt ist- der Führerschein durch die Führerscheinstelle direkt wegen fehlender Fahreignung entzogen werden. Zu beachten gilt auch, dass Überprüfungsmaßnahmen durch die Führerscheinstelle selbst dann nicht ausgeschlossen sind, wenn der aktive THC-Wert unterhalb von einem 1 ng/ml im Blut liegt.
    Kommt es zu einem Unfall ist noch zu bedenken, dass unter Umständen kein Versicherungsschutz besteht. Dies gilt selbst dann, wenn man nicht der Unfallverursacher ist.
    Unsere Sponsoren erhalten bei Führerscheinproblemen kostenlos eine Erstberatung beim Beratungs-Netzwerk-Fahreignung.

    Unsere Sponsoren erhalten bei Führerscheinproblemen eine Erstberatung beim Beratungs-Netzwerk-Fahreignung kostenlos.
    Das FAQ zu häufig gestellten Rechtsfragen entstand in Zusammenarbeit mit Markus Cronjäger, Rechtsanwalt und Mitglied des DHV-Rechtteams

  • Simple FAQ

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  • Bei welchen Krankheiten kann medizinisches Cannabis angewendet werden?-2

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