Hanfparade - Über 6.000 Hanffreunde rocken Berlin

  • Veröffentlicht am: 11. August 2014 - 10:12
  • Von: Florian Rister

Am vergangenen Samstag zog die alljährliche Hanfparade durch Berlin. Über 6.000 Menschen beteiligten sich an der größten deutschen Demonstration für die Legalisierung von Cannabis als Rohstoff, Medizin und Genußmittel. Unter dem Motto "Grünes Licht für die Legalisierung" zog der Demonstrationszug durch die Stadt zum Brandenburger Tor, wo bei der großen Abschlussveranstaltung noch einmal richtig Party gemacht wurde. Viele Infostände boten hier ein reichhaltiges Informationsangebot zum Thema Cannabis und Legalisierung . Dank gutem Wetter und musikalischer Beschallung aus unterschiedlichsten Genres war die Stimmung bei den meisten Teilnehmern sehr ausgelassen und freudvoll. Teilnehmer und Beobachter zogen ein überwiegend positives Fazit und auch das Presseecho war deutlich besser als in den Vorjahren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ablauf
Um 13 Uhr sammelten sich bereits tausende Teilnehmer am Platz der Startkundgebung neben dem Berliner Hauptbahnhof. Die Polizei war anfangs zahlenmäßig noch stark präsent, es kam aber nur zu sehr vereinzelten Anzeigen gegen Menschen, die durch öffentliche Straftaten aufgefallen waren. Willkürliche Durchsuchungen von Demonstrationsteilnehmern wie in den Vorjahren konnten nicht beobachtet werden. Insgesamt verhielt sich die Polizei den Teilnehmern gegenüber weitestgehend korrekt.

Bei der Startkundgebung gab es die ersten Reden. Transparente und Banner wurden entrollt, Verkleidungen angelegt und die Wägen reihten sich hintereinander auf. Gegen 14 Uhr, als der Washingtonplatz vor dem Hauptbahnhof fast komplett gefüllt war, begab sich die Demonstration wie geplant in Bewegung. Unterwegs schlossen sich weitere Menschen der Demo an, so dass laut Veranstalterangaben 6.500 Menschen gezählt wurden. Bei lauten Beats und Bässen von unzähligen Paradewägen tanzten viele Teilnehmer sich vorwärts in Richtung der Abschlusskundgebung.

Während der Ankunft am Brandenburger Tor kam es zu einem kurzen Unwetter, das bei einigen zu hektischen Fluchtreflexen führte. Nach wenigen Minuten verzog sich aber der Regen und die Sonne erschien wieder am Himmel. So konnten die abendlichen Konzerte diverser Künstler ungestört stattfinden und es wurde ein rundum toller Abend. Nach den leichten technischen Schwierigkeiten in den Vorjahren, schien dieses Jahr alles relativ reibungslos zu funktioniere. Bei einer Veranstaltung in dieser Größe keine Selbstverständlichkeit!

Medienresonanz

Trotz stagnierender Teilnehmerzahlen war die Medienresonanz deutlich besser als in den Vorjahren. Nach einer dpa Meldung zwei Tage vor der Parade kam es bereits im Vorfeld zu einigen Berichten. Auch nach der Parade gab es eine Vielzahl von Berichten in unterschiedlichen Medien.

Der tagesspiegel Berlin schreibt fälschlicherweise von 2-3.000 Demonstranten und zählt 100 Bierflaschen auf einen Joint. Wir können für beides andere Zahlen nennen: Mindestens 6.000 Hanffreunde, und bei den meisten war Cannabis sicherlich das bevorzugte Rauschmittel.

Die Berliner Zeitung zitiert den Anmelder und Pressesprecher der Parade bezüglich der Teilnehmerzahl mit den Worten: „Das sind weniger, als wir uns erhofft haben“. Es seien wieder nur die Leute dagewesen, "die immer kommen“.

Ein taz-Redakteur bilanziert nach der Hanfparade: Kiffen wird langweilig. Scheinbar wollte ihm auf der Parade niemand etwas von dem verbotenen Kraut verkaufen.

Auch Spiegel, Stern und viele andere größere Zeitungen berichteten.

Der RBB brachte als einziger Fernsehsender einen kurzen Beitrag in seiner Abendschau vom 09.August. Ab Minute 1:03 geht es darin um die Parade.

Fotos und Videos

Auf Facebook und Youtube findet man jetzt schon einige Videos und Fotos, es werden sicherlich bald noch mehr dazu kommen. Auch wir werden auf unserem Flickr Account einige Fotos veröffentlichen. Wir freuen uns über Einsendungen von euch zu diesem Zweck. Bitte schickt Downloadlinks an kontakt[at]hanfverband.de und gebt dabei unbedingt eure Lizenzbedingungen mit an. (Namensnennung ja/nein).

Für die Wartezeit auf weitere Bilder empfehlen wir euch dieses fantastische Video, welches eine unglaublich schöne Luftaufnahme der Abschlussveranstaltung zeigt. Leider gibt es von der Demonstration selber noch keine derartige Luftaufnahme.

DHV



Der Deutsche Hanfverband unterstützte die Organisatoren der Hanfparade in diesem Jahr als Goldsponsor mit einem Beitrag von 2.975€. Deutlich mehr, als in den Vorjahren. Zusätzlich beteiligten wir uns mit der DHV-Fahrradrikscha, mehreren Bannern und einem Infostand auf der Abschlusskundgebung. Außerdem verteilten wir mehr als 10.000 Info-Flyer und Aufkleber an Passanten und Demonstranten.  An dieser Stelle ein Dank an alle ehrenamtlichen Helfer, die uns dabei unterstützt haben.

Viele DHV-Sponsoren und Unterstützer nutzten die Gelegenheit, um uns anzusprechen. Wir freuen uns über die enorm positive Resonanz auf unsere Arbeit und danken euch allen für eure Unterstützung.

Der DHV zieht insgesamt ein positives Resümee zur Hanfparade 2014. Viele Menschen konnten auf das Thema Cannabislegalisierung hingewiesen und darüber informiert werden. Die allermeisten Demonstrationsteilnehmer waren sehr zufrieden und glücklich. Die Parade setzt so ein ganz klares und deutlich sichtbares Zeichen für eine andere Politik in Deutschland. Wenn sich erstmal herumspricht, wieviel Spaß man dabei auch noch haben kann, dann werden auch die Teilnehmerzahlen weiter steigen.

 

 

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Sonderthemen: 

Kommentare

Wann werdet ihr Hanfaktivisten endlich einsehen dass dieser Kampf nicht durch Argumente, Petitionen, Medien oder Demos entschieden werden kann. Es ist eine reine Machtfrage, ohne schlagkräftige Lobby in Form einer Partei wird sich das Blatt mit Sicherheit nicht in absehbarer Zeit zu unseren Gunsten wenden. Solange wir den etablierten Legalisierungs"versprechern" Grüne/Linke/Piraten keine Prozente streitig machen durch die Gründung einer Hanfpartei werden sie uns auch weiterhin nur als Stimmvieh missbrauchen, und dann wenn es darauf ankäme einen Teufel tun sich für unser Anliegen die Finger schmutzig zu machen, so wie in der Vergangenheit ja bereits x-mal geschehen. Die Terminatorkarikatur Kretschmann ist wohl der herausragendste Beleg der letzten Jahre für diese These. Im Wahlprogramm stand was von Entkriminalisierung, Modellversuch und Coffeshops und die Fallzahlen sind seit der grünen Regierungsbeteiligung sogar noch deutlich gestiegen.

Vor diesem Hintergrund kannst sich der Steffen seine Frage auch selber beantworten warum "immer nur die zur Parade kommen die immer kommen". Weil er immer wieder den gleichen ineffektiven Murks veranstaltet. Nur die 6-7 tausend komplett Verstrahlten haben es eben noch nicht begriffen. Es könnten übrigens auch alle 4 Millionen deutschen Hänflinge auf einen Schlag in Berlin auflaufen, dann würde irgend ein Regierungshinterbänkler vor die Menge treten, ein paar nette Worte finden und das Blaue vom Himmel herunterlügen damit sich alle freuen und vor allem abends brav wieder nach Hause gehen. Ändern würde sich dadurch natürlich nichts. Siehe Merkels Antwort im Bürgerdialog.

Wenn man zuschauen musste wie über die Jahre mehreren guten Freunden wegen Grows die Existenzen zerstört wurden, frustriert es umso mehr daß ihr Aktivisten so unglaublich naiv, borniert und lernresistent seid. Vor allem die Untätigkeit des Hanfmillionärs Georg Wurth macht einen fassungslos und wütend. Ihr seid für uns ungefähr so hilfreich wie oben genannte Parteien, also gar nicht ! Und mittlerweile übrigens auch in unserer persönlichen Wertschätzung auf der selben Stufe(ganz unten).


Schönen Gruß von den 3,994 Millionen die nicht da waren...

ulf du bist arm dran, klingst verzweifelt.
Du empörst dich über die Falschen!
Unterzeichne die Petition, das ist wichtig, weil das thema dann im Bundestag behandelt werden muß. Freiwillig tun die Machthaber das nicht.
Grüne und Linke haben sich schon im Bundestag eingebracht. Frank Tempel und Harald Terpe sind zusammen aktiv.
Demonstrieren ist die einzige Möglichkeit zu zeigen, was die Bevölkerung will. Die Machthaber wollen auf keinen Fall etwas verändern. Es könnte zu Gewinnverlusten und Privilegien wegfall führen. Deshalb ist es ein Kampf. Weiter machen!

Ja das is uns auch schon aufgefallen
Wir kommen jedes Jahr, seit 1998 aus Bayern, zur Hanfparade
Man is eigentlich nur da um mit anderen zu Kiffen
oder wie wir
daß niemand sagen kann, daß man nix gemacht hat (schlechtes Gewissen beruhigen)
ES WIRD NICHTS VERÄNDERN!(dasselbe wie bei Wahlen)

Ist mir auch ein Rätsel wieso die Kiffer so friedlich ihre Demo abhalten -
die werden aufs Übelste misshandelt, diskriminiert, eingesperrt,
und mit sämtlichen Mitteln der „Staatsverfolgung“ untergebuttert -
daß die nicht jedes Jahr, vor lauter Frust und Wut, halb Berlin niedermachen ist schon komisch
Die Fußballfans machen das zur Gaudi!

ABER WIR WERDEN AUCH NÄCHSTES JAHR AUS BAYERN ANREISEN UND DEN BOSSEN IN BERLIN ZEIGEN Daß WIR WAS GEGEN IHRE POLITIK HABEN DANN KÖNNEN SIE NCHT SAGEN: „ WIR HABEN NICHT'S GEWUSST“ WENN ES DANN WIRKLICH MAL KNALLT
WIR WERDEN UNS DANN DANEBENSETZEN UND LACHEN, WEIL WENN MAN WAS SO OFT GESAGT KRIEGT UND NICHT KAPIERT, IST MAN ECHT STOCKDUMM

Gestern im Satiremagazin des NDR "extra 3" hat mit Christian Ehring erstmals jemand aus den öffentlich-rechtlichen Reihen die Drogenpolitik der Bundesregierung parodiemäßig auf die Schippe genommen. Vorsichtig und verhalten zwar, ohne ins absurde Detail zu gehen, aber durchaus bissig und treffend soweit und nur ganz leicht klischeehaft. Nun bedienen Herr Knodt und Herr Geyer rein optisch womöglich gewisse NDR-Kifferklischees, aber vielleicht besinnt sich Herr Ehring diesbezüglich ja nochmal und gesteht in einer späteren Sendung irgendwann ein, daß die beiden doch einiges mehr als einfachen Grasdampf in der Birne haben.

Nun gut, mit Klischees beworfen zu werden sind wir Kiffer ja gewohnt, aber wirklich recht witzig war die Parodie mit der 'extra 3 Drogenbeauftragten' und ihrem Schnapsfläschchen.

Ebenfalls positiv überraschend gerade aufgrund der Nähe zur Bravo-Leserschaft ist ein Beitrag in den VIVA-News, den ihr gerne noch verlinken könntet. Eine Abstimmung gibt es dort auch, die dümpelt bislang aber eher unbemerkt vor sich hin.

Etwas befremdlich hingegen fand ich die von Tom Koenigs im Deutschlandradio so belegfrei hingeworfene Ansage, daß Kiffen zweifellos "blöd" mache; das klingt mir viel zu pauschal und dafür sollte er sich rechtfertigen müssen:

Ich glaube eigentlich, daß ich nicht besonders blöd bin und sicher stößt er hier eine große Anzahl deutschsprachiger Kiffer recht unsanft und vielleicht ungewollt vor den Kopf... Das Interview als solches ist dennoch nicht wirklich schlecht, andererseits. Man sollte da vom DHV oder Hanfjournal doch noch mal nachhaken; ggf. gibt es eine zeitnahe Richtigstellung im passenden redaktionellen Rahmen?

Ganz ehrlich Leute, ihr habt keine Ahung, was ihr Euch antut, bzw. seid einfach nur süchtig.

Ich hab über 25 Jahre lang täglich Bong geraucht, der Abstieg war eigentlich gar nicht zu merken, aber über die Zeit habe ich die Familie und Freunde verloren, die Jobs (anfangs richtig gute) wurden über die Jahre schlechter (mehrfach gekündigt, Fehler gemacht uvm.), die letzten Jahre war ich Hartz4.

Ich habe selber angebaut, deshalb konnte ich bis zum Schluß wie ein Idiot paffen, bis ich mich irgendwann freiwillig in die Psychiatrie begeben hab. Vor 4 Jahren habe ich eine Drogentherapie begonnen, und glaubt mir, es ist sauschwer, von dem Dreckszeug wirklich wegzukommen.

Heute versuche ich irgendwie klarzukommen, was aber nicht funktioniert, ich kann mir nichts merken, habe keine Konzentration. Statt dass ich was aus meinem Leben gemacht hab, hab ich nur der Sucht gefrönt und stehe heute vor dem nichts.

Oh man Leute, das ist kein harmloses Kraut, sondern schlicht ein Droge mit viel mehr Abhähigkeitpotential, als Alk z.B.!!!
Aber sinnlos, Süchtigen irgendwas erzählen zu wollen.

[quote name="20 Jahre Dauerkiffer"]Ganz ehrlich Leute, ihr habt keine Ahung, was ihr Euch antut, bzw. seid einfach nur süchtig.

Ich hab über 25 Jahre lang täglich Bong geraucht, der Abstieg war eigentlich gar nicht zu merken, aber über die Zeit habe ich die Familie und Freunde verloren, die Jobs (anfangs richtig gute) wurden über die Jahre schlechter (mehrfach gekündigt, Fehler gemacht uvm.), die letzten Jahre war ich Hartz4.

Ich habe selber angebaut, deshalb konnte ich bis zum Schluß wie ein Idiot paffen, bis ich mich irgendwann freiwillig in die Psychiatrie begeben hab. Vor 4 Jahren habe ich eine Drogentherapie begonnen, und glaubt mir, es ist sauschwer, von dem Dreckszeug wirklich wegzukommen.

Heute versuche ich irgendwie klarzukommen, was aber nicht funktioniert, ich kann mir nichts merken, habe keine Konzentration. Statt dass ich was aus meinem Leben gemacht hab, hab ich nur der Sucht gefrönt und stehe heute vor dem nichts.

Oh man Leute, das ist kein harmloses Kraut, sondern schlicht ein Droge mit viel mehr Abhähigkeitpotential, als Alk z.B.!!!
Aber sinnlos, Süchtigen irgendwas erzählen zu wollen.[/quote]


Wir setzen uns nicht für den Konsum von Cannabis ein, schon gar nicht für den täglichen und übertriebenen Konsum. Wir sind für die Legalisierung aus vielen verschiedenen, guten Gründen.

Du hast in einem illegalen System, im Zustand des ständigen Versteckens ein falsches Konsummuster entwickelt. Vielleicht hättest du sogar in einem legalen Markt früher darüber nachgedacht, ob das so sinnvoll ist. Du hättest vielleicht auch früher Hilfe gesucht oder zumindestens das Gespräch mit anderen Menschen über deinen Konsum.

Vielleicht hättest du auch später angefangen, wenn es nicht den für Jugendliche offenen Schwarzmarkt gäbe.

Insofern solltest auch du dich trotz oder gerade wegen deiner Geschichte für die Legalisierung einsetzen.

"Ganz ehrlich Leute, ihr habt keine Ahung, was ihr Euch antut, bzw. seid einfach nur süchtig."

Warum glaubst du, nur weil du schlechte Erfahrungen mit Ganja gemacht hast, das wäre auch bei allen anderen Konsumenten genauso?
Es ist inzwischen wissenschaftlich bewiesen das Alkohol viel mehr Abhängigkeitspotential besitzt als Cannabis, du behauptest aber das Gegenteil.
Warum gönnst du es den Leuten nicht, die keine Probleme damit haben?
Du kannst doch nicht von dir auf alle anderen schließen, und dann noch behaupten alle Konsumenten wären süchtig!
Für Menschen die keine Probleme mit dem holy Herb haben sind deine Behauptungen eine Beleidigung.
Es gibt weltweit soviele Menschen bei denen der Cannabiskonsum keine negativen Auswirkungen hat, nur ganz wenige bekommen damit Probleme, so wie du.
Eventuell hast du in der Psychiatrie auch eine Gehirnwäsche verpasst bekommen.

Light up your Spliff!

Die Hanfparade hat es erstmals auch in den ZDF Teletext geschafft. Als Kurzmeldung mit 6000 Teinehmern.

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