Münsters Hanffreunde greifen Polizeipräsidenten an - Kuhlisch gegen Cannabis

DIe Hanffreunde Münster haben den Polizeipräsidenten von Münster, Hans-Joachim Kuhlisch, wiederholt um eine Stellungsnahme zum Thema Legalisierung gebeten, da dieser wiederholt auf die negativen Erfahrungen in anderen Ländern verwies. Die von ihm auf dem städtischen Cannabis-Fachtag im Dezember aufgestellten Behauptungen, dass andere Länder mit der Cannabis-Legalisierung "schlechte Erfahrungen" gemacht hätten und die Probleme dadurch “nicht gelöst” worden seien, brachten ihm bereits auf dem Fachtagspodium die Kritik von Dr. Raphael Gaßmann, Geschäftsführer der Deutschem Hauptstelle für Suchtfragen, ein. Zitat: „Sie argumentieren ohne Fakten.“Die Hanffreunde Münster freuten sich zunächst, Herr Kuhlisch am Fachtag für das geplante Cannabis-Modellprojekt teilnahm. Jetzt sind Sie enttäuscht, dass Herr Kuhlisch sein Wort brach und trotz seiner Zusage und mehrerer Nachfragen keine Belege zu seinen Äußerungen vorbrachte und offenbar nicht einmal mehr bereit ist, überhaupt hierzu Stellung zu nehmen.

Marcel Klümpers von den Hanffreunden Münster macht deutlich: “Als Polizeichef sollte es Herr Kuhlisch wissen, dass zu den originären Aufgaben der Polizei auch die Auskunftserteilung gehört. Er ist uns eine Antwort schuldig.” Sprecher Micha Greif ergänzt: “Fakt ist: Viele Länder machen sehr gute Erfahrungen mit der Cannabis-Legalisierung: Höhere Steuereinnahmen, niedrigere Kriminalitätsraten, bessere Präventionsmöglichkeiten, Qualitätskontrollen und somit weniger gesundheitsgefährliche Streckmittel.“

Für Münsters Hanffreunde dagegen ist die Legalisierung der Droge ein Kernanliegen. Der Verein, der im Internet sehr rührig ist, fordert Kuhlisch in einer Mitteilung auf, endlich Auskunft darüber zu geben, in welchen Ländern es eigentlich Probleme mit der Legalisierung von Cannabis gegeben habe.

Davon hatte Kuhlisch in einer Diskussion im Dezember 2016 mit Befürwortern der kontrollierten Cannabis-Freigabe gesprochen (die Stadt plant ein entsprechendes Projekt). Eine Quelle nannte er dabei nicht.

Datum: 
Mittwoch, 19. April 2017
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