Marlene Mortler, Amazon und der Drogen-Algorithmus

NÜRNBERG - Ein Cannabis-Zerbrösler, Leerkapseln zur Herstellung von Pillen, Dünger für Haschpflanzen. All das ergibt: Eine komplette Drogenküche, angeboten über den Empfehlungs-Algorithmus von Amazon. Zumindest meint das die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler. Taugt das zum Skandal?

Neu ist der Amazon-Algorithmus sicherlich nicht, auch nicht, das Nutzer auf "dumme Gedanken" kommen könnten. Der Online-Händler als Verführer, als das Tor zur Drogensucht taugt deshalb nur bedingt. Auch, weil Amazon keine Kaufempfehlungen setzt, sondern lediglich Produktverbindungen über frühere Käufe herstellt. Der Deutsche Hanfverband kommentiert die Forderung der Drogenschutzbeauftragten dementsprechend süffisant. "Frau Mortler ist Gold wert. Es ist immer gut, nicht allzu intelligente Gegner zu haben", sagt Florian Rister vom Hanfverband. "Ihre Aussage beweist nicht nur, dass sie wenig Ahnung von dem florierenden Handel mit legalem Zubehör zur Produktion und Einnahme von Drogen hat. Sie zeigt auch Mortlers eher simples Verständnis von den Empfehlungsalgorithmen in modernen Internet-Shops.

Datum: 
Donnerstag, 15. Mai 2014
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