Ein Arztbrief ist kein gesetzlich vorgeschriebenes Dokument, das ihr als Patient bei euch haben müsst. Dennoch kann der Arztbrief im Falle einer polizeilichen Verkehrskontrolle von Nutzen sein und den Polizisten davon überzeugen, dass ihr ggf. auch mit THC-Werten über 3,5 ng ordnungsgemäß am Straßenverkehr teilnehmt. Im Arztbrief gibt der behandelnde Arzt Auskunft über eure Cannabistherapie und bestätigt im besten Fall, dass ihr nebenwirkungsfrei medikamentös eingestellt seid und keine grundsätzlichen medizinischen Tatsachen gegen eine Teilnahme am Straßenverkehr sprechen.Einen Arztbrief austellen kann nur der verschreibende Arzt, nicht jedoch die Telemedizinplattform. Mittlerweile vermitteln einige Telemedizinanbieter auch Arztbriefe. Diese werden jedoch häufig nicht anerkannt. Wenn ihr als Cannabispatient auf den Führerschein angewiesen seid, solltet ihr euch einen Arzt suchen, der eure Therapie persönlich betreut und somit auch einen aussagekräftigen Arztbrief für euch erstellen kann.
Eine 100%ige Garantie bietet der Arztbrief jedoch nicht. Schlussendlich kann euch die Polizei, wenn Zweifel an eurer Fahreignung bestehen, auch bei Vorhandensein eines Arztbriefes und gültigen Rezepts die Weiterfahrt untersagen und eine Meldung an die Führerscheinstelle machen. Die Führerscheinstelle wird dann wahrscheinlich ein ärztliches Gutachten über eure Fahrtauglichkeit einfordern. In manchen Bundesländern ist das das Standardverfahren, unabhängig vom Vorhandensein eines Arztbriefes.
