Münster bringt Modellprojekt mit Cannabis voran

Die Glocke, eine Regionalzeitung mit Sitz in Oelde, berichtet über das geplante Cannabis-Abgabe-Modellprojekt. Dabei zitiert sie Micha Greif, Mitbegründer der DHV-Ortsgruppe "Hanffreunde Münster".

„Wir schlagen einen Cannabis Social Club vor“, sagt Micha Greif, einer der Drei, die den Bürgerantrag an den Rat gestellt hatten und die Bürgerinitiative „Hanffreunde Münster“ mitgegründet hat. Der Club soll unter Kontrolle der Stadt von seinen registrierten Mitgliedern getragen werden, die Cannabis gemeinschaftlich anbauen oder wie in einem Coffee Shop beliefert werden. „Es soll nur an Münsteraner und in begrenzter Menge abgegeben werden“, sagt der Student.

Greif, der gerade seinen Master in Verbraucherwissenschaft macht, verweist auf den Jugendschutz, der gewährleistet sei („Ein Dealer dagegen fragt nicht nach dem Alter“), aber auch auf den großen Bedarf an Cannabis zu medizinischen Zwecken. Die Apotheken kämen dem nicht nach, „bei uns könnten Patienten, die eine spezielle Erlaubnis besitzen, Cannabis direkt beziehen“. Ziel der „Hanffreunde“ sei wohl, dass die illegale Droge langfristig aus der Betäubungsmittelverordnung verschwinde, bemerkt Dr . Norbert Schulze Kalthoff, Leiter des Gesundheitsamtes Münster. Im Modellprojekt aber soll die gesundheitliche wie psychologisch-soziale Wirkung von Cannabis erfasst werden. „Es wird eine kleine Gruppe sein und strenge Regeln geben. Wir wollen einen Beitrag für die Wissenschaft leisten“, sagt der Chef des Gesundheitsamtes.

„Münster wird den Antrag wohl stellen“, sagt er . Trotz schwieriger Rechtslage und obwohl die Opiumstelle beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte im Januar 2015 die Erlaubnis für den Modellversuch mit Blick auf das Gesetz zum Verkehr mit Betäubungsmitteln schon für nicht denkbar hielt. Auch der Antrag aus dem Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg zur Regulierung des Cannabisverkaufs war abgelehnt worden. „Wir sehen uns die Ablehnungsbescheide der Anderen genau an“, sagt Schulze Kalthoff. Daraus will Münster lernen.

Micha Greif setzt ebenfalls auf Mitstreiter – auch Düsseldorf plane einen Antrag – und auf ein Gesetz, das im Sommer kommen soll. Der Bund plane eine Agentur für Anbau und Vertrieb von medizinischem Cannabis. Greif hofft, dass Hanf dadurch auch als weniger gefährlich angesehen wird.

Der Artikel ist nur als Printversion erschienen.

Datum: 
Samstag, 5. März 2016
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