Fahrlehrer über Cannabis im Straßenverkehr

  • Veröffentlicht am: 9. Dezember 2017 - 14:55
  • Von: Sascha Waterkotte

Fahrlehrer über Cannabis im Straßenverkehr | DHV Führerscheinkampagne

Wie vermitteln Fahrlehrer ihren Schülern den Umgang mit Cannabis im Straßenverkehr? Im Rahmen der Führerschein-Kampagne "Klarer Kopf. Klare Regeln!" sprachen wir bereits mit Experten über die bestehende Rechtslage. Nun waren wir zu Besuch bei einer Berliner Fahrschule und sprachen mit Fahrlehrer Sven über seine praktische Rolle als Verkehrssicherheitsvermittler und seine persönlichen Vorstellungen für mehr Sicherheit und Gerechtigkeit im Straßenverkehr.

Um Ungerechtigkeiten beim Thema Cannabis & Führerschein zu bekämpfen, führen wir eine Kampagne durch, welche dem DHV durch sens media ermöglicht wird. Wir fordern einen klaren Kopf und klare Regeln beim Autofahren! Im Rahmen der Kampagne kommen Betroffene, Experten und Prominente zu Wort, um auf Missstände aufmerksam zu machen und um eine politische Verbesserung zu erreichen.

Kampagne:

sens media:

Sonderthemen: 

Kommentare

Sven ist cool! Sehr vernünftig.

Darf ich kurz mein Unverständnis darüber zum Ausdruck bringen, daß nun auch der DHV der Unsitte anheim gefallen ist manche Inhalte nicht mehr in Schriftform, sondern ausschließlich als Video zur Verfügung zu stellen ?
Das ist aus verschiedenen Gründen bedauerlich !

Also nach 8-12h nach'm Kiffen ist man wieder fahrtüchtig (2:24)???!!! ... eine haaresträubende Pauschalaussage! Mit dieser Info steuert er seine Schüler geradewegs zum Führerscheinentzug/MPU (im harmlosesten Fall).

Hi EDL,

Fahrlehrer Sven bezog sich hier auf seine persönliche Auffassung, ab wann für ihn keine Beeinträchtigung mehr vorliegt. Auch wir sind der Auffassung, dass Cannabiskonsumenten nach einer Ruhezeit von mindestens acht Stunden wieder prinzipiell fahrtüchtig sind - auch wenn die geltende Rechtssprechung (zumindest noch) dagegen spricht. Auch der Fahrlehrer weiß, dass die Nachweiszeiten und die geltende Rechtssprechung mit seiner Auffassung nicht vereinbar sind. Hier ging es aber eben um seine Einschätzung, ab wann aus seiner Sicht als Fahrlehrer keine rauschbedingte Beeinflussung mehr vorliegt. Um eventuelle Missverständnissen vorzubeugen, haben wir ihm und den Fahrschülern im Anschluss aber auch noch mal unser Infomaterial weitergegeben.

Liebe Grüße, Sascha [DHV]

Dann ist die Auffassung des DHV ebenfalls grenzwertig. Eine pauschale Zeitangabe kann nur gefällt werden, wenn u.a. auch der größtmögliche Konsum in Betracht gezogen wird. Man kann auch nicht sagen, dass 8h nach dem Alkohol getrunken wurde, sich jeder wieder ans Steuer setzen sollte. Es geht mir nicht um Nachweiszeiten und Rechtssprechungen, sondern um das wiedererlangen der körperlichen und psychischen Leistungsfähigkeit. Nach 3 anständigen Tüten ist der geneigte User nach 8h jedenfalls immer noch breit. Das hat mit "klarem Kopf" rein gar nichts zu tun! Insofern lieber ein bisschen mehr empfehlen, als zu wenig. Die Verkehrpsychologen (MPU) reden meines Erachtens zu recht von mindestens 24h, besser 48h. Es geht hier ggf. um Leben und Tod!

Hi EDL,

grundsätzlich möchte ich hier mal festhalten, dass wir unter keinen Umständen berauschte Fahrer im Straßenverkehr möchten. Nach einem Abend Dauerkonsum sollte sich auch nach acht Stunden Abstinenz niemand ans Steuer setzen. Die 8 Stunden Aussage bezieht sich auf den beliebten Vergleich zwischen Feierabendbier und Feierabendjoint, mit welchem wir eine gewisse Analogie verdeutlichen wollen. Wir sind der Auffassung, dass auch ein Cannabiskonsument - ähnlich wie derjenige, der Abends sein Bier trinkt - nach einem Joint am nächsten Morgen wieder fahrtauglich ist und lediglich der geltende Grenzwert dagegen spricht.

Grundsätzlich hast du aber natürlich Recht: Es ist unheimlich schwer, eine pauschale Zeitangabe zu geben, ab wann ein Konsument wieder fahrtauglich ist. Der Abbau von THC und seinen Abbauprodukten verhält sich von Mensch zu Mensch unterschiedlich und ist u.a. abhängig von vorherigem Konsumverhalten, Ernährung, Stoffwechsel, sportlicher Betätigung und vielem mehr: http://fuehrerscheinkampagne.de/fakten/wissenschaft/abbauverhalten-und-n...

Führerscheininhaber sollten im Zweifelsfall das Auto also lieber etwas länger stehen lassen.

Wann ist also sicheres Autofahren nach Cannabiskonsum wieder möglich?

Unsere Empfehlungen zum sicheren Fahren findest du hier: http://fuehrerscheinkampagne.de/fakten/wissenschaft/empfehlungen-zum-sic...

"Mehrere Studien kommen zu dem Ergebnis, dass circa drei Stunden nach dem Konsum kein erhöhtes Unfallrisiko mehr besteht. Um auch Studien, die von einer längeren Beeinträchtigung ausgehen und um einen gewissen Sicherheitspuffer zu berücksichtigen, sollte man mindestens acht Stunden nach dem Inhalieren/Rauchen von Cannabis warten (bzw. eine ganze Nacht schlafen), um ein erhöhtes Unfallrisiko zu vermeiden! Wenn Cannabis gegessen wurde, verschwindet das subjektiv empfundene „High“-Gefühl nach ungefähr acht Stunden, das Unfallrisiko normalisiert sich jedoch frühestens 16 Stunden später. Kleiber et al. empfehlen sogar 24 Stunden nach dem letzten Konsum kein Auto mehr zu fahren. Das Befolgen dieser Empfehlungen kann zwar den Straßenverkehr sicherer machen, aber leider schützt es euch nicht vor ungerechten Strafen."

 

Liebe Grüße, Sascha [DHV]

 

Hi ersmal:-),
Menschen die ADHS/Depressionen bzw. Immunologische/rheumatische Krankheiten haben fahren sicherer wenn Sie Cannabis geraucht haben. Mir wurde der Führerschein entzogen, vor 15 Jahren, obwohl sich jetzt herausstellt, das ich mich die ganzen Jahre nur selbst bahandelt habe, gegen ADHS sowie Asthma.......sowie sich viele Dauerkiffer nicht berauschen sondern nur selbst behandeln....in der BRD immer als blöder Kiffkopf hingestellt, obwohl die Sachlage ganz anders ist, jeder Dauerkiffer behandelt irgendwelche Krankheiten, meist aus obrigem Spektrum.....in anderen Ländern ist man schon weiter, während in Deutschland Dumm-Gesoffene (z.B: Egozentriker, Ignoranten usw.), Kiffer als Blöd hinstellen obwohl die Sachlage auch hier anders ist: armes Land!!!

Deutschland hat Cannabis damals als letztes verboten und tut sich nun ebenso schwer es wieder aufzuheben,
obwohl Cannabis bei Krebs hilft, Alkohol und Zucker welche Krebs auslösen bzw. deren Wachstum verstärken werden im Gegenzug beworben: Skandal!!!

Auch Goethe rauchte gern "das Kraut" sowie Cannabis früher bei uns genannt wurde....es war üblich nach der Arbeit eine gemütliche Pfeife mit Freunden und dem Kraut zu rauchen, ca. 1850 rum, also doch "Deutsche Kultur"!

Ach ja, auf Ritalin darf ich Auto fahren....bekomme ich jetzt verschrieben, ist ein Amphetamin so wie Chrystal Meth: Lustig!

Noch was, wer als Drogen-Konsument andere verrät darf den Führerschein ebenfalls behalten, heisst: der berauschte Verräter (egal welche Substanz), ist keine Gafahr mehr für die Verkehrssicherheit: Unglaublich!!!......aber Gang und gebe bei uns, um das "organisierte Verbrechen zu infiltrieren"....welches eventuell gar nicht existiert bzw. aus paar Home-Growern besteht.

Es muss noch sehr viel getan werden in Deutschland, auch unter den Konsumenten herrscht das Vorurteil sich nur berauschen zu wollen, obwohl eine Selbstbehandlung von psychischen oder schmerzhaften Krankeiten der wahre Grund des Konsums ist-->Krankheiten werden oft erst Jahre später erkannt, und der Konsument muss jahrelang mit der Stigmatisierung durch die Gesellschaft leben.....
"Wenn man aber Psychopharmaka nimmt, welche in den USA jährlich 150.000 Todes-Opfer fordern, darf man Auto fahren....ganz legal! Dass Psychopharamaka wirkungslos bzw. sogar sehr schädlich ist hat ein amerikanischer Arzt im Dez./2016 bewiesen, siehe Ärzteblatt!!"

Mit deutscher Gesetzgebung werden Existenzen, ja sogar Leben zu Unrecht zerstört, auch meins....danke (Mutti-)Staat!!!

Gruss, Didi (Bayern)

Man sollte doch sehr differenzieren, wann wer warum und wie mit einer Medikation (also bspw. mit Cannabis) noch fahrtüchtig sein kann. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Cannabis die psychische und auch physische Leistungsfähigkeit einschränkt. Auch unter dem Einfluss von Alkohol (und anderen Drogen) kann man zuweilen besser reagieren als nüchtern. Die Frage ist immer wann der Punkt erreicht ist, wo die positiven Wirkungen einer Droge kippen und man psychisch oder physisch eingeschränkter ist als nüchtern. Das kann man nicht vorhersehen und darum ist es falsch und totaler Quatsch pauschal zu sagen, dass man unter Drogeneinfluss sicherer ein Fahrzeug führt.

Ritalin ist ferner KEIN Amphetamin, es ist aber chemisch dem Amphetamin ähnlich.

Neuen Kommentar schreiben