Deutsche Cannabisagentur gibt Ausschreibungsverfahren für Medizinalhanf bekannt

Pressemitteilung des Deutschen Hanfverbands vom 10.04.2017

Die dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) untergeordnete deutsche Cannabsiagentur hat am 8.4.2017 das Ausschreibungsverfahren zur Produktion von medizinischem Cannabis im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Die europaweite Ausschreibung sieht den kommerziellen Anbau von Medizinalhanf durch Privatunternehmen in Deutschland vor. Interessenten können sich ab sofort auf der Vergabeplattform der Cannabisagentur beteiligen. Allerdings bevorzugen die Vergabekriterien ausländische Unternehmen, die schon Erfahrungen mit der Produktion von medizinischem Cannabis haben.

Pharmazeutisches Cannabis soll gemäß der im Bundesanzeiger vom 06.06.2016 veröffentlichten Cannabis-Monografie produziert werden. Der Auftrag umfasst Anbau, Weiterverarbeitung, Lagerung und die Verpackung. In einem gestaffelten Losverfahren wird der Auftrag in zehn Lose aufgeteilt unter je zehn Bewerbern, die im Lieferzeitraum 2019-2022 pro Jahr je 200 kg liefern sollen. Pro Bewerber können maximal sieben Lose vergeben werden, die für einen Zeitraum von 65 Monaten die Lieferung gewährleisten sollen. Die Bieter werden in diesem Verfahren gewisse Punkte erfüllen müssen, um im vorgesehenen Verfahren eine möglichst hohe Punktzahl zu erreichen. Objektive Kriterien für die Auswahl der Bewerber werden unter anderem Referenzen über Anbau von Phytoarzneimitteln oder auch früher ausgeführte Aufträge des Bewerbers im Bereich Anbau, Verarbeitung und Lieferung von medizinischem Cannabis von mindestens 50 kg in den letzten drei Jahren sein.

Diese Kriterien machen es für deutsche Unternehmen und Start-Ups schwierig, eine solche Lizenz zu erlangen, da bislang kein kommerzieller Anbau in Deutschland möglich war. Die im Bietverfahren abgefragte Anbau-Erfahrung benachteiligt so möglicherweise deutsche Unternehmen, die an der Medizinalhanfproduktion interessiert sind.

“Das Ausschreibungsverfahren beinhaltet zwar verschiedene Kriterien, die über den Zuschlag bei der Vergabe einer Anbaulizenz entscheiden. Allerdings könnte die bereits vorhandene Erfahrung im Bereich des medizinischen Cannabis ausländische Unternehmen einen Vorsprung ermöglichen. Deutsche Unternehmen könnten hier trotz des massiven Interesses an einer Lizenz zu kurz kommen”, so DHV-Geschäftsführer Georg Wurth zu der Bekanntgabe des Ausschreibungsverfahren.

Kommentare

Deutschland ist für ausländische Unternehmen und Investoren ein wichtiger, auszublutender Wirtschaftsstandort.
Was wollt ihr deutschen denn? Könnt doch gar nix, weil nix dürft.
Komm Mortli, laber es ihnen nochmals vor. Nicht dass irgendwie irgendjemand irgendwelche Signale an Irgendeinen sendet, oder gar empfängt!

Signale scho, bloß koi falsche, du Simpel

E-Mobilität kommt auch China, das Cannabis Know - How aus den USA. Dank unserer konservativen Penner in der Politik, ist der Zug längst abgefahren ... ohne uns. Danke.

Die deutsche Regierung ist nicht in Lage zu dem was jeder Kiffer kann. Dem Anbau von Cannabis.

Ich hoffe, dass im Zuge der Regelung durch die Agentur der "war on drugs" nicht wieder hochgefahren wird und Selbstversorger verstärkt kriminalisiert werden

Nichts anderes war der Plan dahinter...

Diese Ausschreibung kommt einer Patienten- und Züchter-Verhöhnung gleich.
Wer in Europa - außer der AGES und Bedrocan - kann legal auf solche Zahlen [50kg pro Referenz in den letzten drei Jahren] kommen?
Weiters: Welches ausländische Unternehmen lässt sich auf das Risiko ein, hundert-Tausende € in eine Halle zu investieren wenn das Los nicht verlängerbar ist nur 3 Jahre lang jährlich 200kg abgenommen werden?
Das kann sich nicht rechnen...
Das sieht mir mehr nach einen Cannabis-Anbau-Verhinderungs-Manöver aus als eine vernünftige Lösung.
Erinnert an den 'Marijuana-Tax-Act'
Schade, dass immer noch in der Sache ahnungslose Betonkopf-Bürokraten derart schädigenden Einfluss auf Patientengesundheit, Med-Can-Grower und damit auf die Gesellschaft haben dürfen.

Diese Ausschreibung ist ne riesen Sauerei, vorallem weil schon tage bevor sie öffentlich war, Leute in Bayern sagten. Die Cannabisagentur würde eine Genehmigung erteilen. Das stinkt nach Absprachen. Und ich habe mehrmals darauf hingewiesen! Obendrein kommen dann auch Landwirte in Betracht, die schon jahrelang Arzneipflanzen anbauen. Und ein Landwirt bekommt schnell 50 kg zusammen. Und, man kann auch Dritte beauftragen, laut Ausschreibung! Und dass Bionorica das "know-how" wie in der Ausschreibung gefordert wird, haben sagte Michael Popp ja bereits kurz vor der Ausschreibung, nachdem er sich urplötzlich, entgegen seiner "Strategie" nun doch zum Anbau von Blüten entschieden hat. Übrigens haben die ja auch Techniken und Patente die man dann Geheim halten muss, Klingelts? Wer hat die Ausschreibung gestaltet? Eigentlich sollten potenzielle Bewerber Sturm laufen, gegen die Ausschreibung. Es werden ganz klar bestimmte Firmen bevorzugt und jedem anderen in jeder erdenklichen weise der Zugang erschwert. Ich würde sogar sagen, sie ist speziell auf bestimmte Firmen zugeschnitten! Wie ich schon seit 2 jahren predige, es geht die ganze Zeit nur darum die Monopolstellung zu halten und auszubauen. Daher Mortler usw.

Dieses schmalbandige Auswahlverfahren ist ein Fehler....der natürlich nicht unbewusst begangen wird !
Jeder der nachweisen kann innerhalb eines Jahres mind.10kg cannabis oder entsprechend weniger an Derivaten herzustellen die in der Qualität dem Bundesarzneimittelgesetz genügen- und einige Sicherheitsstandarts einhält- sollte eine Konzession beantragen können ...

Eine kleine Korrektur, das Ausschreibungsverfahren wurde am 7.4.2017 veröffentlicht. Also wenn ihr schon kein kleines Dankeschön, an einen aufmerksamen Leser über die Lippen bekommt, könnt Ihr doch wenigstens korrekte Zeitangaben verwenden ;)

Hallo Hans,

im Amtsblatt der Europäischen Union wurde die Auftragsbekanntmachung am 08.04.2017 veröffentlicht: http://ted.europa.eu/udl?uri=TED:NOTICE:131987-2017:TEXT:DE:HTML&src=0#i....

Hanfige Grüße,

Sascha [DHV]

Anbau, Weiterverarbeitung, Lagerung, Verpackung und Lieferung von Cannabis zu medizinischen Zwecken
Veröffentlichungsdatum:

07.04.2017 https://www.evergabe-online.de/tenderdetails.html?1&id=156533 Und hier wurde es am 7.4.2017 veröffentlicht ;)

Da hast du Recht, wir gingen von der Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union aus. Danke für den Hinweis!

Hanfige Grüße.

Sascha [DHV]

Das war mir so klar. In bestimmten US Staaten können sich Patienten von jedem X belibigen ihre Medizin anbauen lassen und diese so durch immer mehr Patienten langsam wachsen. Hier muss es schon ein Großunternehmen geben das es nicht geben kann/darf. Danke Deutschland, ich zahl ja bloß knapp 50% Steuern und werde zum Dank verfolgt.

Sorry, aber da fallen mir leider keine Worte dazu ein. Ich sag einfach nur typisch Deutsche und unprofessionelle Politik ;( den kleinen Leuten und Start Ups welche sich dafür interessiert hätten, wird sofort wieder der Boden unter den Füssen weg gezogen. Die grossen ausländischen Konzerne werden wieder mit Hilfe unserer inkompetenten Politiker ihren Reibach machen. So long, die Welt wird immer verrückter und kaputter! Legalize IT! Hanfige Grüße aus der Oberpfalz (Bayern)

FAZIT AUSSCHREIBUNG
Wenn das alles tatsächlich so geschehen soll, wie in der Ausschreibung gefordert, dann werden wir alle (vom Patient, dem potentiellen Grower und dem gemeinen Steuerzahler) ganz gehörig verarscht.

Wie die anderen Berichterstatter schon richtig erfasst haben, erfüllen nur zwei Firmen in der EU die Mindestanforderungen. Und natürlich irgendwelche Heilpflanzenbauern, die diese Menge an Lavendel, Thymian und Co. zustande bringen. Diese weisen wiederum null Referenzen im Bereich Cannabisanbau auf. Weder im Anbau, Verarbeitung, Qualitätssicherung und was nicht alles noch gefordert ist.

Allein die Anforderungen der Sachkundenachweise nach §6 BtMG, §14,15 AMG, und §4 der AMWHV (und dies auch noch in ausreichend hoher Personal Zahl zu besetzen) bläht die Produktionskosten dermaßen auf, dass ein absolut unrealistisch und notwendiger hoher Endverkaufspreis entsteht (den wir übrigens dann ALLE durch unsere Krankenkassenbeiträge mit bezahlen müsse).
Allein um drei studierte Chemiker, Pharmazeuten etc. mit genügend Berufserfahrung (mindestens zweijährige praktische Tätigkeit auf dem Gebiet der qualitativen und quantitativen Analyse sowie sonstiger Qualitätsprüfungen von Arzneimitteln) die dann dem Gras beim Wachsen zuschauen dürfen, zu beschäftigen… sagen wir mal jeder von den will mind. 80T€ im Jahr- das sind schon allein 240T€ nur für Verantwortliche PLUS sonstiges Personal (vom Erntehelfer bis hin zum Hausmeister, Sicherheitsdienst etc.) entstehen kosmische Zahlen.

Weiterhin erlaubt es die einzuhaltende Richtlinie des BfArM von 01.2007 zur Sicherung von Betäubungsmittelvorräten nur extrem liquiden Leuten die Errichtung solch einer Anlage.
(http://www.bfarm.de/DE/Bundesopiumstelle/Betaeubungsmittel/SicherungsRL/_node.html)

Der abzuschließende Vertrag sieht Dinge vor wie z.B.:
§ 8 Gewährleistung, Haftung
(2) Entspricht das bereitgestellte Vertragsprodukt nicht den in Abs. (1) genannten Spezifikationen und Qualität, so ist der Auftragnehmer zur kostenlosen Nachlieferung verpflichtet. Die nicht der in Abs. (1) genannten Qualität entsprechenden Vertragsprodukte hat der Auftragnehmer auf eigene Kosten zurückzunehmen und zu vernichten.

Angesichts der geforderten Wirkstofftoleranz der Cannabismonographie von max. 10% ist dies kein unerhebliches Risiko, handelt es sich ja immer noch um ein Naturproduckt.
Selbst BEDROCAN produziert mit einer Toleranz von 20%!

Deutschland hat es wieder mal geschafft, sich auch nur eine annähernde Wettbewerbsfähigkeit mit den USA, Canada und Co. komplett aus den Händen nehmen zu lassen. Und darüber hinaus das eigene Gesundheitssystem weiter selbst massiv zu schädigen.

Enttäuschend.

Zitat: "Angesichts der geforderten Wirkstofftoleranz der Cannabismonographie von max. 10% ist dies kein unerhebliches Risiko"

In meiner Monographie steht "..enthält mindestens 90,0 und höchstens 110 Pozent der in der Beschriftung angegebenen Mengen an Cannabinoiden." Das wären ja die besagte Toleranz von 20 %.

Man braucht nicht wirklich Erfahrung, wenn man in dem langen Zeitraum das Odd anbaut. Ich hätte für nächstes Jahr ganz einfach 1 Hektar von meinen Ackerland mit nem hohen Ruderalis Anteil gebaut, das Gebiet eingezäunt mit Strom und davor eine kleine Hecke aus Brombeeren, Minze und Sonnenblumen. So kann man lästige Pflückern und Insektizide einsparen.

Dazu kann ich mit 10.000€ Vorschuss über 200 Quadratmeter indoor anbauen, was in spätestens 4 Monaten bestes Bubble Hash abgeben kann.

Irgendeine CBD-haltige Auto draußen, drinnen Gorilla Glue mit viel Licht, Klima und Tropfanlage. Die erste Ernte wird locker schon 10-20 Kg sein, wenn ich mir noch ne Halle in der Nähe miete, dann kann man auch leicht auf 80kg jedes Vierteljahr kommen. Dazu September die Outdoors ernten und daraus ein paar Kilos erstklassigen Bubble Hash machen.

Ich rechne da mit 20.000€ Investition und wenn du den Etrag für nen steuerfreien Kurs verkaufst, dann kann ich im ersten Jahr mit ca. +800000€ Umsatz rechnen.

Und das alles bis 2018 Winteranfang.
Dennoch würde ich Qualitätsmanagement aus den Niederlanden oder Colorado beziehen.

Nur mal kurz zur Ausschreibung, auch da wusste Mortler früh bescheid. Schon am 17.1.2017 erschien dies: Eingerichtet werden soll eine Cannabis-Agentur unter staatlicher Aufsicht für den Anbau. Auch private Hersteller könnten sich dafür bewerben, aber wegen strenger Kriterien würden bei einem möglichen Verfahren am Ende wohl allenfalls wenige übrig bleiben, sagte Mortler. Hmmm, allenfalls wenige ^^ hat sie da mitgeschrieben? http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/politik/nachricht-detail-politik/medizinalhanf-koalition-praezisiert-cannabis-verordnung/?tx_ttnews%5BsViewPointer%5D=2&cHash=4fa7e73bf45c386f9d85458612a084b4

Also das ist ja eine Sauerei hoch 3. Unser korruptes Deutschland. Da kann man nur noch gute Nacht sagen.Hier zu Lande wird alles nur für Großunternehmen gemacht. Somit ist der Traum vom Startup erstmal geplatzt. Unsere Politiker sollte man alle rausschmeißen die taugen zu nichts. Drecksbande!

Volksentscheid Petition zu dieser Angelegenheit sage ich nur. Freier Markt. Soll jeder die Möglichkeit für den Anbau erhalten dürfen. Wer macht mit?

Das Auschreibungsverfahren ist eine Fars. Ich habe seit mehreren Jahren ein Konzept in der Schublade um 10% des nationalen Bedarfs zu decken und das auf höchstem Niveau. Aber die geforderten Kriterien kann kein deutsches Unternehmen erfüllen bzw. Kein Startup erfüllen. Das ganze dient nur wieder den ausländischen etablierten Produzenten und der dahinterstehenden Lobby. Und dann wundert sich unser Staat das immer mehr Bürger Sturm laufen. Frage: können wir nicht dagegen klagen? Und wenn dann wo?

Mfg Michael

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