Licht und viel Schatten bei Cannabis als Medizin

Pressemitteilung des Deutschen Hanfverbands vom 08.03.2019

Berlin, 08.03.2019 - Am Sonntag jährt sich das Inkrafttreten des Gesetzes zu Cannabis als Medizin zum zweiten Mal. Viele Patienten profitieren bereits davon, aber es gibt noch erhebliche Probleme.

2018 wurden rund 142.000 Kassenrezepte ausgestellt. Der Deutsche Hanfverband (DHV) geht aktuell von 50-60.000 Privat- und Kassenpatienten aus. Vor dem 10.03.2017 hatten ca. 1.000 Patienten per Ausnahmegenehmigung Zugang zu Hanfblüten aus der Apotheke. Auch Fertig- und Rezepturarzneimittel wurden schon davor an einige tausend Patienten verschrieben. Insgesamt hat sich die Zahl der Patienten, die von einer Cannabis-Verschreibung profitieren, in den letzten zwei Jahren ungefähr verzehnfacht. Diese Entwicklung sieht der Hanfverband grundsätzlich positiv.
Allerdings gibt es noch viele Probleme und Hemmnisse, die den Zugang zu Cannabis als Medizin erschweren.

Ärzte sind zurückhaltend bei der Verschreibung
Ärzte sind nach wie vor zurückhaltend bei der Verordnung von Cannabis aufgrund der hohen Hürden bei der Genehmigung der Kostenübernahme durch die Krankenkassen, wegen des hohen Aufwands bei der wissenschaftlichen Begleiterhebung oder einfach aus Unwissenheit. Es fehlt eine Bildungsoffensive für Ärzte.

Krankenkassen lehnen Kostenerstattung ab
Etwa ein Drittel der Anträge auf Kostenerstattung wird von den gesetzlichen Krankenkassen abgelehnt. Das führt zu einer Einengung der Verschreibungen auf Indikationen, bei denen die Erstattung wahrscheinlicher ist, z.B. bei Schmerzen. Die große Bandbreite der möglichen medizinischen Verwendung von Cannabis wird dadurch nicht ausgeschöpft. Außerdem wird so die eigentlich geplante Entscheidungshoheit der Ärzte auf die Krankenkassen verlagert.

Lieferengpässe
Insbesondere bei Hanfblüten gibt es erhebliche Lieferengpässe. Patienten, die teilweise nach langer Odyssee endlich ein Rezept in Händen haben, bekommen ihre Medizin in den Apotheken nicht und leiden unnötig unter ihren Beschwerden. Das hängt auch damit zusammen, dass Deutschland es auch nach zwei Jahren immer noch nicht geschafft hat, Lizenzen für den Anbau von medizinischem Cannabis zu vergeben.

Extrem hohe Apothekenpreise
Insbesondere Hanfblüten gehen in Deutschland zu extrem hohen Preisen über die Ladentheke. Exakt die gleichen Hanfblüten werden in den Niederlanden zu einem Drittel des Preises abgegeben. Das ist eine unnötige Belastung für Krankenkassen und Privatpatienten sowie auch für Apotheker, da sie gezwungen sind, unsinnige Überprüfungen jeder einzelnen Charge durchzuführen. Dennoch sind Hanfblüten, anders als von involvierten Konkurrenzunternehmen behauptet, bezogen auf den THC-Gehalt mit Abstand die preiswerteste Variante im Vergleich mit den verfügbaren Fertig- und Rezepturarzneimitteln.

800.000 Patienten
Der DHV geht  davon aus, dass ca. 800.000 Patienten in Deutschland von Cannabis profitieren und die Einnahme anderer Medikamente reduzieren könnten.

“Die Probleme liegen nach zwei Jahren klar auf der Hand. Es wird Zeit, dass die Regierung die Kinderkrankheiten des Gesetzes beseitigt und allen Betroffenen den Zugang zu medizinischem Cannabis ermöglicht”,  so Hanfverband-Geschäftsführer Georg Wurth.

Kommentare

Hallo ich bin Krake, 50 Jahre MS Patient aus Hilden. Jack Herer Gras hilft mir supergut
gegen diese verdammten Spastik Schmerzen in Beinen Armen, Rücken bis in den Kopf hoch...!
Die AOK bzw. dort der MDK lehnt eine Behandlung meiner Starken Schmerzen mit Cannabis für absolut unnötig an und hat mir eine Kostenübernahme des Medikaments verweigert. Bin daraufhin mt denen vors Sozialgericht Düsseldorf. Verhandlung steht seit 8 Monaten aus.
Viele Grüße Krake

Hallo Krake,
habe auf youtube gesehen das es einen Rechtsanwalt gibt in Deutschland der absoluter Experte ist wenn es um die Kostenübernahme durch die Krankenkasse für deine Medizin geht.Solltest dir auf jeden Fall mal die website von Dr.Oliver Tolmein ansehen und zu den unten angegebenen Telefonzeiten dort mal anrufen.
https://www.menschenundrechte.de/de/menschen/dr-oliver-tolmein.html

Viel Erfolg und alles gute dir

@Krake
Ich hörte von einem Arzt, dass selbst Krebs- und Tourette Syndrom Patienten, die Kostenübernahme verweigert wurde. Es gab auch schon Selbstmorde, weil der Zugang zu Cannabis verwehrt wurde. Mit rationalen Argumenten ist weder die restriktive Verschreibung und Kostenübernahme als Medizin, noch die Prohibition im Allgemeinen zu erklären. Es geht nicht um Vernunft, sondern um Ideologie. Die Träger dieser Ideologien sind bereit jeden Preis zu zahlen, oder bezahlen zu lassen. Das ist ein großes Problem, denn Unvernunft kann durch Argumente von der Vernunft überzeugt werden. Bei Ideologien ist das schwieriger.

Wir müssen endlich Mal anfangen über Cannabis als Genussmittel zu sprechen statt fast nur als Medizin. Alle Menschen sollen die Freiheit haben zwischen Cannabis oder Alkohol oder andere Drogen zu entscheiden und zu sich zu nehmen. Wir beschädigen damit keine andere Personen. Wenn keine von den Betreiber von CUM-EX Geschäfte im Knast sitzt dagegen aber hunderte von Cannabis Konsumenten, dann haben die Gesetze keinen Sinn mehr. Wir zahlen alle Steuer um beschützt zu werden, die Straftäter laufen aber frei herum bekleidet als Geschäftsmänner und wir müssen dafür haften, dass wir unsere Rechte ausüben. Was ist mit der Gerechtigkeit passiert?

...vielen Dank dir auch. Sehr nett von dir. Ich schaue mir auf jeden Fall mal gerne die webside von dr. tolmein an. ich persöhnlich hab eine Anwältin in Solingen, heisst im Endefektt ja nichts...

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