WHO hält Cannabis-Report zurück

  • Veröffentlicht am: 7. Dezember 2018 - 18:38
  • Von: Michael Knodt
CC BY-ND 2.0 | Foto by United States Mission Geneva

Als sich die Weltgesundheitsorganisation WHO dieser Tage in Genf traf, um unter anderem einen Bericht zum medizinischen Nutzen von Cannabis zu veröffentlichen, hatten viele Beobachter erwartet, dass heute der Startschuss zu einer neuen Cannabis-Politik auf Internationaler Ebene fallen könnte. Doch statt der erwarteten Neueinschätzung gab es lediglich Empfehlungen zur Einstufung des Opioids Tramadol und künstlicher Cannabinoide. Letztere hätten, so die UN, keinen medizinischen Nutzen und keine legale Zukunft. Als ein Sprecher der WHO dann heute bekannt gab, dass die Ergebnisse zur kritischen Neubewertung von Cannabis vertraulich behandelt würden und es keinen Termin für die Veröffentlichung gebe, stand einigen Delegationen die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben.

Kenzi Riboulet-Zemouli, der als Vertreter der Nicht-Regierungs-Organisation FAAAT vor Ort ist, kommentierte die Entscheidung der WHO:

Wir sind sehr enttäuscht, dass die Weltgesundheitsorganisation erneut beschlossen hat, ihre eigenen Regeln und Richtlinien nicht einzuhalten. Die Länder brauchen Zeit, um diese Empfehlungen zu verstehen und zu unterstützen, bevor die endgültige (einfache Mehrheit) im März nächsten Jahres über ihre Annahme oder Ablehnung entscheidet.

Intransparenz mit politischem Hintergrund?

Die WHO hat viele Fragen zur Cannabis-Legalisierung beantwortet, die nicht in ihren Aufgabenbereich fällt, ich hoffe, die WHO zeigt Mut und steht hinter ihrer Arbeit an Cannabis, Ergebnisse, von denen wir erwarten, dass sie positiv sind, basierend auf den jüngsten WHO-Erklärungen und ihren anderen heutigen Aktionen,

so Michael Krawitz, Senior Advisor bei FAAAT. Krawitz glaubt, die Entscheidung, die Ergebnisse der "Critical Review of Cannabis" zurückzuhalten, sei politisch motiviert. 

In den letzten 60 Jahren der UN-Drogenpolitik ist dies das erste Mal, dass Daten, die von den Mitgliedsstaaten der UNO angefordert wurden, im Rahmen einer Sonderanhörung zurückgehalten werden. Inwieweit das Zurückhalten der Ergebnisse den seit drei Jahren andauernden Cannabis-Review-Prozess beeinflussen wird, ist noch nicht absehbar. Allerdings wird es schwer, die WHO ohne neue, positive Daten zu Cannabis umzustimmen. Die letzte Expertise der UN stammt aus dem Jahr 1954 und diente als Grundlage für das weltweite Cannabis-Verbot im Rahmen des UN-Einheitsabkommens über psychotrope Substanzen von 1961.

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Kommentare

Mal ´ne Frage nebenbei. Hat irgendwer etwas anderes erwartet?

Sollte malwieder klar sein was hier vor sich geht.
Und so langsam finde ich es wirklich nicht mehr witzig. Die Regierungen fordern echt ein Aufbäumen heraus. Aber ich könnte mir auch vorstellen, dass die Damen und Herren in der WHO das Thema vielleicht doch ernster nehmen als wir vermuten. Man stelle sich nur ein Mal vor es wird an einer ordentlichen Pressemitteilung gearbeitet und eine Formulierung gesucht die der Gesetzeslage in Europa den Kiefer zerschlägt. Da warte ich dann auch lieber noch eine Woche auf eine Ansage.

Glaube da haben die großen Pharma und Alkeholkonzerne mal ihre muskeln spielen lassen (geldbeutel gezückt) das sie die ergebnisse nicht veröffentlichen !! Die fürchten ja um millardeneinbussen man sieht es ja in den usa zb. in Californien ist der alkeholkonsum um 11% gesunken seit es da Legall ist !!

Da fehlen mir in jeglicher Hinsicht die Worte, für diese Leute gehen wir jeden Tag unsern ***** aufreißen das die machen und tuen können was die wollen. Zuketzt werden wir einfach nur für Dumm gehalten, nicht mal Informationen die uns als Bürger rechtlich zustehen dürfen wir erfahren da werden ein paar Knöpfe gedrückt und schon ist diese Organisation Mundtot. Was erwarten die alten Weltfremden Menschen von 1928. Die Zeit ist vorbei wo wir als kleines Volk, am besten auch noch dumm, einfach das mal schön Glauben was uns gesagt wird. Es wird Zeit für eine Revolution. Wenn ich sowas lese muss ich mich wirklich beherrschen noch Sachlich zu bleiben. Wie kann das sein das Regierungen zu einer solchen Aktion imstande sind. Lobyyistenpack, man darf ja keine 60 Jahre lang anhaltende Lüge auf das Lügenkonto der Politiker Weltweit gehen lassen. Dabei ist wahrheit schon längst allen klar, nur die da Oben leben noch in ihrem Kopf wie vor 100 Jahren. Es ist wirklich an der Zeit etwas zu ändern. Aber wir deutschen sind zu Brav...

// Als ein Sprecher der WHO dann heute bekannt gab, dass die Ergebnisse zur kritischen Neubewertung von Cannabis vertraulich behandelt würden....//

Wenn alles beim alten bleiben würde, wäre die Geheimniskrämerei wohl nicht nötig. Ich denke das man für eine Neuausrichtung der Cannabispolitik Abstimmungsbedarf seitens der UN sieht. Nur so macht das ganze Sinn.

Ich zitiere mal:

"The recommendations of the 41st ECDD meeting will be communicated to the UN’s Commission on Narcotic Drugs (CND) in early December 2018. Member States who are part of the CND will then vote on whether to accept these recommendations at the 62nd session of CND in March 2019." [1]

Es wird also noch mit der UN Kommission kommuniziert, wenn ich das richtig verstehe. Und da Deutschland ein Mitglied der Drogenkommission (CND) ist [2], wird also die endgültige Entscheidung (LEGALISIERUNG???) für uns und die anderen 39 Staaten im März 2019 kommen

QUELLEN:
[1] https://www.who.int/medicines/access/controlled-substances/ecdd/q-a-ecdd-2018/en/
[2] https://www.unodc.org/documents/commissions/CCPCJ/CCPCJ_membership_Jan_2018_rev3.pdf

Ich denke das ist ein wichtiger Punkt. Wenn die WHO mit der Mitteilung kommt, das "Cannabis weniger gefährlich ist, als raffenarie Zucker" heißt das auch, daß die Prohibition der letzten 60 Jahre willkürlich und rechtlich nicht vertretbar waren. Das wurde bedeuten, jeder der Opfer dieser willkürlich geformten Prohibition ist/war (ich gehöre in diesen Kreis) konnte Regress Ansprüche geltend machen. Stellt euch das mal vor. Das könnte die EU garnicht stemmen! Ich denke das ist der wäre Grund des hinauszögerns der Ergebnisse. Natürlich spielt die Lobby da auch noch rein. Insgesamt erwarte ich keine Änderung der Prohibition. Es sei denn wir machen das wie die Franzosen uns gehen auf die Strasse. Aber das ist reine Spekulation, bin ja kein Hellseher "-)

Wozu dieses gemache mit Geheimnissen? Für mich sieht es ganz nach politischer Manipulation seitens Legalisierungsgegner aus. Noch fix die WHO unter Druck setzen und auffordern die Wahrheit zu leugnen. Ich hab den Kanal voll! Her mit den Daten!!! Wenn es so weiter geht bleibt nur der Ungehorsam und klagen vor dem Verfassungsgericht bis der Notarzt kommt. Die Regierung und wer auch immer noch da oben mit macht sollte sich im klaren sein das dies ein Verbrechen an der gesamten Bevölkerung ist. Grundrechte werden hier mit Füßen getreten.

Die Spannung steigt! Was ich jetzt hier raus lesen konnte, könnten die Ergebnisse deshalb zurückgehalten werden, weil die Neueinschätzung ergab, dass Cannabis weitaus weniger schädlich sein könnte als die letzten 60 Jahre angenommen. Und eventuell wurde es demnach sogar als gesunde Heilpflanze kategorisiert, was zu umfassenden Diskussionen geführt haben könnte. - Aber als ebenfalls gebranntmarktes Kind zu dem Thema, kann ich mir aber auch weniger tolle Neuigkeiten vorstellen. Zu oft habe ich zerschmetternde Meinungen oder Studien zu Cannabis gehört, und das von ernannten Experten wie zB. Hr. Dr. Thomasius oder unserer Drogenbeauftragten Fr. Mortler. Hoffen wir das Beste, liebe Leser.

Ich finde dass die Weltgesundheitsorganisation uns gegenüber schuldig ist, die Öffentlichkeit erfahren zu lassen was bei den Ergebnissen der Neueinstufung von Cannabis herausgekommen ist.

Deswegen und gerade weil ich will das der Zusammenhalt des Volkes stärker wird, habe ich diese Petition gestartet. https://weact.campact.de/petitions/who-cannabiseinstufung-ergebnisse-fur-die-offentlichkeit

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