LEAP: Gesetzeshüter gegen Drogenverbote organisieren sich in Deutschland

Pressemitteilung des Deutschen Hanfverbands vom 10.09.2015

Der Deutsche Hanfverband begrüßt die heutige Gründung von "LEAP Deutschland". Endlich schließen sich Polizisten, Richter, Staatsanwälte und andere Gesetzeshüter zusammen, um dem Irrsinn der Prohibition ein Ende zu bereiten.

Seit vielen Jahren zeigt die Organisation "Law Enforcement against Prohibition (LEAP)" in den USA, dass sich auch Staatsanwälte, Richter und Polizeibeamte gegen Drogenverbote und Kriminalisierung von Konsumenten aussprechen. Heute gründet sich nach langem Kampf der deutsche Ableger dieser in den USA sehr starken Gruppierung. 

Neben dem Vorsitzenden und ehemaligen Polizeipräsidenten Münsters, Hubert Wimber, sind auch andere bekannte Gesichter dabei. Frank Tempel, ehemaliger Drogenfahnder und jetzt drogenpolitischer Sprecher der Linkspartei, Andreas Müller, der "härteste Jugendrichter Deutschlands", Wolfgang Neskovic, ehemaliger Richter am Bundesgerichtshof, Lorenz Böllinger, der federführende Strafrechtsprofessor bei der prohibitionskritischen Resolution an den Bundestag, und einige weitere Personen aus dem Bereich der Strafverfolgung werden sich in der Organisation engagieren.

Ursprünglich sollte LEAP Deutschland bereits im November 2014 gegründet werden. Der designierte Vorsitzende Hubert Wimber, damals aktiver Polizeipräsident von Münster, erhielt jedoch von seinem damaligen Vorgesetzten ein Verbot, sich an der Gründung zu beteiligen. Zunächst wurde dies vom Innenministerium NRW noch geleugnet, später gab Innenminister Ralf Jäger dann in einer Stellungnahme an den Landtag jedoch klar zu, dass eine offizielle und eindeutige Dienstanweisung erteilt wurde.

Nachdem Hubert Wimber in Ruhestand gegangen ist, kann die Gründung von LEAP Deutschland jetzt ohne politisch motivierte Einflussnahme von Seiten der Regierenden stattfinden.

Georg Wurth vom Deutschen Hanfverband:

"Ich bin sehr froh über diese Unterstützung von Seiten der Strafverfolger. Nach der bekannten Resolution eines großen Teils der deutschen Strafrechtsprofessoren unter Führung von Professor Lorenz Böllinger melden sich nun auch die Praktiker des Strafrechts zu Wort.  Gerade diese Menschen sehen täglich in ihrer Arbeit die Wirkungslosigkeit und Schädlichkeit von Drogenverboten. Dass einige davon sich jetzt organisieren, ist sehr begrüßenswert und wird sich in den kommenden Jahren sicher stark auf die gesamte Debatte auswirken.
Alle prohibitionskritischen Menschen aus dem Bereich der Strafverfolgung sollten jetzt darüber nachdenken, sich LEAP Deutschland anzuschließen und damit den Druck auf die Politik in Deutschland zu erhöhen."

Kommentare

Es ist höchste Zeit, dass prominente Fürsprecher der Cannabisverbots-Beendigung diejenigen Personen namentlich benennen, die durch ihre Blockadehaltung und jeglichen Reform-Unwillen sich (mit)schuldig machen an täglich stattfindener sozialer Ausgrenzung, Diskriminierung, Kriminalisierung und Zerstörung von Karrieren.

Nebenbei:
Es fehlt an Geld für die adäquate Versorgung unzähliger Flüchtlinge?
Cannabis hat`s...!

Axel Junker schrieb:
Es fehlt an Geld für die adäquate Versorgung unzähliger Flüchtlinge?
Cannabis hat`s...!

Super Kommentar!!! Sehe ich genauso!

btw: die LEAP gibt mir persönlich wieder ein bisschen mehr Hoffnung auf die Legalisierung...

Moin Axel,

melde Dich doch mal bei mir: HanfeHelmuth@gmx.de (Wegwerfadresse, 10 Tage gültig)

Du weißt schon: Kommt ein Pferd zu Bäcker...

Yeeehaa! Bewegt sich da etwas!? Schöne Nachrichten zum Wochenende sind auch sehr begrüßenswert! Danke für Ihr Engagement!!!

Kann etwas bewirken, sofern diese Organisation sich in Zukunft aber eben auch rege zu Wort meldet !! Damit meine Ich nicht um PR in eigener Sache zu betreiben, sondern eher das Sie ihre ehemaligen Ämter und Positionen dahingehend nutzen, um "schrecklichen" und falschen Aussagen von Fr. Mortler und Co. (..auch medial !!..) entgegen zu treten und Parole zu bieten. Sollte dies gelingen, kann ein noch größerer Umschwung der Bevölkerung, hin zu einer pro Cannabis Haltung, schneller kommen als man denkt.
Bleibt dies aber aus oder bzw. ist die mediale Präsens zu gering, denke Ich wird auch "LEAP" nur wenig erreichen.

Meine Hoffnung ist aber momentan recht hoch, das es Erfolgversprechend aussieht ;)

Aber trotzdem lebe ich für mich weiter nach dem Motto : "Immer das beste hoffen, aber mit dem schlimmsten rechnen !"
MfG ...

Schön zu sehen das es auch auf der "anderen" Seite Menschen gibt welche die Strafrechtliche Verfolgung von Cannabis Konsumenten infrage stellt.

Ein weiteres Puzzlestück des Dorns in Frau Mortlers Fleisch.

Jawohl! Endlich ist es so weit. :)
Ich wünsche viel Erfolg.

Weiß jemand wo die Website von LEAP Deutschland bleibt?

Die Website ist seit letzter Woche online, das Beitrittsformular wird wohl Anfang 2016 folgen:

http://leap-deutschland.de/

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