Die Top 10 der Cannabisstudien, welche die Regierung am Liebsten niemals finanziert hätte

  • Veröffentlicht am: 13. September 2012 - 9:54
  • Von: Maximilian Plenert
 

Diese Übersicht hat Andrew Rutajit in seinem Blog unter dem Titel " Top 10 Cannabis Studies the Government Wished it Had Never Funded". Ein fleißiger Helfer hat sie uns aus dem Englischen übersetzt.

 

 

(10) Cannabiskonsum hat keine Auswirkungen auf die Sterblichkeitsrate
Eine äußerst umfangreiche Studie unter Privatversicherten in Kalifornien, welche vom National Institute on Drug Abuse (NIDA) finanziert wurde, kam zu dem Ergebnis, dass Cannabisgebrauch keinen nennenswerten Anstieg der Sterblichkeitsrate verursacht. Eine erhöhte Sterblichkeitsrate wurde allerdings im Zusammenhang mit Tabakkonsum festgestellt.
Sidney, S et al. Marijuana Use and Mortality. American Journal of Public Health. Vol. 87 No. 4, April 1997. p. 585-590. Sept. 2002.

(9) Starker Cannabisgebrauch junger Erwachsener ruiniert nicht ihr Leben
Wissenschaftler der US-Veteranenbehörde untersuchten im Rahmen einer Zwillingsstudie, ob starker Cannabisgebrauch in jungen Jahren später langfristige Probleme verursacht. Für diese Studie wurden eineiige männliche Zwillinge untersucht, von welchen einer mindestens ein Jahr lang einen starken Cannabiskonsum gepflegt hatte, diesen jedoch mindestens einen Monat vor Beginn der Studie beendet hatte. Der zweite Zwilling hatte in seinem ganzen Leben maximal fünf Mal Cannabis konsumiert. Es stellte sich heraus, dass Cannabiskonsum nicht zu einer nennenswert erhöhten Inanspruchnahme medizinischer Hilfe führte sowie keine Auswirkungen auf das gesundheitliche Wohlbefinden oder auf die Einkommens- und Familiensituation hatte.
Eisen SE et al. Does Marijuana Use Have Residual Adverse Effects on Self-Reported Health Measures, Socio-Demographics or Quality of Life? A Monozygotic Co-Twin Control Study in Men. Addiction. Vol. 97 No. 9. p.1083-1086. Sept.1997.

(8) Der „Einstiegsdrogen-Effekt“ vermutlich eine Illusion
Cannabis wird von Verbotsbefürwortern oft als „Einstiegsdroge“ bezeichnet. Diese Stimmen beziehen sich auf statistische „Verbindungen“, die nahelegen sollen, dass Cannabiskonsumenten mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit irgendwann zu harten Drogen greifen, als Menschen, die sich von Cannabis fernhalten. Es wird also implizit behauptet, dass Cannabisgebrauch den Konsum harter Drogen verursacht. Andrew Morral, ein Wissenschaftler der RAND Corporation (ein Think Tank in den USA), hat ein Modell entwickelt, welches diese Verbindungen erklärt, „ohne einen 'Einstiegseffekt' zu benötigen“. Dieser mit Bundesmitteln finanzierten Studie zufolge sei es wahrscheinlicher, dass manche Menschen schlicht eine grundsätzliche Neigung dazu haben, Drogen auszuprobieren, und einfach mit der Substanz beginnen, die am einfachsten erhältlich ist.
Morral AR, McCaffrey D and Paddock S. Reassessing the Marijuana Gateway Effect. Addiction. December 2002. p. 1493-1504.

(7) Die Prohibition funktioniert nicht (Teil I)
Das National Research Council wurde vom Weißen Haus beauftragt, die gesammelten Daten zum Drogenkonsum sowie die Wirksamkeit der US-Drogenpolitik zu untersuchen. Das NRC kam zu dem Schluss, dass „das Land nur über wenige Informationen zur Wirksamkeit der aktuellen Drogenpolitik verfügt, insbesondere die Strafverfolgung betreffend.“ Die vorhandenen Daten ihrerseits „zeigen kaum einen sichtbaren Zusammenhang zwischen der Härte der Strafen für Drogenkonsum und der Prävalenz oder Häufigkeit des Gebrauchs.“ Mit anderen Worten: Es gibt keinen Beweis dafür, dass die Prohibition – seit einem Jahrhundert der Grundstein der US-Drogenpolitik – zu einer Reduzierung des Drogengebrauchs führt.
National Research Council. Informing America’s Policy on Illegal Drugs: What We Don’t Know Keeps Hurting Us. National Academy Press, 2001. p. 193.

(6) Die Prohibition funktioniert nicht (Teil II): Verursacht die Prohibition den „Einstiegsdrogeneffekt“?
US-Amerikanische und niederländische Forscher haben Cannabisnutzer in San Francisco, wo „nicht-medizinischer“ Gebrauch weiterhin illegal ist, mit Konsumenten in Amsterdam verglichen, wo Erwachsene kleine Mengen Cannabis besitzen und in gesetzlich regulierten Verkaufsstellen erwerben dürfen. Diese Forschung wurde unter anderem vom NIDA (National Institute on Drug Abuse) unterstützt. Im Hinblick auf Parameter wie Konsumfrequenz und -menge sowie das Alter beim Konsumbeginn fanden sie keine Unterschiede, bis auf einen: Die Lebenszeitprävalenz des Konsums harter Drogen war im „cannabistoleranten“ Amsterdam sehr viel geringer. Für Crack beispielsweise lag der Wert in San Francisco 4,5 Mal höher als in Amsterdam.
Reinarman, C, Cohen, PDA, and Kaal, HL. The Limited Relevance of Drug Policy: Cannabis in Amsterdam and San Francisco. American Journal of Public Health. Vol. 94, No. 5. May 2004. p. 836-842.

(5) Huch, Cannabis könnte Krebs vorbeugen (Teil I)
Von der US-Regierung finanzierte Forscher haben Mäusen mehrere Arten von Krebszellen implantiert, unter anderem Blut- und Lungenkrebszellen. Dann wurden die Mäuse mit Cannabinoiden behandelt (aktive Wirkstoffe der Cannabispflanze). THC und andere Cannabinoide ließen Tumore schrumpfen und verlängerten die Lebenszeit der Mäuse.
Munson, AE et al. Antineoplastic Activity of Cannabinoids. Journal of the National Cancer Institute. Sept. 1975. p. 597-602.

(4) Huch, Cannabis könnte Krebs vorbeugen (Teil II)
In einer mit Bundesmitteln finanzierten Studie von 1994, welche die Regierung unter Verschluss zu halten versuchte, verabreichten Forscher Mäusen und Ratten extrem hohe Dosen THC und suchten dabei nach Tumoren oder anderen Zeichen für Toxizität. Die Nagetiere, die THC bekamen, lebten länger und hatten weniger Tumore, „in Abhängigkeit von der Dosis“ (d.h., je mehr THC, desto weniger Tumore).
NTP Technical Report On The Toxicology And Carcinogenesis Studies Of 1-Trans- Delta-9-Tetrahydrocannabinol, CAS No. 1972-08-3, In F344/N Rats And B6C3F Mice, Gavage Studies. Siehe auch: “Medical Marijuana: Unpublished Federal Study Found THC-Treated Rats Lived Longer, Had Less Cancer,” AIDS Treatment News no. 263, Jan. 17, 1997.

(3) Huch, Cannabis könnte Krebs vorbeugen (Teil III)
Forscher der Krankenversicherung „Kaiser-Permanente“, die vom NIDA finanziert wurden, untersuchten 65.000 Patienten über den Zeitraum von einem knappen Jahrzehnt und verglichen dabei die Krebshäufigkeit unter Nichtrauchern, Tabakrauchern und Cannabisrauchern. Tabakraucher hatten sehr viel höhere Raten von Lungenkrebs und anderen Krebserkrankungen. Cannabisraucher, die nicht zusätzlich auch Tabak rauchten, hatten kein erhöhtes Krebsrisiko. Tatsächlich lag die Häufigkeit von Lungenkrebs und den meisten anderen Krebsarten bei ihnen leicht unter der von Nichtrauchern. Dieser Unterschied war allerdings nicht groß genug, um statistische Relevanz zu erlangen.
Sidney, S. et al. Marijuana Use and Cancer Incidence (California, United States). Cancer Causes and Control. Vol. 8. Sept. 1997, p. 722-728.

(2) Huch, Cannabis könnte Krebs vorbeugen (Teil IV)
Donald Tashkin, ein Wissenschaftler der UCLA (University of California, Los Angeles), dessen Arbeit vom NIDA finanziert wird, verglich im Rahmen einer Fall-Kontroll-Studie 1200 Patienten mit Lungen-, Kopf- und Halskarzinomen mit einer Kontrollgruppe ohne Krebserkrankungen. Es stellte sich heraus, dass sogar die stärksten Cannabisraucher kein erhöhtes Krebsrisiko hatten, außerdem hatten sie ein etwas geringeres Krebsrisiko als Nichtraucher. Tabakraucher hatten ein um das Zwanzigfache erhöhtes Lungenkrebsrisiko.
Tashkin D. Marijuana Use and Lung Cancer: Results of a Case-Control Study. American Thoracic Society International Conference. May 23, 2006.

(1) Cannabis ist medizinisch wertvoll
Als Reaktion auf die Verabschiedung des kalifornischen Gesetzes zu „Medical Marijuana“ beauftragte das Weiße Haus das Institute of Medicine (IOM), die Daten zu medizinischem Nutzen und Risiken von Cannabis zu überprüfen. Das IOM fasste zusammen: „Übelkeit, Appetitlosigkeit, Schmerz und Angstgefühle sind auszehrende Leiden und können alle mit Hilfe von Cannabis abgeschwächt werden.“ Im Bericht werden die potenziellen Risiken des Rauchens genannt, dann heißt es weiter: „Wir bestätigen, dass es für Menschen mit chronischen Krankheiten, die durch Cannabisrauchen gelindert werden können, wie chronische Schmerzen oder Auszehrung in Folge von AIDS, keine eindeutige Alternative gibt.“ Aufgrund der Weigerung der Regierung, dieses Ergebnis anzuerkennen, sagte der Co-Autor John A. Benson der New York Times, dass die Regierung „unseren Bericht mit Freuden ignoriert … am Liebsten wäre es ihnen, wenn es ihn nie gegeben hätte.“
Joy, JE, Watson, SJ, and Benson, JA. Marijuana and Medicine: Assessing the Science Base. National Academy Press. 1999. p. 159. Siehe auch: Harris, G. FDA Dismisses Medical Benefit From Marijuana. New York Times. Apr. 21, 2006.

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