Medizinisches Cannabis-Modellprojekt in München beantragt – Onlinepetition gestartet

Pressemitteilung des Deutschen Hanfverbands vom 06.04.2018

München/Berlin, 06.04.2018: Die Münchener Ortsgruppe des Deutschen Hanfverbands will Cannabispatienten helfen. Darum reichten die ehrenamtlichen Aktivisten nun einen entsprechenden Antrag bei der Stadt München ein, um einen Medizinalhanfanbau in München zu starten. Hintergrund sind die andauernden Lieferengpässe bei den Apotheken, die umfangreicher zu werden drohen. Somit können selbst schwer kranke Patienten nicht durchgehend die von Ihnen benötigte Medizin erhalten.

Durch das aktuelle Urteil des OVG Düsseldorf vom 28.03.2018 (Az: VII Verg 40/17) zum Ausschreibungsverfahren für den regulären Medizinalhanfanbau in Deutschland ist zu befürchten, dass sich dessen Start erheblich über das Jahr 2019 hinaus verzögert. Des Weiteren sind die Aktivisten in Sorge, dass die einzigen Bezugsquellen für Cannabis als Medizin, Kanada und die Niederlande, noch dieses Jahr als Medizinalhanflieferanten ausfallen könnten. Laut CDU-Gesundheitsexperte Erwin Rüddel (MdB) schließe ein legaler Verkauf von Cannabis als Genussmittel die Lieferung von Cannabis als Medizin aus, weshalb bereits kein Import aus Uruguay gestattet werde.

In Kanada wird Cannabis als Genussmittel zum 01.07.2018 legalisiert. In den Niederlanden sind mehrere Modellprojekte für einen legalen Anbau und Verkauf geplant; entgegen häufiger Annahmen ist der Anbau dort zurzeit noch illegal und der Verkauf lediglich geduldet.

“Cannabispatienten haben das Recht auf eine lückenlose medizinische Versorgung. Diese ist aktuell nicht gewährleistet und zukünftig weiter fraglich. Das im Modellprojekt produzierte Cannabis soll Versorgungssicherheit bei Münchener Patienten gewährleisten”, so der Sprecher der Gruppe, Micha Greif.

Alle vier Antragssteller sind in der Ortsgruppe München des Deutschen Hanfverbandes (DHV) engagiert, mit der sie die Petition zum Mitzeichnen auch online veröffentlicht haben. Christoph Neuroth und Alexandra Scheiderer sind als Patienten selbst betroffen. Herr Neuroth demonstrierte kürzlich dem BR-Magazin Puls, wie schwierig es trotz Rezept ist, Cannabis aus Münchener Apotheken zu erhalten.

Kommentare

Gute Sache, den Druck erhöhen!!!....viel Glück

Hab schon unterschrieben. Bei den Zahlen allerdings, wird die Petition aber nicht viel ausrichten.

Versorgung...? mit was ?

"Wie aus einer aktuellen kleinen Anfrage im Bundestag hervorgeht, wurden bisherige
Vorschläge zu Cannabis-Modellprojekten abgelehnt, da sie "weder zur medizinischen
Versorgung der Bevölkerung [beitragen würden],..."

Die Ablehnungen stellen doch eigentlich klar, daß die Behauptung -BtM- garnicht auf Cannabis zutrifft und somit sind sie auch widerum logisch.

Neuen Kommentar schreiben