Hanfblüten mit synthetischem Cannabinoid in Deutschland

  • Veröffentlicht am: 19. November 2020 - 14:18
  • Von: Georg Wurth
Quelle: legal-high-inhaltsstoffe.de mdmd-4en-pinaca_nov_2020

Nach alarmierenden Meldungen aus der Schweiz ist Marihuana mit synthetischen Cannabinoiden auch in Deutschland auf dem Vormarsch. Gerüchte und Erfahrungsberichte darüber gibt es schon lange. Über erste Nachweise im Labor haben wir im Februar berichtet. Das Informationsportal legal-high-inhaltsstoffe.de des Frankfurter Basis e.V. hatte in Zusammenarbeit mit der Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Freiburg in einer Marihuana-Probe aus München den Stoff 5F-MDMB-PICA entdeckt.

Nun meldet sich das Portal wieder mit einer aktuellen Warnung:

 Seit August 2020 konnten wir in unseren Analysen vermehrt Proben mit dem synthetischen Cannabinoid MDMB-4en-PINACA feststellen.

Der Großteil der getesteten Substanzen stammt aus Süddeutschland, es wurden aber auch Proben aus Mitteldeutschland oder dem Norden positiv auf das synthetische Cannabinoid getestet. Bei den analysierten Proben handelte es sich bisher hauptsächlich um Blüten, der Wirkstoff konnte vereinzelt aber auch auf haschisch-ähnlichen Produkten und in Liquids nachgewiesen werden.

In den meisten Fällen handelt es sich nachweislich um CBD Gras, welche mit dem synthetischen Cannabinoid versetzt wurden. (...)

Zur Einschätzung der Gefährlichkeit heißt es auf dem Portal weiter:

 MDMD-4en-PINACA wurde erstmals 2017 analytisch nachgewiesen und um das Jahr 2019 vermehrt in Räuchermischungen auf. Toxikologische Untersuchungen gibt es aktuell noch keine, aufgrund der strukturellen Verwandtschaft zu 5F-MDMB-PINACA oder 4F-MDMB-BINACA lassen sich jedoch ähnliche Risiken ableiten. Im Zusammenhang mit 5F-MDMB-PINACA gab es mehrere Todesfälle, wobei nicht weiter abgeklärt ist, inwieweit die Substanz zu den fatalen Ereignissen beigetragen hat, ist jedoch nicht weiter abgeklärt.

Personen die MDMB-4en-PINACA konsumiert haben, berichten weiterhin auch von Schwindel, Herzrasen, Kreislaufproblemen, psychotischen und dissoziativen Zuständen, Blackouts oder Halluzinationen. Gleichzeitig wird der Rausch im Vergleich zu anderen synthetischen Cannabinoiden als nicht sehr lange beschrieben. Erfahrungsgemäß ist das Risiko einer Abhängigkeit von synthetischen Cannabinoiden deutlich größer als bei normalem Cannabis. Auch ist bei Absetzen der Substanzen mit starken psychischen und körperlichen Entzugserscheinungen zu rechnen.

Da Konsumierende von Cannabis, einer im Verhältnis relativ ungefährlichen Substanz ausgehen, bestehen beim Konsum der mit synthetischen Cannabinoiden nachbehandelnden Substanzen besonders hohe Risiken. Weil der Gehalt von MDMB-4en-PINACA auf den Proben sehr schwankte, kann es hier auch dementsprechend schnell zu ungewollten Überdosierungen kommen, wenn die gewohnte Menge Cannabis konsumiert wird. Sollten beim Konsum extreme Wirkungen, wie Ohnmacht oder Ähnliches auftreten, so sollten Anwesende dringende ärztliche Hilfe rufen.

Vom Konsum entsprechend verdächtiger Proben wird dringend abgeraten!

Wer nach dem Konsum von Cannabis extreme Wirkungen erlebt und den Verdacht hat, dass die Ware mit synthetischen Cannabinoiden versetzt wurde, kann sich unter https://legal-high-inhaltsstoffe.de/de/konsumenten/onlineberatung.html erkundigen, ob ein Test möglich ist, kostenfrei und anonym.

Auf einem regulierten Markt mit vernünftigem Verbraucherschutz wären solche Risiken für die Konsumenten weitgehend ausgeschlossen. Helft uns dabei, dieses Ziel möglichst bald zu erreichen!

Sonderthemen: 

Kommentare

Endlich werden die Schwarzmarkt-Blüten unter die Lupe (bzw. Mikroskop) genommen! Vor ca. 1 Jahr hatte ich in den DHV-Kommentaren mal gepostet, das endlich mal mehr Blüten untersucht werden sollten, damit diese Dunkelziffer endlich mal ans Licht kommt. Die meisten Konsumenten haben noch nie sauberes Cannabis geraucht. Wenn den Konsumenten dies endlich klar wird, werden einige vielleicht ins Nachdenken kommen und politisch aktiv werden. Aber meistens wird davon ja kaum in den größeren Medien berichtet - das könnte ja zum Umdenken anregen...

Die meisten Konsumenten glauben leider, das ihre Blüten frei von Streckmitteln sind. Selbst wenn man es ihnen unter einem Mikroskop zeigt, wird sich herausgeredet. Das blöde an den synthetischen Cannabinoiden ist die genaue Nachweisbarkeit als Privatperson. Es ist so gut wie umöglich, Blüten im Labor prüfen zu lassen. Grundsätzlich kann man mit einem Mikroskop erkennen, ob die Blüten gestreckt sind, aber welches Streckmittel genau verwendet wurde, lässt sich in der Regel nicht ohne Labor identifizieren. Gerade synthetische Cannabinoide sind in der Regel für Laien mit dem Mikroskop schwer zu erkennen, da sie unter dem Mikroskop kaum auffallen. Das einzige eindeutige Kriterium meiner Meinung nach, synthetisch gestreckte Blüten zu erkennen ist, das vermehrte Auftreten von miteinander verklebten Trichomen die eine Art klumpige Masse bilden. Nicht alle Trichome sind miteinander verklebt, aber man wird auf einer kleinen Blüte mehrere verklebte Trichome finden. Verklebte Trichome kommen natürlich auch so in der Natur - also Streckmittelfrei vor, aber die Häufigkeit ist eher gering, und man erkennt die einzelnen Strukturen der Trichome - anders ist es bei synthetischen (und ähnlichen) Streckmitteln, dort lassen sich die Strukturen der einzelnen verklebten Trichome kaum erkennen. Es ist quasi kaum möglich, die miteinander verklebten Trichome genau zu identifizieren und zu zählen. Dies ist ein wichtiger Punkt um solche Streckmittel relativ sicher zu identifizieren. Übung gehört natürlich auch dazu. Mit bloßen Auge aber, lassen sich synthetische Streckmittel nicht erkennen. Ein weiterer Hinweis auf solcherlei Streckmittel kann in Einzelfällen eine bräunliche Verfärbung der Blüten sein, da diese synthetischen Cannabinoide teilweise eine bräunliche Farbe aufweisen, die auf den Blüten aufgetragen werden. Es muss aber nicht zweifelsfrei bräunlich sein, meistens ist ein Farbunterschied kaum wahrzunehmen. Und redet Euch nicht ein "das könnte ja fermentiert sein", sowas wird man auf der Straße nicht finden, glaubt mir. Sowas bekommt man nur von sehr engen Freunden die es selbst produziert haben - ein Liebesbeweis ;)

Aber wie sagte ein Politiker (ich habe den Namen gerade nicht parat) am Bundestag vor ein paar Jahren noch, als es um die Legalisierung von Cannabis ging? Nicht die Streckmittel sind gefährlich, sondern das Cannabis. Und zu Colorado führt er sinngemäß aus: es stinkt dort überall nach Urin, und dort gebe es viele Obdachlose. Vielleicht kann ja jemand mal den Namen posten, ich komme nicht darauf.

Hallo Herr Wurth, was macht eigentlich Ihre Nikotin-Abstinenz? Mittlerweile müssten Sie ja schon "clean" sein.

Gerne "du".. Ja, Nikotin kann mich mal, ist erledigt.

Danke für die Infos bzw. deine Erkenntnisse!
 

...wenn Cannabis reguliert wäre. Dann bestünde keine hochgradige Gefahr durch gestrecktes und gedopetes Cannabis. Danke Söder, danke Merkel.

Du meinst: danke Mortler, danke Ludwig!

Vor 2 Jahren bin ich leider an gestrecktes Kraut gekommen. Seit dem ist es mir nicht mehr möglich Cannabis zu konsumieren, in jeglicher Form. Und das, obwohl ich es eigentlich gesundheitlich bräuchte. Es ist einfach traurig, dass man keine Anlaufstelle in solchen Dingen hat. Und wenn man dann gesundheitliche Folgen davonträgt heißt es von den Ärzten stumpf 'selbst schuld'. Es muss mehr geprüft werden, damit Konsumenten so etwas nicht mehr passiert. So viel dazu, dass das Verbot schützt.

Hallo Xyn,

dein Verlauf hat mich geradezu zu Tränen gerührt. Es ist ein Unding, dass man in Deutschland, allen voran in Bayern keine Hilfe bekommt. Die Ärzte, die verschreiben würden, denen wird ein Riegel mit Repressionsforderungen vorgeschoben. In Deutschland ist man als Erkrankter nicht wirklich viel besser dran als in Amerika. Hier bekommt man auch hauptsächlich Pharmazeutika, die mehr Schaden als Nutzen haben, verabreicht. Seit man mir einmal ein Psychopharmaka verabreicht hat nehme ich ausschließlich Medikamente, die für eine Operation oder Ähnliches Voraussetzung sind. Vertrauen habe ich keines in die Pharmaindustrie. Genauso wenig in die Alkoholindustrie, von der Ich mich vorletztes Jahr - Cannabis sei Dank - befreien konnte. Gestrecktes Cannabis verursacht Probleme, wie damals schwarzgebrannter Alkohol...

Da sieht man mal wieder, zu welch perversen und gesundheitsschädlichen Auswüchsen das völlig unsinnige Verbot dieser wunderbaren Heilpflanze führen kann.
Eine Regierung, durch deren Verschulden es illegalen Schwarzmärkten ermöglicht wird,solche Schweinereien anzurichten, ist menschenverachtend und eigentlich kriminell.
Ein ähnliches Problem gab es schon während der Alkoholprohibition in den USA, als sich Menschen mit gepanschtem Alkohol reihenweise zu Tode soffen, worauf dieser Irrsinn nach 14 Jahren endlich wieder abgeschafft wurde.
Unsere konservativ verblendeten Politiker wollen aus der Geschichte partout nichts lernen,
denn die schädliche Cannabisprohibition dauert nun schon ein halbes Jahrhundert.
Schämt Euch, ihr würdelosen Menschenschinder und beendet die unsäglichen Angriffe auf die Freiheit und Gesundheit friedlicher Bürger durch eine längst überfällige, den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechende Legalisierung!

Hammer Erkenntnisse Hanffreund.
Solange die scheiß Union an der Macht bleibt, sind solche Hilfestellungen von größter Bedeutung! VIELEN DANK ;)

Die verkackte Union muss endlich weg -.-
Ich will wieder ein gesundes Deutschland!
Denn seien wir mal ehrlich Leute... Solang die CDU/CSU weiter regiert, ist nix mit Legalisierung. Können wir knicken =\
Da werden auch die Demos und Infostände der jeweiligen DHV Gruppen nichts dran ändern.
Wir sollten die Menschen lieber bestärken wählen zu gehen!
Die Leute an unseren Infoständen über die stumpfsinnigen, ideologischen "Argumente" der Union informieren. Zitate vereinzelter Unionsmitglieder auf Schilder schreiben und es hochhalten.
Einfach die Leute mal aufmerksam machen Wer die sind und Was die teilweise von sich geben. Ich mein, dass sind Leute, die wichtige Regierungsposten bekleiden und die dann Sätze raushauen wie:"... wir werden nicht den Weg der Legalisierung gehen, denn er bedeutet unsägliches Leid... und wir werden stattdessen den Weg der Prävention einschlagen, denn er ist der deutlich bessere."
Gewichtslose Besser/Schlechter-Argumentation und UNSÄGLICHES LEID?! C'mon hahah Der Typ gehört doch weggesperrt. Aufkeinen Fall sollten solche Wesen Machtpositionen bekleiden, meiner Meinung nach.
Und so jemand spricht im Bundestag im Namen der regierenden Partei =\
Da wird mir übel!

Lasst uns gemeinsam gegen diese Krankheit vorgehen!
Bestärkt eure Freunde, eure Familien wählen zu gehen und vorallem nicht wegzuschauen bei dem herrschenden Wahnsinn und vllt. sich auch mal einbringen IN WELCHER FORM AUCH IMMER.

Bin inzwischen Selbstversorger, kann ich nur empfehlen. Ganz ohne Lampe und den ganzen teuren Schnickschnack...einfach so Pflanzen im Sommer auf den Balkon und im Herbst ist dein Jahresvorrat fertig.

und wenn der missgünstige Nachbar sich daran stört oder das ganze rein zufällig auf Umwegen den Cops bekannt wird? "... Werden dabei 7,5 g reines THC oder mehr festgestellt, gilt eine Mindeststrafe von 1 Jahr Freiheitsstrafe, in minderschweren Fällen 3 Monate bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe..."

Dezent unverhältnismäßig für den Eigenkonsum.
Es führt kein Weg an der Legalisierung vorbei.
Nein zu CDU/AFD/CSU

Frech, was schon wieder im Umlauf ist und dem einzelnen als "Bomben Hase" angedreht wird, ich habe im süddeutschen Raum zwar das Glück gehabt von synthetischen (denke ich) verschont geblieben zu sein. Allerdings geht zeitgleich wieder Kram rum, der auf billigste Art und Weise gestreckt wird, als erfahrener nippt man 2 mal am Tee und hat das Problem erkannt. Klebriger als das Zeug in Holland, glitzert wie verrückt aber schmeckt chemisch parfümig und auffallend stark nach Zitrus/bubble gum (quasi übertrieben stark!) Was bleibt einem übrig als kleiner Studi? Geld zurück geht leider nicht, Qualität und Gesundheit der Bürger ist dem Staat doch scheißegal. Der Konsument trägt schwere körperliche Schäden, welche gravierender sind als bei reinem, qualitativem Gras. Die meisten unerfahrenen Konsumenten schmecken seltsamerweise nichts auffälliges, während meine Lunge schon in 10 Teile zerhustet wird. Kinder konsumieren das. Dann hätte ich es doch lieber, dass mein Kind sich einer bewussten "Gefahr" aussetzt und keiner unbekannten. Ob da Blei synthetisches oder Glas oder Haarspray drin sind, all das gehört beschlagnahmt!
Ansonsten würden diese Themen ein KO Argument darstellen, man stelle sich vor ein Alkoholproduzent kippt 1/10 Methanol in jede Flasche Wodka oder ins Bier. Da wäre der Aufschrei riesig.. Und den Politikern würde vor lauter schreck die kippe in das Bier fallen.

ist das nicht ein weiteres Argument für die Legalisierung? Den Bürger schützen.

Ralf schrieb:
ist das nicht ein weiteres Argument für die Legalisierung? Den Bürger schützen.

Für Leute mit Menschenverstand ja. Es ist an sich eine paradoxe Aussage von denen, zum einen das Volk schützen wollen, auf der anderen Seite so viele wie möglich ins offene Messer laufen lassen. Das Verbot hat einen sehr schädlichen Kreislauf erzeugt.

Aktuell gibt es als richtiges Rauschmittel nur Alkohol, Tabak ist mehr ein Suchtmittel, statt ein Rauschmittel. Alkohol ist äußerst schädlich und macht fett. Das möchten nicht alle Menschen in Deutschland haben, daher suchen Sie Alternativen. In erster Linie bekommen Leute generell gesagt, das Cannabis eine geeignetes Alternative ist, was ich auch tatsächlich bestätigen kann. Zudem löst Cannabis auch Aggressionen, sofern es zum einen nicht gestreckt ist, sondern auch die richtige Sorte ist.
Ich möchte jetzt keine Werbung machen oder so, aber wer mal Urlaub in Amsterdam macht, kann sich exzellent von den Bartendern beraten lassen. Mit Hilfe des Bartenders kann man sich über die jeweiligen Sorten informieren und eine geeignete Sorte finden. Kleiner Tipp dazu, riechen. Je angenehmer der Geruch für die eigene Nase ist, desto verträglicher ist die Sorte. Das könnte ich den Abgeordneten nur mal empfehlen, damit sie sich mal ein richtiges Bild machen können, anstatt es sich bei Portugal abzugucken. Lieber mal mit Amsterdam vergleichen und auf die Gesellschaft in den Coffeeshops achten. Das ist das genaue Gegenteil zu dem, was die Regierung uns hier schlechtpropagieren wollen.

Jugendschutz fängt da an, wo kontrollierte Abgabe an alle beginnt, nicht beim Verbot. Das Verbot macht nur schaden und hat keinen Nutzen, außer aus Lobbysicht.

@Ralf, demnächst fehlt denen jegliches Argument eines Verbotes (tut es eigentlich ja jetzt schon). Ich bin dann mal ein Visionär: Cannabis rauchen ist schlecht für die Umwelt (CO2, Abholzung). Cannabis wird einfach unter Naturschutz gestellt. Momentan kann man noch drüber lachen, aber die Absurditäten der Politiker ist kaum Grenzen gesetzt... Mit "Öko" und Umweltschutz wird seit einigen Jahrzenten alles mögliche mit Begründet.

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