Umfrage: Mehrheit für Entkriminalisierung von Cannabiskonsumenten

Pressemitteilung des Deutschen Hanfverbands vom 13.11.2017

Berlin, 13.11.17 - Der Deutsche Hanfverband hat eine Umfrage bei Infratest-Dimap in Auftrag gegeben, die die Ablehnung eines legalen Cannabishandels bestätigt, aber eine Mehrheit für die Entkriminalisierung der Konsumenten ergab. Daraus ergeben sich für eine Jamaika-Koalition interessante Kompromisslinien.

Heute geht eine Forsa-Umfrage durch die Medien, nach der eine Mehrheit der Deutschen gegen die Legalisierung von Cannabis ist. Laut dieser Umfrage wollen 63 Prozent der Befragten das geltende Cannabisverbot beibehalten und den Verkauf an Erwachsene in Fachgeschäften nicht erlauben. Die genaue Fragestellung ist nicht bekannt.

Bei Infratest-Dimap haben 39 Prozent der Befragten einem regulierten Verkauf von Cannabis an Volljährige zugestimmt. 58 Prozent lehnten dies ab. Die Zustimmung zur Legalisierung war also etwas höher als bei Forsa. Der Wert steigt im Mittel seit Jahren an, hat aber noch keine Mehrheit erreicht.

Allerdings hat Infratest-Dimap eine Mehrheit für die Entkriminalisierung der Konsumenten festgestellt. 52 Prozent der Befragten sind der Meinung, “der Besitz geringer Cannabis-Mengen zum Eigenverbrauch sollte nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden.”

Für eine konsequente Entkriminalisierung der Konsumenten hätte die Jamaika-Koalition eine Mehrheit der Deutschen auf ihrer Seite.

“Letztes Jahr gab es über 140.000 Strafverfahren wegen des Besitzes geringer Mengen zum Eigenkonsum, ein neuer Rekordwert. Das stellt eine massive Belastung für die Betroffenen und die Polizei dar. Mit Fachgeschäften für Cannabis sind die Deutschen noch nicht so recht warm geworden, aber dass jeder Besitz von ein paar Gramm Cannabis gleich zu einem Strafverfahren führt, wollen sie nicht”,

kommentiert DHV-Geschäftsführer Georg Wurth die Umfragen.

Infratest Dimap hatte vom 10. bis 12. Oktober 2017 im Auftrag des DHV 1.013 Personen befragt. Die vollständigen Ergebnisse inklusive Fragestellung findet ihr im Anhang.

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Kommentare

Nimmt man diese Zahlen ernst und berücksichtigt die Tatsache, dass wir momentan zwei Pro-Legalisierungsparteien in den Koalitionsverhandlungen haben, nämlich Grüne und FDP, dann muss es in der Tat auf eine vollständige Entkriminalisierung hinauslaufen. An diesem Punkt sollten sich die Verhandlungsführer der Parteien treffen.
Für einen Verkauf in Fachgeschäften ist es vielleicht noch zu früh. Die Gesellschaft ist womöglich noch nicht so weit. Das wäre aber eine realistische Perspektive für die nächten 10 Jahre, da es genug überzeugende Argumente dafür gibt. Zudem erwarte ich, dass die Zustimmung für ein solches Modell in den nächsten Jahren weiter steigen wird. Ich bin ferner fest davon überzeugt, dass ein Großteil der Legalisierungsgegner in Wahrheit gar nicht wirklich dagegen ist. Die meisten sind entweder desinteressiert oder schlecht informiert. Viele sind eben so sozialisiert, dass sie per se erstmal gegen Drogen aller Art sind. Das ist die schickliche Antwort, die ein Interviewer vermeintlich hören will. Insofern traue ich diesen Umfragen auch nicht so ganz. Dazu ein kleines Beispiel: Fragen Sie mal einen Alkoholiker nach seinen gewöhnlich verzehrten Mengen. Er wird sagen, dass er nur ein Gläschen Wein täglich trinkt!

Ich kann Dir nur zustimmen. Aber jetzt mal ehrlich: ZEHN JAHRE? Das kann schneller gehen als man glauben mag. Oder hättest Du letztes Jahr zu Silvester geahnt dass man ab April die Möglichkeit hat Gras auf Rezept zu bekommen? Oder dass 2017 in Staaten der USA Gras legal ver.- und gekauft werden kann? Oder dass Kanada sich ne neue Staatsflagge zulegen muß? :-D Und doch kam es so. Also ruhig Blut und warme Unterhosen. Dann kann nichts passieren. 10 Jahre wird das nicht mehr dauern.

Sauber gekontert, vielen Dank DHV!

Lezten Endes sind die Umfragen doch sehr abhängig von denen die sie organsisieren.
Beispiel:
Nehmen wir an die Leute die die Frage stellen gehen in einen CSU Parteitag.
Dort wird die Resonanz gegenüber Cannabis eher ablehnend sein.
Wenn man die Umfrage auf der Hanfparade gemacht hätte würde es wieder ganz anders aussehen.
Die Wahrheit ist immer abhängig von den Lebensumständen jedes einzelnen, somit ist die Wahrheit für jeden eine andere.
Es ist doch nicht schwer den Ausgang solcher Umfragen mit zu manipulieren.
Alleine schion die Kleidung der Befragten sowie die Äußere Entscheidung läßt klare Tendenzen der Antworten vorher erkennen.
Solche Umfragen sind nicht viel Wert, wenn sie nicht zufällig Leute aus der Bevölkerung auswählt. Alleine schon die Fragestellung und die persönliche Meinung des Fragenden beeinflußt das Ergebnis.
Dazu kommt das ja viele Leute immer das sagen was gerade Gesetz ist und sich mit der Thematik überhaupt garnicht beschäftigt haben.
Umfragen schön und gut, aber die Frage ist doch von wem sie wiedergespiegelt werden.

Natürlich werden die Leute zufällig ausgesucht. Die Statistiker bei Forsa und Infratest Dimap wissen schon, was sie tun. Eine gewisse Fehlertoleranz gibt es natürlich, aber im Großen und Ganzen sind solche Ergebnisse einigermaßen realistisch. Wobei es gut wäre, die genaue Fragestellung bei Forsa mal zu sehen. So oder so, beide haben noch eine deutliche Mehrheit gegen die Legalisierung. Es gibt noch viel zu tun.

Normal das alle Umfragen angeblich immer so schlecht ausfallen. Die älteren Generationen haben ja auch immer zu hören bekommen wie schlecht das Gras ist. Was würde wohl bei einer Umfrage vom Verbot von Alkohol rauskommen? Die die am lautesten schreien werden sind dann gerade die die Gras weiterhin verboten haben wollen.

Interessant bei den Newsseiten, die über diese 2/3 Umfrage berichten, sind die (durch opinary eingebetten) Umfragen zur Legalisierung am Ende der News:

https://www.abendblatt.de/politik/article212525547/Zwei-Drittel-der-Deutschen-gegen-Legalisierung-von-Cannabis.html

https://www.waz.de/politik/zwei-drittel-der-deutschen-gegen-legalisierung-von-cannabis-id212525547.html

http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/forsa-umfrage-63-prozent-gegen-cannabis-legalisierung-aid-1.7200168

Eine Petition mit dem Titel "Entkriminalisierung von Cannabis-Konsumenten" koennte dann doch mehr Erfolg haben. Wie waere es damit, wenns dieses Jahr im Bundestag nicht reicht?

Genau aus dem Grund hatte unsere erste Petition 2010 genau diesen Titel. Aber die aktuelle Legalize-Petition ist ja sehr erfolgreich, auch mit der weitergehenden Forderung. Und diese beinhaltet ja quasi auch die Forderung nach Entkriminalisierung, wirkt also auch in diese Richtung, wenn die Politik sich noch nicht zu einer umfassenden Lösung durchringen kann.

Wie ist es eigenlich möglich, dass Forsa ein paar Stunden vor eurer Veröffentlichung ein anderes (Selbstverständlich negativers) Ergebnis veröffentlicht?
Ist dieses Datum schon aus Tradition bekannt? Oder arbeiten Forsa und Infratest im gleichen Gebäude?

Das wird dadurch möglich, dass wir unsere Umfrage ein paar Stunden nach der von Forsa veröffentlicht haben. :-) 
Die (gar nicht so große) Abweichung der Ergebnisse könnte an einer etwas andere Fragestellung liegen, die Forsa nicht im genauen Wortlaut veröffentlicht hat.

die forsa umfrage ist an sich nicht relevant, da:
1. nur 1000 leute in berlin gefragt wurden (1000 leute aus einer lokalen gegend sind nicht repräsentativ für gesamt deutschland!!! (bei ca 81 344 282 menschen bundesweit ist das ergebnis sehr verfälschend) nicht 63% der deutschen sind dagegen, sondern 63% von 1000 berlinern was an sich lachhaft ins gewicht fällt. (vor allem wer und wo wurde befragt...) es wird auch immer nett von den medien geschrieben, daß 63% dagegen sind... aber das sind auch 37% dafür (was mehr als ein drittel wäre, nimmt man die statistik und stülpt das ergebnis den bundesbürgern über... über ein drittel dafür wären dann auch auf die bürger umgerechnet über 27mio die dafür stimmen... zieht man die unter 18 jährigen ab würde das verhältniss direkt proportional gleich bleiben... und 37% sind mehr, als die 32,8% der cdu wähler! ;) ... nur so... ;)

Wie kommst du darauf, dass nur Berliner gefragt wurden? Das ist eine ganz normale repräsentative Umfrage, das passt schon so. Interessant wäre noch die Frage, wie die Fragestellung genau war. Statistiker sind sich jedenfalls einig, dass 1.000 Befragte ausreichen, um mit einer gewissen Fehlertoleranz (hier +/- 3 Prozent) repräsentativ zu sein, genauso wie unsere Infratest Dimap Umfrage.

hallo georg
das mit den 1000 leuten befragt aus berlin im auftrag der cdu (ich meine die forsa umfrage) habe ich aus dem artikel vom tagesspiegel ...
(zitat:" ...39 Prozent der Berliner sind dafür, dass Cannabisprodukte aus der Hanfpflanze wie Marihuana oder Haschisch legal und frei erhältlich sein sollten. Zumindest für Erwachsene. Das ergab eine im Auftrag der Berliner CDU erstellte Forsa-Umfrage. Gefragt wurden 1006 Berliner. ... zitat ende)
link zum artikel:
http://www.tagesspiegel.de/berlin/forsa-umfrage-zu-cannabis-39-prozent-der-berliner-wollen-hanf-legalisieren/12378174.html

... mag natürlich sein, daß der tagesspiegel ne falschmeldung produiert hat, oder aber irgendwas falsch verstanden hatte... jedoch berufe ich mich auuf den artikel mit meinem post...

oooops... wer lesen kann ist klar im vorteil... (selbstreflexion: ich depp) ... sorry ich nehm alles zurück!... der artikel vom tagesspiegel wurde als aktuell angezeigt beim suchen zur forsa studie (google suche mit "letzte woche" nach forsa studie), ist aber aus ner forsa studie von 2015!!! (zumindest is der artikel aus der zeit... wie ich erst jetzt oben auf der seite klein entdeckt hatte...)
sorry für das versehen!...

Möchten Sie, dass Cannabis legalisiert wird oder soll dieses süße Kätzchen sterben?

Forsa halt.

Möchte mal wissen welche dümmlichen, unnachgiebigen, pedantischen Kreaturen immer noch geil auf Krimi sind?!?!

Komisch, vor ein paar Tagen gab es bei RTL in den Nachrichten um 18:45 Uhr eine Umfrage und dort waren 72 % für eine Legalisierung...

Online-Umfragen der Medien, an denen jeder teilnehmen kann, sind nicht repräsentativ. Dafür sind die Hanffreunde zu engagiert, diese Umfragen gewinnen wir immer. :-)

38% der CDU/CSU Wähler für eine Entkriminalisierung. Na das lässt doch hoffen!

Meinungsumfragen gibt es schon lange. Und wenn wir ehrlich sind, dann gab es fast nie eine Mehrheit für die Cannabislegalisierung in Deutschland. Lediglich der Prozentsatz der Befragten, welche sich für eine Legalisierung aussprechen steigt. So gesehen ist das Ergenis dieser Forsa Studie eigentlich nichts besonderes.Das Besondere ist aber, dass diese Studie gerade jetzt soviel in den Medien verbreitet wird. Ein kluger Schachzug der Legalisierungsgegner. Mortler's Hetzkampangnen haben halt schon ein paar Prozent gekostet. Zufällig habe ich eine Anzeige von Frau Mortler in einer Zeitschrift entdeckt, welche vorwiegend von Frauen gelesen wird. Dort ist ein Porträt unserer Nochbundesdrogenbeauftragten zu sehen und sie warnt die Leser(innen) noch einmal eindringlich vor der Gefährlichkeit von Cannabis.

Wenn wir warten, bis wirklich eine deutliche Mehrheit zustande kommt, lebe ich vielleicht nicht mehr. Das geht mir zu langsam.

Mit nur einer Entkriminalisierung bin ich nicht einverstanden. Dann kann ich nämlich straffrei konsumieren und es passiert mir nichts, wenn ich eine kleine Menge besitzte. Trotzdem muss ich zum Dealer gehen und bekomme minderwertige Ware. Die Dealer sind dann immer noch kriminell und werden mit allen verfügbaren Mitteln gejagt, weil der Handel ja weiterhin verboten bleiben wird. Dann ist es entkriminalisiert und man bekommt nirgens was gutes zum Rauchen. Wenn es strafrechtlich entkriminalisiert wird, dann kann ich verwaltungsrechtlich gesehen immer noch zu Fuß gehen.

Deshalb wäre eine Entkriminalisierung für mich nur dann eine gute Lösung, wenn zeitgleich der Egenanbau von 3 Pflanzen erlaubt wird und ein wissenschaftsbasierter Grenzwert für Cannabiskonsumenten im Straßenverkehr eingeführt wird.

Wie wäre es, wenn zeitgleich mit der demokratischen Methode eine Mehrheit zu erreichen, auch auf gerichtlicher Ebene eine Cannabislegalisierung gefordert wird. Der Gesetzgeber hat die Aufgabe unsere Gesetze an neue wissenschaftliche Erkenntnisse und an Erfahrungen im Ausland anzupassen. Es gibt Rechtsprofessoren, welche das Cannabisverbot für verfassungswidrig halten. Eine Minderheit wird schikaniert. Das verstößt gegen das Gebot der Gleichbehandlung.

Es gibt genug Gründe, dass man es auch gerichtlich versuchen sollte. Da fehlt halt eben ein Sponsor, das macht es so schwierig. Gibt es wirklich niemanden, der von einer völligen Legalisierung in Deutschland so viel profitieren würde, dass er mal das nötige Kleingeld dafür locker macht

Das lustige ist, vor ein paar Tagen, hab ich bei einer Umfrage mitgemacht: soll Cannabis legalisiert werden? Ergebnis bei über 17000 abgegebenen Stimmen: 73% sind dafür 27% dagegen...

Kann mir das mal einer erklären?

Demokratische Prinzipien halte ich ja für sehr wertvoll und auch für extrem wichtig, aber es gibt in meinen Augen durchaus Themen, die man nicht mit einem "die Mehrheit ist aber der Meinung" abhandeln darf.
Hier ein Beispiel was ich meine:
Wenn man 100 Menschen fragt "finden Sie es schlecht, daß selbstverschuldete Verletzungen von der Krankenkasse übernommen werden (zB: gebrochene Schulter durch Downhill-Mountainbike-fahren)", dann werden bestimmt 70 davon sagen: "warum soll ich dafür bezahlen, wenn der so eine Sportart mit so hohem Verletzungsrisiko betreibt?".
Ist es deshalb verboten? nein, und das zu recht, wie ich finde.
Genauso müßte man eigentlich antworten, wenn man Skifahren oder Fußball als Beispiel nimmt. Aber da bin ich mir sicher, daß es keine 70 Personen mehr sein werden, sondern vielleicht nur noch 40...

Zurück zum Cannabis: Inwiefern hat die Mehrheit das Recht, mir zu verbieten etwas zu tun (ich weiß, das Tun ist nicht illegal, nur der Besitz. Leider macht das aber keinen Unterschied!), das keinen anderen etwas angeht und mit Sicherheit (Jahrelange Erfahrung!) nicht gefährlicher ist, als andere legale Dinge.
Deshalb bin ich der Meinung, daß diese Mehrheit kein Recht auf Veto hat und auch eine "10 Personen wollen kiffen, also gebt das frei" ausreichen sollte. Denn der Rest, der es nicht will, soll es halt einfach nciht tun, aber nicht irgendwelche Menschen mit ihrer Meinung unterdrücken!

FREIGEBEN
und dann kann man sich um "richtige" Probleme kümmern liebe BRD!!!!!!

Naaajaa....verlasst euch nicht auf "DIE da oben", macht euer Ding!!!!!!!
DANKE DHV!!!KEEP ON FIGHTING!!!!!!

Jetzt aber mal Butter bei die Fische, ich wurd noch NIE zu irgendeiner Umfrage seitens der Obrigkeit (Regierung) hinzugezogen und ich kenn auch KEINEN der jemals an so was teilgenommen hätte und zu Cannabis hätte das auf jeden fall zu regem Austausch untereinander geführt!

Welche Art von Menschen werden da zu sämtlichen anderen Sachen noch befragt und ist sowas überhaupt noch WIRKLICH repräsentativ?

Wenn Konzerne sowas mithilfe beispielsweise von Angehörigen der Mitarbeiter machen, fällt das sicher "wünschenswerter" aus..

Mal sehen wie es jetzt weiter geht da die Verhandlungen gescheitert sind lets geht legalize

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