Medizinischer Cannabis: In Deutschland wächst zu wenig Gras

DHV-Chef Georg Wurth sprach gestern mit Deutschlandfunk Nova über die Situation bei der Versorgung deutscher Cannabispatienten.

"Israel ist da ganz vorne dabei, möglicherweise auch Australien, vielleicht macht Uruguay nochmal einen neuen Anlauf, bis hin zu Jamaica, Griechenland, Portugal, Dänemark. Die werden alle als mögliche Lieferanten nach und nach aufschlagen."

Für die erneute Ausschreibung soll der Zuschlag im ersten Quartal 2019 erfolgen. Eine Liefermenge von jährlich 2,6 Tonnen ist für eine Dauer von vier Jahren ausgeschrieben, verschiedene Unternehmen sollen zum Zug kommen. Diese Menge hält Georg Wurth aber für zu gering.

"Wir haben schon 2018 deutlich mehr importiert, als diese 2,6 Tonnen, die für 2020 anvisiert werden. Bis dahin wird der Bedarf auch weiter steigen. Wir werden also zusätzliche Importe haben oder die Bundesregierung muss sehr schnell einen weiteren Anbau ausschreiben."

Das Gesamtpotential des deutschen Marktes schätzt der Hanflobbyist auf einen zweistelligen Millionenbetrag – allerdings im Vergleich mit den USA, wo der Konsum von Cannabis in manchen Bundesstaaten auch zu nicht-medizinischen Zwecken gestattet ist. In den Kanada und den USA belief sich der Umsatz mit Cannabis 2016 auf jährlich 6,7 Milliarden US-Dollar und das war noch vor der Legalisierung in Kanada. Beide Länder sind für den Großteil der Umsätze mit legalem Cannabis verantwortlich. Weltweit könnte der Umsatz nach einer Schätzung bis 2022 auf 31,3 Milliarden Dollar ansteigen.

"In den USA ist Cannabis der am schnellsten wachsende Wirtschaftszweig überhaupt. Wir sehen ein Land nach dem anderen, das Cannabis als Medizin legalisiert. Deutschland muss aufpassen, das nicht komplett zu verschlafen."

 

Datum: 
Dienstag, 5. März 2019

Neuen Kommentar schreiben