Von Hanf ist die Rede - Anmerkungen zum wissenschaftlichen und politischen Diskussionsstand in Deutschland

  • Veröffentlicht am: 12. November 2012 - 13:18
  • Von: Maximilian Plenert

Der Suchtmediziner Hans-Günter Meyer-Thompson hat auf dem "Alpensymposium" im Rahmen des 13. Interdisziplinären Kongress für Suchtmedizin am 5.7. 2012 bis 7.7.2012 in München einen großartigen Vortrag zum Thema Cannabis gehalten. Unter dem Titel "Von Hanf ist die Rede - Anmerkungen zum wissenschaftlichen und politischen Diskussionsstand in Deutschland" kritisierte er das Cannabisverbot und die Drogenpolitik aus wissenschaftlicher Sicht. Sein Vortrag ist nun endlich online in der Zeitschrift "Suchtmedizin in Forschung und Praxis" verfügbar.

 

Meyer-Thompson ist Vorstandsmitglied der DGS ( Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin) und einigen von euch als Sachverständiger aus der Anhörung zur "Legalisierung von Cannabis durch Einführung von Cannabis-Clubs" (hier seine Stellungnahme) bekannt.

Hier der Beginn des Vortrages, komplett ist er hier auf der Seite der Zeitschrift "Suchtmedizin in Forschung und Praxis" als PDF Datei verfügbar.

"Ich glaube, das Haschisch abhängig macht. Es wird eine Sucht auf die angestrebte Bewusstseinserweiterung gebildet." (Antje Huber, Bundesgesundheitsministerin, Spiegel 3/1980, 14.01.1980).


"Bei Alkohol und Zigaretten ist ein vernünftiger, begrenzter Umfang nicht sofort so suchtgefährdend, wie das bei Cannabis – nach unserer Auffassung – ist."
(Angela Merkel zum Thema Cannabis-Legalisierung, YouTube, 18.11.2011, http://www.youtube.com/watch?v=Y2-fYVIHAhU, ab 3’50)

Zwischen diesen beiden Statements liegen 30 Jahre. Während die Sozialdemokratin Huber noch an die Suchtgefahr von Haschisch glaubte, weiß die Christdemokratin und studierte Physikerin Merkel es ganz genau: Cannabis macht abhängig.

Das ist drogenpolitisch kein Fortschritt und das ist überhaupt nicht lustig: Äußerungen wie diese bilden den Rahmen für eine Politik, die Jahr für Jahr eine sechsstellige Anzahl Menschen, meist junge, mit Ermittlungsverfahren überzieht. Äußerungen wie diese unterhöhlen jede glaubwürdige Präventionsstrategie. Und Äußerungen wie diese orchestrieren eine Marktentwicklung, die unter den Bedingungen der Prohibition ziemlichen Schaden anrichtet.

Wer die Diskussion um Cannabis in den zurückliegenden Jahrzehnten verfolgt hat, weiß, welche Mythen gepflegt wurden, der weiß, mit welchen Lügen und Gefälligkeitsgutachten die wissenschaftliche Diskussion munitioniert wurde, der weiß, dass in den teils bizarren Bekenntnissen der Hanfgegner eine gehörige Portion Antihedonismus, Jugendfeindlichkeit und missionarischer Eifer steckt.

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