Konflikt um das neue Cannabisgesetz – „Kein Stecki ist illegal!“: Kundgebung am Leipziger Turm angekündigt

„Du bist Halle“ berichtet ausführlich über die anstehende Kundgebung „Kein Stecki ist illegal!“ und sprach mit der Sprecherin der DHV-Ortsgruppe Halle/Saalekreis Angelika Saidi.

„Ein politisches Nachspiel zur Cannabis-Entkriminalisierung erreicht Halle (Saale): Am kommenden Pfingstsonntag mobilisiert der Deutsche Hanfverband (DHV) Halle-Saalekreis zu einer Kundgebung. Unter dem prägnanten Motto „Kein Stecki ist illegal!“ fordern die Aktivisten Rechtssicherheit im Umgang mit Hanfstecklingen und protestieren gegen die behördliche Auslegung des neuen Gesetzes.

Mit dem Inkrafttreten des Konsumcannabisgesetzes (KCanG) sollte für Konsumenten und Eigenanbauer eigentlich eine neue Ära der Legalität anbrechen. Doch in der Praxis herrscht rund um das sogenannte „Vermehrungsmaterial“ – also Samen und Stecklinge – nach wie vor erhebliche juristische Unsicherheit. Um auf diese, aus Sicht der Aktivisten, eklatante Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen, ruft die Ortsgruppe des Deutschen Hanfverbandes für den 24. Mai 2026 zu einer Protestkundgebung auf.

Die Wahl des Datums und des Ortes ist dabei bewusst gewählt: Am Pfingstsonntag wollen die Organisatoren von 14 bis 19 Uhr unübersehbar „Am Leipziger Turm“ in Halle Stellung beziehen. Das zentrale Ziel der Demonstration ist es, die Bevölkerung sowie die Politik für die Widersprüche in der aktuellen Anwendung des Gesetzes zu sensibilisieren. Das KCanG, so argumentieren die Initiatoren, sei schließlich mit klaren Absichten geschaffen worden.

„Dieses Gesetz wurde auf den Weg gebracht, um endlich die Verfolgung von Menschen, die Hanf bevorzugen, dauerhaft zu beenden“, heißt es aus den Reihen des DHV Halle-Saalekreis. Zudem sollte durch die Reform der Schwarzmarkt effektiv eingedämmt und eine umfassende Konsumsicherheit für mündige Bürgerinnen und Bürger hergestellt werden. Diesen Geist des Gesetzes sehen die Aktivisten durch die aktuelle behördliche Praxis jedoch massiv gefährdet.

Im Fokus der Kritik steht die rechtliche Verfolgung von Akteuren, die mit der Weitergabe von Stecklingen befasst sind. Die Betroffene Frau Saidi findet hierzu deutliche Worte und verweist auf die ursprüngliche Intention des Gesetzgebers:

„Vermehrungsmaterial ist explizit vom sonst weiterhin bestehenden Unrecht der Prohibition ausgenommen! Sonst hätte sich der Gesetzgeber dieses Gesetz sparen können! Der Handel somit ist erlaubt. Der Umgang damit erlaubt! Und was Menschen erwerben können, müssen sie sich auch schenken dürfen!“, sagt Angelika Saidi vom Verein.

Der Ausgang dieses Konflikts hat nach Ansicht der Veranstalter Symbolcharakter für die gesamte Region. „Dieser Prozess betrifft nicht nur mich“, betont Saidi mit Nachdruck. „Er betrifft uns alle, die sich auf geltendes Recht verlassen wollen. Und er betrifft die Frage, ob neue Gesetze in ihrem Geist umgesetzt werden – oder gegen ihn.“

Die Entkriminalisierung des Eigenanbaus sollte die Bürgerinnen und Bürger schützen und entlasten, statt neue rechtliche Grauzonen und Unsicherheiten zu schaffen. Mit der klaren Botschaft „Kein Stecki ist illegal!“ fordert die Demonstration am kommenden Sonntag ein Umdenken der Behörden.