Cannabispetition 2017: Quorum erreicht trotz Serverzusammenbrüchen

  • Veröffentlicht am: 8. November 2017 - 12:00
  • Von: Florian Rister

Wir sammeln weiter Unterschriften, aber es ist schon jetzt ein großer Erfolg: Mit über 35.000 handschriftlich und 22.000 online gesammelten Unterschriften haben wir das Quorum von 50.000 Stimmen für die Cannabispetition 2017 erreicht! Ein wichtiger Meilenstein und ein großer Erfolg für unsere Bewegung. Das erste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik hat eine offizielle Petition zu Cannabis diese Marke erreicht. Und das trotz massiver technischer Schwierigkeiten mit dem ePetitions Server des Bundestags, die bis heute andauern...

Schon bei unserer Konferenz "Cannabis Normal!" in Berlin wurde dieser Erfolg frenetisch gefeiert. Dennoch bleibt ein übler Beigeschmack, da viele tausend interessierte Menschen nicht online unterzeichnen konnten! Die technischen Probleme beim Bundestag dauern inzwischen schon so lange an, dass man den gesamten Vorgang durchaus als skandalös bezeichnen kann.

Seit über einer Woche gibt es regelmäßig kurze Ausfälle des Petitionssystems (Wir berichteten). User melden uns weiterhin, dass es immer wieder nicht möglich ist, Unterschriften abzugeben oder auch nur die Website zu erreichen. Der Zähler, der die bereits gesammelten Unterschriften anzeigt, "springt" zwischen verschiedenen Werten. Der Link zur Petition wechselte mehrfach, alte Links sind manchmal erreichbar, manchmal nicht. Unterschiedliche Fehlermeldungen tauchen auf. Auf vielfache Nachfragen von Seiten des DHV reagierte der Petitionsausschuss mit wechselnden Erklärungen und vermehrt durch Nicht-Beantworten. Auch die Verlängerung der Petitionsfrist um 3 Tage konnten wir erst nach mehrfachem Nachfragen und lange, nachdem diese online angezeigt wurde, bestätigt bekommen. Die Verlängerung der Deadline um einen weiteren Tag wurde uns gar nicht schriftlich mitgeteilt, ist aber auf der Website klar erkennbar. Die Kommunikation kann insgesamt als schwierig bezeichnet werden.

Scheinbar gab es ähnliche Probleme in der Vergangenheit bereits häufiger, wie fleißige DHV-Fans recherchieren konnten. Im Forum des Petitionsausschusses sowie im DHV-Forum tauschen sich frustrierte Nutzer über ihre Erfahrungen aus. Auch Netzpolitik.org berichtet mittlerweile über die massiven technischen Fehler. Von einer bewussten Manipulation unserer Petition ist nach Analyse aller Fakten also nicht auszugehen. Vielmehr scheint das ePetitionssystem des Deutschen Bundestags grundsätzlich nicht sonderlich stabil zu laufen.

Wir bitten euch weiterhin, die Petition online wie offline zu verbreiten und Unterschriften zu sammeln. Wir wissen, wie schwierig die Situation für viele Aktive jetzt ist. Es bleibt uns aber nichts übrig, als das Beste daraus zu machen. Auch wenn die 50.000er Marke geknackt wurde und auch wenn die ständigen Serverprobleme uns alle Nerven kosten: Wir müssen noch viel mehr werden! Bei Politik, Medien und Öffentlichkeit wird unsere Petition weit stärker wahrgenommen werden, wenn wir deutlich mehr Stimmen sammeln als nötig. 80.000 sollten zu schaffen sein bis zum neuen Ende der Zeichnungsfrist am 24.11.2017, oder? Let's legalize it!

Update: Laut Petitionsausschuss sind alle technischen Probleme gelöst, nachdem am Montag Wartungsarbeiten durchgeführt wurden. Es gibt dazu eine aktuelle Meldung auf der offiziellen Website. Falls jemand weiterhin irgendwelche Probleme erlebt, Screenshot an uns!

Kommentare

Ich muss sagen, ich bin schon etwas gerührt, wenn ich sehe, was unsere Bewegung auf die Beine stellen kann, wenn es darauf ankommt. Lasst uns noch enger zusammenstehen und für unser Anliegen werben! Übrigens, falls jemand noch eine Million Euro überzählig hat und nicht weiß, wohin mit dem ganzen Geld, der Hanfverband nimmt immer gerne Spenden entgegen, um für das Recht auf freien Cannabisgebrauch zu kämpfen!

Es ist tatsächlich schön zu sehen, dass sich etwas tut. Nur wenn man bedenkt, dass wir über 4Mio Kiffer haben, egal ob Spaßkiffer und Menschen die darauf angewiesen, sind 50-80.000 nicht gerade eine große Zahl. Schade, dass so viele glauben, es wird sich von selbst erledigen.

Kommt doch einfach mal alle nach München, ohne euer Kifferrezept und erlebt was es heißt geächtet und verfolgt zu werden. Hier kannst du für 0,3 Gramm ne Strafe von knapp €4.000.- auferlegt bekommen, bist vorbestraft und verlierst deinem Job, deine Familie auch noch den Führerschein.
Dafür kann ein alkoholisierter Motorradfahre mehr als 100 mal an der gleiche Stelle in der Stadt mit über 130 Km/h geblitzt werden, bis etwas unternommen wird. Der Gute hat natürlich eine Strafe bekommen, allerdings war die Strafe lange nicht so hoch wie bei den oben erwähnten 0,3g.
Man muss eigentlich nicht an die Politik appellieren sondern an die Polizei.

Eure Nachbarn streiten sich und ihr wollt helfen? Dann ruft man natürlich bei der Polizei an. Wenn ihr etwas von häuslicher Gewallt erzählt, wird vielleicht eine Streife vorbeischauen, aber nur vielleicht. Denn als Nachbar und nicht geschultes Personal ist es schwer zu erkennen ob es sich nur um einen Streit handelt oder ob wirklich Gewallt im Spiel ist. Also werden sie, so lange niemand blutet nicht kommen. Wenn ihr dem Nachbarn helfen wollt, müsst ihr am Telefon lügen und behaupten euer Nachbar kifft. Es riecht ganz furchtbar nach Cannabis und schwubstdiewubs ist die Polizei mit 2 Streifenwägen und einem Bus innerhalb von 15-20 Minuten zur Stelle.

Ich würde mit den nächsten Millionen Euro lieber jeden verklagen, der uns verfolgt, der uns diskriminiert, der uns medizinische Hilfe verwehr. Es heißt doch immer das diese Drogenregelung verfassungswidrig ist. Dann frage ich mich aber schon, wie etwas verfassungswidriges so lange erhalten bleiben darf?

Die Springenden Werte nehme ich auch wahr, wenn ich aktualisiere. Allerdings liegt das bei mir am Browsercache.

Die Nummer gegen Euren Kummer :
030 227 - 35257
post.pet@bundestag.de
Teilt dieser Behörde mit das Ihr nicht damit einverstanden seid so daran gehindert zu werden Eure Grundrechte auszuüben !
Kopiert den Text in Mails an die Abgeordneten Eures Wahlkreises und an die Sondierungsteilnehmer! Die Parteien haben ein Interess daran zu erfahren warum und von wem sie gewählt wurden oder eben auch nicht! Seid kreativ und verschickt den Link zur Petition an alle die Ihr kennt - tretet in Gruppen ein und teilt, teilt, teilt! Idealerweise schickt Aufrufe an Prominente, Institutionen, Vereine etc. und verteilt dazu noch Unterschriftenlisten. Bitte denkt daran bereits vorhandene Listen möglichst schnell an den DHV zurück zu schicken - jedes Autogramm zählt! Die Top 20 der Petitionen sollten nicht unser Ziel sein - da geht noch viel mehr . . . ! ! !

Mit stolz geschwellter Brust voran!

Vielleicht solltet ihr das als positive Schlagzeilen in verschiedenen Presseorgangen
(vielleicht einfach als Press-release?) zu buche bringen, hier ein paar Beispiele:

Cannabispetition zwingt den Bundestagsserver in die Knie.
Cannabispetition lässt Computer des Bundestags ausfallen.
Internetsturm durch Cannabispetition.
Hanf an, Computer aus. Warum die Bundes-IT rote Augen hat.
Erst Frust dann Lust. Der Hanf-ruf an den Bundestag.
Hanf-Freunde überlasten Bürokratie erneut, jetzt zum letzten mal?

"Am Ende der Schlacht werden die toten gezählt.."

ich möchte ja nicht zu pessimistisch sein aber die 50 000 Stimmen werden nicht erreicht sein, also nachdem die doppelten Stimmen aus online und schriftlicher Petition abgeglichen sind..

auf der anderen Seite bin ich über meine mitkiffenden Mitmenschen ziemlich enttäuscht, auch wenn viele von diesen aus Paranoia, aus Angst vor Verfolgung, nicht an dieser Petition teilgenommen haben...

Aber ja kiffen macht ja bekanntlich gleichgültig.. "illegal?! mir egal.."

Technische Probleme sollen behoben sein? Dann frage ich mich, wieso ich nach x Versuchen noch immer keine Bestätigungsmail für meine Registrierungsversuche kriege..(und ja, selbstverständlich habe ich auch im Spam nachgesehen)

Bleibt mal alle geschmeidig :)
Die Sterne stehen echt gut .
In den sondierungs Gespräche zwischen den Parteien der Koalition ( Union , fdp und Grüne )
Geht es auch um die Legalisierung von Cannabis ;) .
Im Wahlkampf hat fdp sowie die grüne für eine Legalisierung geworben. Es sind nun zwei Parteien mit drin die ihr wahl versprechen halten muss. Und es ist kein Zufall , das viele Ökonom und andere Politik wissenschaftler die Legalisierung für 2018 vorher gesagt haben. Gerade die Grünen sind fest dahinter

Scheißegal? Ja!

Scheißegal ist auf jeden Fall, was schief gehen könnte, doppelte Unterschriften etc...
Sicherlich in theoretischen Bereich des eventuell Möglichem, aber welchen Sinn und welchen Effekt soll hinter einer solchen Äusserung stehen?
(ausser vielleicht vorsorgehalber, da könnte man später sagen... na hab ich doch gesagt)

Ich werde mich durch nichts abhalten lassen zu kämpfen, selbst wer nicht Patient/Konsument ist (ich bin beides), muss ein klarer Verstand, der Information zulässt, die Legalisierung fordern.

Ich wünsche mir nur, dass alle am Ball bleiben und weitermachen, scheißegal was umfragen, statistiken sagen, egal welchen Rückschlag es geben mag.
Wir waren noch nie so weit wie heute, wenn man überzeugt ist, macht man auch weiter, wenns mal nicht so leicht ist dran zu glauben und in diesen Tagen gibts es Zeichen und Hoffnung für Bewegung..... Also machen, reden, Leute aufklären, an den Treffen der Ortsgruppen teilnehmen, bei bei darf eine Ortsgruppe gründen, Patienten vernetzen, sich austauschen.

Schönen Abend

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