AfD wirbt mit ausländerfeindlicher Kampagne um Stimmen von Kiffern

  • Veröffentlicht am: 29. Juli 2016 - 15:55
  • Von: Florian Rister

Die rechtspopulistische Partei "Alternative für Deutschland" wirbt mit einer Plakatkampagne in Berlin um Stimmen von Cannabiskonsumenten. Damit soll scheinbar der Neid auf ausländische Dealer geweckt werden. Dass die Partei sich gleichzeitig gegen eine Entkriminalisierung oder gar Legalisierung der Konsumenten ausspricht, wird dabei verschwiegen.

Mein marokkanischer Dealer kriegt sein Leben komplett vom Staat finanziert. Irgendwas ist in Deutschland oberfaul und deshalb wähle ich die Alternative.

Ein mit diesem Spruch beschrifteter Werbelastwagen fährt im Auftrag der AfD durch Berlin, gleichzeitig gibt es auch einen ähnlichen Spruch zu Homosexualität. In beiden Fällen werden bestimmte Bevölkerungsgruppen angesprochen, um wahlweise Neid oder Angst gegenüber Ausländern zu wecken. Die rechte Partei macht den eigentlich in konservativen Kreisen eher ungeliebten Minderheiten keine konkreten politischen Angebote, sondern will sie durch gezielte emotionale Ansprache als Wähler gewinnen.

Die getroffene Aussage ist noch dazu inhaltlich nicht richtig. Dealer kriegen ihr Leben nicht komplett vom Staat finanziert, sondern arbeiten für ihr Geld - als Dealer. Dass sie dabei vom Staat gezwungen werden, kein Gewerbe anzumelden, keine Steuern zu zahlen und sich im Untergrund zu bewegen, ist natürlich kritisierenswert. Das betrifft Händler aus Marokko genauso wie alle anderen. Aber die AfD kritisiert mit ihrer Kampagne eben nicht dieses Problem, sondern versucht den Neid auf Fremde zu wecken. Das ist weder eine Hilfe für Cannabiskonsumenten, noch für den Staat oder die Gesellschaft an sich.

Die Partei spricht sich mittlerweile sehr deutlich gegen eine Legalisierung von Cannabis aus. Im aktuellen Programm wird das Thema Drogenpolitik kaum erwähnt. Dort findet sich die Forderung nach lebenslänglicher Sicherungsverwahrung für "nicht therapierbare alkohol‐ und drogenabhängige sowie psychisch kranke Täter, von denen erhebliche Gefahren für die Allgemeinheit ausgehen". Und natürlich, dass drogenkriminelle Ausländer schneller abgeschoben werden sollen.

Wer seine Interessen als Cannabiskonsument im Parlament vertreten sehen will, sollte also auf jeden Fall nicht die AfD wählen.

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Kommentare

Ganz gleich ob es um Cannabis geht oder allen anderen wichtigen Themen - Wer bei gesundem Menschenverstand ist sollte niemals und zu keinem Zeitpunkt diese hetzerische Partei wählen !! Denn was ausser Hetze haben diese bisher veröffentlicht ? Ich zumindest habe noch keine einzige vernünftige Aussage dieser Partei gehört was z.B. Altersarmut in Deutschland anbelangt, gerechte Rentensysteme, Schul- und Bildungspolitik, Förderung von regenerativen Energien, Haushaltsanierung und ...und...und... !! Daher sollten Menschen und Bürger die nicht Rechts stehen wollen, sich aber dennoch für das wohl dieses Landes einsetzen möchten, es tunlichst vermeiden diese "Rattenfänger" zu wählen, da ausser Chaos und Unfrieden welche diese Partei schürrt nichts zu erwarten ist ! Das ist zumindest meine Meinung.. MfG

Hi, hab letztens einen Flyer von der AfD gesehen, auf dem stand die Frage, ob die Grünen eine Gefahr für die Demokratie darstellen. Nach der letzten Landtagswahl in Rheinland-Pfalz hab ich ein Interview, glaub auf ZDF, von einer ehemaligen, langjährigen Grüne-Wählerin (Akademikerin und Unternehmerin, angeblich intellektuell) die jetzt für die AfD einsteht, gesehen. Unglaublich dreist was hier passiert.

Kein Zusammenhang zu Hanf! Ich sehe in dieser perfiden Wahlkampagne nicht, dass sie sich an Cannabis-Konsumenten richtet. Der junge Herr auf dem Plakat sieht mir eher nach einem berliner Hipster aus. Nur weil von "marokkanischen Dealern" die Rede ist, hat das noch lange nichts mit Cannabis zu tun. Vielleicht will die Afd solche Vorurteile schüren, die scheinbar auch in Teilen der ZEIT-Redaktion stecken. Der DHV sollte solche Schlagzeilen nicht unreflektiert übernehmen!

Ein ganz großer Teil des illegalen Drogenhandels besteht aus Cannabishandel. Insofern richtet sich eine solche "böser Dealer" Kampagne, die sich öffentlich an Drogenkonsumenten richtet, immer auch an Cannabiskonsumenten.

Diese Behauptung ist falsch!! - der Cannabishandel ist nicht ein "Ein ganz großer Teil des illegalen Drogenhandels" sondern ein kleiner Teil, - finanziell gesehen.

Was treibt dich zu dieser Annahme? Nach allen bekannten Schätzungen und Statistiken beruht der größere Teil des illegalen Drogenhandels auf Cannabis. Nicht nur in Tonnen, sondern auch in Euro gerechnet. Natürlich sind viele andere Drogen teurer, werden aber deutlich seltener konsumiert und machen dadurch einen geringeren Teil des Gesamtvolumens aus. Siehe z.B.: http://www.deutschlandradiokultur.de/wirtschaftsfaktor-cannabis-legalisierung-koennte-einen.976.de.html?dram:article_id=328530

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