Polizei NRW: 201 Hubschraubereinsätze zur Cannabisjagd

  • Veröffentlicht am: 16. August 2016 - 14:06
  • Von: dhvadmin

Seit Langem ist es ein offenes Geheimnis: Auch hierzulande verwendet die Polizei Hubschrauber mit Video- und Wärmebildkameras, um damit gezielt sowohl In- als auch Outdoorplantagen zum Anbau von Cannabis aufzuspüren. Nun gibt es dazu offizielle Zahlen und Fakten: Lukas Lamla, Mitglied der Piratenfraktion im nordrhein-westfälischen Landtag, hat bezüglich der Helikopterjagd auf Cannabispflanzen eine kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt.

Laut der Antwort des Innenministers Ralf Jäger von der SPD fanden in Nordrhein-Westfalen zwischen 2010 und 2015 insgesamt 201 Einsätze mit Polizeihubschraubern statt, die ausschließlich der Auffindung illegaler In- und Outdoorplantagen dienten. Zusammen dauerten diese Einsätze demnach rund 197 Stunden, wobei eine Flugstunde  im Schnitt 821,87 Euro kostete. Folglich gab die Polizei NRW im besagten Zeitraum etwa  161.908,39 Euro für die Helikopterjagd auf Cannabispflanzen aus. Allein für den Hubschrauberbetrieb wohlgemerkt, denn die im Rahmen einer solchen Polizeiaktion anfallenden Personal- und Verwaltungskosten sind in dieser Rechnung noch gar nicht enthalten.

Bemerkenswert ist außerdem, dass das Innenministerium überhaupt keine konkreten Angaben zur Zahl der auf diese Weise ausgehobenen Hanfplantagen machen konnte. Da die durch Aufklärungsflüge gewonnenen Erkenntnisse als Hinweise und Verdachtsmomente für weitere Ermittlungen genutzt würden, erfolge keine statistische Erfassung der entdeckten Plantagen. Im Klartext heißt das: Was die Aufwendung der oben genannten Summe im Kampf gegen den Hanf  eigentlich gebracht hat, weiß niemand.

Nicht nur an Rhein und Ruhr werden Helikopter zur kostenintensiven Fahndung nach  Cannabisplantagen herangezogen. Jüngst erregte ein Fall aus der oberbayerischen Kleinstadt Traunreut Aufmerksamkeit, wo vier Verdächtige vorläufig festgenommen wurden, nachdem man sie beim Abtransport von Cannabispflanzen aus einem Waldstück beobachtet hatte. Die dabei sichergestellte Menge Hanf reichte der Polizei offenbar nicht aus: Ein Hubschrauber durchsuchte das unwegsame Waldgebiet gründlich nach weiteren verdächtigen Gewächsen, doch es konnten nur noch wenige kleinere Exemplare gefunden werden.

Sonderthemen: 

Kommentare

Nicht nur Steuerverschwendung, sondern auch Material und Personalverschleiß. Komisch, vermisste Kinder finden sie nicht. Ich sehe gar keinen Grund neue Polizisten einzustellen, solange es so viel Zeit gibt, Pflanzen mit Hubschraubern zu jagen. Ich weiß nicht, ich glaube echt da verrennt sich der ein oder andere Entscheidungsträger. Wird Zeit das Hanf vollumfasend legal wird.

Cannabis erzeugt Psychosen bei Politikern und Behörden . Die sollten mal zu Arzt gehen.

Der Volksmund sagt auch mit Kanonen auf Spatzen schießen.

Mir erzählte mal jemand der einen kannte, der behauptete das ein Hubschrauber mehrmals markante Punkte in seinem Dorf anflog, nachdem im Netz Samen bestellt wurden. Paranoia? Wer weiß? :-)

821,87€ pro Hubschrauberstunde? Das halte ich für extrem unwahrscheinlich. Die Polizei fliegt meines Wissens ausschließlich große Turbinenhelis, der Stundenpreis eher bei dem 5-fachen liegen wird - ohne Personalkosten! Gibt es eine Herleitung dieser Zahl?

Die Zahl 821,87€  stammt von der Antwort des NRW Innenministers Jäger, siehe Link im Artikel.

Das habe ich so gelesen. Meine Frage ist, ob es eine Herleitung dieser Kostenrechnung gibt, da ich das Volumen schwer bezweifle.

Das wissen wir nicht, da müsstest du bei Herr Jäger nachfragen.

Neuen Kommentar schreiben