Gesetz für Cannabis als Medizin tritt in Kraft

Pressemitteilung des Deutschen Hanfverbands vom 09.03.2017

Ärzte in Deutschland können ab morgen für viele Krankheiten Cannabisblüten und -extrakte auf Rezept verschreiben, bei schweren Fällen auch auf Kosten der Krankenkassen. Der Deutsche Hanfverband begrüßt diese Entwicklung, die eine echte Erleichterung für Betroffene darstellen wird.

Nicht nur Schmerzpatienten, sondern auch viele andere betroffene Patienten, die beispielsweise an Schlafstörungen, ADHS oder Depressionen leiden, können damit in Zukunft auf Rezept Cannabis aus der Apotheke erhalten.

Dieser Schritt stellt einen Meilenstein für alle Betroffenen und die gesamte Bewegung zur Legalisierung von Cannabis in Deutschland dar. Nach jahrzehntelanger Ignoranz gegenüber dem Leiden von Patienten in Deutschland hat die Regierung endlich ein Einsehen. Dies geschieht jedoch nicht aus reiner Menschlichkeit. Die Regierung wollte damit auch das Recht auf Eigenanbau von Patienten verhindern, der ihnen von immer mehr deutschen Gerichten wegen ihrer Notsituation zugesprochen wurde.

Dazu Georg Wurth, Geschäftsführer des Deutschen Hanfverbands:

“Die Regierung hat klar gesagt, dass das Gesetz den Eigenanbau durch Patienten verhindern soll. Für uns ist das nicht akzeptabel. Der Deutsche Hanfverband fordert weiterhin die Möglichkeit für betroffene Patienten, ihr Cannabis selbst anzubauen.”

Die Gründe für den Eigenanbau sind vielfältig:

“Neben der Kostenersparnis für die Krankenkassen ist auch die riesige Sortenvielfalt beim Cannabis ein Thema. Manche Patienten haben positive Erfahrungen mit einer ganz bestimmten Sorte und wollen diese weiterhin nutzen”, führt Georg Wurth weiter aus.

Nichtsdestotrotz bricht heute eine neue Ära in Deutschland an. In den nächsten Jahren wird sich sehr wahrscheinlich das allgemeine Bild, welches in Deutschland zu Cannabis vorherrscht, massiv verändern. Von der Droge zum Medikament, vom schädlichen Teufelszeug zum heilsamen Naturprodukt, von der Gefahr für Jugendliche zum Segen für Kranke.

Der Geschäftsführer des Deutschen Hanfverbands sieht aber noch Aufklärungsbedarf in der Gesellschaft:

“Gerade in Süddeutschland müssen sich die Menschen noch daran gewöhnen, Cannabiskonsumenten im Alltag zu erleben. Auch die Polizei wird sich darauf einstellen müssen, dass Patienten öffentlich Cannabis konsumieren dürfen.”

Für Rückfragen steht Georg Wurth vom Deutschen Hanfverband zur Verfügung.

Kommentare

Wie sieht eigentlich gerade die Versogungslage hinsichtlich der Herstellern von medizinischen Blüten in Holland und Kannada aus? Das war doch schon vor dem Gesetz ein Problem? Müssen Patienten trotz Rezept damit rechnen erstmal warten zu müssen?

Zumindest die Kanadier haben einiges auf Lager. Bedrocan in den Niederlanden hat die Kapazitäten erhöht. Von daher sollte es zumindest keine allzu derben Engpässe geben, bis auch deutsches Gras dazu kommt. Aber das hängt auch davon ab, wie schnell die Zahl der Patienten in Deutschland jetzt wächst. 

Da es ja schon die ganze Zeit Versorgungsengpässe gab und das bei nur tausend Usern wird dies wohl erst noch schlimmer da laut Schätzungen die med. Konsumenten etwa um ein 80-faches hochgehen werden . Denn voraussichtlich wird es erst in zwei Jahren Cannabis aus Deutschland geben weil es solange dauert den strengen med. Standard zu erfüllen. Allerdings gibt es ja jetzt auch Cannabis aus Kanada und Tschechei vielleicht werden die uns über diese Zeit ausreichend aushelfen können

Habe mir am 14.03 Bedrocan auf BtMG Rezept in der Apotheke bestellt am 16.war es dort.

Kein Problem. Habe mir am 14.03 Bedrocan auf BtMG Rezept in der Apotheke bestellt am 16.war es dort.

Die Apothekerlobby schießt seit gestern scharf und versucht in den medizinischen Fachpublikationen das Gerücht zu streuen, dass Cannabis zukünftig nicht mehr als ganze Blüten, sondern nur nachdem es in der Apotheke gemahlen und gefiltert wurde abgegeben werden darf.

Ich bin mir sicher, die so zu erzielenden wesentlich höheren Gewinnspannen für die Apotheken spielen hier so gar keine Rolle.

Könntet ihr bitte demnächst mal deutlich reagieren?

Es wär toll, wenn der DHV auch darauf Bezug nimmt!
Das macht mir nämlich große Sorge.

Letztens im Gespräch mit den hiesigen Apothekenmitarbeiterinnen wussten sie noch keine Details, schienen aber interessiert und aufgeschlossen.

Hier ein Artikel dazu:
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=68036

Total behämmert ist auch die Passage mit dem Tee, wenn ich das richtig verstehe wird davon abgeraten die gemahlenen Blüten in eine Flüssigkeit mit Fettanteil zu geben weil.. naja weil dann die Cannabinoide ja wirken könnten, oder was?!

Wenn sie den Artikel richtig gelesen hätten, würden sie es verstehen. Dort steht: "Das Rauchen von Cannabis zusammen mit Tabak als Joint, die Teezubereitung mit fetthaltigen Flüssigkeiten wie Sahne oder das Einbacken in Kekse sind für medizinische Zwecke völlig ungeeignet, da die Dosis nicht reproduzierbar wäre".

Das ist unter klinischen Gesichtspunkten absolut korrekt. Unsinnig wird es nur, wenn man bedenkt dass sich Patienten schon seit Jahrzehnten auf diese Weise behandeln. Es wird eben noch eine Weile dauern, bis sich die Paradigmen hinsichtlich der Anwendung von komplexen biologischen Arzneimitteln wandeln. Freuen wir uns lieber über jeden Fortschritt und verzichten auf unnötige Anschuldigungen.

Vielleicht wäre es sinnvoll, wenn der DHV einen Aufklärungsflyer für Apotheken bereitstellen würde, indem solche Themen behandelt werden. Am besten zusammen mit der IACM und weiteren Verbänden. Damit ließen sich viele Probleme eventuell vermeiden. Es reicht ja, wenn ein Teil der Apotheken sich darauf einlässt. Auf jeden Fall ist es wichtig der Propaganda von staatlicher Seite etwas entgegen zu setzen.

Das sehen wir auch als erhebliches Problem, es wird die Apothekenpreise erheblich und unnötig in die Höhe treiben. Erste Reaktionen darauf von uns folgen bald, ich erwähne es auch in den Video-News, die heute online gehen. 

Mahlzeit,

heisst das jetzt, dass ich zu meinem Arzt gehen kann und der mir etwas gegen meine Schlafstörungen oder meine Bandscheiben verschreiben kann. Obwohl es dafür ja auch klass. Medikamente gibt, die auch wirken? Die Frage zielt unabhängig davon ab, ob es die Kasse erstattet oder nicht, darum geht es in der Frage nicht!

mfg

Sehr schön!
Dann werd ich hier im Allgäu mal g'scheit dafür produktive Werbung machen. Die repressive Haltung hier gründet sich nur auf der fehlenden Information oder fehlgeleiteter Information.
Welche Regelung gibt es eigentlich im Bezug auf den Ort des Konsums? Ist das gleich gesetzt mit den jetzigen Rauch- Gesetzen?

"Welche Regelung gibt es eigentlich im Bezug auf den Ort des Konsums? Ist das gleich gesetzt mit den jetzigen Rauch- Gesetzen?"
Öffentlicher Konsum der Medizin ist möglich; allerdings sollten Nichtraucherbereiche gemieden werden. 

Und vor Kinder und Jugendlichen im Öffentlichen Raum fände ich auch unpassend. Aber ansonsten, Rock n Roll. Um so mehr sich die Leute daran gewöhnen um so weniger haben was gegen eine Freigabe.

Ja, das sollte jedem klar sein hoffe ich! Aggressiv brauchen die Leute das jetzt auch nicht in die Öffentlichkeit tragen. Ich dachte nur ich frage mal nach weil ich mir vorstellen könnte dass es quasi nur in der Wohnung oder speziellen Bereichen gestattet sei. Demnach kann ich mich aber mit meinem bald eintreffendem Grasshopper- Vaporizer gemütlich in die Sonne hocken! :) Top!

Nee nee du so einfach isses nun doch nicht du kannst dir den Antrag auf bfarm.de herunterladen es gibt auch eine Hilfe zu diesem Antrag die die genaue Vorgehensweise beschreibt Falt ist aber um Cannabis als Medizin bekommen zu können musst du schon mal einen besonderen Arzt aufsuchen Anästesisten/Neurologe/Schmerztherapeut DER BEFÄHIGT IST BTMG REZEPT AUSSTELLEN ZU KÖNNEN!!!
Dabei muss der Arzt alles genau Dokumentieren und bestätigen dass KEINE ANDERE BEHANDLUNGSFORM DIR ENTWEDER GEHOLFEN HAT ODER DIR AUFGRUND DER NEBENWIRKUNGEN NICHT ZUZUMUTEN SIND!!!
Dies muss alles schwarz auf Weiß Dokumentiert sein zum anderen brauchst du mindestens 2 Krankheitsbilder die dafür sprechen,dann eird der Antrag eingehend geprüft und entweder bewilligt oder abgesagt!!!
Viel Glück dabei Grüße Peter

Hallo Peter, das ist so nicht ganz richtig. Die Ausnahmegenehmigungen entfallen. Mit dem neuen Gesetz können Cannabis-Blüten und -Zubereitungen von jedem Arzt, unabhängig von seiner Fachrichtung, verordnet werden. Ärzte können Cannabis auch verschreiben, ohne dass die Betroffenen als austherapiert, sprich es wurden vorher alle denkbaren Behandlungsformen ausprobiert, gelten müssen.

Sorry, ich muss dir da wiedersprechen. Mein Hausarzt, und so gut wie jeder Hausarzt der bei der BfArM seine BTM Nummer hat, hat zugang zu den Rezepten. Ich habe meine Erlaubnis mit ihm beantragt und bekommen und ich werde, sobald die Kostenzusage da ist, auch Blüten bekommen. Wenn ein Apotheker meinter müsse sie mahlen, gehe ich zur nächsten. Ihr glaubt doch nicht das bei DEM Wettkampf eine Apotheke darauf wert legt. Es mag durchaus für einige Sinnvoll sein, aber für die chronisch Kranken geht es auch um Haltbarkeit.

Hallo
Hab auch mal ne kurze Frage wie sieht es dann mit der Thematik Führerschein aus da ich mal davon aus gehen kann dass viele die es auch verschrieben bekommen auch noch Arbeitnehmend sind und mit dem Auto zu ihrer Arbeit kommen müssen
Gibt es dann hier eine neue Obergrenze?
Oder wie ist dass nun geregelt?
Oder wenn man es verschrieben bekommt ist dann auch der Führerschein weg wie bis lang?

Hallo,

Führerscheinrecht ist gerade im Kontext einer medizinischen Nutzung von Cannabis eine komplexe Angelegenheit. Es ist vom Arzt zu bewerten, ob und wann ein Patient nach Medikamenteneinnahme wieder fahren darf.

Es gibt aber schon jetzt Patienten, die mit einem Rezept für Sativex oder Dronabinol (THC-haltige Medikamente) ohne Probleme fahren. Es gibt aber auch Einzelfälle, in denen es trotzdem zum Führerscheinentzug oder ähnlichen Maßnahmen gekommen ist. Wie die Polizei zukünftig damit umgehen wird, werden die nächsten Monate zeigen.

Hallo
Ich leide seit 5 Jahren an Depressionen und nehme deswegen täglich seratralin. Leider fühle ich mich bei der Einnahme des Medikaments einfach nicht wohl, es hilft aber der Gedanke das es Chemie ist fühlt sich nicht gut an. Gibt es die Möglichkeit dafür canabis zu bekommen? Darf der artzt das verschreiben? Wenn ja wie lange würde es dauern bis ich es bekomme?

Hallo David,

 ja, dein Arzt wird dir prinzipiell medizinisches Cannabis verschreiben können. Du wirst mit deinem Rezept grundsätzlich ab morgen in die Apotheke gehen können. Hier findest du aber noch ein paar weitere Informationen.

Werden die Kosten bei Adhs auch von der Kasse übernommen?

Hallo,

die generelle Voraussetzung für die Kostenübernahme durch die Krankenkasse ist eine schwerwiegende Erkrankung. Weitere Infos findest du in unserem Artikel mit den wichtigsten Fragen und Antworten zum neuen Gesetz.

Nach Rücksprache mit der BARMER GEK ist es durchaus möglich, man sollte aber austherapiert sein und man muss einen fromlosen Antrag mit dem behandelnden Arzt stellen.

Ich habe eben mit der BARMER GEK telefoniert. Ich erhielt auch die Aussage man sollte austherapiert sein und es muss ein formloser Antrag gestellt werden. Da ich aber wegen Depressionen, Schlafstörungen und ADHS, sprich keine Schmerztherapie,Cannabis als Medikament nutzen möchte... kam der Zusatz das müsse der medizinische Dienst entscheiden. Das ich wegen meiner Erkrankungen EM-Rente erhalte spielt keine Rolle."Netterweise" wurde mir dann noch nahegelegt... "sie müssen erstmal einen Arzt finden, welcher Ihnen das Zeug verschreibt".

wie verhält sich das jetzt im Straßenverkehr?
Jetzt ist es doch garnicht mehr möglich altgewohnt vorzugehen?!

Hallo Kalle,

wie bereits weiter oben erwähnt ist das Thema Führerscheinrecht im Kontext einer medizinischen Nutzung von Cannabis eine komplexe Angelegenheit. Die Ärzte müssen abschätzen und bestimmen, ob und wann ein Patient nach Medikamenteneinnahme wieder hinters Lenkrad darf.

Es gibt aber schon jetzt Patienten, die mit THC-haltigen Medikamenten im Blut am Straßenverkehr teilnehmen und keine Probleme fahren. Es gibt aber auch Einzelfälle, in denen es zu Führerscheinentzug und anderen Maßnahmen gekommen ist. Wie die Polizei zukünftig damit umgehen wird, werden wir zukünftig sehen.

Wie sieht das ganze dann mit der Fahrtauglichkeit aus? Dürfen Cannabis-Patienten zukünftig trotz THC im Blut/Urin Auto fahren? Ich traue dem ganzen irgendwie noch nicht. (Vielleicht weil ich aus Bayern komm... hier laufen die Uhren ja leider etwas langsamer..)
Danke schon mal und LG

Hallo Anna,

ich verstehe deine Zweifel, Führerscheinrecht ist wie bereits erwähnt eine schwierige Angelegenheit. Letztlich muss der Arzt das Medikament so einstellen, dass die Fahrtauglichkeit gewährleistet ist.

Bereits jetzt gibt es Patienten, die mit medizinischem Cannabis behandelt werden und keine Schwierigkeiten hatten. Andererseits gab es schon Patienten, die ihren Führerschein verloren haben. Mehr Infos gibt es hier.

Hallo bekommt man das auch als Rezept wenn man Krebs hat mit Metastasen?
LG

Hallo Yvonne, es ist prinzipiell möglich, medizinisches Cannabis für die Behandlung vieler Krankheiten, unter anderem auch Krebserkrankungen, verschrieben zu bekommen. Weitere Informationen findest du hier.

Hallo, ich freue mich sehr über die neue Regelung, da nun vielen Patienten geholfen wird.
Aber ich frage mich was das nun für die Nutzer von Cannabis zu Zwecken des "recreational use", dies ist ja nach wie vor illegal.
Wo geht der Trend hin was das angeht?
Wird es wie in Kalifornien wo man über das Internet per Skype ein Rezept von einem Doktor verschrieben kriegen kann, also das der medizinische Nutzen einfach als "Alibi" für den legalen Konsum dient?
Meine Frage ist also was bedeutet das für den "recreational use" jetzt also nach dem Eintritt des Gesetzes?
Mit (hanf)freundlichen Grüßen,
Marc Gerhards.

Kalifornische Verhältnisse sind nicht zu erwarten, allein schon weil deutsche Ärzte anders ticken und vermutlich in den meisten Fällen schon darauf achten, ob die Verschreibung gerechtfertigt ist. Eine vollständige Legalisierung von Cannabis als Genussmittel für Erwachsene und die komplette Entkriminalisierung aller Konsumenten ist weiterhin notwendig und ab sofort unsere wichtigste Aufgabe. 

Servus aus dem schönen Franken.
Ich komm direkt zur sache... Habe Mittelschwere bis Schwere Depressionen und kratze in manchen fällen an der grenze zum Borderline. Habe bereits meinen Neurologen bezüglich einer Pflanzlichen therapieunterstützung heimgesucht. Wie sehen meine chancen ungefähr aus das ich keine antis mehr nehmen muss ( da ich mittlerweile 50 KG abgenommen habe und die auf keinen wieder drauf haben möchte xD ). Er meinte ich solle ende diesen monats nochmal vorbei kommen und dan werden nägel mit köpfen gemacht. MfG ein Treuer DHV Leser und schauer :)

Hallo,

schön dass dir unsere Arbeit gefällt! Zu deiner Frage: Ab sofort ist es möglich, medizinisches Cannabis für die Behandlung vieler Krankheiten, unter anderem auch Depressionen, vom Arzt verordnet zu  bekommen. Weitere Informationen zum Thema haben wir hier für dich.

Was soll denn hinsichtlich bei Ärzten unternommen werden, die sich davon nicht beeindrucken und weiterhin auf ihre Schulmedizin pochen, mit der Begründung, dass es immer noch illegal ist. Ich war erst vor guten 2 Wochen bei meinem Hausarzt. Hatte ihn vorsichtig gefragt wie es denn aussieht, dass ich anstatt zahlreicher Medikamente gegen meine permanenten Schmerzen in beiden Knie (Meniskuseinriss Innen und Außen bei beiden),
meiner Schlafstörungen (Schlafzeit wenn überhaupt maximal 4 Stunden)
und das mangeln meines Hungergefühls (2-3 Scheiben Brot am Tag) und dafür einfach ein einziges Rezept.

Hallo Markus,

grundsätzlich verschafft das Gesetz den Ärzten viele Freiheiten. Allerdings ist kein Arzt verpflichtet, dir medizinisches Cannabis zu verschreiben. Vielleicht versuchst du es nochmal in ein paar Wochen, wenn die Ärzte umfassender informiert sind. Ansonsten bleibt dir bei einer weiteren Weigerung wohl nur der Arztwechsel.

Ich bin Chemopatientin und freue mich sehr über diese Mitteilung. Nun habe ich allerdings ein paar Fragen.. Wenn ich ein solches Rezept bekomme, wie schnell wird das medizinische Cannabis für mich verfügbar sein? Da ich jetzt gerade die Nebenwirkungen von der Chemo spüre, will ich wissen, ob sich das überhaupt rentiert da so schnell wie möglich hinzurennen. Ich wohne im Süden Baden-Würrtembergs mit nicht sonderlich vielen Großstädten. Ich denke Cannabis wird nicht in jeder kleinen Apothele verfügbar sein. Wird dies dann wie andere medikamente einfach bestellt oder wie funktioniert das? Oder muss ich zur nächstgrößeren Stadt und da mein glück versuchen?
Ich würde mich über eine Antwort freuen, mfg

Das würde mich auch interessieren. Da mein Papa seine erste Chemo hinter sich hat aber die Nebenwirkungen waren nicht so schön.
LG

Ich würde sagen, du gehst mit deinem Rezept in die Apotheke deines Vertrauens und die bestellen dein 'Medikament' wie jedes andere über den Pharmazeutika-Großhandel innerhalb eines Tages. ;-)

Eine Verschreibung in diesem Fall ist mit Sicherheit ohne Weiteres möglich, die Erstattung durch die Krankenkassen praktisch sicher und jede Apotheke kann Cannabis über den Großhandel besorgen. 

Die Apotheken unterliegen einem Kontrahierungszwang, d.h. wenn du ein Rezept für Cannabis hast, MUSS die Apotheke es beliefern. Wenn sie sich trotzdem weigern würde ich gleich mal Beschwerde bei der Apothekerkammer einlegen. Die sorgen dann schon dafür, dass sie sich nicht mehr quer stellen.

Und zum Thema Führerschein wird geschwiegen warum kotzen die sich nicht endlich mal aus?!
Hauptsache der Eigenanbau wurde verhindert alles andere spielt ja keine Rolle das Gesetz ist sowas von lächerlich in der derzeitigen Form! jetzt wollen sie auch noch alles zermahlen und Dosierlöffel mitgeben für was zur Hölle gibt es eigentlich Feinwaagen.
Wie soll das mit der Versorgung klappen, was wenn die Sorten die einem nutzen nicht angeboten werden?

Möglicherweise empfindet Ihr meine Frage als dämlich, aber angenommen, mein Arzt würde Cannabis für meine Beschwerden verordnen, gibt es auch eine andere Möglichkeit des Konsums, als es zu rauchen. Ich bin froh, mir das Rauchen nach 35 Jahren endlich abgewöhnt zu haben, und möchte es ungern wieder anfangen.
MFG, Danke

Hallo,

nein, das ist eine gute Frage. Ja, es gibt diverse Arten um Medizinalhanfprodukte zu sich zu nehmen. Neben der klassisch-oralen Aufnahme bei THC-Fertigarzneimitteln können Cannabis-Blüten auch mit Hilfe eines Vaporisierers inhaliert werden. Du musst also nicht wieder mit dem Rauchen anfangen.

Tabakfreies Verdampfen ("Vaporisieren") ist die wohl attraktivste Anwendungsform für Blüten und mit massiv geringerer Schadstoffbelastung verbunden als Rauchen.

Der Deutsche Hersteller Storz&Bickel gilt schon seit Jahren unter Freizeitkonsumenten als einer der Marktführer und bietet für Patienten die Modelle Vulcano Medic (Netzgerät mit Ballon) und Mighty Medic (mobiles Akkugerät) an. Für beide existieren diverse Studien, TÜV Bescheinigungen und Zulassungen in Kanada als medizinisches Hilfmittel.

Gerüchten zufolge sind beide Modelle gerade in der Prüfung durch deutsche Kassen.

Ich hoffe, dass die Kostenübernahme klappt.
Ich kann mir den Mighty leider aktuell nicht leisten (im Netz ca. €320 aufwärts für die nicht-Medic Version, der nicht-medic Vulcano kommt auf €400-500) und ohne mobilen Vape werde ich unterwegs entweder pur oder mit Tabak rauchen müssen, was hier in Bayern vollkommen absehbar zu massiven Streß mit den Herrschaften in Grün (ähh Blau) führen wird.

Hoffentlich werden die Kassen ihren Patienten hier weiterhelfen.

Das die Apothekenlobby aktuell versucht "Mahlen&Sieben" als einzige Abgabeform zu propagieren ist eine Schande. Die meisten Verdampfer haben bei Verwendung von zu kleingemahlenen Blüten btw. echte Probleme mit einem stark erhöhtem Reinigungsaufwand, eingeatmeten Staub und schnell verstopfenden Sieben und Leitungen. Bei normalgroß selbst gegrindeten Blüten besteht hingegen gar kein Problem. Mit der durch die stark vergrößerte Oberfläche verringerten Haltbarkeit und dem offensichtlichen herrausgefilterten harzhaltigen Trichomen fange ich erst gar nicht an. Wäre man böse, könnte man vermutlich konstatieren, dass sich manche Apotheker nicht nur vollkommen unnötig die Taschen vollmachen werden, sondern wahrscheinlich noch nie so gerne ihre Siebe gereinigt haben werden wie mit dieser vollkommen blösinnigen Regelung.

Ärzten steht es btw. frei weiterhin ungemahlenes und ungesiebtes Material zu verschreiben.

Bitte setzen sie nicht die Apotheker mit den Apothekerkammern und -verbände gleich. Die meisten Apotheker sind auf die teilweise völlig absurden Vorschriften der Kammern wirklich nicht gut zu sprechen. Den meisten Apotheken sind aufwändige Rezepturen ein graus, weil die ein einziges Verlustgeschäft darstellen. Von daher werde sich genug Apotheker finden, die vernünftig sind und die Blüten im Rohzustand abgeben werden. Gegen die unbelehrbaren Paragraphenreiter kann man nichts machen außer sie zu meiden.

Das es eine Weile dauern wird, bis eine gewisse Routine und Klarheit bei der Abgabe von Cannabis herrschen kann ist normal. Begegnen sie ihrem Apothekenpersonal mit Respekt und Nachsicht - nur so werden wir zu einem einvernehmlichen Ergebnis kommen.

Wie siehts denn führerscheinrechtlich aus? Könnte man so auf rezept eine MPU umgehen? Nachweisen das man es medizinisch bedingt braucht durch das rezept und somit nur noch ein ÄG verlangt statt eine MPU?

Vielen Dank im Voraus!

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