Zehn US-Prominente, die ins Canna-Business einsteigen

  • Veröffentlicht am: 6. April 2016 - 18:02
  • Von: Michael Knodt

In Deutschland ist Cannabis auf dem besten Wege, die gesellschaftliche Schmuddelecke hinter sich zu lassen. In den USA ist diese Entwicklung dank zahlreicher Staaten mit einem medizinischem Cannabisprogramm und nicht zuletzt auch der Regulierung von Cannabis zum Freizeitgebrauch in fünf Bundesstaaten schon weiter fortgeschritten. Seit Gras gesellschaftsfähig und medial präsent ist, verlieren immer mehr Prominente ihre Berührungsängste und stehen zu ihrem Konsum. Einige gehen sogar noch einen Schritt weiter und wollen auf dem schnell wachsenden Markt einen Fuß in die Tür bekommen. Snoop Dog ist längst nicht mehr das einzig bekannte Gesicht, das mit einer cannabinoiden Idee oder dem Verkauf von Markenrechten sein Image und sein Konto aufbessern möchte.

- Whoopi Goldberg hatte noch nie ein Problem mit Cannabis. Jetzt ist die Oscar-Preisträgerin Mitbegründerin eines Start Up Unternehmens, das sich auf die Anwendung medizinischer Cannabisprodukte während der Periode spezialisiert hat. "Whoopi & Maya" bietet krampflösende und schmerzlindernte Produkte für Frauen mit Regelbeschwerden an.

- Eine Hanfapotheke aus San Francisco durfte eine Sorte nach Rapstar Wiz Khalifa benennen. Der Deal: Für die Rechte an seinem Namen bekommt Cannabispatient Wiz das "Khalifa Kush" zukünftig gratis.

- Melissa Etheridge promoted Hanfwein und möchte ihn gerne in den USA verkaufen. Was in Kalifornien als clevere Geschäftsidee mit Zukunftsperspektive gilt, könnte hierzulande streng genommen als Mischkonsum zählen und schlimmstenfalls den Führerschein kosten.

- Auch Country-Legende Willie Nelson gibt seinen Namen für eine medizinische Cannabis-Sorte. Nelson ist schon sehr sehr lange bekennender Konsument und hat bereits zahlreiche Strafen wegen Cannabisbesitz auf sich nehmen müssen.

- Bob Marley kommt posthum zu Ehren. Seine Familie ist mit "Marley Natural" schon vor zwei Jahren ins Geschäft eingestiegen. Der Marley-Clan verkauft unter anderem medizinisches Saatgut, bei dessen Entwicklung auch  alte Samen der Lieblingssorte des weltberühmten Musikers eine Rolle gespielt haben soll.

- Star-Regisseur Kevin Smith hatte zusammen mit einer Hanfapotheke in Hollywood zum Start seines neuesten Films die Sorte "Tusk"  auf den Markt gebracht, die Werbung für den gleichnamigen Film machen sollte.  Neben der Indica-lastigen Sorte gibt es mit "White Walrus"" noch einen Sativa-Strain des Kultregisseurs. Smith hatte aufgrund seiner Filme "Clerks" und "Mallrats" sowie als Erschaffer der Kunstfiguren "Silent Bob" und "Jay" unter Kiffern bereits Kultstatus, bevor er mit Filmen wie "Dogma" und "Daredevil" den Durchbruch in Hollywood geschafft hatte.

- Schauspieler Woody Harrelson ("Natural Born Killers", "Die Unfassbaren") hat sich in Hawaii um eine Lizenz zum Betrieb einer Hanfapotheke beworben. Auch Harrelson setzt sich schon lange für die Re-Legalisierung von Hanf ein. Er wurde bereits vor 20 Jahren bei der Aussaat von Nutzhanf in Kentucky festgenommen.

- Cliff Robinson möchte seine Popularität als ehemaliger NBA-Star nutzen, um Cannabis zu verkaufen. Das frühere NBA-All Star Mitglied plant noch dieses Jahr die Eröffnung eines Cannabis-Geschäfts in Oregon, das den Namen "Uncle Spliffy" tragen soll.

- Eigentlich ist Tommy Chong mit seiner Bongmarke "Chongglas" schon seit Jahren im weitesten Sinne im Cannabis-Geschäft, konnte es allerdings lange lange nicht zugeben, weil Paraphernalien in den meisten US-Bundesstatten verboten waren oder es noch immer sind. 2004 musste er sogar für den Verkauf von Wasserpfeifen ins Gefängnis. Mittlerweile gibt es Tommy Chong-Gras, -Vaporizer, Grinder, -Raumduft und viele andere, cannabinoide Produkte der Kiffer-Ikone.

- Last but not least ist  Snoop Dog natürlich auch Teil dieser illustren Runde. Selbst Menschen, die kein Cannabis konsumieren und sich überhaupt nicht für das Thema interessieren, haben mittlerweile mitbekommen, dass der Musiker nicht nur Cannabis-Patient ist, sondern auch Geld in die Schaffung des neuen Marktes steckt. Mit "Leaves by Snoop" bietet er gleich einen Pool an Cannabis-Sorten und Cannabis haltigen Produkten an, die in Colorado von vielen Shops verkauft werden. Außerdem gibt es im "Snoopmarket" Vaporizer, Longpapers, Stashdosen und andere nützliche Kleinigkeiten mit dem Konterfei des Stars.

Auf dieser Liste würden sich auch ein oder zwei deutsche Namen nicht schlecht machen. Der zweite Teil der Kiffer-Komödie "Lammbock" wird gerade gedreht und soll "Lommbock" heißen. Ein "Lommbock"-Vaporizer würde sich zur Premiere geradezu anbieten.

Kommentare

Naja, auf bestem Wege könnte besser aussehen, und noch weiter fortgeschritten ist wohl Kanada. Ich bin nicht sicher, ob ich es Toll finden soll, wenn sich Promis "ihre" Sorte lizensieren lassen oder Erbenclans mit dem Habitus berühmter Väter kokettieren.
Wer es ehrlich meint, nutzt seinen Namen aufrichtig um für fairen Umgang mit diversen Dingen einzutreten. Deutsche Schauspieler gehen bei Cannabislegalisierung mit gutem Beispiel ganz nach hinten, der "Stoff" lässt sich zu gut als "Film" verkaufen, sicher auch selbst konsumieren, aber den Mund aufmachen und Stellung beziehen, das wagt niemand. Ins Geschäft würden sie mit ihrem Namen dann wohl eher einsteigen, nachdem sich Hinz und Kunz für Legalisierung aufgerieben haben. Und wechselt am Ende einer gewissen Legalisierungsform nur der Name meines Dealers von "Mustafa Nobody" in "popular hollywood actor" oder "popular reggae heritage" ? was ist mit lokal handeln, global denken? meine eigene Pflanze würde fast überall wachsen, und bei Moritz Bleibtreu würde ich mein Gras nicht kaufen wollen. Legalisieren heißt wohl leider auch kommerzialisieren. Und dabei gewinnen nun mal meistens die, die schon haben, mit langer strategischer Zurückhaltung und 321 meins Großzuschlag im richtigen Moment. Wenn man nur ein eigenes Pflänzchen "aushandeln" könnte...

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