Zunahme der Cannabis-Konsumdelikte in Berlin wirft Fragen auf

  • Veröffentlicht am: 27. Februar 2019 - 15:17
  • Von: Michael Knodt
Fotocredit: @stoner.bazaar

Bei der heutigen Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2018 des Landes Berlin offenbarte Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) auch die 2018 erfassten Cannabis-Delikte. Insgesamt drehten sich fast zwei Drittel (62,4 Prozent) der 13.365 allgemeinen BTM-Verstöße um Cannabis. Auf der einen Seite stiegen diese erfassten Vergehen, bei denen es ausschließlich um konsumbezogene Cannabisdelikte ging, 2018 um 7,7 Prozent auf insgesamt 8.336 Fälle an. Andererseits waren die Fallzahlen beim Schmuggel und Handel von Cannabis um 13,9 Prozent rückläufig. Wurden hier 2017 noch 1.892 Straftaten gezählt, so waren es 2018 nur noch 1.629 Fälle. In der Presseerklärung sprach Geisel trotz des Anstiegs der Betäubungsmitteldelikte von einem Erfolg. Berlin ist Innensenator Geisel zufolge " wieder ein Stück sicherer geworden", da die Zahl der insgesamt erfassten Straftaten 2018 um 1,7 Prozent zurückgegangen sind.

Kiffer im Visier eines Legalisierungs-Befürworters?

Wenn trotz der 10-15-Gramm Regelung immer mehr Ermittlungsverfahren gegen Konsumenten eröffnet werden, deren Dealer nicht selten minderwertige oder gar gestreckte Produkte anbieten und immer seltener erwischt werden, kann auch keiner mehr davon sprechen, man habe Konsumenten entkriminalisiert, um sich auf die Großen Fische konzentrieren zu können.

Innensenator Geisel (SPD) hatte sich in der Cannabis-Frage erst kürzlich geläutert gezeigt. Im November sagte er gegenüber dem Tagesspiegel:

"[...]. Erst seit ich Innensenator bin, ist mir klar: Cannabis ist eher eine gesundheitspolitische Frage. Das Geld, das wir als Staat für die Verfolgung ausgeben, sollten wir besser für Gesundheitsaufklärung und Jugendschutz ausgeben. In den Niederlanden, wo Cannabis legal ist, kiffen prozentual auch nicht mehr Menschen als in Deutschland."

Kommentare

Innensenator Geisel scheint wie ein Fähnchen im Wind.
"Bitte immer die Parteizugehörigkeit mit angeben, so das man sich nicht im entscheidenden Moment verwählt."

Deutsche Politiker sind Fähnchen im Wind!!

Die Politiker der SPD sind schon seit WK1 Fähnchen im Wind,
Herbert Wehner und Willy Brand waren etwas anders gestrickt,
aber sonst... Idealgrokoianer.
mfG fE

Man könnte prüfen, ob man die Drogenpolitik nicht, etwa im Austausch für Kompetenzen in der Bildungs- oder Sicherheitspolitik, an die Bundesländer abgeben könnte.
Dann könnten die Stadtstaaten mit einer Legalisierung beginnen und es würde der im Grundgesetz konkurrierenden Gesetzgebung Genüge getan.

ein Versuch von mir, die "aufgeworfenen Fragen" zu beantworten
https://hanfverband-forum.de/viewtopic.php?f=57&t=12164

In den Niederlanden kiffen m.W. weniger (um ~1%) als in Deutschland. Dafür ist dort seit der Legalisierung der Handel mit anderen Substanzen "offener" und weit verbreiteter.

Das SPD-Fähnchen Geisel hat wenigstens verstanden, daß die derzeitige Cannabis-Politik eine Sackgasse ist. Vor wenigen Tagen mit der DROBS etc. telefoniert, weil ein ehemaliger bester Kumpel auf Heroin (Spritze) kam und ich über diese Stelle seinen Betreuer (hoffentlich) einschalten ließ, bevor dies ausartet. Hoffentlich sehen die Politiker endlich ein, daß auch Konsumenten harter Drogen keine Kriminellen, sondern Opfer ihrer Naivität und geldgierigen mafiösen Strukturen sind - die sollten meinetwegen mit militärischen Mitteln bekämpft werden, da diese teils auch (para-) militärisch agieren. Da auch einige (insb. CDU-) Politiker in diesem Sumpf Geld "erwirtschaften", glaube ich allerdings an Selbstschutz und Eigennutz Staatsbediensteter...

Jugenschutz?
Gestern noch kurz mit einer Frau geredet, die mit 9 Jahren angefangen hat regelmäßiger Cannabis zu konsumieren. Selbstsamerweise hat sie alles andere als einen Schaden davongetragen und steht fest wie selbstbewußt im Leben.
Kinderschutz! ...vor allen in Großstädten...

In Holland ist mW gar nichts legalisiert worden. Dort wird der Cannabiskonsum lediglich geduldet. Und wenn ich dann noch lese, dass hier einer militärische Mittel im Landesinneren und gegen Zivilisten befürwortet, merke ich, dass Du ein ganz Ahnungsloser bist! Nichts als hohles Geschwätz!

OK - in Holland ist seit der Ermordung des ehem. Sarasani-Dealers (Utrecht) Cannabis NUR geduldet und der Konsum legal. Der heutige Coffeeshop Sarasani wird von Toni Hol geführt und der Coffeehop-Name ist "zufällig" derselbe wie der bekannte Wander-Zirkus...

Ich befürworte keine militärischen Mittel gegen Zivilisten oder Konsumenten (jeglicher Drogen). Lediglich bei den Großdealern und deren Lakaien sehe ich es ein bißchen anders als sie. Das kann vielleicht daran liegen, daß ich selbst Morddrohungen bekam und schon vor dem neuen Jahrtausend ang. "Freunde" ein Person für eine Woche folterten, weil dieser als Kronzeuge gegen einen Heroin-/Kokaindealer aussagte. Auf die Person, die gegen er aussagte, wurde später 20000€ Kopfgeld ausgesetzt. Außerdem wird es schwierig korrupte Polizisten und Zollbeamte mittels anderer korrumpierbarer Polizisten etc. zu verfolgen. Vor einem Monat wurden gerade ein Bekannter mit einem Elektroschocker (zum Glück nur) bedroht, wobei im selben Haus dieselben Leute einen anderen ausraubten und bewußtlos schlugen. Die Ahnungslosigkeit und hohles Geschwätz ist bei unter 30jährigen besonders groß.

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