Mehr Marihuana, mehr Anbau, mehr Repression - PKS Berlin 2015

  • Veröffentlicht am: 26. Juli 2016 - 10:36
  • Von: Florian Rister
Quelle: Polizei Berlin, Polizeiliche Kriminalstatistik 2015

Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2015 für das Bundesland Berlin wurde veröffentlicht. Nicht nur die Verstöße wegen Betäubungsmitteln allgemein, auch die Fallzahlen bei Cannabis und insbesondere beim Cannabisanbau sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Zwei Drittel aller BtM-Straftaten betreffen Cannabis

Insgesamt gab es im Jahr 2015 in Berlin etwa 15.000 Anzeigen wegen Betäubungsmitteln, 2/3 davon nur wegen Cannabis.

Etwa 10.000 mal wurden Menschen in Berlin wegen Cannabis angezeigt. 8.298 davon waren allgemeine Verstöße, also konsumentennahe Vergehen ohne Handel. (+ 991 Fälle/13,6 %). Weiterhin betrifft der allergrößte Teil der staatlichen Repressionsmaßnahmen damit Konsumenten - nicht Dealer! Der Kampf gegen Drogen ist also vor allem ein Kampf gegen Cannabiskonsumenten.

Mehr Straßenhandel, mehr Marihuanaanbau

Beim unerlaubten Handel und Schmuggel stiegen die Zahlen um 805 Fälle auf 1.936 Fälle, ein Anstieg von satten 71,2%! Hier macht sich offensichtlich die massive polizeiliche Repression gegen den öffentlichen Cannabishandel im Görlitzer Park, am Kottbusser Tor und an anderen Stellen bemerkbar. An diesen Stellen werden viele Steuergelder verschwendet, um kleine Straßenhändler mit hohem polizeilichem Aufwand zu jagen.

Die beschlagnahmte Menge an Haschisch sank derweil von 49,6 auf 39,0 Kilogramm, die Menge an Marihuana stieg von 214,2 auf 240,2. Die beschlagnahmten Mengen stiegen insgesamt also deutlich geringer an, als die Zahl der festgenommenen Händler. Auch das deutet darauf hin, dass viele der festgenommenen Händler eigentlich nur kleine Fische waren. Außerdem verstärkt sich der seit vielen Jahren feststellbare Trend zum Konsum von Marihuana weiterhin, Import-Haschisch dagegen hat offensichtlich immer geringere Marktanteile.

Die Zahl der beschlagnahmten Hanfpflanzen stieg um fast 150 % an. Über 28 Tausend Pflanzen wurden im vergangenen Jahr in Berlin sichergestellt. Das hing auch mit spektakulären Einzelfällen zusammen, bei denen riesige Aufzuchtanlagen entdeckt wurden. Dennoch zeigt sich auch hier eine klare Entwicklung hin zum Marihuana made in Germany, sowie zur schärferen Verfolgung durch die Polizei.

Mehr Drogenkontrollen - weniger Aufklärung bei echten Verbrechen

Betäubungsmittel-Delikte sind Kontrolldelikte. Durch verstärkte polizeiliche Ermittlungstätigkeit im BtM-Bereich stiegen die erfassten Zahlen in Berlin seit 2010 von 11.546 auf heute über 15.000. Gleichzeitig sank die allgemeine Aufklärungsquote bei allen Straftaten insgesamt. Auch die Berliner Grünen weisen in einer Pressemitteilung darauf hin. Wurden im Jahr 2010 immerhin noch 48,4 Prozent aller Straftaten aufgeklärt, sind es heute nur noch 43,9 Prozent.

Eigentlich kein Wunder, denn Polizeibeamte, die im Görlitzer Park Kleindealer jagen, fehlen verständlicherweise bei der Verfolgung von Wohnungseinbrechern, Gewalttätern und Taschendieben. So schadet die Prohibition nicht nur den direkt Betroffenen, sondern auch der ganzen Gesellschaft.

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Kommentare

Deutliche Zahlen, selbst die Herren und Frauen der CDU/CSU sollte langsam mal ein Licht aufgehen!

Unsere Politik setzt hier einfach nicht genug Priorität. Wenn Unternehmen eine Gesetzesänderung benötigen kann Software sehr schnell vollzogen werden. Da die Cannabis Lobby klein ist und auch nicht über die Finanzkraft der PharmaLobby verfügt gestaltet sich dies alles schwieriger. Die Pharmaindustrie ist oft in der Lage binnen kürzester Zeit z.B. Evidenz basierte Studien vorzulegen da hierfür genügend Mittel zur Verfügung stehen. Diese Studien werden oft im Eilverfahren durchgedrückt. Wenn dies danicht doch bei Patienten zu Nebenwirkungen oder Tod führt ( z.B. Kontagan ) gibt es kaum Konsequenzen. Wir haben eine neoliberale Politik im Westen. Charakteristische dafür ist es der Ökonomie Privilegien einzuräumen. Dazu kommt heute zutage der Sicherheitsaspekt. ALso fixiert sich die Gesetzgebung auf die Wirtschaftat, die Kontrolle ( Repression) und Überwachung. Der politische Kurs aktuell wird eine Legalisierung langfristig beführworten, denn einerseits lässt sich der Kosument besser über erwachen und der Staat kann Steuern abgreifen. Dass dies so lange dauert liegt an der Industrie welche sich um das Verbot gebildet hat ( MPU, Mediziener, Psychologen, Herstellers von Drogentests etc. etc.). Die würden ja ihre Existenzgrundlage verlieren. Kurz und klein: es geht nur um finanzielle Interessen, Vernunft und Verstand sowie die Grundrechte einer Demokratie interessieren unsere Parlamentarier wenig. Oder wie Michael Mannheimer der CDU sagte :„Wem unsere Asylpolitik nicht passt, der hat das Recht und die Möglichkeit, Deutschland zu verlassen.“ Und diese Mentalität findet sich in vielen anderen Entscheidungen auch.

Nicht nur das kaum Geld vorhanden ist, Nein, es gibt auch noch jede Menge spalter in der Szene, die lieber ihre Energy darin verwenden, gegen den DHV zu schießen, verbal.

Herr Michael Mannheimer (CDU): Ich frage Sie was Sie den so konsumieren. Wie viel Alkohol (oder anderes) konsumieren Sie denn täglich ? oder Sind Sie einer der wenigen Abstinenzler.
Wenn man bedenkt das ca. alle 9 Minuten in Deutschland jemand an Alkohol stirbt.
Nennen Sie mir doch bitte mal einen Canabistoten in Deutschland.
In eine derart penetrante verlogene Politik (damit ist ganz besonders Ihre Partei gemeint) habe ich schon lange kein Vertrauen mehr.

Naja, im Prinzip geht es seit den 70ern darum ob der Staat überhaupt das Recht hat hier zu bevormunden. Man kann auch hier ganz legal Klebstoff schnüffeln. Macht bei uns trotzdem keiner. Es ist so, dass bei Drogen andere Gefahren gesehen werden. Welcher Staat mag es, wenn Sie sich abends einen rauchen und sich Gedanken machen.. womöglich auch noch kritisch Sinn und Inhalte hinterfragen. Nein, Sie sollen rtl schauen und in einer kastrierten Wertewelt leben (schönes Auto, Haus, Handy...). Was unsere Politiker sagen ist auch klar. Mein Problem damit ist, dass auch Cannabis einer totalen Überwachung unterliegt. Im Grunde gab es die ganze Zeit Kiffer und eigentlich keine Probleme mit diesen, außer jenen welche Repression verursachen. Diese CDU Person habe ich nur zitiert um zu zeigen dass es weder um Logik noch um den Wähler geht. Egal welches Thema Sie sehen. Wenn Sie es recherchieren hat es mit Verstand nichts zu tun, außer man möchte eigene, meist finanziell motivierte Interessen durchsetzen.

Und Frau Mortler kann weiterhin keinen Bezug zur Legalisierung uns den POSITIVEN Auswirkungen sehen.. Voll vermerkelt- arme 'Untertanen' (wir alle)..

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