Nicht nur wählen, auch Ansage machen!

  • Veröffentlicht am: 31. August 2013 - 21:24
  • Von: Georg Wurth

Als Wähler bist du nur eine von 43.371.190 Stimmen (2009).
Als Email-Schreiber vermutlich eine von ein paar tausend.
Nutzt auch die Wahlkampfstände für kurze Gespräche!

Ich habe eben einen Blog-Kommentar beantwortet, der so kurz vor der Wahl wohl wichtig und einen eigenen Beitrag wert ist. Frust über Wahlen, die nichts bringen? Was tun?

Hier der komplette Text:

Ich habe seit Jahren die Grünen gewählt - aber nun habe ich die Verarsche in Sachen Cannabis satt. Das Thema wird von den Grünen doch nur als Köder für die Pro-Cannabis-Wähler missbraucht, um danach nicht ernsthaft zu agieren. Die Linke ist ziemlich Panne, ebenso die Piraten...was nun?


Ich wiederhole es gern so oft es geht, weil ich es wichtig finde.
Wir schreiben es seit Jahren jedesmal bei unseren Wahlanalysen/-empfehlungen dazu:

"
Jeder, dem Cannabispolitik am Herzen liegt, sollte den Parteien mitteilen, warum er sie gewählt oder nicht gewählt hat! Das erhöht das Gewicht einer einzelnen Stimme enorm! In Baden-Württemberg zeigt sich z.B. gerade, dass ein Wahlerfolg für die Grünen trotz eines guten Wahlprogramms noch lange keinen Fortschritt bedeuten muss. Um den Parteien klarzumachen, dass die Wähler gerade in Sachen Cannabis Vollzug der Versprechungen erwarten, reicht ein Dreizeiler wie:
"Ich habe Ihnen diesmal meine Stimme gegeben, weil Sie sich für die Legalisierung/Entkriminalisierung von Cannabis einsetzen und erwarte von Ihnen, dass Sie das Thema die nächsten vier Jahre auch voranbringen!"
Damit auch die repressiven Parteien ihre Haltung überdenken, könnte der Text an sie z.B. so aussehen:
"Ich hätte mir vorstellen können, Sie dieses Jahr bei der Landtagswahl zu wählen, habe aber wegen Ihrer unklaren/repressiven Haltung in der Drogenpolitik davon Abstand genommen. Es würde mich freuen wenn Sie sich beim nächsten Mal klar zur Frage der Verfolgung von Cannabiskonsumenten äußern und Ihre Haltung zur Legalisierung von Cannabis überdenken würden."
"

Als Wähler bist du nur eine von - äh, 43.371.190 Stimmen (2009).
Als Email-Schreiber vermutlich eine von ein paar tausend.
Die Parteien wissen durch Umfragen nur sehr ungenau, was die Leute von ihnen eigentlich erwarten, Sie sind da auf Rückmeldungen der Leute angewiesen. Repräsentative Umfragen zur Meinung der Bevölkerung zu Cannabislegalisierung gab es in den letzten 10 Jahren außer der vom DHV gar nicht.
Also müsst ihr es Ihnen halt sagen!
Bleibt mal an den Wahlkampfständen der Parteien stehen, dazu gibt es ja im Moment genug Gelegenheit und sagt den Leuten da nur ganz kurz und freundlich: "Ich wünsche mir als Wähler, dass ihr mehr tut für Cannabislegalisierung." Oder halt je nach Partei Entsprechendes.
-> Wenig Aufwand, aber ein größerer und vor allem klarerer Impuls als eine Stimme zur Wahl.

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