Kurzberichte zum Global Marijuana March am 04.Mai

  • Veröffentlicht am: 9. Mai 2013 - 15:55
  • Von: Florian Rister

Schluss mit Krimi - Cannabis Normal! beim GMM in Dortmund Am 04.Mai fand der zentrale weltweite Aktionstag für die Legalisierung von Cannabis, der Global Marijuana March, statt. In   insgesamt elf Städten in Deutschland beteiligten sich Menschen und zeigten so ihre Forderung nach einem Ende der bestehenden Verbotspolitik. Wenn wir alle Zahlen zusammen rechnen kommen wir auf mehr als 2000 Menschen, die sich im Lauf des Tages an Aktionen und Demonstrationen für die Legalisierung beteiligt haben. Und das dezentral in vielen verschiedenen Städten und Bundesländern im ganzen Land.

Wir versuchen hier eine Zusammenfassung zu schaffen, soweit wir Informationen aus den einzelnen Städten erhalten haben. Wenn ihr vor Ort wart und noch Informationen beizutragen habt, könnt ihr das gerne in den Kommentaren unter dem Artikel machen.

 


In der nördlichsten deutschen GMM Stadt Hamburg beteiligten sich mehr als 500 Menschen über den Tag verteilt an einer musikalischen Kundgebung im Schanzenpark. Gutes Wetter, keine Polizeischikanen und viel Musik führten zu einer sehr entspannten Stimmung bei den Teilnehmern.
http://mobil.abendblatt.de/hamburg/article115880322/500-Teilnehmer-feier...

Beim Berliner Hanftag/GMM hatte es ja bereits letztes Jahr schikanöse Polizeikontrollen und Durchsuchungen gegeben. Auch dieses Jahr wurden Besucher die vor Beginn der offiziellen Kundgebung erschienen durchsucht, mit Hinweis auf gefährliche Waffen und Sprengstoffe die zu einer solchen Demonstration mitgebracht werden könnten. Mit Beginn der Kundgebung hörten die Kontrollen nach Angaben von Veranstalter Steffen Geyer aber auf, und die Demonstration konnte letztendlich guter Dinge mit ca. 200 Teilnehmern und ohne weitere Behinderungen starten.

In Hannover wurden tatsächlich knappe 350 Teilnehmer gezählt, bei gutem Wetter und ohne größere Belästigungen seitens der Ordnungshüter konnte eine schöne Demonstration mit einem dicken Lautsprecherwagen und lauter Musik durchgeführt werden. Die örtliche Presse machte daraus ganz frech "einige dutzend Demonstranten", die nichts als ihr "legales Tütchen" wollen.
http://www.neuepresse.de/Hannover/Meine-Stadt/Demo-in-der-City-fuers-leg...

Auch in Köln beteiligten sich etwa 200 Menschen an einer Demonstrantion des Cannabis-Colonia e.v. Bisher sind keine besonderen Vorkomnisse bekannt. Es scheint also keine Komplikationen gegeben zu haben.

Die Informationen aus Dortmund ähneln sich denen aus Köln: Knapp 200 Beteiligte bei strahlendem Sonnenschein und freundlich gesonnenen Polizeibeamten.
http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/demonstranten-wollen-cannabis-l...

Anders in Frankfurt: Strömender Regen ließ hier zu Beginn bei den Organisatoren fast die Angst aufkommen, dass die ganze Demonstration ins Wasser fällt. Nach einer längeren Startkundgebung klarte dann aber das Wetter passend zum Demonstrationsbeginn auf, und auch die Stimmung besserte sich so schlagartig. Zu diesem Zeitpunkt konnten über 250 Teilnehmer gezählt werden, was sich aber während dem Demonstrationszug noch reduzierte. Die Polizei verhielt sich zurückhaltend, und bei der Abschlusskundgebung am Römer konnten noch viele Flyer verteilt, und Gespräche mit Passanten geführt werden. Hier ein Bericht der Hanf-Initiative Frankfurt.

Auch in Stuttgart regnete es sehr heftig. Trotzdem versammelten sich zum offiziellen Beginn über 200 Menschen mitten in Baden-Würtembergs Hauptstadt, im Laufe des Tages besuchten noch viele weitere die stationäre Kundgebung. Die Grün-Rote Landesregierung ließ es sich aber natürlich nicht nehmen, bei so einer Veranstaltung mit Zivilpolizei vor Ort präsent zu sein und Menschen abzuführen, die öffentlich Cannabis konsumierten. Sicherlich muss die Polizei bei Verdacht auf Straftaten einschreiten, aber eine legale politische Kundgebung zu unterwandern um winzige Eigenverbrauchsmengen an Cannabisprodukten zu beschlagnahmen, ist doch sehr weitgehend.

Das Nord-süd Gefälle der deutschen Drogenpolitik zeigte sich auch in Ulm. Hier trat die Polizei ausschließlich mit zivilen Kräften auf, kein Streifenwagen sicherte den Verkehr und keine polizeiliche Kontaktperson stellte sich dem Veranstalter vor. Als dieser an einer Stelle einen fremden LKW am Einfahren in die Demonstration hindern wollte, sprachen ihn plötzlich zivile Beamte an. Nicht etwa mit einem Hilfeangebot, sondern mit der Forderung die Demo-Musik aus zu stellen, Musik sei nicht genehmigt. Die Musik wurde leiser gedreht, und der gleiche Beamte drohte am Ende noch mit einer Anzeige wegen Ruhestörung. Auch 2 Anzeigen wegen Cannabisbesitz gab es wohl, allerdings bei Menschen die außerhalb der Demonstration Cannabis konsumierten.
Trotz, oder gerade wegen solch unsinniger Schikaneversuche beteiligten sich weit über 200 Hanffreunde an der Demonstration, die mit enorm vielen Transparenten und einem sehr langgezogenen, nicht block-artigen Auftreten eine tolle Außenwirkung erreichten, wie man auch hier im Video sehen kann.

Aus Erlangen erreichen uns keine Berichte über Anzeigen oder ähnliches. Hier demonstrierten knapp 80 Menschen, ein gemischter, bunter und lauter Haufen der die Aufmerksamkeit der kompletten Innenstadt auf sich gezogen hat. Die Organisatoren freuen sich bereits auf das nächste Jahr.

In der bayrischen Landeshauptstadt München gab es laut Veranstalterangaben keine Durchsuchungen oder Anzeigen durch Polizeibeamte. Hier beteiligten sich im Laufe des Tages über 500 Menschen an einer Kundgebung am Stachus/Karlsplatz. Wie in vielen anderen Städten auch konnten hier über kleine Infostände und durch direkte Ansprache große Mengen an Infomaterial und Flyer an Passanten verteilt werden.

In Potsdam fand abends noch eine Lesung mit anschließender Diskussionsrunde zum Thema Cannabiskonzentrate statt.

Auch außerhalb Deutschlands fanden in vielen hundert Städten Aktionen statt, so z.B. in Kopenhagen, Wien und Paris. Europas Hanffreunde wachen im Angesicht der Veränderungen in den USA langsam auf, und so rechnen wir für dieses und nächstes Jahr mit einer steigenden Anzahl von Aktionen, Infoständen und Veranstaltungen. Viele der lokalen Gruppen, die die obigen GMM Veranstaltungen organisiert haben, wollen weiter aktiv sein und nicht bis zum Mai 2014 warten.
An dieser Stelle muss all diesen Menschen auch mal ein großes Lob ausgesprochen werden. Wir vom DHV organisieren keine Demonstrationen, sondern wir unterstützen Gruppen vor Ort durch Vernetzungsmöglichkeiten, Werbung, Infomaterial und andere kleine Hilfen. Der größte Teil der Organisationsarbeit liegt also bei den Menschen die sich vor Ort ehrenamtlich engagieren. Einen großen Dank an alle, die diesen Erfolg möglich gemacht haben. Gemeinsam sind wir stark.
 

Hier noch einige Medienberichte zum GMM:

http://www.jungewelt.de/2013/05-04/053.php
Bundesweit (Interview mit Georg Wurth)

http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/demonstranten-wollen-cannabis-l...
Dortmund

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/demo-fuer-cannabis-legalisierung--...
http://www.rbb-online.de/nachrichten/politik/2013_05/Demonstration_in_Be...
Berlin

http://mobil.abendblatt.de/hamburg/article115880322/500-Teilnehmer-feier...
Hamburg

http://www.neuepresse.de/Hannover/Meine-Stadt/Demo-in-der-City-fuers-leg...
Hannover

http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.fuer-das-recht-auf-rausch-han...
München

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