New York Times startet Kampagne für die Legalisierung von Cannabis

  • Veröffentlicht am: 30. Juli 2014 - 8:28
  • Von: Florian Rister

Die weltweit anerkannte, und tendenziell eher bürgerlich-konservative, Zeitung New York Times (NYT) hat eine offensive Kampagne für die Legalisierung von Cannabis gestartet. Unter dem Titel "Repeal Prohibition, Again" fordert sie in einem ersten Leitartikel ein Ende der Kriminalisierung von Hanfgenießern. Die ganze Woche lang wird es jetzt in der NYT Berichte rund um Cannabis und die verfehlte Drogenpolitik der vergangenen Jahrzehnte gehen.



Die Autoren vergleichen dabei die jetzige Situation mit der Alkoholprohibition, die in den USA Anfang des letzten Jahrhunderts viel Leid anrichtete. In beiden Fällen würden normale, gesetzestreue Menschen zu Verbrechern gemacht, weil sie sich dem Genuß einer Substanz hingeben. Gleichzeitig begünstigten diese Gesetze die Entwicklung von kriminellen Strukturen zur Versorgung dieser vielen Menschen mit den gewünschten Produkten.

Cannabis sei zwar weniger gefährlich als Alkohol und Tabak, dennoch besteht die NYT auf einem Verbot der Abgabe an unter 21-jährige. Für Erwachsene hingegen solle Cannabis ohne juristische Probleme zugänglich sein.

Mit ihrer Kampagne hat die NYT offensichtlich den Geist der Zeit getroffen. In den USA berichteten unzählige Zeitungen und Fernsehsender über die aktuelle Kampagne. Auch in Deutschland gab es darüber viele Berichte von bekannten Zeitungen wie dem Spiegel, der Süddeutschen oder der Bild-Zeitung.

In dem Artikel des Spiegels wurden die Hintergründe zur Entstehung der New York Times Kampagne sehr ausführlich beschrieben. Man sieht hier auch sehr deutlich: Kommentare und Leserbriefe an Zeitungen lohnen sich!

Die aktuelle Kampagne einer der international meistbeachteten Zeitungen und die Resonanz die sie erzeugt, ist auf jeden Fall ein gutes Zeichen dafür, dass die Debatte rund um Cannabis jetzt auch verstärkt in der bürgerlichen Mitte der Gesellschaft geführt wird. Für die Legalisierung von Cannabis einzutreten ist kein Tabubruch mehr.

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